Therapie beenden? Auf die Suche nach einer anderen Therapieform gehen?

Inzwischen sind fast schon 3 Wochen rum seit ich wieder von der Mutter Kind Kur zurück bin. Der Alltag hat mich völlig wieder. Inzwischen fällt mir das funktionieren nicht mehr ganz so schwer.

Das Therapiethema hängt mir noch ziemlich nach. Die Therapeutin dort hat etwas angestoßen. Ist es wirklich an der Zeit mit meiner Therapeutin aufzuhören? Bin ich wirklich an einem Punkt an dem ich nicht weiter komme? Was hilft mir denn weiter?

Ich war ja schon hin und wieder Therapiemüde.

So auch jetzt.  Ich habe das Gefühl auf der Stelle zu treten und nur an Problemen  im Umfeld zu arbeiten, die immer wieder auftreten aber an den Dingen, die weit in der Tiefe schlummern, mich prägten an die komme ich nicht.

Ich merke wie stark mich der Gedanke an den Tod meiner Oma vor über 20 Jahren dieses Jahr prägt und es mir psychisch recht schlecht geht, ich merke das ich den Tod immer noch nicht verarbeitet habe.

Auch komme ich mit dem IST Zustand, dem Verhältnis zu meinen Eltern  nicht klar. Wie sie mich immer noch vereinnahmen, obwohl ich eine eigene Familie, einen Job und mein eigenes Leben habe.

Die Therapeutin dort meinte ob inzwischen vielleicht eine Art Abhängigkeit besteht. Ich merke, das ich nicht weiter komme es aber nicht sagen kann, weil ich Angst habe sie zu verletzen!? Auch das ich merke, das ich etwas anderes in Richtung Trauma / Tod / Verlust brauche und sie evtl. nicht die Kompetenz hat!?

Ich merke einfach immer wieder wie wir uns im Kreis drehen. Ich komme vom Thema ab (unbewusst wahrscheinlich weil das dahinter schmerzt) und sie schafft es nicht dort wieder anzuknüpfen oder mich dort hin zurück zu holen. Wisst ihr was ich meine? Ich sehe nur wie die Stunden weniger werden und ich nicht in die Tiefe komme!

Ich hab in meiner Hilflosigkeit dann auch eine Mail an meine Therapeutin geschrieben:

Hallo Frau XXX,
 
lange Zeit ist verstrichen. Weihnachten rückt näher und ich bin halbwegs im Alltagstrott wieder angekommen. Bin seit dem 10.12 aus der Kur zurück. Die Kur hat mir so gut wie nichts gebracht. Leider. Außer das sie mir viele Fragen und keine Antworten gebracht hat und mich erneut ins wanken und grübeln gebracht hat.
 
Mir ist bewusst geworden, das ich gerade nicht weiter komme. Dort in der Klinik gab es nur Gespräche, wenn ich dringend jemand gebraucht habe. Insgesammt 95 min. Die Therapeutin und ich sind zu dem Entschluss gekommen, das mich wohl Verhaltenstherapie im Moment nicht weiter bringt. Ich weiß theoretisch ganz gut bescheid was ich ändern sollte, jedoch blockiert mich innerlich was, was das nicht immer umsetzen lässt. Auch meinte diese, das ich evtl. da nochmals zu nem anderen Zeitpunkt stationär dran gehen sollte. Oder eben eine andere Therapieform (wg. Vergangenheit).
 
Ich weiß nicht wieviel Stunden ich von der Verlängerung überhaupt noch hätte!? Danach ist sowieso wohl erstmal 2 Jahre Pause oder so fällig, oder laut Standart der Krankenkasse?
 
Ich weiß gerade gar nichts. Mir ist gerade alles zu viel und zu anstrengend und doch ist das innere „du musst“. Allso  funktioniere ich eben und fühle mich gerade noch geschlauchter als zuvor. Das hat vorher funktioniert und funktioniert auch hoffentlich weiter.
 
Ich weiß nicht ob es Sinn macht nochmals einen Termin auszumachen, oder ob ich eher hier die Therapie beenden soll!?
 
Auch werden sie sicher nun ersteinmal Urlaub haben.
 
