Borderline & Gefühle

Borderline und Gefühle

Mal ein sehr spannendes Thema. Zumal Gefühle bei der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung – Borderline Typ ja ne entscheidende Rolle spielen.

1. Würdest du deine Gefühlswelt im Allgemeinen als eher positiv oder eher negativ bezeichnen? Welche Gefühle spielen in deinem Leben eine besondere Rolle?

Eine sehr schwierige Frage, denn es gibt sicher beide Seiten. Da kommt sicher auch wieder das schwarz weiß Denken durch. Mal gibt es Phasen in denen ich das Gefühl habe, das es nur negative Gefühle gibt und diese dann enorm viel Raum einnehmen, und dann gubt es auch Phasen, in denen positive Gefühle überwiegen und man den unangenehmen Gefühlen wenig Kraft gibt.

Durch Achtsamkeit und auch durch die DBT habe ich gelernt mit meinen Gefühlen besser umzugehen. Umzugehen bedeutet, das sie mich nicht mehr so vereinnahmen wie auch schon oder eben impulsiv handeln lassen. Es ist sicher bei weitem nicht gut, denn alte Verhaltensmuster sind stark eingeprägt, aber es wird. Da bin ich ganz optimistisch.

Ich würde meine Gefühlswelt als chaotisch beschreiben. Wie es im Aufklärungsbuch „Mama, Mia und das Schleuderprogramm“  für Kinder geschrieben ist trifft es mit der Waschmaschine ganz gut. Denn es gibt da nicht nur die Angst, oder die Scham, oder die Schuld. Nein es ist ein Gemisch aus ganz vielen einzelnen Gefühlen.

Recht schwierig ist es dadurch, das manchmal alte Verknüpfungen wieder aktiviert werden und manche Gefühle gar nichts mit der aktuellen Situation zu tun haben. Man empfindet zum Beispiel Schuld, obwohl die aktuelle Situation gar kein Anlass dazu gibt, aber durch frühere Erfahrungen das Gefühl aktiviert wurde.

Eine große Rolle in meinem Gefühlschaos spielen: Schuld, Scham, Trauer, Hilflosigkeit, Ohnmacht, Allein sein, Angst, Wut / Ärger, Enttäuschung,…
2. Kannst du Gefühle gut wahrnehmen, sie benennen und beschreiben? Gibt es Gefühle, die du besser identifizieren kannst als andere?

Inzwischen würde ich behaupten das ich das ganz gut kann. Schwierig ist es immer noch, wenn der innere Dampfdrucktopf zu viel Druck hat. Wenn sich zuviele Dinge angestaut haben und man innerlich schon komplett angespannt ist, weil man alles nur runter geschluckt hatte um die unangenehmen Gefühle weg zu bekommen.

Angst, Wut und Ärger kann ich inzwischen gut identifizieren. Trauer, Schuld, Scham fallen mir schwerer.
3. Versuchst du, deinen Gefühlen auf den Grund zu gehen? Wenn ja, wie machst du das? Wenn nein, was hält dich davon ab?

Leider versuche ich immer noch oft die Schubladen des Unterbewusstseins zu verschließen wenn was auf geht, weil es oft einfach viel zu schmerzhaft ist. Ich muss im Alltag funktionieren. Funktionieren für die Famlie und auch im Job. Da kann ich es mir nicht erlauben, das mir manche Gefühle den Boden unter den Füßen wegziehen.

Ich weiß, dass das verkehrt ist. Ich weiß, das man Gefühle zulassen sollte und sie lernen anzunehmen, doch das fällt mir noch sehr schwer. Da bin ich noch sehr verkopft mit meinen Glaubenssätzen, die sich gegen manche Dinge ziemlich sträuben und mich unsicher machen. Da ist so ein innerer Kampf mit dem Kopf und dem Verstand.

Hin und wieder traue ich mich in Achtsamkeitsübungen / Meditationen mich in Gefühlssituationen reinzubegeben und zu spüren. Das geht aber nur, wenn es mir psychisch einigermaßen gut geht und ich die Ruhe für mich habe.

Auch sind wir an dem Thema Gefühle in der Therapie dran. Wir schauen woher manches kommen kann, was mögliche Auslöser waren.

Davon abhalten die Gefühle genauer anzuschauen und zu schauen wo die Ursprünge sind tut mich die Angst, dass mich die Gefühle überwältigen und ich nicht mehr Herr der Lage bin. Sei es weil ich disoziiere, oder andere alte Verhaltensmuster wieder aktiv werden,…

4. Akzeptierst du die Gefühle, die du empfindest? Kannst du sie dir immer zugestehen oder verdrängst du sie manchmal bzw. kämpfst du gegen sie an?

Ich bin immer noch sehr oft ein „Dagegen Ankämpfer“, ein „Verdränger“, aber auch ein „Vermeider“. Es fällt mir immer noch oft super schwer Gefühle zu akzeptieren.

Da sind Glaubenssätze die mir einprägten, das man Dinge nicht haben darf, Dinge falsch sind,… Dagegen anzukämpfen, positive Sätze zu formulieren, die diese Glaubenssätze aufheben fällt mir schwer.

Akzeptanz löst schon seit je her Unruhe in mir aus. Etwas wehrt sich dagegen, wobei  ich in ruhigeren Momenten den Sinn der Akzeptanz sehe und es auch versuche und es auch hin und wieder gut klappt.

Vor allem Selbstakzeptanz, wenn es alleine um mich geht – das ist eine harte Nuss! Aber auch da bin ich dran und EFT hilft mir dabei sehr gut.
5. Fällt es dir leicht, mit anderen über deine Gefühle zu sprechen bzw. sie vor anderen offen zu zeigen? Gegenüber welchen Menschen kannst du dich gefühlsmäßig gut öffnen? Und gegenüber welchen auf der anderen Seite gar nicht oder nur schwer?

Nein es fällt mir absolut nicht leicht. Ich bin ein Perfektionist und ein Mensch der kein Vertrauen in die Welt hat und alles mit sich selbst ausmacht oder das Selbst auch mal Zurückstecken muss.

Wenn ich meine Gefühle zeige bin ich angreifbar und verletzlich. Damit ich weniger verletzlich und angreifbar bin trage ich eine Maske, die sehr gut sitzt!

