Märchen von der traurigen Traurigkeit

Märchen von der traurigen Traurigkeit
Worte zum Nachdenken und zum Weiterschenken

Es war einmal eine kleine Frau, die einen staubigen Feldweg entlanglief. Sie war offenbar schon sehr alt, doch ihr Gang war leicht und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.

Bei einer zusammengekauerten Gestalt, die am Wegesrand saß, blieb sie stehen und sah hinunter.

Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Decke mit menschlichen Konturen.

Die kleine Frau beugte sich zu der Gestalt hinunter und fragte: „Wer bist du?“

Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. „Ich? Ich bin die Traurigkeit“, flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war.

„Ach die Traurigkeit!“ rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.

„Du kennst mich?“ fragte die Traurigkeit misstrauisch.

„Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal, hast du mich ein Stück des Weges begleitet.“

„Ja aber…“, argwöhnte die Traurigkeit, „warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?“

„Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?“

„Ich…, ich bin traurig“, sagte die graue Gestalt.

Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr. „Traurig bist du also“, sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. „Erzähl mir doch, was dich so bedrückt.“

Die Traurigkeit seufzte tief. „Ach, weißt du“, begann sie zögernd und auch verwundert darüber, dass ihr tatsächlich jemand zuhören wollte, „es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest.“

Die Traurigkeit schluckte schwer.

Quelle: http://www.lichtkreis.at/html/Gedankenwelten/Weise_Geschichten/traurige_traurigkeit.htm

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Gefühl Traurigkeit

Ja, ich hab schon lange nichts mehr aus den DBT Modulen und den Gefühlen veröffentlicht. Jetzt wird es mal Zeit ;-) Da ich dieses besagte Gefühl gerade enorm durchkaue - es lerne zu spüren und zu fühlen, wollte ich das auch mit euch teilen. Wie es scheint komme ich solangsam, wirklich langsam hinter den Grund meiner Essstörung, Depression, etc. Die Verluste, die ich in der Kindheit erlebt habe nagen heute noch an mir. Sei es die unerfüllten Bedürfnisse meines inneren Kindes nach Liebe, Geborgenheit, Sicherheit,... Aber auch der Tod meiner Oma (Ersatzmutter) vor über 20 Jahren nagt bös an mir.

Traurigkeit

 Definition:

Traurigkeit ist eine belastende Emotion, die auf einem negativen – meist schcksalhaften  – Ereignis gründet und eine tiefe Betroffenheit enthalten kann. Pierer´s Universal-Lexikon  von 1863 schreibt dazu, Traurigkeit ist “ das allgemeine, lebhafte, wenn auch nicht durch eine bestimmte, im Augenblick eben vorhandene Ursache erregte Schmerzgefühl…“ (aus Wikipedia)

Grundlage:

  • kann Teil einer Trauerreaktion sein
  • kann entstehen durch soziale Ablehnung
  • durch verfehlen eines persönlichen Ziels
  • Folgegefühl von Enttäuschung

Traurigkeit kann entstehen durch:

  •  Tod einer nahestehenden Person;
  • Krankheit
  • Behinderung
  • Vermissen von Heimat, einer bestimmten Lebensphase, Rollenwechsel
  • lebensbedrohlichen Zustände nahestehender Personen;
  • die Liebe (zum Beispiel unerfüllte Liebe, Probleme mit bestehenden Beziehungen oder Sehnsucht);
  • Erfolglosigkeit
  • Verarbeitung des Urschmerzes, seine Bedürfnisse als Kind nicht erfüllt bekommen zu haben

Trauerprozess:

  1. Phase: Schock auf Grund Verlust eines lieben Menschen; Nicht-wahrhaben-wollen, Isolierung
  2. Phase: Je nach dem Emotionen wie Zorn, Wut, Aggression, Angst über den Betroffenen. Viele Betroffene werden in dieser Phase von Depression und / oder Schlafstörung heimgesucht.
  3. Phase: Der Trauernde beschäftigt sich intensiv mit seiner Situation und beginnt zunehmend die Realität zu akzeptieren.
  4. Man öffnet sich wieder gegenüber der Außenwelt und sieht neue Perspektiven trotz seines Verlustes.

Trauer ist in der Gesellschaft etwas womit man nicht so wirklich umgehen kann

Typische Auslöser und Interpretationen:

Gedanken wie:

  • „Ich werde von etwas getrennt, mit dem ich eine innige Beziehung habe.“
  • „Ich verliere etwas / jemand“.
  • „Ich vermisse …“
  • Gedanken an den Tod eines nahestehenden Menschen
  • Gedanken an Verlust im Leben

 Ein Ereignis, ging anderes als erwartet aus.

Man rechnet fest damit, das man was bekommt. Wenn das dann nicht zutrifft kommt man von Enttäuschung über Wut auch gerne zur Traurigkeit.

Wahrnehmung:

  • fühlt sich wie gelähmt, teilnahmslos
  • möchte sich den ganzen Tag im Bett verkriechen
  • Gefühl von Verzweiflung, Zerrissenheit, Entsetzen , Wut
  • Später oft Gefühl von Leere und Sinnlosigkeit
  • Gefühl man kann mit dem Weinen nicht aufhören.
  • Unfähig die Natur wahrzunehmen
  • Alles wirkt leer und abgestorben
  • Fühlt sich müde, energielos und erschöpft
  • Schwierigkeiten überwältigen einen
  • Atemlosigkeit, Schwindel, Benommenheit
  • Herumsitzen, nichts tun
  • Sich langsam und schwerfällig bewegen
  • Eine in sich zusammengesunkene, schlaffe Körperhaltung
  • Wenig bis überhaupt nicht reden
  • Sich von Kontakten mit anderen Menschen zurückziehen
  • Nicht lächeln, Mundwinkel hängen lassen
  • Trübsal blasen
  • Nur / überwiegend negativ denken
  • Mit langsamer, leiser und monotoner Stimme sprechen
  • Schlaflosigkeit, Schlafstörung, Alpträume
  • Störung der Immunfunktion
  • Erhöhte Mortalität

 Körperreaktion:

  • Schonhaltung, Kopf hängen lassen
  • Erschöpfungsgefühl
  • Weinen
  • Klagen
  • Müdigkeit
  • Energieverlust
  • Schmerzen oder taubes Gefühl in Brust oder Unterleib
  • Schluckprobleme
  • Atemnot
  • Verdauungsbeschwerden
  • Appetitlosigkeit
  • Unruhe
  • Das Gefühl von Fremdheit (Derealisation) erleben; das Gespür für sich selbst verlieren (Depersonalisation); Gefühl von Taubheit

Handlungsdrang:

  • Rückzug aus Verantwortung und Beziehung
  • Aber gleichzeitig auch Signal an die Umwelt – tröste mich, kümmere dich um mich
  • Vermeidungsverhalten
  • Hilfloses Handeln
  • Trübsal blasen
  • Grübeln
  • Mürrisch sein

 Häufiges Folgegefühl:

  • Heftige Wut, Ärger
  • Selbsthass
  • Rachegedanken
  • Schuld
  • Sehnsucht
  • Einsamkeit

 Wann ist dieses Gefühl gerechtfertigt?

