Vergangenheit lähmt mich

Im Moment verfolgt mich meine Vergangenheit enorm. Ich bin in einem Strudel voller Emotionen und „Bildern“, „Sätzen“,… gefangen die mich richtig lähmen.

Auch kommen lang verschollene Dinge wieder aus dem Unterbewusstsein zum Vorschein, die mir den Boden unter den Füßen wegziehen.

 Ich durchlaufe meine Lebensgeschichte täglich, zum Teil auch mehrfach.

Ich werde inzwischen wieder auch tagsüber von Panikattacken, Hitzewallungen, Unwirklich werden heimgesucht. Das macht mir inzwischen echt Angst.

Kontrolle ist was essentielles für mich. Und im Moment habe ich absolut keine Kontrolle über meinen Körper.

Auch leide ich manchmal richtig unter Verfolgungswahn. Okay, ich kapier, dass das ganze nur in meinem Kopf abspielt, dennoch macht das Angst. Angst das irgendwann nicht mehr zu kapieren. Angst komplett die Kontrolle über mich zu verlieren.

Das schlimme ist, das ich gerade das Gefühl habe mit niemanden drüber reden zu können, weil in mir gerade absolutes Chaos und Unsicherheit herrscht.

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14 Gedanken zu „Vergangenheit lähmt mich

    • Danke dir Karen. Das ist ein guter Spruch. Er tut gut. Leider weiß ich nicht, wie ich die Tür verschlossen halten kann. Die Erinnerungen schreien gerade so „hier da bin ich“ – „schau mich an“. Es sind Dinge die erst jetzt hoch kommen und dann mit anderen Dingen sich verknüpfen oder auch alleine bleiben.
      Ich versuch immer wieder mich nicht unterkriegen zu lassen und für mich zu sorgen. LG desweges

  1. Ich kann glaub ich wirklich sagen: Ich kenne das. Im Moment ist diese Heimsuchung aber zum guten Glück in einem erträglichen Ausmass da. Raten kann ich dir nicht viel, ausser: Darüber reden finde ich wichtig. Nicht über die konkreten Dinge aus deiner Vergangenheit, oder nicht nur, aber über deine Verfassung, deine Ängste, deine Backflashs, deine Verfolgungsgefühle. Ich habe selber oft die Erfahrung gemacht, dass alles noch schlimmer wird, wenn ich es niemandem erzählen konnte/wollte. Gewisse mentalen Fixierungen kann man ausbremsen, wenn man darüber spricht. Hast du gute Freunde, die deine Geschichte kennen? Oder ein Therapeuten, eine Therapeutin? Noch besser, beides? Nimm den beherrschenden Gedanken den Boden, indem du sie „verrätst“, indem du sie möglichst mehreren Personen erzählst.

    • Danke dir. Im Moment kommt so viel. Und so krasses, das ich gerade das Gefühl habe meinen Mann z.B. damit zu überfordern.
      Freundin habe ich gerade keine. Dazu gab es mal einen Beitrag im Blog. Ich habe noch eine Bekannte, mit der ich über viel reden kann, aber über das?
      Ich will nicht das es andere belastet, es etwas in ihnen auslöst.
      Auch sonst habe ich paar „Bekannte“. Aber die meisten können mit psychischen Dingen nichts anfangen.
      Therapeutin habe ich. Aber die zieht gerade nächste Woche mit ihrer Praxis um. Und sowieso hab ich nur alle 2 Wochen Termine, weil ich das so wollte. Das ich mehr Zeit mit mir habe und um mir klar über die Inhalte der Therapie zu werden.
      Um etwas bitten fällt mir sehr schwer. Genauso das Nein sagen. Ich bin nicht wirklich ein kommunikativer Mensch. Ich habe immer Angst, die anderen können es missverstehen.
      Das soll nicht heißen, das ich meiner Therapeutin nicht vertraue. Nur ich seh, das sie gerade viel um die Ohren hat. Und um zusätzliche Termine bitten tu ich ungern.
      Ich muss schauen, das ich das was mich bedrückt aufschreibe und ich hoffe es bringt Erleichterung. LG

      • Aufschreiben ist bestimmt ebenfalls eine gute Sache. Ich habe in psychotischen Phasen oft fast nur noch schreiben können. Das befreit, die schlimmen Gedanken wurden deponiert, zudem ordnet man die Gedanken automatisch, wenn man sie aufschreibt. Das gibt Strultur und Ordnung, wenn sonst gerade die Erde bebt.
        Ich kenne dich und deine Situation nicht, aber ich möchte dich ermutigen, zumindest die Therapeutin zu involvieren. Selbst wenn sie viel um die Ohren hat, es ist ihr Job, sich um dich und deine Probleme zu kümmern, und sie macht das ja nicht gratis. Wenn du das Gefühl hast, es gehe dir wirklich schlecht und Besserung sei nicht in Sicht, dann nutze alles, was dir helfen kann. Auch zusätzliche Termine. Du bist es wert, dass du dich dazu überwindest, um Hilfe zu bitten.
        Weisst du, ich kann ja nur von mir ausgehen. Ich für mich finde, dass es dazu gehört, dass man andere Menschen „belastet“, indem man ihnen erzählt, wie es einem geht. Ich finde, das ist normal, das machen alle (die meisten) Menschen so: „Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude“. Es bringt nichts, gegen aussen die Fassade aufrecht zu erhalten, während man innerlich kaputt geht. Gute Freunde, gute Bekannte, gute Verwandte, gute ArbeitskollegInnen, gute Nachbarn etc. zeichnen sich dadurch aus, dass man ihnen durchaus auch schwierigeres erzählen kann, ohne dass sie gleich die Flucht ergreifen.

