Glaubenssätze

Glaubenssätze sind Lebensregeln, die Menschen für wahr halten und sie es wird gedacht, das sie auf einen selbst zutreffen und auf die Welt. Sie geben uns Kontinuität und Sicherheit. Grundannahmen sind oft unbewusst. Sie sind in unserem Unterbewusstsein fest verankert.  Diese Glaubenssätze und die damit verbundenen Bewertungen und Verhalten spielen sich automatisch ab. Es sind automatische Habdlungsabläufe.

„Wer nicht hören kann, muss fühlen.“

„frechen Kinder bekommen nichts.“

„ Ich werde nur geliebt, wenn ich Leistung bringe.“

Laut dem Buch „Bring endlich Licht ins Dunkle deiner Glaubenssätze“ von Siranus Sven von Staden wird gesagt, dass wir im Laufe eines Tages maximal  5% bewusst wahrnehmen. Mindestens 95% laufen völlig unbewusst ab.

In der DBT / Psychotherapie nennt man solche, oft  unbewusst wirkenden Tyrannen, (einschränkende) Glaubenssätze. Sie sind ein zentrales Thema, hindern uns doch oft an der Verwirklichung von Zielen oder sorgen dafür, dass die eigene Meinung nicht geäußert und kontroverse Standpunkte nicht vertreten werden. Um nur ein paar Auswirkungen zu nennen.

Andere Bezeichnungen für die Tyrannen können Glaubenssätze, kleiner Kerl im Ohr, innerer Schweinehund, innerer Kritiker, Saboteur, Teufelchen, ,… sein.

Glaubenssätze müssen nicht negativ sein. Sie können auch hilfreich sein. Es sind Überzeugungen die auf komplexen inneren Denkprozessen und Erfahrungen beruhen. Sie drücken aus, was wir für wahr halten. Glaubenssätze haben einen starken Einfluss auf unser Denken, Fühlen und Verhalten.

Wenn sie uns jedoch, wie oben beschrieben hindern etwas zu tun oder zu lassen; wir tun etwas nicht oder sehen nur eine einzige Möglichkeit oder Vorgehensweise dann sind diese Glaubenssätze „negativ“, da sie uns blockieren. Dann drehen wir uns in einem Hamsterrad und jeder Versuch rauszukommen scheitert. Dann sollten sie auf ihre Realität im „Hier und Jetzt“ überprüft werden. Es gibt sicher einige hinderliche Glaubenssätze, die in der Tiefe des Unterbewusstseins für uns (noch) gar nicht zugänglich sind. Es sind eine Art „blinder Flecken“.

Beziehen können sich die hinderlichen Glaubenssätze:

a)     auf die eigene Person: „Dafür bin zu alt.“,

b)     auf die Beziehung zu anderen „Immer muss ich alles alleine machen.“ oder

c)      auf die Welt als solche „Dieser Planet steht am Rande des Zusammenbruchs, das macht doch keinen Sinn mehr.“

Der Ursprung solcher Glaubenssätze liegt oft in der Kindheit. Wir übernehmen die Sprüche der Erwachsenen um uns herum und halten sie für wahr. Auch als Erwachsene übernehmen wir Glaubenseinstellungen oder Lebenskonzepte, beispielsweise vom Partner oder von Vorgesetzten. Das passiert im Normalfall unbewusst. Glaubenssätze prägen  unsere Erwartungen – und entsprechend dieser bewerten wir alles. Sie sind Interpretationen und Verallgemeinerungen aus früheren Erfahrungen sowie individuellen Theorien, warum etwas so und nicht anders ist und sind Grundlage des alltäglichen Handelns und für den Einsatz der Fähigkeiten.

Früher waren wir von unseren Eltern abhängig. Wir brauchten sie, damit wir überleben konnten. Heute jedoch sind wir Erwachsen, sind für uns alleine verantwortlich. Wir können nun Glaubenssätze hinterfragen, um- bewerten und neue Glaubenssätze einüben!

Es gibt zwei Arten von Glaubenssätzen:

–         Regeln: Ursache-Wirkung („wenn…, dann…“, „Weil…“) und Komplexe Äquivalenzen („X bedeutet Y“)

–         Annahmen: „Es ist nun mal so…“, „Die Menschen / Das Leben…“, „Man kann/darf/soll/muss/ist (nicht) …“, „Ich bin…“

–         Echte Glaubenssätze halten wir für so wahr, dass es schwer ist, sie als solche zu entdecken.(„Es weiß doch jeder, dass…“).