Auf die Frage – von der Umwelt – wie es einem geht – kommt natürlich gut. Meine Maske sitzt, und die sitzt schon sehr lange, perfekt. Die wurde über Jahrzehnte gelernt und gepflegt und auch optimiert. Jede seelische Verletzung trug dazu bei sie noch besser auszutüfteln – zu schauen wo noch Risse bestehen,…

Gefühlsmäßig gut öffnen? Ich denke ich kann es gegenüber keinem so richtig, nichtmal meinem Mann. Das klingt sicher hart, ist aber so. Aber da er ähnliche Probleme hat ergänzen wir uns perfekt 😉 Er ist und bleibt mein Sicherheitsanker, aber alles ihm anvertrauen? Stück für Stück – Schritt für Schritt, aber es braucht Zeit.

Meine Eltern wissen sehr sehr wenig über mich von mir. Vor allem von meinem inneren. Die haben sich dafür noch nie wirklich interessiert.

Leute, die sehr bewertend und motzend auf mich wirken, denen kann ich nur sehr schwer Dinge anvertrauen. Da bin ich leider schon viel zu oft enttäuscht worden.

6. Hast du das Gefühl, dass du deine Gefühle zu intensiv wahrnimmst  oder würdest du sagen, dass deine Wahrnehmung von Gefühlen der der meisten Menschen entspricht?

Ich denke ich bin schon recht sensibel gegenüber Gefühlen und Stimmung. Ich merke Spannungen zwischen Menschen und sie sind für mich nur sehr schwer aushaltbar.  Ich denke, das nicht jeder so intensiv alles erlebt.
7. Wirst du oft von deinen Gefühlen übermannt? Und wie handelst du in solchen Situationen?

Nicht mehr so oft wie früher. Mir Pausen zum Atmen und Überlegen einräumen tun mir sehr gut. Es hilft mir weniger Impulsiv zu sein. Ich kann Dinge auch mit kurzer „Verschnaufpause“ nun realistischer sehen. Ich kann mehr zwischen früheren Verletzungen und aktuellen Begebenheiten unterscheiden, v.a. bei solchen, die ich bereits im Skill „Vorsicht Falle“ entlarvt habe.

Auch höre ich mehr auf meine Intuition. Auf mein Bauchgefühl. Ich versuche meinen Bedürfnissen und Grernzen mehr Raum einzuräumen.

 

Borderline & Komorbiditäten

 Über Komorbiditäten habe ich hier schon mal geschrieben.

1. Von welchen Komorbiditäten bist du selbst betroffen?

Rezidivierende depressive Episoden

z. N. Benzodiazepinabhängigkeit

v.a. ADHS im Kindesalter mit Residualsymptomatik im Erwachsenenalter

Essattacken bei anderer psychischer Störung

PCOS – was jetzt nichts mit Borderline zu tun hat

Adipositas permagna

Arterielle Hypertonie – was jetzt nichts mit Borderline zu tun hat

Allergisches und Belastungsasthma – was jetzt nichts mit Borderline zu tun hat

neu hinzu kam:

Binge Eating und Posttraumatische Belastungsstörung

Angst, Suizidalität, Schlafstörung ist durch die anderen Diagnosen inbegriffen.

2. Seit wann leidest du unter diesen bzw. sind sie bekannt?

Essstörung – seit Kindheit – Diagnose 2007

Depression – seit Kindheit – ca. mit 10 Jahren hat es begonnen, bekannt (Diagnose) ist es seit 2007

ADHS –  hatte ich seit Kindheit, bekannt ist es seit 2012

PTBS – seit Kindheit – Diagnose erhielt ist 2014

3. War zeitnah bekannt, dass es sich um eine Borderline-Störung handelt oder standen die Komorbiditäten lange im Vordergrund?

Es standen recht lange bei mir andere Erkrankungen im Vordergrund. Die Adipositas hätte bereits im Kindesalter auffallen müssen, nur meine Eltern waren in jeglicher Hinsicht blind. Sie wollten es nicht sehen.

 Auch die Depression gab es bereits seit der Kindheit. Auch da hatte ich schon Suizidgedanken und Pläne. Ängste und Vermeidungsverhalten,… gab es auch – aber wie das andere ohne Diagnose.

Auch bescheinigte der Arzt mir zur Ausbildung, das ich an keiner psychischen Erkrankung leide.

Erst 2007 kam erstmals die Diagnose Depression von ärztlicher Seite auf . 2010 kam dann das schlimmste Tief. Ich wurde wegen schwerer depressiver Episode eingewiesen und auf Depression behandelt. Durch die Benzodiazepinabhängigkeit und auch die Selbstverletzungen wurde mir dort bereits oft gesagt, das ich ein Bordi sei. Diagnostiziert wurde das aber erst 5 Monate später.

2012 kam dann die Diagnose v.A. ADHS im Kindesalter auf und 2014 kam nun auch noch die Diagnose PTBS hinzu.  

4. Wie sehr beeinflussen sie deinen Alltag / den Alltag des Angehörigen?

Mich beeinflussen die ganzen Komorbiditäten mal mehr mal weniger. Jedoch versuche ich einen „normalen“ Alltag zu führen. Das einzigste was eben ist, das ich immer wieder Termine bei der Therapeutin (alle 2 Wochen) habe und alle paar Monate Termin bei der Psychiaterin, das ich Medikamente nehme (nicht zu wenige 😦 ) und das wir eine sozialpädagogische Familienhilfe haben. Vor allem die Kindererziehung fällt mir schwer. Zu unterscheiden was aktuell ist und was meine Vergangenheit und auch adäquat zu handeln.

Auch merke ich, das ich sicher nicht so belastbar bin wie „gesunde“. Mehr wie 25 Stunden Woche zu arbeiten würde ich glaube ich nicht schaffen. Das ist mir manchmal schon zu viel, wobei ich eben Schicht arbeite und z.T. Wochenends. Wenn das regelmäßiger wäre wäre es vielleicht besser.

Auch kommt erschwerend hinzu, das nicht nur ich meine Erkrankungen habe, sondern auch mein Mann ADHS. Und bei unsere Tochter sieht es auch danach aus. Sogar ist unser Verhalten auf unseren Kater abgefärbt – auch er ist „zappelig“.