        Aber eben: Ich kann nur von mir ausgehen, dich kenne ich viel zu kurz, um dir wirklich gerecht zu werden.
        Ich hoffe, dass es dir bald wieder besser geht. Alles Liebe,
        My

      • Danke dir my. ❤ Ich musste echt schlucken und es sacken lassen, was du geschrieben hast.
        Im Moment fühle ich mich alleine mit meinen Gedanken am wohlsten. Alles andere ist mir gerade zu unüberschaubar. Wie nimmt der andere das auf? Versteht er was ich meine? Was passiert wenn ich die Dinge erzähle? Wie geht es mir dabei? Kann ich das? Fragen Fragen Fragen.
        Auch dieses unwirklich erleben, kribbeln, verschwommen sehen, alles so empfinden wie man selbst nicht wirklich anwesend ist,…, ist im Moment mehr.
        Ich bin gerade richtig feige. Über jeden Termin der ausfällt bin ich froh. Heute zum Beispiel hat unsere SPFH abgesagt. Ich war erleichtert, obwohl ich genau weiß das das Flucht ist. Flucht vor den Gedanken und Sorgen. Flucht vor dem Auseinandersetzen. Flucht vor den Emotionen.
        Ich bin am grübeln, ob ich der Therapeutin wenigstens eine Mail schreibe. Auch habe ich den Impuls von dir mit "geteiltes Leid, ist halbes Leid" gut gefunden. Auch das bewegt was in mir, auch wenn es nur sehr langsam ist.

        Auch kam mir gestern, ob es einfach nicht doch sinnvoll wäre mich mit Medis wieder mehr zu stabilisieren. Ich hab schon einiges raus, weil es mir zwischendurch schon besser geht. Das Lyrica ist noch weg. Das wäre ne Möglichkeit, das ich wieder ruhiger und weniger angespannt wäre. Das sollte ich mit meiner Ärztin kommunizieren.
        Das ist wohl die To Do für die nächsten Tage.

        "Schwimmen und nicht untergehen" 😉 Es wird schon wieder. Danke dir. LG desweges

      • Das klingt alles sehr vernünftig. Eine Mail schreiben, Medikamente besprechen. Du wirst das hinkriegen. Ich wollte dich übrigens überhaupt nicht kritisieren oder noch mehr durcheinander bringen. Menschen sind verschieden, es braucht nicht jede/r das selbe, damit es ihm/ihr besser geht. Du kennst dich selbst am besten.
        Laut dem, was du über deine Geschichte schreibst, hast du schon sehr viel durchgemacht. Da wirst du auch mit der momentanen Situation fertig. Alles Liebe, My

  2. dieses gefühl von kontrollverlust hatte ich auch enorm in den letzten tagen. am ende half nur mich hinzugeben. mir einzugestehen, dass ich nur bedingt die kontrolle habe. das kontrolle gar eine illusion ist und ich mich dem leben vertrauensvoll überlasse. es wird für mich sorgen und ich werde für mich sorgen können, egal was passiert. ich werde nicht untergehen, sterben oder sonst was. dieses gefühl kontrolle behalten zu wollen, sah ich bei mir auch als widerstand gegen das was gerade ist, gegen fühlen, gegen depression usw..
    ich wünsche dir den mut, dir und dem leben zu vertrauen.

    • Danke dir, Sophie. Ja, ich hoffe ich kann mal vertrauen. Zeitweise gelingt es mir etwas, dann aber scheint es mir, es ist alles wieder weg.
      Okay. Ich nehme mehr wahr. Emotionen, Gedanken,… aber das tut manchmal heftig weh.
      Im Moment bin ich im Leiden gefangen. Mir gelingt es nicht die Dinge anzunehmen wie sie sind und zu zulassen. Da ist dieses „du musst“. Da ist dieses „keine Schwäche“ zeigen.
      Radikale Akzeptanz geht gerade gar nicht. Vor allem bei Dingen die mich und meine Geschichte betreffen.
      Wenn es um das Zeugnis meiner Tochter, ihre Schulleistung geht, geht es schon etwas besser. Jedenfalls seh ich das so. Sie hatte direkt in der 2. Klasse nämlich ne 3 und ne 4 im Zeugnis. Auch da kommt altes hoch. Ich vergleiche ständig. Unbewusst. Es nervt, ich will das nicht. Ich will das sie Selbstbewusstsein erlangt und doch scheint es mir so fern, da ich nicht das Vorbild für sie sein kann.
      LG desweges

  3. Das kenne ich auch sehr gut.
    Früher drehte ich völlig am Rad. Heute seh ich es etwas gelassener.
    Die Vergangenheit hat uns zu dem gemacht, was wir sind.
    Starke Frauen!! Nachdenkliche Frauen!! Besorgte Frauen!! Sensible Frauen!!
    Und vieles mehr.
    Wenn das Gefühl der Lähmung zu dolle wird, versuch daran zu denken, was die Vergangenheit dir noch mitgegeben hat. Es ist anfangs nicht leicht, geht aber immer besser.

  4. Liebe My, ich habe es nicht als Kritik aufgefasst. Ich bin dankbar über jeden Ratschlag. Es bringt mich vielleicht kurz einwenig mehr durcheinander, aber es hilft mir zu handeln, zu schauen, was für mich in dem Moment passt und was nicht geht.
    Alles was viel Aufwand bedeutet ist mir im Moment schon fast zu viel. Für Therapie / Arzt muss ich gut 1 Stunde mit öffentlichen Verkehrsmittel fahren, ein gutes stück laufen, da gerade ne große Baustelle dort ist. Das vermeide ich.
    Aber das mit der Mail bekomme ich hin und schaue, was sie sagt. Danke dir für deine Antwort. LG und alles Gute desweges

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