Gefühlsprotokoll Datum: 06.05.2013

Mein Gefühlsprotokoll Datum: 06.05.2013

Intensität des Gefühls (0- 100): 90% aktuelle Spannung (bei > 70 erst Stresstoleranzskills anwenden) jetzt: 65%

Gefühlsmäßige Verwundbarkeit: Welche Stressfaktoren liegen vor, die dich anfällig machen?
– Magen Darm Infekt (Noro): Kreislauf instabil
– Viel emotional belastendes:
· Erkenntnis in Therapie von Verstrickungen zu meinen Eltern
· Aufarbeitung der Vergangenheit
· Sozialverhalten meiner Tochter
· Vorwürfe von meinem Vater (Kinder nie da)
· Beinbruch meiner Mutter / Sturz
– Sonntag auf Montag kein Schlaf

Beschreibe die Situation (Wo, wann, was ist passiert? wer war dabei?):
Montag, gegen Mittag. Anruf von meiner Mutter. Ich war gerade in der Küche in XXX– ich war alleine.
Sie erzählte mir, dass mein Vater viel mit ihr schimpft. Nichts kann sie recht machen. Er will dass seine Verwandte trotzdem Kommen, obwohl sie den Fuß gebrochen hat und so nicht noch Gastgeber für eine Großfamilie sein kann. Er meinte, das er denen nicht absagen wird, da es seine einzigen Verwandten sind, die noch etwas von ihm wissen möchten.
Sie hat mit ihrer Schwester gesprochen und meinte, das wenn er nochmals so zu ihr ist, sie die Koffer packt und zu ihren Geschwistern zieht und nur ´nen Zettel auf den Tisch legt und geht, bis er wieder normal ist.

Wie hast du die Situation interpretiert? Was hast du als aller erstes gedacht?
– Habe die Lage meiner Mutter als ernst interpretiert, aber war ja nicht vor Ort, deshalb war alles etwas schwierig. Hatte das Gefühl, das sie ziemlich am Rande ihrer Kräfte war und ihre Gefühle an die Oberfläche kamen.
– Zudem kam etwas von Kindheit hoch, das sehr emotional war, was mich überrumpelte. (Angst verlassen zu werden / Existenzangst – in die Richtung)
Mein Vater nutzte dies immer als Druckmittel gegenüber meiner Mutter.

Welche Gedanken hattest du dazu?
– „Ich lass mich scheiden“ (Gedanke triggerte mich)
– zum einen dachte ich, dass sie Recht hat und ich nicht verstehe, wie sie sein Verhalten über diese vielen Jahre überhaupt über sich ergehen lassen hat können.
– Zum anderen weiß ich, dass sie nicht ohne ihn existieren kann.
– Dann ist es auch immer noch mein Vater und ich in einer Zwickmühle bin. Muss ein Spagat machen zwischen den beiden, der nicht zu leisten ist und ich nicht weiß, wie er reagiert, wenn sie geht. (Aus Impulsivität heraus *****)

Was hast du über den anderen gedacht?
– sie tut mir leid
– verstehe nicht wie sie es so lange mit ihm aushalten konnte
– sie ist doch ohne ihn aufgeschmissen
– das kann sie doch nicht tun!? (Jedenfalls ohne mit ihm zu reden)

Was glaubst du, hat der andere über dich gedacht?
– Ich weiß es nicht
– Vielleicht fand sie es gut, das ich sie verstehen konnte und ehrlich zu ihr war

Was hast du wahrgenommen?
– das sie am Telefon ziemlich fertig war
– das sie nahe dran war zu weinen

Wie war deine Körperwahrnehmung? Welche körperlichen Veränderungen hast du wahrgenommen? Was hast du an deiner Mimik / Gestik bemerkt?
– Anspannung im Schulter / Nacken
– Druck auf Brust
– Unruhiger Magen
– Kloß im Hals
– Unsicherheit in Stimme
– Mir stiegen Tränen in die Augen

Handlungsimpuls (Was hättest du am liebsten getan oder gesagt)?
– Hätte sie am Liebsten in Arm genommen, getröstet
– Wollte aber andererseits flüchten, alles schnell vergessen, mich damit nicht auch noch belasten
– Ich wollte am liebsten mich verkriechen
– Auch hätte ich gerne meinem Vater die Augen geöffnet und gesagt, was das mit der ganzen Familie macht (aber das kann ich nicht)

Was hast du tatsächlich gesagt oder getan (Verhalten)? Beschreibe genau!
Ich hab genau nachgefragt was passiert ist. Sie validiert, d.h. gesagt das ich sie verstehen kann. Habe aber auch gesagt, das ich es besser fände wenn sie nicht nur ein Zettel hinlegt und geht, sondern mit meinem Vater redet. Auch habe ich gesagt, dass ich es keine gute Idee finde wenn sie meine Tante da einmischt, weil er da dann wieder wie eine Rakete an die Decke geht.