Es ist gerechtfertigt, wenn tatsächlich ein Verlust besteht oder wenn man z.B. in der Therapie alten, noch nicht betrauerten Verlust akzeptiert. Wenn man z.B. erkennt, das die Kindheit schreckliche Erlebnisse beinhaltet und man Geborgenheit, Sicherheit und Erfüllung seiner Bedürfnisse nicht erlebt hat.

Die meisten Probleme entstehen durch Vermeidung von Trauer. Wenn die Trauer durchlebt wurde, löst sie sich von selbst auf.

Wie kann man diesem Gefühl entsprechend sinnvoll handeln?

Man sollte dem Prozess Zeit einräumen und sich darauf einlassen.

Auch sollte man sich selbst Rücksicht zugestehen. Das in diesen Momenten, alles etwas mühsamer / langsamer erledigt wird. Und dass das völlig in Ordnung ist!

 Wie kann man das Gefühl abschwächen?

a) entgegengesetztes Handeln:

– die Trauer auf bestimmte Orte und Zeiten begrenzen

– Erinnerungen aus dem Alltag entfernen, in dem man Wohnung umräumt, Fotos entfernt,…

– Diese evtl. an einem besonderen Platz aufbewahren, wo man nicht immer drüber stolpert

b) entgegengesetztes Denken:

– Ich gebe dem verlorenen einen Platz in meinem Herzen

– An die gemeinsame Zeit zurück denken.

– Die Person kann durch einen selbst weiterleben.

– Daran denken, das wir alle den gleichen Weg gehen werden.

– über spirituelle Verbindung weiter Kontakt halten

– Daran denken, das es evtl. tieferen Sinn gibt, der noch im Verborgenen liegt.

c) Entgegengesetzte Körperhaltung:

– aufrechte Körperhaltung

– leichtes Lächeln

– tiefe Atmung

 

by: A.R. 2014

Quellen: Wikipedia, Interaktives Skillstraining für Borderline-Patienten von Bohus/Wolf, Schattauer Verlag, meine Mitschriebe der DBT Skillsgruppe & stationäre Therapie

Die Insel der Gefühle

Die Insel der Gefühle

Vor langer Zeit gab es einmal eine schöne kleine Insel. Hier lebten alle Gefühle, Eigenschaften und Qualitäten der Menschen einträchtig zusammen: Der Humor und die gute Laune, der Stolz und der Reichtum, die Traurigkeit und die Einsamkeit, das Glück und die Intuition, das Wissen und all die vielen anderen Gefühle, Eigenschaften und Qualitäten, die einen Menschen eben so ausmachen. Natürlich war auch die Liebe dort zu Hause.

Eines Tages machte ganz überraschend die Nachricht die Runde, dass die Insel vom Untergang bedroht sei und schon in kurzer Zeit im Ozean versinken würde. Also machten alle ihre Schiffe seeklar, um die Insel zu verlassen. Nur die Liebe, deren Schiff gerade nicht seetauglich war, wollte bis zum letzten Augenblick warten. Sie hing sehr an der Insel.

Als das Eiland schon am Sinken war, bat die Liebe die anderen um Hilfe.

Der Reichtum schickte sich gerade an, auf einem sehr luxuriösen Schiff in See zu stechen, da fragte ihn die Liebe: „Reichtum, kannst du mich mitnehmen?“
„Nein, das geht nicht. Auf meinem Schiff habe ich sehr viel Gold, Silber und Edelsteine. Da ist kein Platz mehr für dich.“

Also fragte die Liebe den Stolz, der auf einem großen und schön gestalteten Schiff vorbeikam. „Stolz, bitte, kannst du mich mitnehmen?“
„Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen“, antwortete der Stolz, „hier ist alles perfekt und du könntest mein schönes Schiff beschädigen.“

Als nächstes fragte die Liebe die Traurigkeit: „Traurigkeit, bitte nimm du mich mit.“
„Oh Liebe“, entgegnete die Traurigkeit, „ich bin so traurig, dass ich allein bleiben muss.“

Als die gute Laune losfuhr, war sie so zufrieden und ausgelassen, dass sie nicht einmal hörte, dass die Liebe sie rief.

Plötzlich aber rief eine Stimme: „Komm Liebe, du kannst mit mir mitfahren.“

Die Liebe war so dankbar und so glücklich, dass sie völlig vergaß, ihren Retter nach seinem Namen zu fragen.

Später fragte die Liebe das Wissen: „Wissen, kannst du mir vielleicht sagen, wer es war, der mir geholfen hat?“

„Ja sicher“, antwortete das Wissen, „das war die Zeit.“

„Die Zeit?“ fragte die Liebe erstaunt, „Warum hat mir denn ausgerechnet die Zeit geholfen?“

Und das Wissen antwortete: „Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist.“

Verfasser/in unbekannt

Gefühl, Handlungsimpuls und entgegengesetztes Handeln…

Hab mal Gefühl, Handlungsimpuls und das entgegengesetze zum jeweiligen Gefühl zusammengeschrieben und stell es hier als PDF rein.

Mussten wir in der Skillsgruppe machen.

Sind noch nicht alle Gefühle.

Angst,Ärger / Wut, Schuld, Scham, Ohnmacht, Allein sein, Trauer habe ich hier schon mal.

Gefühl Handlungsimpuls entgegengesetzes

Gefühl Scham

Scham
Definition: Verlust von Status und Anerkennung durch:
– Versagen
– Offenlegung persönlicher Schwachpunkte
– Erkennen von Mängel des eigenen Körpers

Scham ist ein Gefühl der Verlegenheit oder der Bloßstellung, das durch Verletzung der Intimsphäre auftreten kann oder auf dem Bewusstsein beruhen kann, durch unehrenhafte , unanständige oder erfolglose Handlungen sozialen Erwartungen oder Normen nicht entsprochen zu haben. *A

Gefühlsspektrum:
Verwirrung, Erniedrigung, Kränkung, Reue, Bedauern, Schuldgefühl, Vernichtungsgefühl, Zerknirschung, Beleidigung, Demütigung, Gewissenbisse, Peinlichkeit, Schüchternheit, Gehemmtheit, Verlegenheit, Scheu, Verschämtheit, Bescheidenheit

Grundlage:
– äußerst peinigendes, mächtiges Gefühl
– komplex und vielschichtig
– ab dem 4. Lebensjahr lernt das Kind seine Grenzen zu erkennen, die eigene Sphäre zu schützen, Bloßstellung mit Rückzug zu beantworten.
– Die Scham reguliert (teilweise durch sozialen Anpassungsdruck) menschliches Zusammenleben und verhindert dass Mitglieder einer Gemeinschaft „herausfallen“.
– „Scham“ und das Gegenstück „Stolz“ dienen dazu, den Kontakt (Nähe und Abstand) zu anderen zu regulieren.
– Die Scham dient dazu uns das Mittelmaß zwischen Selbsteinschätzung (Art wie wir uns darstellen) und Erwartung anderer zu finden.
– Scham ist eine Art „Schnittstelle“ zwischen uns selbst und anderen
– Scham hat sehr viel mit Selbsterkenntnis (Selbstbeobachtung, Selbstbewusstsein, Selbstgefühl) zu tun.
– Wenn man ein hohes, negatives Selbstwertgefühl hat ist die Gefahr hoch, oft in beschämende Situationen zu kommen.
– Scham kann Ausdruck dafür sein, wenn man sich selbst nicht getrennt von der Welt sehen kann, d.h. der Selbstwert von anderen Menschen und deren Äußerung abhängt.
– Auch kann es sein, das man nicht nur mit dem Schamgefühl seine Probleme hat, sondern auch mit dem Erleben von Freude oder Stolz. Das ist besonders oft, wenn man viele kränkende oder demütigende Erfahrungen gemacht hat.