5. Was schätzt du als “schlimmer” ein – die jeweilige Komorbidität oder diese im Gesamtauftreten mit Borderline?

Ich würde sagen diese Masse an verschiedenen Erkrankungen macht es eben schwierig. Wenn man bei dem einen gerade Erfolge erzielt, bricht etwas anderes ein. Ganz schlimm wird es, wenn es mehrere Krisen gleichzeitig gibt.

6. Konnten einige Komorbiditäten schon soweit behandelt werden, dass sie kaum noch störend sind?

Borderline an sich hab ich dank der DBT Therapie ganz gut im Griff. auf alle Fälle von dem SVV her. Und auch die Benzos habe ich nicht mehr angerührt.

Mit der Essstörung bin ich wieder eingebrochen, seit sich immer mehr Dinge aus der Vergangenheit aus dem Unterbewusstsein an die Oberfläche schieben.

Depressionstechnisch hatte ich gerade ein großes Tief, jedoch bekomme ich es inzwischen durch Achtsamkeit und Anpassung der Medikamente recht schnell wieder in den Griff.

7. Welche Therapieformen haben bisher am besten geholfen?

DBT, Verhaltenstherapie, Imagination, Innere Kind Arbeit, EFT

Borderline & Essstörung

Borderline & Essstörungen

1. Hast du eine diagnostizierte Essstörung oder ein gestörtes Essverhalten? Wenn ja welche genau?

Ja, ich habe eine diagnostizierte Essstörung. Ich habe Adipositas. 2012 hatte ich noch Adipositas per Magna, einen BMI über 40, inzwischen tümpel ich zwischen Adipositas Grad 1 und 2 rum.

Auch Binge Eating habe ich als Diagnose. Da bei mir die Essstörung Phasenweise verläuft und ich entweder eben „Fressanfälle“ habe oder kontinuierlich zu viel und zu fett, zu kohlenhydratlastig.  Und dann gibt es wieder die „gesundere“ Seite, wo ich alles unter Kontrolle habe und schön an Gewicht verliere.

Mein Essverhalten ist sicher gestört. Da ich eben wie bereits oben ziemlich schwanke zwischen „gesunder, vollwertiger“ Ernährung,  Fressanfällen in denen ich mir viel ZUCKER, KOHLENHYDRATE und FETT reinschauefel und auch Phasen, in denen ich meine Lebensmittelauswahl sehr einschränke.

2. Glaubst du, dass die Borderline-Persönlichkeitsstörung eine Essstörung verschlimmert oder sogar begünstigt?

Naja, Borderline heißt ja auch emotional instabile Persönlichkeit. Bei mir begünstigt diese emotionale Instabilität die Essstörung. Wenn ich diese nicht hätte, hätte ich meiner Meinung nach auch keine Essstörung. Ich esse wenn mich seelisch irgendetwas stark belastet. Sei es Stress, Ärger, Angst,…

In Phasen, in denen es mir aus „Borderline Sicht“ „gut“ geht, habe ich eigentlich auch keine Probleme mit meiner Essstörung. Sobald es mir aus der Sicht jedoch schlecht geht, schlägt auch die Essstörung wieder gnadenlos zu.

Okay, inzwischen sehe ich die Zusammenhänge und kann dadurch bisschen was retten, nur leider eben noch nicht alles. 

3. Gehst du wegen deiner Essstörung in Therapie? (Stationär oder Ambulant)

Ich gehe nicht wegen der Essstörung eigentlich zur Therapie, sondern wegen Borderline, Depression und co., aber klar wird auch das angegangen, weil ja alles doch irgendwie zusammenhängt.

Ich bin in ambulanter Therapie, hatte jedoch auch schon mal überlegt nach Prien zu gehen, da ich die „Selbstverrletzung“ zeitweise durch „Fressen“ auslebte und mir die Skills aus der DBT Therapie nicht geholfen hatten.

Auch war ich schon in 2 Mutter Kind Kuren. Die 3. steht an. Schwerpunkt ist jedoch diesmal ein anderer.

4. Wie genau beeinflusst die Essstörung deinen Alltag?

Im Moment ist sie wieder sehr präsent und begleitet mich vom aufwachen bis zum Bettgehen. Auch kann es hin und wieder passieren, das ich sogar nachts aufstehe und was Esse um meine unangenehmen Emotionen zu unterdrücken. 😦

Auch den Familienalltag beeinflusst sie, da meine Tochter mir Dinge abschaut und nachahmt, was ich total schlimm finde. Aber auch mein Mann gibt Kommentare ab, die mir zu schaffen machen und die Situation nicht einfacher machen.

5. Hast du das Gefühl, dass du dich wegen deiner Essstörung besonders isolierst?

Nein, eigentlich nicht. Außerhalb kann ich mich gut anpassen. Nur eben zu Hause nicht.

Das einzigste, wo ich zwischendurch mich wirklich isoliere ist, wenn mein Körperhass zu groß wird und ich mich nur noch FETT fühle. Dann meide ich das Schwimmbad und auch andere Dinge.

6. Gehst du offen mit deiner Essstörung um, sprichst du darüber?

Zum Teil ja, zum Teil nein, weil es doch keiner verstehen würde. Verständnis bekommt man nur von denen, denen es selbst so geht. Die wissen, wie schwer es ist aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Mein Mann ist absolut schlank, sogar an der Grenze zum Untergewicht. Er kann essen was er möchte und nimmt nicht zu. Er versteht es nicht, wenn ich mich zwischendurch kasteie und auf alles Verzichte und dann mir wieder unnötig Kalorien hineinschaufel.

Andere versuchen einen immer wieder dazu zu bringen Süßes und co zu essen und das kann dann zum Problem werden, wenn man gerade wieder versucht ohne Fressattacke zu leben.

Folgeerscheinungen von der Adipositas hatte ich zum Glück nie wirklich. Okay, ich hatte eine Insulinresistenz (Vorstufe vom Diabetes mellitus Typ 2), aber auch diese hat sich wieder normalisiert.

8. Was glaubst du, haben Eigenschaften der Essstörung mit den Eigenschaften der BPS gemeinsam?

Beides ist ein Teufelskreis, aus dem man es schwer hat auszubrechen. Bei Borderline sind es die Gefühle, die eine hohe Anspannung machen und die „Selbstverletzung“  versucht einem von den Gefühlen und der Anspannung runter zu hohlen. Danach kommt aber die Schuld und die Scham, die alles wieder von Neuem beginnen lässt.

