Borderline Verhalten – mal wieder mehr (denn je!?)

Im  Moment weiß ich auch nicht so recht was los ist mit mir, bzw. bin ich enttäuscht, das wieder mehr Symptome der Borderline Störung in den Vordergrund treten. Dachte echt zwischenzeitlich das ich den Mist bald los hab – abgeschüttelt oder so! (Klar weiß ich das das Quatsch ist, aber war halt so Wunschdenken).

Jedenfalls sieht man es mir wohl an, das es mir gerade nicht so gut geht. Werde öfters drauf angesprochen und vor der Psychiaterin konnte ich es auch nicht verbergen. Ich weiß selbst nicht. Mir ist alles zu viel, bin so schnell gereizt, so schnell erschöpft, ein HB Männchen,…

Wie oft denke ich mir wie schön es wäre auch „Medikinet“ zu haben um einfach mal etwas strukturierter zu sein. Ich hasse mein inneres und äußeres Chaos! Es stresst mich gerade alles. Der Tagesablauf ist so noch recht neu. Mache gerade so gut wie die komplette Woche Urlaubsvertretung – somit fast täglich Dienst und dann eben noch Kind, Hausaufgaben, Haushalt und co.  Ich bin platt.

Dann kommt noch hinzu, dass mein Wecker um 4 Uhr das erste Mal klingelt, das mein Mann nicht verschläft  – er ist noch in der Probezeit. Dann bin ich endlich eingedöst, dann bimmelt unser Wecker.

Steh gerade wieder unter Dauerstrom und schaff es gerade nicht runter zu fahren. Fühl mich gerade im Hamsterrad, obwohl es kein Grund gibt sich so zu fühlen, hatte schon viel stressigere Zeiten. Alles wäre / ist gut planbar und doch bringt mich alles ins wanken.

Doof wenn man mit sich und dem Ist Zustand nicht zufrieden ist. Und das gelernte gerade so weit weg erscheint und man ohnmächtig dasteht und nicht will, nicht kann!!! Ich hasse solche Zustände!!!

Ich habe wieder vermehrt Schneiddruck. Zudem steh ich da aber unter Druck (selbstgemacht) weil ich zum Betriebsarzt sollte und der ja nichts feststellen soll! Nicht das er mich als psychisch krank abstempelt und ich irgendein Verbot kassiere. Aber der Druck, die Sehnsucht ist sehr groß. Hätte nicht gedacht, das es mir nochmals sooooo viel ausmacht. Auch merke ich, das durch diesen Druck und das Ankämpfen mein Verlangen nach „ungesundem“ Essen wieder größer wird. Ich könnte futtern, futtern, futtern!

Das macht mich alles so traurig und hilflos. Ich möchte flüchten in eine „andere“ Welt. Andere Gedanken und Gefühle und ich weiß es geht nicht! Gerade habe ich wieder das Gefühl ich steh vor einem nicht überwindbarem Berg, den ich nie und nimmer bewältigen kann.

Ich will alles alleine schaffen, will nicht erzählen was mir sorgen macht, mich bedrückt, weil ich es nicht kann. Und dann wieder zu sehen, das gewisse Leute doch merken das etwas mit einem nicht stimmt. Obwohl ich dachte, das meine Maske perfekt sitzt!?

Das war ein Faustschlag ins Gesicht, ein Wachrütteln in die Realität, in meinen Ist-Zustand, was mir mein Gewicht wohl auch wiederspiegelt! Mein Gewicht bleibt seit einigen Wochen bei +- 97 Kilo. Das ist echt zum Kotzen!

Meine Psychiaterin hat heute das Antiodepressiva unter Diskussion mit mir und meiner Panik vor Erneuter Gewichtzunahme auf 225 mg erhöht. Sie meinte, damit ich wieder Energie schöpfe. Recht hat sie, aber das eingestehen fällt mir schwer. Fühle mich wieder als Versager auf der ganzen Linie. Schuld, Scham, Wut, Ärger- auf mich! – die ganze Bandbreite ist wieder da!

Scheiß Emotionen ich will sie nicht!!!

