Achtsamkeit

ACHTSAMKEIT

Ein Mann wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so glücklich sein könne.
Er sagte:
„Wenn ich stehe, dann stehe ich,
wenn ich gehe, dann gehe ich,
wenn ich sitze, dann sitze ich,
wenn ich esse, dann esse ich,
wenn ich liebe, dann liebe ich …“
Dann fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten:
„Das tun wir auch, aber was machst Du darüber hinaus?“
Er sagte wiederum:
„Wenn ich stehe, dann stehe ich,
wenn ich gehe, dann gehe ich,
wenn ich … “
Wieder sagten die Leute:
„Aber das tun wir doch auch!“
Er aber sagte zu ihnen:
„Nein –
wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon,
wenn ihr steht, dann lauft ihr schon,
wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.“

(Verfasser unbekannt)

Was ist Achtsamkeit?

Ist eine Form von Aufmerksamkeit. Es bedeutet, das wir in dem Moment –  im Hier und Jetzt – sind. Ich nehme den Moment in all seiner Lebendigkeit war. Wir akzeptieren das was gerade ist, wir wehren uns nicht gegen irgendwelche Gedanken und Emotionen, Körperempfindungen, Geräusche. Es darf alles so sein wie es ist. Gedanken die kommen nehmen wir wahr, und lassen sie auch wieder ziehen, wie Wolken am Himmel. Wir versuchen nur wahrzunehmen und nicht zu bewerten.

Achtsamkeit kommt ursprünglich aus dem ZEN / Buddhismus. Es ist eine art Geistesschulung.  Es ist im 6. Jahrhundert in China entwickelt. Zen bedeutet:

  • Im Augenblick leben
  • Den Augenblick nicht beurteilen
  • Den Geist beruhigen
  • Konzentriert zu handeln
  • Nichts erreichen wollen
  • Unabhängig von allem sein

Achtsamkeitsmeditation wird auch Vipassana Meditation genannt. Vipassana bedeutet Klarblick bzw. Erkenntnis. Die am häufigsten davon praktizierte Meditation ist die, der bewussten Atmung.

 Wozu brauche ich Achtsamkeit?

 Um körperlichen, sowie seelischen Stress zu vermindern.

  • Um meine Anspannung wahrzunehmen, damit ich rechtzeitig destruktivem Verhalten mit Skills entgegen wirken kann. Achtsamkeit ist somit auch die Basis aller Skills.
  • Um eine wirksame Kontrolle über mich selbst zu bekommen.
  • Um einen besseren Bezug zu sich selbst zu finden
  • Um mich von heftigen Gefühlen und Gedanken, die mich überwältigen, zu distanzieren. Ich bin nicht mein Gefühl, ich habe ein Gefühl!
  • Durch Achtsamkeit wird versucht Gefühl und Verstand in ein Gleichgewicht zu bringen und damit zu einem intuitiven Wissen und Verstehen zu gelangen.
  • Um nicht in den „Autopilot“ zu schalten und so die Momente im Leben zu verpassen
  • usw.

Um die Effektivität der Achtsamkeit im vollen Umgang nutzen zu können, ist es notwendig, täglich zu üben. Am Besten mehrmals täglich für 2-3 min üben.  Erste Erfolge stellen sich nach 5-8 Wochen ein.

Was lerne ich durch Achtsamkeitsübungen?

Ich lerne bestimmte Dinge / Fertigkeiten gezielt einzusetzen.Das sind / Was –Fertigkeiten:

  • etwas zu beschreiben
  • etwas wahrzunehmen
  • an etwas teilnehmen

Was ist wichtig beim Durchführen von Achtsamkeitsübungen?

  • Mit einfachen Übungen z.B. etwas Sehen, hören, riechen, schmecken zu beginnen. Am Besten erstmal etwas außerhalb des Körpers wahrnehmen oder beschreiben. Besonders wenn man selbst Probleme mit Panikattacken oder Flashbacks hat ist es wichtig erst einmal außerhalb des Körpers zu bleiben.
  • Mit zunehmender Übung kann man auch mit Körperwahrnehmung oder Atemübungen weitermachen.
  • Übungsdauer sollte genau eingehalten werden – ca. 2-3 min
  • Man soll versuchen, seine Grenzen wahrzunehmen. In hoher Anspannung ist es nicht möglich so etwas durchzuführen!
  • Gedanken und Gefühle dürfen während der Übung da sein und auf kommen. Wichtig ist es diese nicht zu bewerten und einfach wie Wolken am Himmel das Aufkommen dieser bemerken und diese wieder ziehen lassen.
  • Beim Beschreiben ist es wichtig Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen. Alleine das „in Worte fassen“ distanziert uns von diesen Gedanken oder Gefühlen. Beschreiben sie, dass was gerade mit Ihnen passiert.
  • Teilnehmen kann man sehr gut am Beispiel Tanzen erklären. Ein guter Tänzer ist eins mit der Musik. Er tut das, was für diesen Moment notwendig ist. Er ist eins mit der Musik! Er grübelt sicher nicht darüber nach was gerade los ist. Er hört auf die Musik, den Takt und tanzt.
  • Wahrnehmen ist immer subjektiv! Ich nehme es so war. Ein anderer nimmt es evtl. anders war und beides ist okay. Beides darf so sein wie es ist! Wichtig ist, dass beide es versuchen so objektiv wie möglich  – also wertfrei wahrzunehmen.
  • Zu den „Was-Fertigkeiten“ gibt es auch immer die „Wie-Fertigkeiten“. Das sind eine annehmende, nicht bewertende Weise der Betrachtung. „Okay“ ist dabei zwar auch schon eine Bewertung, aber eine wohlwollende. Positive Bewertungen sind herzlich willkommen. Bewertungen gehören nun mal zu uns Menschen dazu und kann man auch nicht komplett verhindern. Wichtig ist sich dass Bewerten bewusst zu machen und evtl. nicht in negativ Spiralen zu verstricken. Eine andere Wie-Fertigkeit ist konzentriert. Wir sollen eine Sache tun. Nur dann sind wir im Hier und Jetzt. Auch wenn wir durch aufkommende Gedanken abschweifen ist es nicht schlimm. Gut ist es dann zu merken, wann ich mit meinen Gedanken abschweife und nicht mehr bei der Übung bin. Die letzte der Wie-Fertigkeiten ist wirkungsvoll. Da geht es nicht um Leistung, sondern um das, was ich in diesem Moment schaffe zu tun. Ich lasse mich völlig auf die Situation ein. Gute Beispiele hierfür: tanzen, jonglieren, Slackline,…

Zusammengefasst:

In der Achtsamkeits-Meditation betrachtet der Übende Körper, Empfindungen, Gefühle, Bild- und Wortgedanken aus der Beobachter-Rolle.

Dabei gilt:

  • nicht beurteilen – stattdessen annehmen
  • nicht analysieren – stattdessen bewusst wahrnehmen
  • nicht vergleichen – stattdessen im Hier und Jetzt sein
  • nicht identifizieren – stattdessen beobachten
  • nicht reagieren – stattdessen neugierig bleiben

Gehe, wenn du gehst.

Sehe, wenn du siehst.

Höre, wenn du hörst.

Spüre, was du bist.

Buddhistische Weisheit

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