Bei der Essstörung sind es auch die Gefühle, die mich dazu zwingen zu futtern. Ich will diese Gefühle wegfuttern. Danach kommt auch der Selbsthass, die Schuld, etc. die wieder an den Gefühlen nagt.

Auch sind beide Erkrankungen sehr stigmatisiert. Und schambehaftet.

 

Medikamentöse Behandlung der Depression

Medikamentöse Behandlung der Depression

Ich habe schon jede Menge Medikamente durch. Auch brauche ich nicht immer die gleiche Dosis. Das schwankt bei mir auch ziemlich. Wobei ich seit 2011 / 2012 gut eingestellt bin. Und nur an der Dosis geschraubt wird, aber nicht an den Wirkstoffen.

Medikamentengruppen, die zur Behandlung einer Depression angewendet werden:

1. Tri- und Tetrazyklische Antidepressiva

Das sind zum Beispiel Amitriptylin, Trimipramin, Doxepin und Imipramin

Davon habe ich bereits Amitriptylin, Trimipramin verschrieben bekommen. Beides v.a. abends zum Schlafen

 2. Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRIs)

z.B. Sertralin, Citalopram, Escitalopram (Cipralex), Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin

Da hatte ich ganz zu Beginn meiner heftigen Phase 2010 das Citalopram, das hatte mir gar nicht genutzt.

3. Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer)

Werden gerne verschrieben wenn zur depressiven Symptomatik auch noch Angst und ein starkes Schlafbedürfnis hinzukommen.

z.B. Tranylcypromin, Moclobemid

4. Atypisches Antidepressiva

Darunter werden alle Medikamente zusammengefasst, die sich durch ihre Wirkweise nicht zu den oberen Klassen zuordnen lassen. Hierzu gehören z.B.

Serotonin-Wiederaufnahmehemmer: Venlafaxin, Duloxetin (Cymbalta)

Norardrenalin-Wiederaufnahmehemmer:Reboxetin (Edronax)

Alpha2-Rezeptor Blocker: Mitrazapin (Remergil)

Dopamin und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Bupropion (Elontril)

Bei mir  ging es nach Opipramol, Citaloram, Amitriptylin und Trimipramin recht schnell über zu Venlafaxin. Inzwischen nehme ich davon 225mg morgens und 150mg zur Nacht. Mitrazapin hatte ich auch schon, nur leider habe ich da enorm an Gewicht zugelegt. 25kg waren es zum Schluss mehr.

 5. Johanniskrautpräparate

Das Johanniskraut hat ebenfalls eine antidepressive Wirkung. Es wird eher bei kurzfristigen depressiven Verstimmungen und leichter depressiven Episode angewandt.

Unerwünschte Nebenwirkung ist, das es evtl. Wirkungseinschränkung mit dem Verhütungsmittel Pille gibt und eine erhöhte Lichtempfindlichkeit

 6. Stimmungsstabilisierer

Das sind Medikamente zum Schutz vor erneuter depressiver Phase. Auch werden diese bei bipolaren Erkrankungen und schnell wiederkehrenden depressiven Episoden verschrieben.

Hierzu gehören Lithiumsalze

Valproat, Carbamazepin

Auch das atypische Neuroleptikum Olanzapin (Zyprexa) wird z.T. verschrieben

Zyprexa habe ich in meiner heftigen Zeit auch schon durch. Nur leider macht das auch ganz schön Hunger und dadurch Gewichtszunahme.

 ***

Ansonsten wurde ich noch zeitweise mit Lyrica bis zu 4 x 150mg eingestellt. Das half mir mit der Anspannung und Unruhe fertig zu werden. Es ist jedoch sehr mühsam wieder abzusetzen, da es auch Suchtfaktor hat. Im Moment bin ich aber schwer am überlegen, ob ich nicht damit wieder in kleiner Dosis anfangen soll, bevor ich Mist (destruktives Verhalten) baue.

 Sicher gab es noch mehr Medikamente. Aber die bekomme ich doch nicht mehr alle aufgezählt. Fakt ist der Arzt braucht Zeit. Nicht jedem Patient hilft die gleiche Dosis und das gleiche Medikament.

 2007 hatte mir das Opipramol super geholfen und 2010 ging das gar nicht. Und bis wir 2010 das richtige hatten, das half verging ne ganze Zeit.

Borderline & Umgang mit Stress

1. In welchen Situationen gerätst du besonders schnell und stark unter Stress? Termin und Zeitdruck, wenn ich psychisch labil bin / stärker depressiv bin, bei emotionale Verstrickungen, wenn sich Vergangenes mit der Gegenwart vermischt und ich nicht im hier und jetzt bin, sondern beim Erlebten von früher,…

2. Welche Stresssymptome treten bei dir auf? Unruhe, nicht still sitzen können, Anspannung v.a. Schulter, HWS, Kiefer, beschleunigte Herzfrequenz, schwitzen, kalte Hände / Hitze im Wechsel, oberflächliche Atmung, genervt sein, Fressattacken…

3. Wie verhältst du dich, wenn du weißt, dass dir eine stressauslösende Situation bevorsteht? (z.B.: Vermeidest du solche Situationen? Versuchst du sie so lange wie möglich zu verdrängen?) Zum Teil schon. Ich versuche sie zu umgehen, bzw. auch wenn möglich abzusagen. Auch versuche ich es zu verdrängen.

Es kann auch passieren, das ich mit Symptomen wie Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit reagiere.

Den Stress vorab „wegfressen“ (was ja quatsch ist und auch nicht geht) – ist auch möglich. Das ist dann mein „Verdrängmodus“.

Auch kann ich manchmal unausstehlich zu meinen Mitmenschen sein. Gleich genervt und auch impulsiv, was ich dann oft auch hinterher bereue, aber im Moment nicht sehe.

4. Welche Skills helfen dir in einer extremen Stresssituation? Achtsamkeit – v.a. Atmung, Metalligelball, Kaugummi kauen, Sport davor/ danach (Nordic Walking,…), radikale Akzeptanz

Manchmal ist es auch einfach nur sinnvoll raus aus der Situation zu gehen. Sei es richtig raus oder der Vorwand „ich muss auf Toilette“,…

5. Welche Skills wendest du an, um solch eine extreme Stresssituation zu entschärfen, bevor sie überhaupt richtig entsteht? EFT in Gedanken, Fuß-Gashebelatmung, ACHTSAMKEIT!!!