-Die Scham dient:
a) der sozialen Anpassung / Einhaltung von sinnvollen Gruppenregeln
b) der Entwicklung von Individualität und der Wahrung persönlicher Integrität (Unversehrtheit) / Schutz der Intimsväre

-Scham dient als Warnsignal.
a) Das Gefühl verdeutlicht uns, dass unsere Konzepte von der Welt von anderen und von uns selbst nicht mit unseren momentanen Erfahrungen übereinstimmen.
b) Kann uns dazu motivieren unsere Konzepte zu überdenken und einen anderen Umgang mit der Realität zu entwickeln.

– Scham spielt bei vielen Krankheiten eine große Rolle. Beispiele hierfür: Depression, Sucht, Magersucht, Bulimie, Adipositas, Zwangsstörung, Phobien; narzisstische Persönlichkeitsstörung, Borderline / emotional instabile Persönlichkeit, Hypochondrie allgemein psychische Erkrankungen.
– Eine häufige Maske von Scham ist Angst.
– Scham tritt häufig auch auf, wenn es um Nahrungsaufnahme, Verdauung, Ausscheidung (Stuhl / Urin) und Sexualität geht.
– In maßen braucht man Scham. Schwierig wird es wenn man das Mittelmaß nicht hat.
– Scham hat viel mit sehen und gesehen werden zu tun.
– Inhalt von Scham ist kulturell abhängig und veränderte sich während der geschichtlichen Entwicklung (früher: Nacktheit, heute eher für: Arbeitslosigkeit, Mangel an Statussymbolen)
– In manchen Religionen z.B. Judentum, Christentum, Islam, ist die Scham ein Ereignis des Sündenfalls. Man hat gegen die göttliche Weisung / Gebote bewusst verstoßen. Siehe auch Adam und Eva, die ihre Nacktheit plötzlich als unangemessen empfanden. („Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren. Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz. (Gen 3,7 EU)“ )

– Oft haben Personen, die viel Scham erleben Probleme im Allgemeinen Gefühle wahrzunehmen und zu beschreiben.
– Genauso verfolgen Personen, die viel Scham empfinden, oft hohe Ideale, denen sie nicht gerecht werden können.
– Perfektionismus soll oft verhindern, dass man sich die Blöße zeigt.
– Medien vermitteln auch immer mehr, das man sich vergleichen muss und seinen Ansprüchen nie genügen kann.

Arten von Scham:
Wir können uns vor uns selbst schämen oder für unsere Angehörigen / Nahestehenden, wenn wir oder dieser andere, unseren eigenen Ansprüchen nicht genügen.
1) Unterlegenheitsscham: Scham in Situationen, in denen man anderen unterlegen ist oder sich ohnmächtig fühlt. Auch zum Beispiel beim ersten Aufsuchen eines Psychiaters oder Therapeuten.

2) Stellvertretende Scham: wenn man ein Täter als Angehörigen oder einer Beziehungsperson hat.

3) Gegenbeschämung: Beschämung einer anderen Person, die ein bestimmtes Verhalten des anderen auslösen soll (lächerlich machen des anderen um von eigener Scham abzulenken).

(Werde ich noch bearbeiten – ist noch nicht vollständig!)

Typische Auslöser und Interpretationen / Gedanken:
– man selbst oder jemand sehr Nahestehendes hat versagt
– man wird gedemütigt oder erniedrigt, betrogen
– man selbst oder jemand Nahestehendes erfüllt nicht den eigenen Wertvorstellungen
– man fühlt sich inkompetent
– man erlebt sich selbst / jemand Nahestehendes als Bloßgestellt
– man wird von wichtigen Personen zurück gewiesen
– wird öffentlich kritisiert / lächerlich gemacht, gehänselt
– Erinnerung an peinliche Erlebnisse in der Vergangenheit
– Irgendjemand überschreitet unsere Intimitätsgrenzen
– realisieren eines körperlichen Defektes
– „Was denken wohl die anderen über mich?“
– „Ich hab mich blamiert.“
– „Ich möchte in Boden versinken.“
– „Ich hab alles falsch gemacht, ich hab mich nicht verhalten wie ich es sollte.“
– „Ich bin fehlerhaft, nicht vorzeigbar, eine Schande.“
– „Ich bin wertlos“
– „Wenn die anderen merken, wie ich wirklich bin, werden sie mich auslachen.“

Wahrnehmung:
– wird auf die eigenen Schwächen und Fehler gelenkt
– man erinnert sich an frühere Demütigungen,
– stellt sich vor wie man erniedrigt wird, oder der Lächerlichkeit preisgegeben wird.
– man fühlt sich abgelehnt, ungeliebt, ungewollt, isoliert, entfremdet
– man fühlt sich anders wie alle anderen (Gefühl von der Norm abzuweichen)
– evtl. richtiger Selbst-Hass
– Umgebung erscheint einem unwirklich (Derealisation), man verliert Gespür für sich selbst (Depersonalisation), Betäubung, Schock.

Körperreaktion:
Kann natürlich gesteuert werden, jedoch ist die Tendenz da Scham zu signalisieren:
– Erröten, erhitztes Gesicht
– blass werden
– Abwenden des Blickes, senken des Blickes
– Verschränken der Beine
– Arme verschränken
– Kopf senken
– Hand vor das Gesicht, Mund,…
– gebeugte Körperhaltung
– Grinsen
– Kloß im Hals
– evtl. Handbewegungen wie Kratzen und Wischen am Kopf
– Herabsetzung des Tonus aller Gesichtsmuskeln
– Neigung des Kopfes zur Seite

Bei Angst-Gefühl:
– Sprachstörungen (Stottern) oder Sprachlosigkeit
– Weinen, schluchzen, Tränen
– Leise Stimme
– Schwitzen / Schweißausbruch
– Herzrasen, Bluthochdruck
– Zittern
– Schwindel
– Druckgefühl in der Magengegend
– Nervosität, Ängstlichkeit

Bei Ärger/Wut:
– Muskelverspannung, Kopfschmerzen (bei Wut, Ärger)
– Leise oder lautere Stimme
Handlungsdrang: Ziel ist es eine erträgliche Situation schaffen
– man möchte sich verbergen, sich zusammenrollen oder klein machen
– aus dem Blick der Öffentlichkeit verschwinden,
– sich abwenden,
– sich verstecken
Etwas verheimlichen
– sich unterwerfen
– „in die Ecke stellen“ / sich isolieren
– „ich-bin-gar-nicht-da-Reaktion“ oder die
„ich-kann-dich-gar-nicht-hören-Reaktion“ ommt häufig bei Kindern vor. Ist häufig, wenn die Kinder sich die Ohren zuhalten, die Augen zukneifen und anfangen laut zu singen
– aus Angst erneut abgelehnt zu werden, geht man evtl. Distanz ein, was im Extremfall zur „sozialen Phobie“ führen kann. / Vermeidung
– Bei Demütigung (=Schmach / Verletzung der Ehre) kommt es zu Aggressivität
– Scham kann evtl. in Schuld umgewandelt werden
– Wenn wir einen Schuldigen finden, der das eigene Versagen erklärt oder rechtfertigt, führt dies zur Reduktion der Scham.
– „Um das Schamgefühl zu bewältigen, verhalten sich manche Menschen oft so, dass ihr Verhalten andere beschämt.“ (So wird die Umwelt dazu gebracht wegzublicken, anstelle man es selbst tun müsste)
-Im Vorfeld versuchen wir alles zu vermeiden was Scham auslöst.

