Kann körperliche Nähe nicht ertragen!

Seit paar Wochen schon kann ich körperliche Nähe nicht ertragen und es wird immer schlimmer.

Mein Mann ist da richtig unproblematisch. Er ist da unproblematisch. er versteht das. Aber meine Tochter tut mir leid. Sie sehnt sich danach und ich halte es kaum aus. Das unvorhersehbare umarmen, küssen ist für mich Stress pur. Es treibt mich in Anspannung, beklemmt mich, raubt mir die Luft zu Atmen. Ich kann es im Moment nicht genießen. Alles ist so anstrengend, zu anstrengend.

Andererseits tut es mir weh, wenn ich sehe, das ich es im Moment gar nicht zu lassen kann. Was für eine Mutter bin ich? Das kann doch nicht sein. Ich lieb sie doch und kann es gerade kaum zeigen, weil mich alles so erschöpft und mir keine kaum Freude macht.

Gehe auch in Vermeidungsverhalten. Ich mag nicht unter Menschen. Immer weniger. Einkaufen, Pflichtbesuche alles stresst mich.

 

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8 Gedanken zu „Kann körperliche Nähe nicht ertragen!

  1. Du bist eine gute Mutter, da dir das alles bewusst ist. Schlimmer wäre es, wenn du es selbst alles nicht verstehen oder merken würdest und dich deiner Tochter gegenüber aggressiv verhalten würdest.

    Hast du es schon mal versucht deiner Tochter zu erklären?

    • Danke dir. Ja ich merke es. Das stimmt. Nur innerlich bin ich aggressiv, weil meine Grenze in dem Moment sehr aprupt überschritten wurde. Das merkt man sicher auch im äußern, denke ich. Sei es durch einen Blick, durch ein Abwehren. Und das merkt sie doch? Sie merkt doch so viel. Sie merkt ohne das ich was sage, das es mir nicht gut geht. Hat sie es vielleicht auch schon vor paar Wochen gemerkt, als sie gesagt hat: Mama, bald musst du wieder in die Klinik – ich hab sie verdattert gefragt, was sie damit meint – sie meinte, wenn du deine Haut machen lassen musst (bin am massiv Abnehmen und die Haut wird sicher am Ende ein Thema sein, das weiß sie)!?

      Meiner Tochter versuch ich, wenn ich sie abwehre weil sie mir zu heftig um den Hals springt, zu sagen, das das nichts mit ihr zu tun hat, ich sie liebe, aber mir gerade diese Nähe zu viel ist. Wir kuscheln dann trotzdem Kopf an Kopf, aber dieses umarmen geht dann gerade nicht!

      LG desweges

      • Ich glaube du machst das schon sehr gut. Und ich glaube, dass es wichtig ist, Kindern solche Dinge zu erklären, auch wenn sie es noch nicht verstehen können. Aber es ist wichtig, dass sie hören, dass es nicht an ihnen liegt und du sie liebst. Unterschätze deine Tochter nicht.

        Wir waren alle mal Kindern und haben uns unsere Erklärungen selbst gesucht, wenn es uns niemand erklärt hat. Und ein Kinderkopf kann dann sehr kreativ sein und sehr schnell glauben, dass es an einem selbst liegt. … es geht Erwachsenen ja auch so.

        Vielleicht kann dir ja auch deine Therapeutin ein paar Tipps geben, wie du es deiner Tochter am besten erklären kannst.

        Und du magst sicherlich recht haben. Kinder merken sehr viel, weil sie aufmerksamer sind (zwangsläufig weil sie ja lernen müssen). Veränderungen in Gestik, Mimik etc. schneller wahrnehmen. Vielleicht kannst du das sogar nutzen, als deinen persönliches Stimmungsbarometer. Kann schon sein, dass sie Dinge merkt, bevor du es merkst. Ich habe letztes mal von einer Boderlinerin gelesen, die meinte ihr Mann merkt teilweise vor ihr wenn sich ihre Stimmung ändert. …

        Zweifel bitte nicht so stark an dir. Du weißt, dass ist ein Teufelskreis. Glaub an dich und glaub an deine Tochter. Ihr macht das schon.

        Liebe Grüße!!

