Skill: Um etwas Bitten – meine Gedanken dazu

Modul: zwischenmenschliche Fertigkeiten

Skill: Um etwas Bitten – meine Gedanken dazu

Das ist genauso schlimm oder noch schlimmer wie Nein sagen, oder?

Ja, so sehe ich das. Wieso?

Vieles liegt auch da in alten Grundannahmen und Glaubenssätzen a la „ich bin nichts wert“, „ich bin ein Versager“,…. In der Angst aufzufallen, verwundbar zu sein. Das andere denken, das man nichts auf die Reihe bekommt. Am Perfektionismus – alles alleine gemeistert zu bekommen, was auch immer.

In der Bitte zeige ich Schwäche. Das ist mit einem Haufen von unangenehmen Gefühlen verbunden, die mich dann regelrecht auffressen. Sei es die Scham, die Schuld, die Angst, und es gäbe da sicher noch mehr zu nennen.

Die Angst vor dem Abgelehnt zu werden vor dem Anderen, ein Nein zu kassieren. An den bereits zuvor durchdachten absurden Gedanken was der Andere sagen und denken könnte.

Meine Ex-Freundin hatte zum Beispiel die Angewohnheit nicht ihre Bitte konkret vorzutragen, sondern immer über eine „Vor(an)frage“ mich zu fangen. Hast du da Zeit? – Somit weiß sie das ich da nichts vorhabe – und sie hat mich gleich auf der Beziehungsebene, wenn ich nun die Bitte für diesen Tag ablehne. Ich fühle mich schuldig und schaffe nicht nein zu sagen. Es brauchte sehr lange, bis ich diese Taktik überhaupt wahr nahm.

Wie man dem entkommt, interessiert euch vielleicht auch!? In dem ich erst mal eine Gegenfrage stelle wie z.B. „Wieso, um was geht es?“ steh ich nicht mehr in Bedrängnis.

Eine Bitte zu stellen heißt aber eigentlich MUT, Mut sich was zu trauen, was über die Jahre untergegangen ist. Was man in der Kindheit auf Grund von negativen Erfahrung abgeschafft hat. Als Schutz nicht weiter verletzt zu werden.

 Helfen heißt auch Interesse am anderen zu haben. Jemand der Hilfe braucht zu unterstützen und für einen Moment eine Gemeinschaft sein. Aus dem Helfen heraus entseht Dankbarkeit des Gegenüber was wiederum ein gutes Gefühl einem selbst gibt.

Um etwas Bitten bekomme ich sicher nicht im Hochstressbereich hin, einer Anspannung von 70% hin. Bei einer Anspannung von 30-60 ist es sicher machbar. Das ganze braucht Übung, aber hilft mit der Zeit ungemein.

Inzwischen schaffe ich das schon bei richtig schwierigen Themen, wie die Beantragung einer sozialpädagogischen Familienhilfe beim Jugendamt, oder bei sonst einer Behörde. Klar läuft das noch nicht spontan ab. Es braucht Vorbereitung, Bedenkzeit, ein Abwägen des Für und Widers – aber ich trau mich!  🙂

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