Wie erkennt man Scham?
Ist ganz gut unter: http://www.angst-auskunft.de/AAA_Scham_Angst/AAA_Scham-Diagnostik.htm beschrieben.

Bei folgenden Phänomen sollte man daran denken, dass Scham im Spiel sein könnte:
– Jemand fragt sich oft, „Was andere wohl über mich denken?“ („Wenn ich das und das täte, was würden die anderen dann denken?“)
– Jemand benutzt häufig das Wort „man“.
– Jemand neigt zu Selbstabwertungen und achtet mehr auf Fehler als auf seine Kompetenzen und Leistungen.
– Jemand kann schlecht „nein“ sagen (kann sich nicht abgrenzen).
– Jemandem fällt es schwer zu konkurrieren.
– Jemand will es möglichst allen recht machen, neigt zu Konformität.
– Jemand beschäftigt sich vor allem mit sich selbst.
– Jemand kann sich nicht richtig freuen oder auf etwas stolz sein.
– Jemand fühlt sich minderwertig.
– Jemand ist kontaktscheu (steht nicht gerne im Mittelpunkt, verlässt nicht gerne das Haus) oder leidet unter einer „sozialen Phobie“.
– Jemand reagiert in Gegenwart anderer mit Angst, Panik oder Depression (dazu gehört auch „Schulangst“ bei Kindern).
– Jemand fühlt sich einsam und ausgeschlossen.
– Jemand hat Schwierigkeiten, seine Gefühle zu beschreiben.
– Jemand wertet einen anderen ab, beschämt oder demütigt diesen, stellt ihn bloß, ist zynisch.
– Jemand schockiert seine Umwelt durch auffälliges Verhalten.
– Jemand hat Geheimnisse oder wird von einem (Familien)geheimnis beherrscht, will Dinge für sich selbst behalten.
– Jemand hat die Sorge, einem anderen etwas wegzunehmen (etwa einen Behandlungsplatz beim Psychotherapeuten).
– Jemand ist misstrauisch, zwanghaft und unfähig, sich hinzugeben (anzuvertrauen).
– Jemand weiß nicht genau, wer er ist (Identitätsproblem). Oft fragt er sich, ob er wirklich gemeint ist. Mit keiner seiner vielen inneren Stimmen kann er sich richtig identifizieren,
– Jemand leidet über längere Zeit unter unklaren Körpersymptomen, die Angst machen (kann seine Emotionen nicht richtig deuten)
Häufiges Folgegefühl:
– noch mehr Scham
– Trauer (wegen Schwäche) / Traurigkeit
– Ärger, Wut, Hass
– Angst
– Schuld
– Kränkung
– Verachtung
– Demütigung
– Ohnmacht

Unterschied von Scham und Schuld:
Scham bezieht sich auf die ganze Person. Die Person fühlt sich als den, der er ist nicht in Ordnung.
Bei der Schuld hat man das Gefühl, teilweise Herr der Lage zu sein. „Schuld entsteht durch das eigene Verhalten, das meist von einem selbst kontrolliert werden kann und veränderbar erscheint.“ Schuld bezieht sich nur auf das Tun.
Deshalb fällt es einem auch schwerer das Schamgefühl loszuwerden wie das Schuldgefühl.
Schuld und Sühne brauchen die Öffentlichkeit, Scham hingegen treibt uns zum Rückzug.

Wann ist dieses Gefühl gerechtfertigt?
Wenn sie tatsächlich Gefahr laufen, soziale Attraktivität zu verlieren. Zum Beispiel:
– andere werten sie ab
– andere behandeln sie „unter Wert“
Schutz der Intimsphäre.

Wie kann man diesem Gefühl entsprechend sinnvoll handeln?
Nehme das Gefühl wahr und akzeptiere es für den Augenblick.

Wie kann man das Gefühl abschwächen?
Schamgefühle entstehen durch deine Bewertungen. Ändere diese und du kannst deine Schamgrenze verschieben. *B

a) entgegengesetztes Handeln:
Handlungsimpuls von Scham diesbezüglich: Rückzug, Vermeidung
– in der Situation bleiben
– Expositionsübungen
– offen auftreten
– entgegentreten
– sich öffentlich zeigen
– vermehrt Aktivitäten in der Öffentlichkeit wahrnehmen (in Verein eintreten)
– positiven Aktivitäten nachgehen
– Aufnahme von Kontakt und aufrechterhalten
– eigene Schwäche / Traumatisierung offen und wahrheitsgemäß in wohlwollender Umgebung kommunizieren.
– Fehlschläge und Trauma in Therapie bearbeiten.
– Nein sagen üben
– unberechtigte Kritik zurückweisen üben
– sich von Erwartungen anderer abgrenzen

b) entgegengesetztes Denken:
Handlungsimpuls von Scham diesbezüglich: Jemand sieht, das ich schlechter bin als ich sein sollte; ich werde gedemütigt / entblößt; ich bin blöd; ich bin nichts wert; ich habe keine Rechte auf…
– klar machen, dass die Scham ausschließlich in ihrem Kopf vorgeht und niemand in ihren Kopf hineinsehen kann.
– „Ich habe solche Situationen schon öfter geschafft.“
– „Ich fühle mich sicher.“
– „Ich setze mich durch.“
– An Situationen denken, wo man erfolgreich war, etwas durchgesetzt hat
– Sich Stärken und Vorteile der eigenen Person bewusst machen
– an Schwächen / Nachteile anderer denken; Feind in der Unterhose vorstellen
– ICH BIN GUT SO WIE ICH BIN!!! (sich Wertschätzung geben) oder Selbstakzeptanz-Sätze (energetische Psychotherapie): „Auch wenn ich mich für… Schäme, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin.“ und dazu klopfen.
– Skill: Held des Alltags
– mit einer guten Freundin telefonieren, die einem auf positive Weise bestärkt und einem gut zuspricht

c) Entgegengesetzte Körperhaltung:
Handlungsimpuls von Scham diesbezüglich: Blick abwenden, Kopf zur Seite drehen, Hände verbergen , Beine übereinanderschlagen
– aufrechte Körperhaltung
– Blickkontakt halten
– Kopf heben, Stirn zeigen
– Lächeln / Skill : leichtes Lächeln
– anstelle sitzen, besser stehen
– Hände in Hüfte stemmen, Daumen nach hinten
– Fußspitzen nach außen
– Kleinen Schritt nach vorne machen
– Tief in den Bauch atmen

