Therapiekoller

Ich haber gerade den absoluten Therapiekoller! Ich mag meine Therapeutin, sie ist gut, sie hilft mir sehr, doch irgendwie ist gerade bei mir richtig die Luft raus.

Mich strengt es total an die Hausaufgaben zu machen. Ich habe viel Übungsfeld im alltäglichen Leben und ich mache viel, damit es mir besser geht, doch strengt es mich enorm an auch noch an die Hausis zu denken.

Bei mir ist die Luft raus. Früher war ich so konsequent und habe mich gleich dran gemacht mein Therapiebuch ins reine zu schreiben und die Hausis zu machen, jetzt schieb ich es bis zum letzten Drücker. Diesmal kam mir sogar der Gedanke die Therapiestunde abzusagen.

Was ist nur los mit mir? Ich versteh das nicht. Wie gesagt es liegt nicht an der Thera. Wir verstehen uns gut.

Nur irgendwie schaffe ich es im Moment nicht noch mehr aufzunehmen. Mein Alltag tümpelt vor sich hin. Ich komme klar – sicher nicht perfekt – kann man mit einer emotional instabilen Persönlichkeitsstruktur sicher auch nicht erwarten aber es ist okay. Ich bin ewig Selbstverletzungsfrei (fast 12 Monate, wenn ich das richtig gesehen habe), meine Essstörung habe ich mit Ausnahme der letzten Woche auch im Griff, suizidale Gedanken kommen und gehen, sind aber nie drängend oder Spruchreif,…

Kindererziehung fällt mir wie immer nicht leicht, klappt aber ganz gut. Auch in der Schule läuft es bei der Tochter ganz gut.

Probleme in der Beziehung zu meinem Mann gibt es keine. Hat sich auch sehr zum positiven gewandelt. Die finanzielle Entlastung durch seinen neuen Job tat uns sehr gut. Das war schon sehr oft ein Zoffpunkt.

Die Krise wegen meines Autos letzte Woche hab ich mit einem Essrückfall gut überstanden. Ich hab mich selbst nicht fertig gemacht ich  habe es akzeptiert, das mein Körper Essen brauchte -ungesundes, süßes,…. – ich habe es zugelassen. Ich hab mich nicht unter Druck gesetzt. Ich versuchte Punkte Punkte sein zu lassen und aß worauf ich Lust hatte. Es sind sicher 1-3 kg mehr. Egal. Seit gestern bin ich wieder im Programm. 

Ich rutschte in etwas altes hinein. Den Selbstverletzungsdruck puffert ich durch Essen, durch viel Essen, ungesundes Essen. Sicher nicht mehr die Mengen wie früher, aber ich aß und auch so gut wie ohne schlechtes Gewissen. Es tat gut von dieser enormen Anspannung runter zu kommen.

Ihr seht, es gibt Themen für die Therapie, aber ich mag gerade nicht. Ich bin es leid – ich mag nicht. Irgendetwas streubt sich in mir. Ich würde am liebsten alles hinschmeißen. Aber ich weiß ich bereue es dann. Es ist so viel, v.a. wenn es um die Vergangenheit geht nicht aufgearbeitet, aber im Moment ist mir alles zu viel und doch habe ich Angst ein Schlussstrich zu ziehen. Ist es Passivität, Erschöpfung,…? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur das ich nicht will!

 

 

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14 Gedanken zu „Therapiekoller

  1. Ich kenne das. Therapie ist anstrengend und manchmal braucht man etwas Pause. Mir tat meine Pause gut. Es braucht ja nicht Monate zu sein. Themen hatte ich auch, aber ich hatte das Gefühl immer über das gleiche zu reden ohne vorwärts zu kommen.
    Es ist also ok, eine Blockade zu haben.

    • Danke dir für deine lieben Worte! Es tat gut das zu lesen. Ich hatte heute Therapie und es war eine stunde, die mir sehr viel brachte, weil ich das Gefühl hatte meine Gedanken wieder etwas mehr zu ordnen und Klarheit schaffen. Das muss ich wohl mal in einem gesonderten Beitrag schreiben. Ist hier zu viel.
      Auch habe ich mit ihr nun die nächste Therapiestunde für Mitte März vereinbart. Ich war richtig erleichert. Die Stunde brachte mir viele Erkenntnisse. Sie konnte mich motivieren da ran zu gehen. Ich bin gespannt.
      LG desweges

  2. Ich schliesse mich puenggi an. Es ist ganz ok, auch mal keine Lust auf Therapie zu haben. Mach doch einfach mal eine Therapiepause. Musst deswegen ja nicht gleich alles hinwerfen. Vereinbare mit Deinem Therapeuten oder Deiner Therapeutin, dass Du mal zwei Monate pausierst und dann siehst Du ja, ob es für Dich eine Erleichterung bringt, ob Du alleine klar kommst, oder nicht.
    Liebe Grüsse
    Charlotte

    • Auch dir charlotte, danke für deine lieben Worte. Wie oben geschrieben bin ich eurem Rat gefolgt. Und mir geht es sichtlich gut mit dieser Entscheidung. Ich bin stolz, das ich es angesprochen habe. Es war eine richtig intensive und effektive Therastunde. LG desweges

  3. super gemacht: Emotion wahrgenommen, sie gut verbalisiert, für dich gesorgt und letztendlich das Problem gelöst!
    liebe Grüße aus Berlin von Puja 🙂

    • Danke. Ja die Therapie v.a. DBT hat mir sehr geholfen. Emotionen sind und bleiben ein Thema, ich kann aber besser damit umgehen. Ich bin froh diesen Weg gegangen zu sein (auch wenn es nicht einfach war). LG desweges

  4. Pause ist gut und wichtig.
    Und das sollte Deine Therapeutin auch wissen.
    Von daher hätte ich Dir empfohlen, „einfach“ mit ihr über DEine Empfindungen diesbezüglich zu reden…
    Aber ich sehe, Du hast das ja alles schon selbst super geregelt…

    ich drück dich!

    • Meine Therapeutin war sehr verständnisvoll. Sie hat mir auch angeboten bei Sorgen und Nöten wieder früher ein Termin zu vereinbaren. Über diese Lösung, die wir gefunden haben, bin ich sehr dankbar. Ich bin da eben schnell dabei alles hinzuschmeißen wenn es mir zu viel wird. So bin ich das Umgangen.
      LG desweges

  5. Kann dich so gut verstehen…ich hab meine Therapie sogar hingeschmissen, allerdings liegt es bei mir daran, dass ich seit der letzten Sitzung massive Schuldgefühle hatte und das muss ich mir nun wirklich nicht länger antun…

    drück dich 🙂

    • Das kann ich sehr gut verstehen. So ging es mir bei meiner letzten Thera auch. Sie war in meinen Augen „unfähig“ versuchte aber zu agieren. Und ich fühlte mich schlecht. Da habe ich auch die Therapie beendet.
      Dieses Mal liegt es aber nicht an der Therapeutin, sondern an meinem inneren Chaos (was sich aber auch zum Glück bereits einiges gebessert hat). Ich bin für mich froh über die Lösung. Das bedeutet nicht, das ich in der Zeit nichts tue. Ich bin und bleibe dabei. Aber für mich bedeutet es weniger Druck, v.a. weil ich in den nächsten Wochen viel unter der Woche halbtags arbeite. LG desweges

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