Betriebsarzt – Hilfe oder Falle?

Heute hatte ich auf Arbeit ein Gespräch. Die Leitung schlägt vor, das ich mich beim Betriebsarzt vorstelle, um klar zu haben ob ich gesundheitlich fit bin oder nicht.

Fällt denen früh ein, nach inzwischen 7 Jahren in diesem Betrieb!? Aber egal. Ich dachte mir, das das gar keine so dumme Idee ist. Dann glauben sie es mir wenigstens endlich, das ich nicht krank bin! Und meine Arbeitskollegen können reden wie sie wollen.

Bin da hin und her gerissen. Wollen sie mich nun dadurch „los bekommen“ oder hat das Gemobbe von Kollegen dann endlich ein Ende und man glaubt dann mir, das ich mich gut selbst einschätzen kann und ja auch in Therapie bin? Ich weiß es nicht.

Ich war jedenfalls stolz auf mich, wie gelassen ich heute zu diesem Gespräch ging, obwohl ich nicht wusste was auf mich zu kommt. Ich lerne dazu. Das sind ganz tolle, neue Erfahrungen, die einem Mut geben.

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13 Gedanken zu „Betriebsarzt – Hilfe oder Falle?

  1. was mich interessieren würde. was sind den deren argumente woran sie ihre unsicherheit festmachen, dass du nicht ausreichend belastbar bist? und wie will das der arzt feststellen? das kannst doch einzig und alleine nur du einschätzen, oder? super das du gelassen bleiben konntest. das zeugt von selbstvertrauen.

  2. Weil ich 1 mal vor kurzem einen Infekt bekam und 2 Tage krank geschrieben war. (Ich weiß, das ist lachhaft – ist aber leider wahr). Ja, das krank sein wird nun einem als Beweis für psychische Instabilität angesehen. Wohl gemerkt, die anderen „gesunden“ (denen ihre Aussage) sind öfter krank, tauschen ständig, haben oft Dienstplanwünsche, …

    Ich weiß auch nicht wie der Arzt das feststellen will. Und Wunden habe ich auch schon ewig nimmer gehabt. So sieht man mir das glaub ich auch nicht an. Viele Patienten auf Arbeit bewundern mich mit meiner Empathie und meiner Ausstrahlung. Ich sei ein Sonnenschein. Solangsam glaube ich eben das es meinen Kollegen stinkt, das ich so authentisch und empathisch zu den Patienten bin und einen guten Draht habe (vor allem zu den von ihnen „als schwierig“ = psychisch kranken Patienten).
    Ich spreche eben nicht von oben herab – versuche auf einer Augenhöhe zu kommunizieren.

    Ja, ich bin ein ganzes Stück weiter wie damals 2010 oder beim letzten Mobbing 2008. LG desweges

    • „Viele Patienten auf Arbeit bewundern mich mit meiner Empathie und meiner Ausstrahlung. Ich sei ein Sonnenschein. Solangsam glaube ich eben das es meinen Kollegen stinkt, das ich so authentisch und empathisch zu den Patienten bin und einen guten Draht habe (vor allem zu den von ihnen “als schwierig” = psychisch kranken Patienten).
      Ich spreche eben nicht von oben herab – versuche auf einer Augenhöhe zu kommunizieren. “
      Das glaub ich sofort!!!

      • Stellinchen, traurig aber wahr. Was ich nicht verstehen kann, da gerade in diesem Bereich eine Toleranz und Akzeptanz vorhanden sein sollte. Wir arbeiten hier mit Menschen. Um meine Arbeit gut zu machen braucht es doch Authentizität. Sonst spricht doch die Mimik und Gestik etwas anderes wie das Gesagte. Ich kann doch nur die Leute unterstützen wenn ich empathisch bin und versuche die Leute zu verstehen und nicht wenn man denkt „hoch die schon wieder; was will die den schon wieder von mir,…“

        LG desweges

  3. schon komisch… kennen die etwas von deinem hintergrund? ach ja, du hast geschrieben, dass sie von deiner therapie wissen. und vielleicht haben sie auch noch erfahrungen aus zurückliegenden jahren im hinterkopf. da kann man sich vielleicht schnell mal was zusammenreimen. so eine innere stabilisierung/ verbesserung steht einem nicht auf die stirn geschrieben. vielleicht gehen sie von alten dingen aus. naja… ich drück dir auf jeden fall die daumen. du musst dir ja nichts vorwerfen.

  4. Die Sache würde mir auch ein wenig unbehaglich sein. Gerade wenn man die Gründe für einen Besuch dort nicht abschätzen kann. Schön das du ruhig geblieben bist in dieser Situation. Das war sicherlich richtig.

  5. hoffe, alles ist gut gelaufen! finde es prima wie reflektiert und ehrlich du über deine zustände schreibst. ich persönlich benutze die namen der psychischen krankheiten nur, um mich verständlich zu machen… glauben tue ich, dass alle menschen ihren weg gehen, lernen und gut so sind wie sie sind. lass dich nicht stigmatisieren… ( machst du ja eh nicht:)) und mach weiter so! glg puja

    • Danke dir. Beim Betriebsarzt war ich noch nicht. Der ist nicht hier, kommt alle paar Monate ins Haus. Bin recht optimistisch, das der mir nichts anhaben kann, da es mir ja gut geht. LG desweges

  6. Wenn du der Meinung bist, dass ein Gespräch mit dem Betriebsarzt okay ist, dann bleib dabei. Das ist die richtige Einstellung. Du lässt es eben positiv auf dich zukommen. Das strahlst du dann auch aus.

  7. Finde ich gut, wie Du damit umgehst.

    Auch wenn ich, ehrlich gesagt, extrem sauer wäre, wenn mir jemand den Besuch beim Betrieebsarzt nahelegen würde. Ich finde, das geht die Kollegen einfach GAR nichts an. Und wenn ich dahin gehe, dann, weil ICH das möchte und nicht, um jemandem etwas zu beweisen.
    Ehrlich – das würde ich mir verbitten. Finde ich unmöglich…

    …Naja… aber prinzipiell, wie shcon geschrieben: super, dass Du das machen willst. Ich bin gespannt…

    • Ich möchte einfach das Thema Krankheit ein für alle Mal vom Tisch haben. Es nervt einfach. Man wird als was abgestempelt, was gar nicht Fakt / Sache ist.
      Klar ist es doof, das ich da hin „muss“, um etwas zu beweisen. Aber der „Betrieb“ ist einfach so. Manchmal muss man da eben Dinge akzeptieren. Besser wie das ständige „gemobbe“ meiner direkten Kollegen. Das ist super anstrengend, nervraubend und anti-figur tauglich (emotionales / zwischenmenschliches ist bei mir die hauptsächliche Figurfalle!) Das seh ich besonders wieder in den letzten 2 Wochen an meinem Gewicht. 😦

      Hab auf alle Fälle immer noch keinen Termin bei diesem Betriebsarzt – mal sehen, wie lange die dazu brauchen.

      LG desweges

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