Borderline & Umgang mit Stress

1. In welchen Situationen gerätst du besonders schnell und stark unter Stress? Termin und Zeitdruck, wenn ich psychisch labil bin / stärker depressiv bin, bei emotionale Verstrickungen, wenn sich Vergangenes mit der Gegenwart vermischt und ich nicht im hier und jetzt bin, sondern beim Erlebten von früher,…

2. Welche Stresssymptome treten bei dir auf? Unruhe, nicht still sitzen können, Anspannung v.a. Schulter, HWS, Kiefer, beschleunigte Herzfrequenz, schwitzen, kalte Hände / Hitze im Wechsel, oberflächliche Atmung, genervt sein, Fressattacken…

3. Wie verhältst du dich, wenn du weißt, dass dir eine stressauslösende Situation bevorsteht? (z.B.: Vermeidest du solche Situationen? Versuchst du sie so lange wie möglich zu verdrängen?) Zum Teil schon. Ich versuche sie zu umgehen, bzw. auch wenn möglich abzusagen. Auch versuche ich es zu verdrängen.

Es kann auch passieren, das ich mit Symptomen wie Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit reagiere.

Den Stress vorab „wegfressen“ (was ja quatsch ist und auch nicht geht) – ist auch möglich. Das ist dann mein „Verdrängmodus“.

Auch kann ich manchmal unausstehlich zu meinen Mitmenschen sein. Gleich genervt und auch impulsiv, was ich dann oft auch hinterher bereue, aber im Moment nicht sehe.

4. Welche Skills helfen dir in einer extremen Stresssituation? Achtsamkeit – v.a. Atmung, Metalligelball, Kaugummi kauen, Sport davor/ danach (Nordic Walking,…), radikale Akzeptanz

Manchmal ist es auch einfach nur sinnvoll raus aus der Situation zu gehen. Sei es richtig raus oder der Vorwand „ich muss auf Toilette“,…

5. Welche Skills wendest du an, um solch eine extreme Stresssituation zu entschärfen, bevor sie überhaupt richtig entsteht? EFT in Gedanken, Fuß-Gashebelatmung, ACHTSAMKEIT!!!

6. Wie beeinflusst Stress deinen Umgang mit anderen Menschen? (z.B.: Bittest du sie um Hilfe? Bist ihnen gegenüber feindselig und aggressiv?)Leider ja. 😦 Das ist auch das was mich sehr belastet, da ich seh, das ich da so enorm im Verhalten  kippe und in dem Moment es nicht auf die Reihe bekomme, freundlicher, ruhiger und gelassener zu reagieren. Da ist so viel altes an Emotionen, die ich da spüre und leider auch dementsprechend reagiere.

Und danach? Dann kommt die Schuld die mich regelrecht auffrisst. Auch ist es nicht ein Öffentlichkeitsproblem, sondern es trifft immer nur die eigene Familie 😦 Und genau die, die können für den ganzen Mist erst recht nichts 😦

Ich habe so Angst, das dadurch meine Tochter genauso emotional instabil wird wie ich.

7. Wie verhältst du dich, wenn du merkst, dass ein dir nahestehender Mensch in einer extremen Stresssituation steckt? Ich versuche meine Hilfe anzubieten.

Meine Tochter ist da mir sehr ähnlich. Bei ihr versuche ich auch mit Akzeptanz und Umgang mit Gefühlen „zu arbeiten“. Sie weiß oft nicht was sie da gerade so in diese verzwickte Situation bringt.

8.Würdest du dich im Allgemeinen als stressanfällig oder eher als stressresistent bezeichnen? Eindeutig als stressanfällig. Ich nehme auch so viele Dinge meiner Mitmenschen an, das es bei mir schnell geht das das Maß voll ist. Meine Thera meint da immer „ich nehme jeden Ball an“. Und sie hat Recht. Auch wenn ich was nicht verbockt habe, habe immer ich das Gefühl ich muss das wieder „beheben / richtig machen“.

Nein sagen / ablehnen ist was, was mir immer noch sehr große Probleme macht. Leider merken das auch oft meine Mitmenschen, so das ich auch oft in meinem Leben „ausgenutzt“ wurde.

9. Denkst du, dass Borderliner größere Probleme beim Umgang mit Stress haben als andere Menschen?Ich denke sie sind anfälliger dafür, da Borderline Patienten ja schon sowieso Probleme mit Anspannung haben und eigentlich ständig als „Porsche“ unterwegs sind. Die Anspannung ist oft unerträglich.

Leider lösen Stressreaktionen ja so gut wie immer negative Emotionen aus, und die triggern oft auch irgendetwas.

Und auch braucht es bei Borderline Patienten oft einiges länger, bis sie sich wieder von einer solchen Situation erholt haben und wieder alles okay ist. Geht mir auf alle Fälle oft so.

10. Was war in deinem Leben die bisher größte konkrete Stresssituation? Da gab es so einige in meinem Leben. Leider! Eine sehr heftige Stresssituation war der Tod meiner Oma – was mich bis heute noch sehr stark belastet. Und das ist nun schon fast 22 Jahre her.

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4 Gedanken zu „Borderline & Umgang mit Stress

  1. KRASS! ⊙▃⊙
    In meinem Kopf sieht es gerade ungefähr so aus: ksfgkhagöhdöghemdfnd(⊙_◎)
    Jetzt musste ich erstmal googlen, was überhaupt die Unterschiede zwischen Borderline und ADS/AD(h)S ausmacht. Du hattest bei meinem Beitrag „Self doubt“ kommentiert und geschrieben, du hättest das Gefühl, ich schreibe über dich. Das Gefühl sich in einem fremden Text so wiederzuerkennen ist, als würde man seinem Doppelgänger begegnen. Man sieht immer wieder zu hin, erfasst wohl die Unterschiede aber ist vollkommen überwältigt von dieser ähnlich anmutenden Erscheinung.
    Was ich meine ist, dass ich gar nicht versuchen muss mich in deine Lage zu verstzen sondern, ich fühle sofort die Situation die du beschreibst! Wenn es das gibt?
    Ich mag deine authentische und unverfälschte Art zu schreiben!

  2. Danke dir ❤ .Mir ist es wichtig hier schreiben zu dürfen wie mir "der Schnabel gewachsen ist". Mir tut das sehr gut und man / ich finde auch immer wieder Leute, denen es sehr ähnlich ergeht und das hilft mir zu sehen das ich nicht alleine bin und "ich nicht falsch bin". Denn das kam früher rüber – du bist nicht richtig – du machst es falsch. Und ich will meinen eigenen Weg gehen und eigene Erfahrungen machen dürfen und nicht immer von anderen manipuliert werden. LG desweges

    • Oh ja!
      Das genieße ich auch so an meiner neuen Identität, schreiben zu können, wie ich es brauche.
      Ich stelle mir manchmal die Frage, wo die Menschen, die einen Verstehen, im „echten Leben“ sind?
      Kaum glaubt man, dass es jemanden gibt der einem ähnlich ist, schon muss man wieder feststellen das dass nichts weiter war als „heiße Luft“!
      Liebe Grüße!

      • Ja, das kenne ich auch. Die Menschen die nicht „heiße Luft“ sind findest du am ehesten wenn du dich in eine Klinik, Reha, Kur, etc. begibst. Sie haben eben ähnliche Probleme wie man selbst. Viele andere Personen im realen Leben zeigen nicht, das es ihnen psychisch vielleicht auch nicht so gut geht. Sie verstecken es / sich.

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