6. Wie beeinflusst Stress deinen Umgang mit anderen Menschen? (z.B.: Bittest du sie um Hilfe? Bist ihnen gegenüber feindselig und aggressiv?)Leider ja. 😦 Das ist auch das was mich sehr belastet, da ich seh, das ich da so enorm im Verhalten  kippe und in dem Moment es nicht auf die Reihe bekomme, freundlicher, ruhiger und gelassener zu reagieren. Da ist so viel altes an Emotionen, die ich da spüre und leider auch dementsprechend reagiere.

Und danach? Dann kommt die Schuld die mich regelrecht auffrisst. Auch ist es nicht ein Öffentlichkeitsproblem, sondern es trifft immer nur die eigene Familie 😦 Und genau die, die können für den ganzen Mist erst recht nichts 😦

Ich habe so Angst, das dadurch meine Tochter genauso emotional instabil wird wie ich.

7. Wie verhältst du dich, wenn du merkst, dass ein dir nahestehender Mensch in einer extremen Stresssituation steckt? Ich versuche meine Hilfe anzubieten.

Meine Tochter ist da mir sehr ähnlich. Bei ihr versuche ich auch mit Akzeptanz und Umgang mit Gefühlen „zu arbeiten“. Sie weiß oft nicht was sie da gerade so in diese verzwickte Situation bringt.

8.Würdest du dich im Allgemeinen als stressanfällig oder eher als stressresistent bezeichnen? Eindeutig als stressanfällig. Ich nehme auch so viele Dinge meiner Mitmenschen an, das es bei mir schnell geht das das Maß voll ist. Meine Thera meint da immer „ich nehme jeden Ball an“. Und sie hat Recht. Auch wenn ich was nicht verbockt habe, habe immer ich das Gefühl ich muss das wieder „beheben / richtig machen“.

Nein sagen / ablehnen ist was, was mir immer noch sehr große Probleme macht. Leider merken das auch oft meine Mitmenschen, so das ich auch oft in meinem Leben „ausgenutzt“ wurde.

9. Denkst du, dass Borderliner größere Probleme beim Umgang mit Stress haben als andere Menschen?Ich denke sie sind anfälliger dafür, da Borderline Patienten ja schon sowieso Probleme mit Anspannung haben und eigentlich ständig als „Porsche“ unterwegs sind. Die Anspannung ist oft unerträglich.

Leider lösen Stressreaktionen ja so gut wie immer negative Emotionen aus, und die triggern oft auch irgendetwas.

Und auch braucht es bei Borderline Patienten oft einiges länger, bis sie sich wieder von einer solchen Situation erholt haben und wieder alles okay ist. Geht mir auf alle Fälle oft so.

10. Was war in deinem Leben die bisher größte konkrete Stresssituation? Da gab es so einige in meinem Leben. Leider! Eine sehr heftige Stresssituation war der Tod meiner Oma – was mich bis heute noch sehr stark belastet. Und das ist nun schon fast 22 Jahre her.

Depression was heißt das für mich?

– Aus dem Grübeln und negativen Hinterfragen nicht mehr heraus kommen

–  Positives im Alltag kaum noch wahrnehmen und das Negative, das was nicht gut läuft um so mehr

–  Von negativen / unangenehmen Gefühlen überrollt zu werden und keinen Ausweg sehen

–  Der Wechsel von unangenehmen Gefühlen und einer Leere, die einen auffrisst

– Diese bleierne schwere im ganzen Körper, die nicht weniger sondern eher mehr wird.

– Diese Schmerzen im Rücken / in der Wirbelsäule als würde man schwerstkörperlich arbeiten und doch tut man so gut wie nichts.

– Dieser Druck auf der Brust, als mindestens 50 Kilo oder mehr auf der Brust sitzen.

– Dieses Gefühl keine Luft zu bekommen, obwohl man draußen an der frischen Luft spazieren geht.

– Diese Fragen nach dem Sinn des Lebens und die Sehnsucht nach einem Ende – nichts fühlen, nichts sehen, nichts hören.

– Sich von den Menschen um einen herum abzuschotten, weil einem alles, aber auch wirklich alles zu viel ist.

– Ohne Blatt und Stift geht kaum was – weil alles durch das Hamsterrad der Gedanken weggewirbelt wird in andere Hirnwindungen und da nicht mehr greifbar sind.

–  Nicht zu wissen was man möchte, kein Nein und auch kein ja über die Lippen bekommt – wenn es hochkommt ein „egal“.

–  Die Angst, die immer stärker wird und immer mehr banale Alltagsdinge einnimmt.

–  Man kaum Kraft für die Familie hat und wenn die Familie immer noch vorgeht, bevor man an sich denkt.

– Morgens schon wieder ins Bett könnte und schlafen, obwohl das schlafen wegen den Gedanken oft auch zur Qual wird.

– Die innere Unruhe und Anspannung einem drängt zum etwas zu Tun und es körperlich eigentlich gar nicht geht.

– Der Schlaf zum Alptraum wird, da man es so liebend gerne möchte und der Körper nicht tut. Und man dadurch immer noch mehr und mehr an Energie verliert.

–  Fressanfälle und meine Essstörung wieder die Oberhand bekommen und ich Hirnlos alles in mich reinschaufel. Gesund spielt keine Rolle!

– Mir jegliche Nähe sogar von den engsten Familienmitglieder zu viel und erdrückend ist.

– Dieses Gefühl, das es nur schlimmer und nie mehr besser wird und alles rationale Sagen („alles wird gut“) kein Gewicht mehr hat.

– Gefühle wie Angst, Schuld die besten Freunde sind und wie siamesische Zwillinge an einem haften.

–  Die Sorgen den Alltag nicht mehr zu schaffen immer größer und erdrückender werden

Borderline & Psychotherapie

1. Machst du derzeit eine Therapie? Wenn ja, welche? Wenn nein, warum nicht?

Ja, ich mache ambulante Verhaltenstherapie Therapie seit Mai 2011. Von Januar 2012 – August 2013 habe ich auch noch eine DBT Skillsgruppe besucht.