Wie kann ich allgemein mein Scham-Gefühl positiv verbessern?
– Rollenspiele, dadurch Selbstsicherheit, Sozial – und Beziehungskompetenz erlangen
– Nein sagen üben
– Um etwas Bitten
– Im Allgemeinen Orientierung auf Ziel, Beziehung, Selbstachtung regelmäßig üben
– Niemand anders Bloßstellen oder demütigen
– Arbeit an den Glaubenssätzen (v.a. religiös bedingte Scham – Glaubenssätze)
– Sich nicht mit „was könnten die anderen über mich und mein Verhalten denken?“ aufhalten – ein STOP dagegen halten
– z.B. Realitätsüberprüfung „Welche Bedeutung hat das, wofür du dich schämst, für dein weiteres Leben? Wie wirst du in 5 fünf Jahren darüber denken? Wirst du überhaupt noch daran denken?/ Byron Katie „The Work“ durchführen
– andere validieren – erzeugt evtl. auch beim Gegenüber eine ähnliche Rückreaktion.
– Seine Ziele überdenken – hochgesteckte Ziele überdenken – evtl. kleinere Etappenziele einplanen
– Durch Sport sein Körpergefühl verbessern
– Entspannungsübungen

Eventuelle Folgen von zu viel Scham – Gefühl:
-Depression
-Zwänge (hat viel mit Autonomie, Ohnmacht und grundlegenden Zweifel an der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit zu tun)
-Selbstmordgedanken oder sogar Selbstmord

By: A.R. 2013

Quellen: Interaktives Therapiemanual für Borderline Patienten, Bohus/Wolf, Schattauer Verlag;
Meine Mitschriebe in der stationären DBT Therapie und Skillsgruppe
http://www.angst-auskunft.de/AAA_Scham_Angst
http://www.existenzanalyse.ch/uploads/media/Gawel.pdf
*A: http://de.wikipedia.org/wiki/Schamgef%C3%BChl
*B http://www.selbsthilfe-beratung.de/scham-schamgefuehle.html
Therapie der Essstörung durch Emotionsregulation, Valerija Sipos, Ulrich Schweiger / Kohlhammer Verlag

Gefühl: Angst

Gefühl: Angst

Definition:
Das deutsche Wort „Angst“ entstand aus dem indogermanischen „angh“ (eng) mit dem Suffix „st“ (dazugehörig), heißt also: „das, was zur Enge gehört“. Ähnlich lateinisch: „angustiae“ (Enge).

Grundlage:
– ist eine Grundemotion
– enorm wichtig als überlebenswichtiges Warnsystem
– Sicherung des Überlebens durch Verlassen der gefährlichen Situation.
– Vermeidung von unangemessenen Risiken.
– Mobilisation von sozialer Unterstützung.
– Warnsystem ist lernfähig, d.h. Gehirn speichert automatisch Informationen, die mit akuten, gefahrenvollen Situationen in Verbindung steht.
– Lässt uns in neuer, ähnlichen Situation durch abgespeicherte Infos (im Gehirn) vorsichtig oder ängstlich reagieren
– Evolutionsgeschichtlich hat die Angst eine wichtige Funktion als ein die Sinne schärfender Schutzmechanismus, der in tatsächlichen oder auch nur vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes Verhalten (etwa Flucht) einleitet. Da der Energieaufwand für eine Flucht gering ist (wenige hundert kcal), übersehene Bedrohungen aber äußerst folgenschwere Auswirkungen nach sich ziehen können (Tod), ist die „Alarmanlage“ Angst sehr empfindlich eingestellt, was in vielen Fehlalarmen resultiert.
Typische Auslöser und Interpretationen:
– man fühlt sich oder jemand Nahestehenden unmittelbar bedroht durch Tod oder Verletzung

es gibt eine Vielzahl von spezifischen und unspezifischen Auslösern von Angst:
– wieder Erleben oder Erinnern einer ehemals gefährlichen Situation
– Stille
– Alleinsein
– Dunkelheit
– Eingesperrt sein
– Neue oder ungewohnte Situation
– Gefühl des Kontrollverlust
– Vorstellung zu sterben / verletzt zu werden
– Vorstellung jemand oder etwas sehr wichtiges zu verlieren
– Vorstellung sich zu blamieren, zu versagen
– Vorstellung einen schweren Fehler zu machen
– Gefühl von Hilflosigkeit

Wahrnehmung:
– hohe Konzentration auf Gefahrensignale
– Gedanken sind beschleunigt, z.T. rasend
– ihnen wird kalt oder heiß
– evtl. treten dissoziative Symptome auf wie: Beine beginnen einzuschlafen, Körper wird schmerzunempfindlich, Umwelt wird nur noch Schemenhaft wahrgenommen, Geräusche dringen von fern an uns heran, nur noch zweidimensionales sehen oder Tunnelblick, Raum-Zeitgefühl löst sich auf, z.T. Gefühl aus dem Körper zu treten und sich von außen wahrzunehmen.
– (evtl. auftreten von Flashbacks)

Körperreaktion:
– Beschleunigung der Herzfrequenz (Herzklopfen)
– Kloßgefühl im Hals, z.T. würgendes Gefühl
– Gefühl nicht schlucken zu können
– Enge in der Brust / Druck auf Brust
– Beschleunigte Atmung / flache Atmung / Atemlosigkeit
– Schweißausbruch / kalte Hände oder Füße
– Gänsehaut
– Allgemeine Unruhe oder Schreckhaftigkeit
– Innerliches / äußerliches zittern
– Unruhiger Blick, Blick huscht umher; oder teilnahmsloser Blick
– Pupillen geweitet
– Muskelanspannung, Verkrampfung
– „Schmetterlinge im Bauch“, Druckgefühl im Magen, Übelkeit bis hin zum Erbrechen
– Appetitlosigkeit
– Durchfall
– Harndrang
– Sprachstörung / zitternde Stimme
– blass werden

Mögliche ausgelöste Gedanken:
– „ich werde gleich sterben“
– „ich halte es nicht mehr aus“
– „ich werde sicher verrückt“
– „ich verliere die Kontrolle“
– “Wie gefährlich & gruselig”
– “Ich werde abstürzen”
– “Ich werde mich verletzen.”
– “ Ich werde alleine dastehen.”
– “Mir passiert gleich wieder etwas.”

Handlungsdrang:
– Es gibt 3 Arten der Reaktion:
1. Kampf / Angriff oder Versuch Hilfe zu holen
2. wenn das nicht geht kommt es zu Flucht
3. wenn das wiederum nicht geht kommt es zum Todstellreflex, bzw. der Dissoziation (da können wir kaum handeln!) – dem Erstarren.

– schreien, brüllen
– Arme über den Kopf nehmen
– zittern
– sich zusammenkauern
– um Hilfe bitten oder rufen
– weglaufen, fliehen
– hastig gehen oder laufen
– das, was man fürchtet meiden oder sich davor verstecken
– weniger reden, sprachlos werden, schnell reden

Dissoziation – Definition:
Bei Dissoziationen handelt es sich um eine vielgestaltige Störung, bei der es zu einem teilweisen oder völligen Verlust von psychischen Funktionen wie des Erinnerungsvermögens, eigener Gefühle oder Empfindungen (Schmerz, Angst, Hunger, Durst, …), der Wahrnehmung der eigenen Person und/oder der Umgebung sowie der Kontrolle von Körperbewegungen kommt. Der Verlust dieser Fähigkeiten kann von Stunde zu Stunde unterschiedlich ausgeprägt sein.