 

6 Gedanken zu „Borderline Verhalten – mal wieder mehr (denn je!?)

  1. Setz Dich nicht zu sehr unter Druck – es kann nicht immer nur aufwärts gehen, für niemanden. Schaler Trost, ich weiss. Wendest Du Deine Skills noch an? Und was tust Du gegen Deine Essensgelüste? Ach ja und wie wäre es, wenn Dein Mann und Du für ein Weilchen getrennt schlafen, wenn Dir das erste Klingeln des Weckers den Schlaf raubt? Das ist doch besser, als dass Du jeden Morgen ko aufstehst.
    Ich wünsche Dir viel Kraft und alles Gute
    Charlotte

    • Danke dir Charlotte. Ich weiß das im Moment mein Perfektionismus und mein Muss wieder die Oberhand hat und ich das Gefühl habe „funktionieren zu müssen“. Ich arbeite daran. Skills nutze ich. Es sind so einige in meinem Alltag integriert. Nur durch die wenige Energie habe ich das Gefühl es nicht zu schaffen.
      Im Moment muss ich sowieso häufiger erstmal mit Stresstoleranzskills durch, alles andere ist im Moment wenig. Stehe unter Dauerstrom und abends fall ich todmüd ins Bett. (Ohne Schlafmedi geht es aber auch nicht, da mein Hirn nicht abschaltet.)
      Wenn ich nach Weight Watchers meine Punkte aufschreibe habe ich trotz allem meine Essgelüste ganz gut im Griff. Letzte Woche habe ich das jedoch selten gemacht und dann schleichen sich die Kalorien ein. Ich gönne mir auch hin und wieder Schoki und so und kann es dann auch genießen. Wenigstens ein Fortschritt. Jedoch ist in solchen Krisen den Stopp zu finden für das Essen schwierig! Trotz allem kann ich sagen ich hab es besser im Griff wie vor paar Jahren, jedoch tut es mir weh zu sehen das ich gerade wieder Rüchschritte mache. (Auch wenn ich weiß, das auch das normal ist und sein darf.) Die Akzeptanz dafür ist noch nicht so ganz bei mir im Unterbewusstsein angekommen. 😉 LG desweges

  2. man das kenne ich zu gut. da hat man sich etwas sotiert und fängt an sich darauf zu verlassen und vergisst sogar wie es mal war oder glaubt, es könnte nie wieder so sein. und dann peng! geht es wieder rückwärts und man kann es kaum zulassen, will es nicht haben, nicht sehen, nicht als das eigene anerkennen. da ist auch bei mir dann viel wollen und kämpfen, bis es zu anstrengend wird und ich „aufgebe“, loslassen kann. bis dahin bin ich aber dann schon gut erledigt. ich fühle mit dir.

    • Danke dir Sophie für deine lieben Worte. Genau so ist es.
      Eigentlich bräuchte ich echt ne Verschnaufspause. Nichts fühlen, nichts tun müssen, einfach nur sein. Nur leider ist das ein absolutes Wunschdenken, denn ich bin Arbeitnehmer, Ehefrau, Mutter, Katzenbesitzerin, Freundin, Tocher, Enkelin,…. was auch immer und es wird gefordert, gefordert, gefordert.
      Und diese doofe Maske, die sitzt recht gut und viele können das hinter der Maske nicht sehen – und genau diese Leute fordern weiter und weiter und ich springe mit!
      Ich bin auch hin und her gerissen wegen der Therapie. Soll ich das ganze meiner Therapeutin sagen und früher ein Termin machen? Aber das bedeutet wieder mehr Termine, weniger Zeit, gerade jetzt wo ich so viel arbeiten tu?
      Ich muss schauen. Erstmal versuch ich mich über das Schreiben zu sortieren. Und mein Mann weiß nun auch was mich gestern so aus der Bahn geworfen hat. Mit ihm kann ich auch reden. LG desweges

    • Danke dir. Das lieb sein zu mir selbst fällt mir sehr schwer. Ich versuche es, bin aber ziemlich am Limit. Krise dauert mir gerade wieder zu lange und zu intensiv. Erschöpft, platt,…. LG desweges

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