Ich wünsche ihnen und ihrer Familie ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
 
Viele Grüße xxx
 
zurück kam:
Mail 1:
Liebe Frau xxx,
 
hier eine kurze Stellungnahme.
Sie kommen im Moment nicht weiter.
Es liegt wohl weniger an der Therapiemethode.
Aber wir können versuchen herauszufinden, an was es hängt.
Oder haben Sie falsche Erwartungen.
Wir werden sehen- wir können ein imaginativen Verfahren versuchen.
In diesem Sinne, in ihrem Sinne ist es gut, wenn Sie noch ein paar Stunden kommen.
 
Beste Grüße
xxx
 
Mail 2:
Liebe Frau xxx,
 
ich wollte Ihnen noch 2 Buchtitel empfehlen, die sich auch für das Durcharbeiten eignen.
Und möglichweise Ihr Weiterkommen begünstigen.
Hay Louise: Wahre Kraft kommt von innen.
Röhr H.P.: Die Kunst der Wertschätzung
 
Mit besten Grüßen
xxx
 
Tja und nun? Ich bin genauso unschlüssig wie zuvor. Ich bin froh gerade das die Feiertage dazwischen sind. Ich bin froh keine Entscheidung fällen zu müssen und doch bin ich am Grübeln…
 
Theorie bin ich gut. Kenne mich gut aus, aber die Praxis….
 
Ich merke auch immer wieder so einen inneren Widerstand bei manchen Dingen, die ich neu „einüben“ will. Es blockiert mich dann. Innerlich ist dann etwas bockiges das sich absolut dagegen streubt und es ist dann kaum möglich dagegen anzukommen.
 
Versteht ihr mich? Quassel hier glaub nur Chaos zusammen.
 
Einerseits will ich aufhören, andererseits habe ich Angst alleine dazustehen…

4 Gedanken zu „Therapie beenden? Auf die Suche nach einer anderen Therapieform gehen?

  1. Vielleicht wäre es nicht schlecht mal wo anders rein zu schnuppern…..Es ist vielleicht keine Abhängigkeit – vielleicht eine sichere Gewohnheit…..Klar ist es auch schwierig sich jemanden neuen anzuvertrauen…ein sicheren Hafen zu schaffen……Alles nicht einfach…..Aber bevor Du ganz aufhörst……wenn Du Dich mal umgeschaut hast, vielleicht findest Du dann auch den Weg zurück zu Deiner Therapeutin…..Wer weiss was sich so alles ergibt…Auf jeden Fall besser als aufzugeben…..Wenn Du so schwer zu kämpfen hast, warum alleine…..Schau Dich um…..vielleicht gibt es auch Gruppen zu denen Du gehen kannst….vielleicht ist so etwas besser…..Ich drücke Dir die Daumen, dass Du das richtige für Dich findest….neues Jahr – neues Glück…..

  2. ich verstehe sehr gut wovon du sprichst, kenne diese zweifel.
    durch all deine texte nehme ich wahr, dass du immer wieder in die nähe von starken ursprungsgefühlen gelangst und dich das sehr heftig im alltag ins wanken brachte. deshalb kam bei mir zuerst die frage – fühlst du dich in der lage damit umzugehen, wenn du tiefer gehst? es hat vielleicht seinen grund (schutz), warum innerlich ein widerstand kommt. mit diesem gedanken, fand ich mich dann auch bei dem satz deiner therapeutin wieder – das dein weiterkommen in dir gebremst wird und nicht durch die methode.
    ich hatte für mich auch mal überlegt für ein tieferes arbeiten stationär zu gehen. doch ist mir klar, dass das ein heftiger einschnitt ist. da kommt man wahrscheinlich nicht energetisch aufgeladen heraus und braucht gutes werkzeug, um sich im hier halten zu können. das war für mich so eine abwägungssache, wie stark ist mein alltagsleiden. ist es diesen einsatz wert. ich habe mich dagegen entschieden.
    ich wünsch dir ruhe und etwas zeit für solch eine wichtige entscheidung. keine leichte sache.

  3. Ich weiss natürlich auch nicht, was für dich das beste ist. Ich an deiner Stelle würde mich aber nach einer anderen Therapeutin umsehen. Meiner Erfahrung nach geht es meist nicht um „die richtige Methode“, wohl aber um „die richtige Person“. Aber das ist meine Sicht und meine Erfahrung. Ich wünsche dir auf alle Fälle alles Gute.

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