Häufiges Folgegefühl:
– Furcht, Ohnmacht / Hilflosigkeit
– Trauer (man darf Angst in der Gesellschaft nicht äußern, da es ein Zeichen für Schwäche ist)
– Wut, starker Ärger, Hass, Selbsthass
– Scham
– Schuld?

Wann ist dieses Gefühl gerechtfertigt?
– Wenn man selbst oder jemand Nahestehendes tatsächlich gegenwärtig oder in naher Zukunft bedroht ist.
– Wenn man in Gefahr ist, etwas sehr wichtiges zu verlieren.

Das bedeutet, dass man bei höherer Anspannung auch schneller dazu neigt, das man in eine Angstsituation gerät.

Wie kann man diesem Gefühl entsprechend sinnvoll handeln?
– wenn man real bedroht ist hat man folgende Möglichkeiten:
fliehen
sich Hilfe holen
die Angst kommunizieren
sich wehren

Wie kann ich dem Gefühl vorbeugen?
– Wichtig ist zu unterscheiden, ob es eine gegenwärtig bedrohliche Situation gibt, oder es um ehemals bedrohliche Auslöser handelt! (Skill: Vorsicht Falle)
– Jede Form von Kompetenz verringert die Gefahr Angst zu bekommen z.B. Anti-Angsttraining, Kampfsport, Aufbau von sozialen Kontakten
– Stressmanagement: Belastung früher erkennen, mildern; mehr Sport, Entspannung, gesunde Ernährung, – siehe auch Skill: ABC Gesund; Grenzen setzen – Skill: Zwischenmenschliche Fertigkeiten

Wie kann man das Gefühl abschwächen?

a) entgegengesetztes Handeln:
Handlungsimpuls: Flucht, Hilfe holen, Schutz suchen, Dissoziation
– In der Situation bleiben, sich aktiv damit auseinandersetzen
– Konfrontation: Orte / Situationen aufsuchen, die einem Angst machen (Expositionsübung)
– Kompetenzen aneignen (Selbsthilfegruppe, Anti-Angstgruppe, Kampfsport,…)
– über eigene Sorgen mit Freunden sprechen
– aufbauen von unterstützenden sozialen Kontakten.
– gegen Dissoziationssymptomatik: starke Sinnesreize (Ammoniak, Chili, etc.)

b) entgegengesetztes Denken:
Handlungsimpuls: Gedanken wie: etwas / jemand ist akut bedroht, ich kann mich nicht wehren, ich werde überwältigt, das halte ich nicht aus, ich bringe mich um – entkomme so der Gefahr,…
– sich erinnern an Situationen, die man bereits bewältigt hat
– Umbewertung der körperlichen Symptomen: Angst als sinnvolle Alarmsignale, man stirbt aber nicht daran
– mentale Beziehung knüpfen zu Menschen, die sie lieben / schätzen
– Vorstellung starker innerer Helfer / wohlwollender Begleiter (Skill: Imaginationsübungen)
– Innerlich – distanzieren vom Ort
– Sicherer Ort vorstellen (Skill: Imagination)
– „Ich schaffe es.“
– „Ich bin sicher.“
– Skill: Realität prüfen / Vorsicht Falle!? (Was sehe, höre, spüre ich jetzt?)

c) Entgegengesetzte Körperhaltung:
Handlungsimpuls: weglaufen, kleinmachen, verkriechen, flehen, unterwerfen,…
– aufrechte Körperhaltung
– Schultern zurücknehmen
– Fäuste ballen
– Blick nach oben
– Fersen zueinander richten
– Fußspitzen nach vorne, außen richten
– Tiefe Atmung in den Bauch
– Gegen Dissoziationssymptomatik: starke Sinnesreize wie kaltes Wasser, Barfuß über Kieselsteine laufen, Flamenco tanzen, Eiswürfel in Mund, Chili in Mund, Ammoniak riechen,…

In Bezug auf Essstörung:
Angst vor einer Gewichtszunahme kann Essstörung aufrechterhalten.

Mut ist nicht, keine Angst zu haben
sondern sie zu überwinden.
Egal wie sehr dich deine Zweifel plagen
für alles kann man eine Lösung finden.

Man darf nicht aufgeben
wenn man etwas mit zu wenig Hoffnung bemisst.
Sollte nie den leichten Weg wählen
weil es oft der falsche Weg ist.

… Wie kann denn etwas, dass richtig scheint
gleichzeitig so einfach sein?
Wie kann etwas, dass man für das „Wahre“ meint
mit wenig Aufwand zu erlangen sein?

Stehe offen zu deiner Angst
doch kämpfe und überwinde sie.
Sonst sitzt du dein Leben lang und bangst
und wirst niemals frei sein, nie…

Quelle: Facebook

Arten von Angst:

1) Realangst:
Warnt uns vor Gefahr.
2) Furcht:
Angst vor konkretem Objekt, dass zugeordnet werden kann.
3) Achaische Ängste:
– werden über Generationen weiter gegeben.
– evtl. warnen sie vor Gefahren, die der heutigen Realität nicht immer entsprechen z.B. Dunkelangst
4) „namenslose Angst“:
– für die es keine Worte gibt
– deren Ursache wir nicht kennen
– die einen plötzlich überfällt, die einfach da ist.
– Erklärungsversuche vor anderen scheitern in Unverständnis.

Ich falle in ein schwarzes Loch, nur Finsternis um mich, keiner da…
Es ist die Einsamkeit, nichts um mich herum, ich kann niemanden sehen,
hören oder fühlen, ich werde nicht gesehen, gehört oder gespürt…

Es ist Panik, ich will rennen, weiß aber, dass der Weg nicht heraus führt…

Es ist wie von Glaswänden eingeschlossen sein, kein Kontakt nach außen …

High Noon, totale Stille, nichts… (Patientin)
(aus Sendera, Borderline – Die andere Art zu fühlen (2010))

– geht oft auf beängstigende, schmerzhafte Ereignisse zurück, die in einer Zeit erfolgten, als Betroffene noch nicht sprechen konnten.
– Entstanden durch Traumata, Missbrauchs- oder Gewalterfahrung oder aber auch emotionale Defizite durch Verlassen oder Im-Stich-Gelassen werden.

5) Angst vor Konflikten

6) Angst vor Kritik

7) Angst zu Versagen

8) frei flottierende, diffuse, imperative Borderline Angst (nach Hoffmann): beinhaltet:
– Angst vor Nähe
– Angst vor Selbstverlust
– Angst vor sich selbst

Angst Arten: siehe http://www.angst-und-depri.info/aengste/angst_formen.html

Diagnostik Bogen zum Thema Angst: (ersetzt aber kein Arzt!!!)
findet man unter:

http://www.angst-auskunft.de/AAA_Angst_Panik_SAS.htm
http://www.angst-auskunft.de/AAA_Angst_Panik_Sheehan.htm
http://www.angst-auskunft.de/Soziale-Phobie-Liebowitz-Skala.htm

Angsttagebuch findet man unter:
http://www.angst-auskunft.de/AAA_Angstkalender.htm

By: A.R. 2013,
Quellen: Interaktives Skillstrainingfür Borderline Patienten – Schattauer Verlag, Mitschriebe aus der Klinik, Therapie,
Wikipedia, http://www.angst-und-depri.info/aengste/angst_symptome.html
Therapie der Essstörung durch Emotionsregulation von Valerija Sipos und Ulrich Schweiger / Kohlhammer Verlag

Gefühl Allein sein

Gefühl: Allein sein

„Allein sein zu müssen ist das schwerste, allein sein zu können das Schönste.“
Hans Krailsheimer

Definition:
Für sich sein. Man ist ganz auf sich gestellt. Man kann sich mit niemand austauschen, um Rat fragen. Man kann seine Gefühle und Gedanken mit niemand teilen.