2. Welche weiteren Therapieerfahrungen hast du bisher gemacht?

Ich war 2 Mal stationär in der Psychiatrie. Dort habe ich, als ich wegen der Depression stationär war, die interpersonelle Verhaltenstherapie kennen gelernt. Da ich jedoch noch Borderline habe fand ich die Probleme die dort angesprochen wurden manchmal richtig „poplig“ gegensatz zu den Grundsymptome von BL. Ich merkte ich brauche eine spezielle Therapie für BL. Habe mich dann auch entschlossen mich auf die Warteliste für DBT setzen zu lassen.

Die DBT (dialektisch behaviorale Therapie) wenden wir auch heute noch in der Verhaltenstherapie an. Vor allem Achtsamkeit und Selbstakzeptanz sind wichtige Bestandteile.

Die Energetische Psychotherapie (EFT) ist auch Bestandteil in der Therapie, wie auch Arbeit am inneren Kind,…

3. Wie kam es zustande, dass du zum ersten Mal in Therapie gegangen bist?

Ich bat meinen Hausarzt um eine Überweisung zum Psychiater, weil ich merkte das dieses Mal Medikamente alleine mir nicht helfen. Aber anstelle Therapie war Krisenintervention angesagt. 😦

4. Glaubst du, dass die Therapieform oder die Art des Therapeuten entscheidender ist für den Erfolg einer Therapie?

Hm, schwierig. Ich glaube man man hat gar nicht wirklich die Chance nach Sympathie / Antipathie oder auch Therapieform selbst zu schauen, da es überall super lange Wartelisten gibt und man ja dringend Hilfe nötig hat.

Ich hatte irgendwie Glück und bin immer ohne Warteliste reingerutscht, hatte aber auch nie 2x/ Woche Therapie, da ich einen sehr langen Anfahrtsweg (über 1 Stunde) habe.

Auch ich habe schon die Therapeutin gewechselt. Beim ersten war es bei mir Arzt  und Therapeut zusammen, was sich oft vermischte und ich mich manchmal in der Therapie gar nicht traute Dinge anzusprechen, weil ich Angst hatte eingewiesen zu werden. Auch ging zum Teil für die Medikamentenverordnung Zeit von der Therapie ab. Bei der jetzigen Therapeutin wusste ich, das sie für DBT spezialisiert ist und auch wirklich alle Bausteine durchlaufen hat. Bei der Vorherigen war es so, das sie zwar die Therorie hatte, aber die Supervision nicht gemacht hatte und genau das ist das was für das Handling mit den Patienten nötig ist.

Nicht jede Therapieform ist denke ich, für jedes Stadium der Aufarbeitung gleichermaßen sinnvoll. Schlechte Erfahrung hab ich mit Tiefenpsychologie. Meine Tochter hatte tiefenpsychologische Spieltherapie. Die Elterngespräche haben mich immer total instabil gemacht. Damit kam ich gar nicht klar.

 5. Bevorzugst du ambulante, stationäre oder teilstationäre Therapie?

Ambulante Therapie bevorzuge ich ganz klar. Da stationäre Therapie mit einem Kind mit sehr viel leiden verbunden ist. Meine Tochter litt sehr unter meinen langen Klinikaufenthalten und das tut / tat mir sehr weh. Wenn möglich versuche ich das zu umgehen oder sie eben mitzunehmen, was aber in die Pschiatrie ja nicht geht, zumal sie ja in der Schule nun ist.

Ambulante Therapie kostet jedoch v.a. in Krisen sehr viel Kraft. Stationär ist man in einem geschützen Rahmen und hat sehr viel Hilfe und Unterstützung. Draußen in der realen Welt hat man das nicht. Da bleibt alles an einem selbst hängen.

Teilstationär ist auch mit Doppelbelastung verbunden, dennoch sicher noch dem stationären Aufenthalt oft vorzuziehen. Für mich ist es jedoch so gut wie gar nicht machbar, da ich 2 Stunden ein Weg unterwegs bin mit den Öffentlichen und so früh bei uns noch gar kein Bus fährt. Autofahren darf man in der Zeit des Psych. Aufenthaltes nicht.

6. Welche Erwartungen hast du an deine aktuelle (oder ggf. zukünftige) Therapie?

Das sie mich weiterbringt im Krankheitsverstehen, Umgang und Auflösung bestimmter Glaubenssätze, Umgang in krisligen Situationen, Hilfe zur Selbsthilfe. Sie soll mir helfen mich zu stabilisieren, das ich es auch irgendwann ohne Therapie schaffe.

7. Wie muss eine Therapie gestaltet sein bzw. wie muss ein Therapeut sein, damit du aus der Therapie Positives für dich gewinnen kannst?

Vor allem validierend! Ich brauche auch Anleitung, jemand der frägt und nicht nur zuhört.
8. Glaubst du, dass Borderliner auch ohne Therapie auskommen können? Oder andersherum gefragt: Glaubst du, dass Borderliner überhaupt therapierbar sind?

Ohne Therapie auskommen geht denke ich nicht. Weil man immer und überall aneckt und das zwischenmenschliche und der Umgang mit den Gefühlen immer wieder Schwierigkeiten bereitet. Man braucht meiner Meinung nach Anleitung, weil man vieles durch seine Umwelt ganz anders gelernt hat.

Ich glaube das Menschen mit BL therapiebar sind, aber nur dann, wenn sie ihre Erkrankung akzeptieren und selbst etwas ändern möchten. Sicher wird man nicht „gesund“ nur die Symptome treten nach außen dann nicht mehr auf und das diese 9 Diagnosekriterien sind nicht mehr messbar.

9. Welche Fortschritte konntest du bereits durch Psychotherapie machen?

–  Ich kann Gefühle besser wahrnehmen und äußern

–  Abnahme der Impulsivität

–  Abnahme des Selbstverletzenden Verhaltens. Ca. 1 Jahr selbstverletzungsfrei

–  Essstörung recht gut unter Kontrolle – innerhalb 2 Jahren Verlust von 50 kg

–  Konflikte scheinen mir nicht mehr so bedrohlich. Ich lerne sie besser auszuhalten und kann ruhiger darauf reagieren.