  2. Oh, ich kenne diese Gefühle so genau. Kaum das sich dieses Gefühl wieder so deutlich anschleicht und man sich dann auch zu nichts drängen lassen will, kommt zeitgleich das schlechte Gewissen und das Schuldgefühl. Wie erklärt man es seinen Kindern, wenn Nähe Überwindung kostet. Wenn dann auch gleichzeitig die Wut auf sich selbst wieder so unerträglich wird. Viel Kraft für dich. Und auch ich glaube, du bist eine gute Mutter, weil du darum weißt. Weil du dich reflektierst. Alles Gute…

    • So passend gesagt! Danke dir!
      „Kaum das sich dieses Gefühl wieder so deutlich anschleicht und man sich dann auch zu nichts drängen lassen will, kommt zeitgleich das schlechte Gewissen und das Schuldgefühl. Wie erklärt man es seinen Kindern, wenn Nähe Überwindung kostet. Wenn dann auch gleichzeitig die Wut auf sich selbst wieder so unerträglich wird.“
      Ja so ist es!!! Das schlechte Gewissen, das Schuldgefühl, die Wut und der Selbsthass – die rauben mir meinen Verstand.
      Ich triffte immer mehr in eine Schutzwelt. Dissoziation – was war das? – kannte ich lange nicht mehr. Jetzt ist sie wieder vermehrt da! Heute nacht hatte ich auch eine Fressattacke vom feinsten. Ich kann es auf gesundem Wege einfach nicht mehr kompensieren. Geht nicht. Leider. Tagespunkte sind futsch. Das heißt heute gibt es nur noch Obst und Gemüse. Sonst knallt mir auch noch das Wiegeergebniws morgen um die Ohren.

      Ja, das reflektieren klappt ganz gut. Auch da ein großes Danke an euch! Es tut gut zu lesen, das ich nicht alleine bin. Und es tut auch gut zu schreiben was Fakt ist. In der Welt da draußen kann ich es nicht sagen. Da ist nur Friede, Freude…. über solche Dinge kann dort nicht geredet werden…. leider!!!

      LG desweges

      • Es ist schon schade, das wir uns hier verstecken müssen, obwohl die Wahrheit nach außen gehören würde. Die Welt da draußen besteht aus derartig viel Oberflächlichkeit und Kälte. Mach dich nicht zu fertig, auch wenn du gerade mal dieses Tief durchlebst. Ich werde mir meinen Hund jetzt schnappen und versuchen an die See zu fahren. Nur für mich allein. Wünsche dir, das dein Tag besser wird, als gestern.

  3. ich lese in deinen letzten beiträgen sehr viel inneres gegen dich kämpfen. ich kenne diesen strudel, der alles nur noch schlimmer macht. ich würde dir gerne etwas sagen, was dich da raus holt. das wird nicht funktionieren. jeder kann sich nur seinen eigenen erfahrungen stellen. ich kann dir nur von mir erzählen.
    ich war an einer ähnlichen stelle, gerade mal zwei wochen her. alles war eng und anstrengend und ich war blind zu erkennen was da passiert, der kampf dagegen immer größer. dann lass ich einen artikel (http://www.sein.de/archiv/2014/februar-2014/macht-und-ohnmacht-auf-dem-spirituellen-weg-.html), der hat mich volle kanne wieder zurückgeschmissen, ins erkennen. das bild von einem boxring hat mir geholfen. beide boxer bin ich selbst. ich kann nichts gegen sie tun, aber ich kann aussteigen und von außen zuschauen. ich hab da irgendetwas schlagartig verstanden und bin zusammengebrochen, aber auch weicher geworden, liebevoller zu mir.
    alles ist in ordnung mit dir!

    • Danke Sophie. Ich lese gerne bei dir. Weil ich merke, das es dir ähnlich geht. Im Moment muss ich jedoch arg auf mich achten. Da geht gerade sehr viel / zu viel Energie drauf. Ich bin am Limit und Kämpfe mit mir und meinem Leben. Ja, ich bin wieder in etwas leidendem gefangen. Ich bin wohl nicht achtsam zu mir. Ich kämpfe dagegen. Das wurde mir dieser Woche wieder enorm bewusst. Ich kann das sein im Moment (noch) nicht akzeptieren. Ich hoffe ich schaffe es bald. Radikale Akzeptanz ist nun angesagt. Ich kann es nicht ändern. Ich muss es mir anschauen, auch wenn es mich erdrückt und zu weh tut. Anschauen, Aushalten, dann wird es weniger. Kognitiv weiß ich das. Im Unterbewusstsein, im aktiven danach Handeln bin ich noch Meilen weit davon entfernt.
      Den Bericht, den du verlinkt hast werde ich noch lesen. Hatte aber eine schlaflose Nacht und wurde soeben von der arbeit angerufen. Der Frühdienst ist krank. Ich muss nun den ganzen Tag arbeiten. Und wenn es hart kommt die nächsten 2 Tage auch. Schitt happens. Wenn es hart läuft kommt immer noch eins oben drauf. Wie ich das Liebe *Ironie off*. Aber NEIN kann ich da auch nicht sagen. Ist so.
      LG desweges

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