Borderline & Komorbiditäten

 Über Komorbiditäten habe ich hier schon mal geschrieben.

1. Von welchen Komorbiditäten bist du selbst betroffen?

Rezidivierende depressive Episoden

z. N. Benzodiazepinabhängigkeit

v.a. ADHS im Kindesalter mit Residualsymptomatik im Erwachsenenalter

Essattacken bei anderer psychischer Störung

PCOS – was jetzt nichts mit Borderline zu tun hat

Adipositas permagna

Arterielle Hypertonie – was jetzt nichts mit Borderline zu tun hat

Allergisches und Belastungsasthma – was jetzt nichts mit Borderline zu tun hat

neu hinzu kam:

Binge Eating und Posttraumatische Belastungsstörung

Angst, Suizidalität, Schlafstörung ist durch die anderen Diagnosen inbegriffen.

2. Seit wann leidest du unter diesen bzw. sind sie bekannt?

Essstörung – seit Kindheit – Diagnose 2007

Depression – seit Kindheit – ca. mit 10 Jahren hat es begonnen, bekannt (Diagnose) ist es seit 2007

ADHS –  hatte ich seit Kindheit, bekannt ist es seit 2012

PTBS – seit Kindheit – Diagnose erhielt ist 2014

3. War zeitnah bekannt, dass es sich um eine Borderline-Störung handelt oder standen die Komorbiditäten lange im Vordergrund?

Es standen recht lange bei mir andere Erkrankungen im Vordergrund. Die Adipositas hätte bereits im Kindesalter auffallen müssen, nur meine Eltern waren in jeglicher Hinsicht blind. Sie wollten es nicht sehen.

 Auch die Depression gab es bereits seit der Kindheit. Auch da hatte ich schon Suizidgedanken und Pläne. Ängste und Vermeidungsverhalten,… gab es auch – aber wie das andere ohne Diagnose.

Auch bescheinigte der Arzt mir zur Ausbildung, das ich an keiner psychischen Erkrankung leide.

Erst 2007 kam erstmals die Diagnose Depression von ärztlicher Seite auf . 2010 kam dann das schlimmste Tief. Ich wurde wegen schwerer depressiver Episode eingewiesen und auf Depression behandelt. Durch die Benzodiazepinabhängigkeit und auch die Selbstverletzungen wurde mir dort bereits oft gesagt, das ich ein Bordi sei. Diagnostiziert wurde das aber erst 5 Monate später.

2012 kam dann die Diagnose v.A. ADHS im Kindesalter auf und 2014 kam nun auch noch die Diagnose PTBS hinzu.  

4. Wie sehr beeinflussen sie deinen Alltag / den Alltag des Angehörigen?

Mich beeinflussen die ganzen Komorbiditäten mal mehr mal weniger. Jedoch versuche ich einen „normalen“ Alltag zu führen. Das einzigste was eben ist, das ich immer wieder Termine bei der Therapeutin (alle 2 Wochen) habe und alle paar Monate Termin bei der Psychiaterin, das ich Medikamente nehme (nicht zu wenige 😦 ) und das wir eine sozialpädagogische Familienhilfe haben. Vor allem die Kindererziehung fällt mir schwer. Zu unterscheiden was aktuell ist und was meine Vergangenheit und auch adäquat zu handeln.

Auch merke ich, das ich sicher nicht so belastbar bin wie „gesunde“. Mehr wie 25 Stunden Woche zu arbeiten würde ich glaube ich nicht schaffen. Das ist mir manchmal schon zu viel, wobei ich eben Schicht arbeite und z.T. Wochenends. Wenn das regelmäßiger wäre wäre es vielleicht besser.

Auch kommt erschwerend hinzu, das nicht nur ich meine Erkrankungen habe, sondern auch mein Mann ADHS. Und bei unsere Tochter sieht es auch danach aus. Sogar ist unser Verhalten auf unseren Kater abgefärbt – auch er ist „zappelig“.

5. Was schätzt du als “schlimmer” ein – die jeweilige Komorbidität oder diese im Gesamtauftreten mit Borderline?

Ich würde sagen diese Masse an verschiedenen Erkrankungen macht es eben schwierig. Wenn man bei dem einen gerade Erfolge erzielt, bricht etwas anderes ein. Ganz schlimm wird es, wenn es mehrere Krisen gleichzeitig gibt.

6. Konnten einige Komorbiditäten schon soweit behandelt werden, dass sie kaum noch störend sind?

Borderline an sich hab ich dank der DBT Therapie ganz gut im Griff. auf alle Fälle von dem SVV her. Und auch die Benzos habe ich nicht mehr angerührt.

Mit der Essstörung bin ich wieder eingebrochen, seit sich immer mehr Dinge aus der Vergangenheit aus dem Unterbewusstsein an die Oberfläche schieben.

Depressionstechnisch hatte ich gerade ein großes Tief, jedoch bekomme ich es inzwischen durch Achtsamkeit und Anpassung der Medikamente recht schnell wieder in den Griff.

7. Welche Therapieformen haben bisher am besten geholfen?

DBT, Verhaltenstherapie, Imagination, Innere Kind Arbeit, EFT

2 Gedanken zu „Borderline & Komorbiditäten

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