– Ich kann kritische Situationen in meinem Alltag besser reflektieren und selbst dementsprechend gegensteuern

– Ich kann meine psychischen Grenzen besser Einschätzen und ggf. Hilfe beanspruchen.

– Weitere Abstinenz von Medikamenten (z.N. Benzodiazepinabhängigkeit)

-Stabilere Ehe – wir streiten weniger, da wir unsere Konflikte besser lösen können

–  Das ich mehr auf mich und meine Bedürfnisse auch auf Arbeit achte und auch Grenzen setze und Nein sage.

–  Depressive Phasen nehmen nicht mehr einen so großen Raum ein, wie in der Vergangenheit und beeinträchtigen meinen Alltag nicht mehr so gravierend.


10. Wie sehen deine Therapiepläne für die Zukunft aus und welche Fortschritte möchtest du noch machen?

–  Aufarbeitung der Vergangenheit

–  Stabilisation

– Gelassenere Mutter-Kind Beziehung durch Loslassen von Befürchtungen

–  Arbeit am Thema Geldausgeben / Dispokredit ausreizen

–  Arbeit an der Selbstakzeptanz / Selbstwert

Ich möchte noch mehr Stabilität erreichen. Durch meine emotionale Instabilität und wiederkehrende depressive Episoden sowie nicht einfachen Familienstrukturen ist es nicht immer einfach meine Stabilität aufrecht zu halten. Mein Kind hat selbst soziale Auffälligkeiten und auch schulische Probleme und mein Mann hat ADHS.

Wenn es mir psychisch nicht gut geht und ich zu wenig für mich sorge, treten immer noch recht schnell und heftig destruktive Gedanken auf. Meine Essstörung (Adipositas) habe ich inzwischen recht gut im Griff. Innerhalb 2 Jahren habe ich nun über 50 Kilo verloren. Um da noch weiter erfolgreich zu bleiben ist die psychische Stabilisierung für mich sehr wichtig. In Phasen, in denen es mir nicht gut geht breche ich auch in diesem Bereich noch ein und ein Rückfall ist sehr wahrscheinlich. Ich bemühe mich privat neben der Therapie um Ernährungsberatung, was sehr gut klappt. Ich mache seit Juni 2012 Weight Watchers in einer Gruppe und seit da ist meine Abnahme recht kontinuierlich.

Auch habe ich eine Menge Altlasten aus meiner Vergangenheit, die mich psychish belasten und noch nicht aufgearbeitet sind. Ich übertrage einige meiner Lebenserfahrungen auf den Umgang zwischen mir und meiner Tochter. Ich möchte lernen mehr Vertrauen in sie zu haben und das sich meine Erlebnisse nicht wiederholen müssen.

Auch wünsche ich mir Hilfe im Umgang mit meinem Geld, bzw. der Einstellung dazu. Ich lebe schon recht lange immer am Rande meines Dispokredites. Auch das ist wie eine Sucht, die ich gerne wie auch das mit den Medikament oder auch der Essstörung gerne noch in den Griff bekommen möchte es mich aber noch überfordert alleine dran zu gehen. Hier stecken einige alte Glaubensmuster aus der Vergangenheit dahinter.

Ich habe auf eigenen Wunsch den Abstand zwischen den Therapiestunden erweitert, um mehr im alltäglichen Umfeld zu üben und zu schauen wie ich alleine zu Recht komme. Ohne Therapie scheint es mir jedoch noch nicht möglich.

(Das habe ich vor kurzem geschrieben, als es um die Bewilligung weiterer Stunden ging).

Selbsthilfe durch Bücher

In meinem letzten Beitrag (hier) wurde ich gefragt, welche Bücher mir geholfen haben.

Nur auf die Borderline und Depressions Seite betrachtet habe ich hier paar Bücher, die ich euch zeigen möchte:

Mein allererstes Buch, das ich mir kaufte, als Ärzte und das Therapeuten Team mir Borderline um die Ohren schlugen war dieses Buch:

Produkt-Information

Hier sind die Grundessenzen der Störung der gut beschreiben.

– Symptome

– Verlauf der Krankheit

– Ursachen

– störungsspezifische Therapien

– BL und Familie

– BL und Partnerschaft

Es half mir zu sehen, was ich so habe und welche Ansätze für mich evtl. die richtigen sind.

Mein absolutes Lieblingsbuch <3:

, leider wohl nur noch gebraucht erhältlich.

Es war ein Schockerlebnis aber auch so viel Mut und Wärme. Ich hatte so oft das Gefühl das sie über mich schreibt. Marion Rößler spricht die Themen an, die auch bei mir zutreffen. Depression, postnatale Depression, Trauma, Essstörung, Borderline.

An ihr sehe ich, das es ein Weg gibt. Ein Leben mit BL und Depression und allem weiteren zu Leben und nicht drunter zu leiden, sondern zu profitieren aus dem Erlebten und sogar anderen Mut machen auch selbst ihren eigenen Weg zu suchen und zu finden. Sie ist auch Mutter, was mir hinsichtleich meiner Mutterrolle gut tat!

Ein weiteres gutes Buch fand ich :

Auch hier sehe ich viele Paralelen, v.a. Glaubensparallelen, Parallelen zur (Ursprungs-) familiengeschichte, das Fehlen von Wärme, Geltung, Akzeptanz und Unterstützung und eben psychische Erkrankung der Eltern; Gedanken die Therapie abzubrechen; Mutter sein.

Dann habe ich das Buch gelesen:

Was mich sehr motivierte trotz bereits 5 monatigem Klinikaufenthalt nochmals 14 Wochen Klinikaufenthalt und getrennt sein von meiner Tochter auf mich zu nehmen um hoffentlich aus diesem Teufelskreis heraus zu kommen.

In dem Buch geht es um Erfahrungsberichte mit DBT. Interessant war für mich, das ich eine Exzimmerkollegin in der Erzählung wiedererkannte 😉

Ein sehr dünnes Buch, v.a. für Angehörige was gut ist:

Das hat meine Therapeutin geschrieben 😉

Und zu guter letzt – noch 4 Bücher, die eher die Behandlung / Veränderung/ Therapie betreffen

v.a. die CD ist sehr zu empfehlen. Das ist das Werk mit dem ich mich seit 2010 beschäftige. Ich hab noch die erste Auflage.