Grundlage:
– Ist nur ein Zustand und kein Gefühl und nichts Negatives
– Einsamkeit ist z.B. ein Gefühl. Du kannst dich in mitten von hunderten Leuten einsam fühlen. Es ist letztlich vollkommen egal, was um dich herum passiert – Einsamkeit ist ein Gefühl, dass in dir entsteht und lebt. Ein sehr unangenehmes Gefühl, dass wohl jeder kennt.
Einsamkeit: beschreibt den Zustand, sich innerlich abgeschottet zu fühlen. Wir fühlen uns keinem Mitmenschen wirklich nah. Uns fehlt die Bindung zu Menschen, um mit ihnen unsere Erlebnisse, Gedanken und Gefühle teilen zu können.
– sehnen nach Liebe und Geborgenheit

Angst vor dem Alleinsein: Entstehung oft in der Kindheit durch:
o Verlusterfahrung
o ein langer Krankenhausaufenthalt
o Überbehütung
o Vernachlässigung durch die Eltern
o Wenn wir in Kindheit nicht gelernt haben uns selbst zu genügen oder uns selbst zu beschäftigen

– bewusstes Allein sein ist wichtig um uns selbst Näher zu kommen und um uns Auszeit vom Stress zu nehmen. Auch ist es wichtig um Abstand zu einer emotional aufreibenden Sache zu bekommen.

Typische Auslöser und Interpretationen:
– ich bin ganz auf mich gestellt
– ich kann mich nicht austauschen, nicht um Rat fragen
– ich muss die Stille aushalten
– ich bin mit meinen Gedanken und Gefühlen allein
– ich bin unfähig etwas mit mir anzufangen
– Angst vor dem Alleinsein, vor den Gefühlen und Gedanken
– Erinnerungen / Schuldgefühle
– zu hohe Erwartungen an andere Menschen / an das Umfeld
– das Gefühl wertlos zu sein / nicht gemocht zu werden
– Scham- und Schuldgefühle
– Angst vor anderen Menschen, vor Verletzungen durch diese

Wahrnehmung:
– Ich bin alleine
– Ruhe / Stille
– Keiner hat Zeit für mich

Körperreaktion:
– Unruhe
– Unwohlsein / Übelkeit
– Anspannung

Handlungsdrang:
– Jemand an sich binden / klammern
– jemanden kontrollieren
– jemand da haben wollen, damit man sich nicht alleine fühlt
– mit jemand reden / Gefühle und Gedanken teilen

Häufiges Folgegefühl:
– Angst / Furcht
– Einsamkeit
– Traurigkeit
– Hilflosigkeit / Ohnmacht
– Scham
– Innere Leere

Wann ist dieses Gefühl gerechtfertigt?
Es ist ja eigentlich gar kein Gefühl, sondern nur ein Zustand, daher ist es nie gerechtfertigt!?

Wie kann man diesem Gefühl entsprechend sinnvoll handeln?
In dem ich eine annehmende, nicht bewertende, achtsame Grundhaltung einnehme.

Wie kann man das Gefühl abschwächen?
a)entgegengesetztes Handeln:
– unter Leute gehen
– etwas unternehmen
– sich ein soziales Netzwerk aufbauen
– sich etwas gutes tun / angenehme Aktivität ausüben
– dem Partner etc. Freiräume geben / vertrauen lernen

b) entgegengesetztes Denken:
– Wieso fühle ich mich Allein? Verhalten analysieren

Angst vor dem Alleinsein?Viele Menschen haben Angst vor dem Alleinsein. Wenn es Ihnen auch so geht, dann ist es vielleicht sehr hilfreich, dass Sie sich einmal bewusst mit Ihrer Angst beschäftigen.
Fragen Sie sich z.B.:
Wovor genau habe ich Angst?
Vor Gefühlen?
Vor schlechten Stimmungen?
Davor, dass ich immer allein bleiben werde?
Sind es Erinnerungen an vergangene Ereignisse, die wieder in mir aufkommen?

– evtl. Skill: Vorsicht Falle (wenn alte, starre Emotionen)
– Glaubenssätze hinterfragen / überprüfen
– Imaginationsübung (sicherer Ort, wohlwollender Begleiter,…)
– An Situationen denken, die ich alleine schon gemeistert habe
– „EFT“ / energetische Psychotherapie / „Auch wenn ich mich Allein fühle, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin“

c) Entgegengesetzte Körperhaltung:
– sich aufrichten
– Arme, Hände locker lassen
– etwas tun, „aktiv“ sein
– ruhige, tiefe Atemzüge
– leichtes Lächeln (wenn für sich stimmig)

Das Alleinsein ist der Schlüssel hinaus aus der Einsamkeit! Nutze die Zeit mit dir!!!

By: A.R. 2013

Gefühl Enttäuschung

Enttäuschung

Definition:
Nicht-Erfüllung einer Hoffnung, eines Wunsches oder Erwartung

Grundlage:
-Enttäuschung ist ein unvermeidbarer Bestandteil des Lebens.
-Begleitet von anderen starken Gefühlen

-Man kann
a)von Dingen enttäuscht sein (wenn z.B. die Werbung das Produkt viel besser darstellt, als es in Wirklichkeit ist.)
b)von Menschen enttäuscht sein, die sich anders, als von uns erwartet oder erhofft, verhalten. Oder aber auch – wir können von uns selbst enttäuscht sein, wenn wir das was wir uns vorgenommen haben nicht tun.

-Die Werbung als Beispiel kann bewirken, dass sie unsere positiven Phantasien fördert. Sie gaukelt uns etwas vor, dass das Produkt nicht einhält.
-Das bedeutet aber auch positiv gesehen, dass eine Enttäuschung eine Täuschung beseitigt der wir aufgesessen sind.
-Unsere Enttäuschung ist umso größer, je höher unsere Erwartungen sind und umso wichtiger das erhoffte Ereignis für uns ist.
-Enttäuschung bedeutet, dass wir mit der Realität konfrontiert werden

Typische Auslöser und Interpretationen:
-Enttäuschung entsteht, wenn wir etwas Positives erhoffen und dies nicht eintrifft. Unsere Erwartung hat sich nicht erfüllt und unsere Bedürfnisse wurden nicht befriedigt.
-Enttäuschung entsteht, wenn wir erkennen, das wir uns in irgendetwas getäuscht haben!
-Wir selbst sind verantwortlich für unsere Enttäuschung, da man nur enttäuscht sein kann, wenn man etwas erwartet, erhofft, dass dann nicht eintrifft. Das bedeutet, das wir uns zuvor ausgemalt haben müssen, wie eine Situation verlaufen oder sich eine bestimmte Person verhalten wird.