Wie hat sich das auf dich ausgewirkt (Konsequenzen)? (Befinden, andere Gefühle, Verhalten, Gedanken, Gedächtnis, Körper,…)
Da es mir wegen meinem MD Infekt sowieso schon schlecht ging hat es mich nur noch mehr aus der Bahn geworfen. Die Magenschmerzen wurden wieder mehr und ich fühlte mich richtig fertig. Ich wollte am liebsten nichts mehr denken, hören, fühlen.
Es kamen alte Bilder, Sätze und Gefühle hoch, die mich lähmten. Ich hatte das Gefühl neben mir zu stehen und unwirklich zu sein. Meine Gedanken rasten.
Ich war Energielos und hatte das Gefühl nichts mehr auf die Reihe zu bekommen.

Welches Gefühl hattest du zuerst?
Traurigkeit / Angst

Welches Gefühl hast du gerade?
Hilflosigkeit / Ohnmacht / bedingt Ärger und Wut

Hast du ein altes Erleben aktiviert? (Skill: Vorsicht Falle) : ja
Gebe dem vergangenem Erleben einen Namen: „Ich lass mich scheiden“

Beschreibe die typischen zugehörigen Gedanken, Körperreaktionen, und Handlungswünsche:
– Anspannung im Schulter / Nacken
– Druck auf Brust
– Unruhiger Magen
– Kloß im Hals
– Gefühl keine Luft mehr zu bekommen
– Starkes Herzklopfen
– tränen in die Augen
– nein, nicht
– Was ist mit mir / uns? Was passiert mit mir / uns?
– Was passiert mit Mutter bzw. Vater? (aus der Impulsivität heraus)
– Situation entzerren / Streit schlichten (geht aber nicht), retten
– nicht wahr haben wollen
– flüchten

Merke dir ein typisches Erkennungsmerkmal! Situation entzerren / Streit schlichten (geht aber nicht), retten

Realitätsüberprüfung: Was ist der Unterschied zu früher?
In der Umgebung:
früher: in meinem Zimmer in XXX
jetzt: ich zu Hause in XXX in der Küche, meine Mutter am Telefon

An den beteiligten Personen: (was haben sie genau gesagt):
Mein Vater: hat meine Mutter beschimpft und ihr gedroht, dass er sich scheiden lässt
Meine Mutter: (am Telefon) das sie beim nächsten cholerischen Anfall meines Vaters die Koffer packen möchte und zu ihren Geschwistern ziehen möchte, bis er wieder normal ist.

(was haben sie genau getan):
Mein Vater: Türen geknallt und geschrien
Meine Mutter: es mir am Telefon ruhig erzählt

Wie können sie im Gegensatz zu früher reagieren?
Früher: ich war abhängig, war auf meine Eltern angewiesen
Heute: habe eine eigene Familie und bin nicht mehr wirklich abhängig

Pro und Kontra

PRO KONTRA
dem Gefühl nachgeben
dem Gefühl entgegengesetzt handeln

Entscheidung:
Will ich dem Gefühl entgegengesetzt handeln? Ja / Nein
Welche Skills brauche ich jetzt zusätzlich?
– Stresstoleranz:
· mich ablenken – aufräumen
· Musik die mir gefällt hören
· Ammoniak riechen
· Metalligelball

– Orientierung auf Ziel, Beziehung, Selbstachtung
– ABC Gesund, das ich mich nicht vergesse

Entgegengesetzte Wahrnehmung (sinnesbezogene Skills):
– Beobachtung der Natur / Achtsamkeitsübung Natur beschreiben
– mit Kater kuscheln
– leckeren Tee trinken / achtsame Teezubereitung und achtsames Trinken
– an Lieblingsduft riechen, beschreiben
– schöne Postkarten anschauen
– Lieblingsmusik hören

Entgegengesetze Körperhaltung (körperbezogene Skills / Atmung):
– auf Atmung achten, ruhige und tiefe Atemzüge
– sich aufrichten / sich strecken
– Handflächen öffnen
– Wenn möglich: leichtes lächeln probieren
– Warmes Bad / Dusche nehmen

Entgegengesetztes Denken (gedankenbezogene Skills):
– an schöne Momente in eigener Familie denken
– an meinem Blog arbeiten
– To Do Listen bearbeiten / aktualisieren / Einkaufsliste etc.

Entgegengesetztes Handeln (handlungsbezogene Skills):
– aufräumen / putzen
– Spaziergang machen
– Basteln

Aktuelle Spannung: 50%
Aktuelle Intensität des Gefühls (von 1-10): 6

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s