Wie werden Glaubenssätze geprägt:

–         durch Wiederholung, was dann zu Gewohnheit wird.

–         durch Autoritäten (Eltern, Lehrer, Chef,…) und deren Aussagen. Alles was ein Kind in den ersten 6 Jahren hört, sieht oder auf irgendeine andere Weise wahrnimmt geht direkt in sein Unterbewusstsein.

–         durch andere Prägungssituationen / Erfahrungen

Wofür sind Glaubenssätze wichtig?

Sie geben und schaffen uns Sicherheit. Neue, andere Sätze können Angst machen, da unsere bisherige Identität fehlt.

Glaubenssätze helfen uns dabei, Informationen rasch und sicher einzuordnen und schnell darauf zu reagieren(automatischer Handlungsablauf). So geben sie unserem Leben Stabilität und Kontinuität und sichern unser Überleben.

So müssen wir uns zum Beispiel nicht überlegen, ob der Stein, den wir fallen lassen, nach oben oder nach unten fällt, und uns auch nicht jeden Tag neu davon überzeugen, was passiert, wenn wir keinen Filterbeutel im Staubsauger installieren.

Glaubenssätze stützen sich auf:

–         Entscheidungen

–         Erinnerungen

–         Einstellung

–         Sie geben ein Gefühl von Sicherheit

–         Sie sind eine Realitätsstrategie?

Selbsterfüllende Prophezeiung: Wer es für unmöglich hält, ein Ziel zu erreichen, wird immer scheitern, selbst wenn sich außenstehende bemühen, ihn von der Erreichbarkeit zu überzeugen.

Positive Erfahrungen und Überzeugungen sind Ressourcen und Energiequellen. Leider schenken wir negativen Ereignissen, Erfahrungen und Gesagtem viel mehr Raum, wie dem Positven. Wir sollten versuchen dem Positiven mehr Raum zu geben. Wichtig ist es sich zum einen, die positiven Erfahrungen im Gedächtnis Wach halten, in dem man alle Sinneseindrücke in diesem Moment abspeichert. Zum anderen sollte man versuchen neue positive Glaubenssätze zu formulierenn. Solche positiven Erinnerungen können durch einen Anker gefestigt werden. Ein Anker könnte zum Beispiel ein Talisman sein, der einen an  das Ziel „Schlank sein“ erinnert, aber auch Berührungen (taktile Sinnesreize), Mimik und Bilder (visuelle Sinnesreize), Geräusche / Gesagtes (auditive Sinnesreize) oder olfaktorische Sinnesreize (Gerüche) können als Ankerfunktion dienen.

Laut dem Buch „Bring endlich Licht ins Dunkle deiner Glaubenssätze“ von Siranus Sven von Staden würden statistisch gesehen ein Drittel aller medizinischen Heilungen auf dem Placeboeffekt beruhen.

„Grundannahmen / Glaubenssätze sind wie ein Virus im Computer: Wir sehen ihn meistens nicht, aber wir merken, dass etwas schief läuft.“ (Quelle: Infoblatt 9 Selbstwert, DBT ) Dieser Satz kann uns helfen Distanz reinzubekommen. Die Festplatte ist in dem Fall unser Gehirn.

Ziel des Skills Grunannahmen protokollieren und überprüfen:

Weg von polarisierendem Denken, hin zur Balance. „Es kann so sein…., aber auch so….“

– Aufspüren von Glaubenssätzen, bennen dieser.

– Überprüfen von Glaubenssätzen ob sie a) heute noch zutreffen b) noch sinnvoll sind

– alternative Gesichtspunkte und Formulierungen suchen

– neue Glaubenssätze ausprobieren.

Sie können selbst:

– bestimmen

– (sind Erwachsen)

– (sind kein Kind mehr)

– ihre Umgebung beeinflussen und steuern.

– ihre Mitmenschen auswählen

– günstige Bedingungen schaffen

Was ich ganz witzig fand in der DBT Skillsgruppe:

Die Skillsgruppe ist wie ein Antivirus Programm. Sie dient der Erarbeitung des Virenschutzprogrammes und Herstellung einer Firewall.

Virus entdecken, entschlüsseln und erkennen (welches Programm ich brauche), braucht Zeit!!!

 

Quelle: Interaktives Skillstraining  für Borderline-Patienten von Bohus/Wolf, Schattauer Verlag, meine Mitschriebe der DBT Skillsgruppe & stationäre Therapie. „Bring endlich Licht ins Dunkle deiner Glaubenssätze“ von Siranus Sven von Staden

desweges, 10/2013

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2 Gedanken zu „Glaubenssätze

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