Wahrnehmung:
-Wir nehmen das Nicht-Erfüllen unseres Bedürfnis, unserer Erwartung wahr und wollen dies nicht wahr haben
-Man ist sehr auf sich selbst konzentriert und auf das Objekt der Enttäuschung

Körperreaktion:
-Unspezifisch
-Anspannung und Wut- und Ohnmachtsreaktion
-Starke Verkrampfung

Handlungsdrang:
-Ich will das mein Bedürfnis, meine Erwartung erfüllt wird
-Nicht wahr haben wollen dieses Nicht-Erfüllens.
-Man ist innerlich bereit physisch und verbal anzugreifen

Häufiges Folgegefühl:
-Ärger
-Wut
-Frust
-Deprimiert sein
-Verbitterung
-Traurigkeit
-Kränkung

Wann ist dieses Gefühl gerechtfertigt?
Das Gefühl ist gerechtfertigt, wenn wir uns in etwas (Person / Sache getäuscht haben. Jedoch ist je höher unsere Erwartung war die Enttäuschung um so größer. Deshalb ist es wichtig das Gefühl erst abzuschwächen.

Wie kann man diesem Gefühl entsprechend sinnvoll handeln?
Mit Achtsamkeit. Ich nehme wahr, das ich mich in einer Person/ einer Sache getäuscht habe. Ohne dies zu bewerten! Radikale Akzeptanz: „ja, ich habe mich in einer Sache / einer Person getäuscht“
Jetzt ist es wichtig zu schauen, wie ich mit dieser Enttäuschung sinnvoll umgehen kann. Evtl. muss ich meine Erwartung überdenken, geringer ansetzen. Evtl. sollte mit der Person (von der man enttäuscht ist) geredet werden und seine Erwartung ausgedrückt werden. Die andere Person weiß nichts von unserer Erwartung, da sie innerlich abspielt.
Sich keine Selbstvorwürfe machen, weil die eigenen Erwartungen zu hoch waren!

Wie kann man das Gefühl abschwächen?
a)entgegengesetztes Handeln:
-sich Zeit lassen z.B. langsam bis 5 zählen
-ein „leichtes“ Lächeln sich auf die Lippen zaubern
-Erwartung erst überdenken, abgleichen; sind die Erwartungen wichtig für mein Leben?
-evtl. mit einer vertrauten Person über die Enttäuschung reden
-Sich etwas gutes tun (angenehme Aktivität)
-Freundlich zu bleiben
-Evtl. Erwartung an die Person ansprechen

b)entgegengesetztes Denken:
-Erwartung überdenken
-Radikale Akzeptanz: „ja, ich habe mich in einer Sache / einer Person getäuscht, jetzt suche ich mir einen anderen Weg um an das Ziel zu kommen.“
-Positives an der betroffenen Person / Sache suchen, positives Suchen, was ich aus dieser Enttäuschung gelernt habe.
-Validieren

c)Entgegengesetzte Körperhaltung:
-Lockern der Muskulatur v.a. Kiefer, Schultern, Arme, Hände
-Atmung beobachten, tiefe Atmung

By: A.R. 2013
Quellen: Wiktionary im Internet; http://www.palverlag.de/enttaeuschungen.html; http://www.selbsthilfe-beratung.de/enttaeuschung.html; http://www.lebenshilfe-abc.de/enttaeuschung.html;

Handlungsimpulse zu den Gefühlen

Das Thema beschäftigt mich gerade sehr.

Zum einen privat, im Alltag und dann noch Skillsgruppe und Therapie.

Habe mal alle Gefühle die mir einfielen aufgeschrieben und die Handlungsimpulse dazu herausgeschrieben.

Hier das Resultat als PDF – vielleicht interessiert es den ein oder anderen.

Würde mich auch über Feedback, oder Kritik oder ähnliches freuen. Kann es dann ja auch mit euren Ideen ergänzen.

Gefühl und Handlungsimpuls

03.05.2013 Wieder etwas berrappelt…

… solangsam kann ich mich von den Geschehnissen am Montag etwas distanzieren und bekomme hier in meine Alltagsverpflichtungen wieder etwas Struktur.

Dieses Auf und Ab ist sehr anstrengend. Sobald eine baustelle wieder etwas behoben ist kommt die nächste. Naja, eigentlich weiß ich ja, das meine Tochter sehr feine Antennen hat. Ich weiß nur nicht, wie ich manchmal mit ihrer Reaktion umgehen soll. Im Moment hat sie wieder soziale Schwierigkeiten in der Schule. Sie bockt häufig, hält sich nicht an Anweisungen. Sind klare Machtspielchen, die sie hier zu Hause auch immer wieder versucht. Ich fühle mich in der Hinsicht aber oft ohnmächtig.

Okay remember – vor dem Gefühl Ohnmacht steht ein anderes Gefühl. Hm, Ärger, oder sogar Eifersucht? Ich hätte mir das früher nie erlaubt. Hätte viel zu viel Angst vor meinem Vater und seinen Strafen gehabt. (kindlicher Anteil in mir – mit Eifersucht)
Ärger – Ich versteh nicht das sie nicht kapiert, wie wichtig Schule ist. Ich weiß nicht was ich tun soll, das sie kapiert, das sie sich so das Leben kaputt macht. Konsequenzen finde ich keine passenden, bzw. ziehen nicht. Sicher steckt da auch Angst dahinter. Sollte wohl das auch mal mit The Work überprüfen!?

Dann kommt sicher noch Scham hinzu. Wenn es darum geht über das Problemverhalten meiner Tochter mit der Lehrerin zu sprechen und auch Angst vor evtl. Konsequenzen. Da fühl ich mich vällig in einer symbiotischen Beziehung mit meiner Tochter. Habe da echt das Gefühl, das es dann / da um mich geht – obwohl es ja nicht stimmt. Es geht um meine Tochter.

In der Therapie haben wir angesprochen, das es zwei Arten gibt wie man in einer Beziehung sein kann. Zum einen der narzistische bzw. nehmende Anteil und der empathische Anteil und das das je nach Beziehung (gehen ja sehr viele Beziehungen im Leben ein z.B. Arbeit, Kind, Eltern, Freundin, Lehrer,…) auch unterschiedliche Anteile in einem sein können. Damit meine ich. man kann mal der narzistische Anteil sein, mal der empathische Anteil.

Ich habe das dann für mich mal analysiert und es tat mir super weh zu sehen, das ich auch öfter der narzistische Anteil bin. Genau der Anteil, den ich früher immer so verabscheut hatte, weil er mich so verletzt hatte!

In der Beziehung zu meiner Tochter bin ich definitiv der narzistische Anteil und das tut so weh. Ich will das nicht, ich tu es aber trotzdem öfters. Und oft sehr versteckt mit Worten.

In der Beziehung zu meinem Mann bin ich der empathische Anteil. Da bekomm ich oft Dinge ab.

Auf Arbeit bin ich auch eher der empathische Anteil. Außer, gegenüber den Patienten bzw. Kindern, wenn es um einhalten von Regeln geht dann kann auch der narzistische Anteil da sein.

Zu meiner Mutter bin ich der narzistische Anteil, zu meinem Vater bin ich der empathische Anteil.

Diese Liste könnte ich sicher noch eine ganze weile fort setzen.