Produkt-Information

Das ist mein Buch was ich zu dem von Bohus nutze. Zum Teil ist es das gleiche, zum Teil ergänzen sie sich perfekt.

Produkt-Information

 

Ein gutes Buch wenn es um DBT und Essstörung geht ist:

Produkt-Information

Es gab 2013 mal eine Phase wo ich dachte, das die Essstörung überhand nimmt, Selbstverletzung hatte ich dank DBT gut im Griff, nur kompensierte ich das dysfunktionale Verhalten immer öfter mit Essen oder nicht essen. Ich dachte bereits über ein Klinikaufenthalt mit DBT und Essstörung nach. Meine Ärztin aus der Klinikzeit empfahl mir dieses Buch. Schwupp di wupp sind 30 Kilo unten. Sicher ist die Esstörung noch nicht besiegt, aber ich habe sie ganz gut im Griff und auch meine Essanfälle sind wie die Selbstverletzungen deutlich weniger geworden.

 

Ich hab noch einige mehr Bücher. Ihr dürft gerne fragen wenn euch irgendein Bereich besonders interessiert. Ich gebe Auskunft.

 

Hilfe und Selbsthilfe

Teil I: Hilfe zur Selbsthilfe (Gruppen, Foren, Bücher, etc.)


1. Welche verschiedenen Formen der Hilfe zur Selbsthilfe (Gruppen, Foren, Bücher, etc.) hast du schon ausprobiert?

Ich bin in verschiedenen Foren angemeldet, wobei ich das kaum noch nutze. Anfangs fand ich es sehr hilfreich zu sehen, das man nicht alleine da steht und es auch andere gibt, denen es ähnlich ergeht. Inzwischen kostet es mich zu viel Zeit dort auch noch ständig online zu sein. Habe meine Prioeritäten wohl anders gelegt.

Ich war in einer Selbsthilfegruppe. Das Problem daran war, das es alles Betroffene waren und zum Teil sehr instabil. Es war auch ein ständiges Kommen und Gehen und nichts Beständiges. Auch gab es keine Moderation. Mich zog das oft nur noch mehr runter. Gebracht hat es mir nichts. Sicher  können solche Gruppen aber auch sehr hilfreich sein.  Die DBT Skillsgruppe, die ich 1,5 Jahre besucht habe war wirklich eine Hilfe zur Selbsthilfe. Sie wurde durch eine Heilpraktikerin für Psychotherapie geleitet und die Gruppe hat sich gegenseitig unterstützt. Man machte alle DBT Module 2 Mal durch.

Auch Bücher habe ich anfangs sehr viele zu diesem Thema gelesen. Ich wollte anfangs die Diagnose nicht wahrhaben. Die Bücher halfen mir die Diagnose zu akzeptieren und zu lernen damit umzugehen. Auch fühlte ich mich etwas besser verstanden, konnte anders gegenüber Familienangehörigen auftreten,…

Auch das Bloggen ist für mich eine Art Selbsthilfe. Zum einen wiederhole ich so das erarbeitete, zum anderen sehe ich, das ich nicht alleine bin und bekomme Feedback von anderen. Das hilft mir auch hin und wieder meine Denkweise zu überdenken oder auch durch guten Zuspruch größere und kleinere Krisen zu überwinden. Hiermit auch ein großes Dankeschön an die Leser meines Blogs <3!

2. Wie einfach ist es in deiner Gegend, eine Selbsthilfegruppe zu finden?

Sicher nicht einfach, da ich sehr ländlich wohne. In der nächsten großen Stadt gibt es eine Selbsthilfegruppe. Mit dem den öffentlichen bin ich über 1,5 Stunden unterwegs, mit dem Auto 45 min – 1 Weg.

3. Falls du Erfahrungen mit SHG hast: Hat es dich Überwindung gekostet,
dich einer anzuschließen? Falls du keine Erfahrung hast: Kannst du dir
vorstellen, in eine SHG zu gehen?

Etwas, weil ich Angst vor neuen Situationen habe. Bevor es jedoch in die Gruppe ging gab es ein Erstgespräch. Das fand ich sehr hilfreich, um überhaupt zu wissen auf was ich mich da einlasse. Mir war es wichtig in die Selbsthilfegruppe zu gehen um zu sehen, wie ich mit bestimmten Situationen umgehen kann. Auch bezüglich Therapiearten, Klinik und co. fand ich es hilfreich.

4. Was hältst du von Selbsthilfebüchern? Helfen sie dir? Sie haben mir vor allem allgemeine Informationen über meine Erkrankungen vermittelt (Theorie). Übungen, v.a. Skillstraining ohne Anleitung zu machen finde ich jedoch v.a. zu Beginn der Bewälltigung schwierig. Inzwischen nutze ich Bücher zu verschiedenen Themen (Gewaltfreie Kommunikation, Arbeit mit dem inneren Kind,… eigenständig) und komme damit gut klar.

5. Glaubst du, dass Hilfe-zur-Selbsthilfe-Angebote eine Therapie ersetzen können?

Nein, das geht meiner Meinung gar nicht! Die Therapie und die Einzelsitzung benötigt man um spezielle/eigene Erfahrungen/ Erlebnisse zu bearbeiten. Manches gehört einfach auch nicht in die Gruppe, da die anderen evtl. dadurch getriggert werden, nicht stabil genug dafür sind oder was auch immer.

Auch kann der Therapeut ganz anders auf die Stabilität des Patienten eingehen. In der Gruppe ist das nicht möglich. Auch Dissoziationen / Flashbacks können die Gruppen nicht auffangen und man ist auf sich alleine gestellt. Es kann passieren, das man völlig aufgelöst aus der Gruppe geht und dann selbst wissen muss was man nun braucht, wie man wieder aus der Dissoziation oder ähnlichem raus kommt.

Teil II: eigenständige Selbsthilfe (Skills, Ressourcen, etc.)
7. Welche Möglichkeiten zur eigenständigen Selbsthilfe in Krisensituationen sind dir bekannt? Stresstoleranzskills, Skills zur Krisenbewältigung, Notfallkoffer, Arbeiten mit Körperempfindungen, radikale Akzeptanz

Alles. Ich habe die stationäre DBT Therapie 14 Wochen durchlaufen und noch zusätzlich die 1,5 Jahre DBT Skillsgruppe. Ich kenne und nutze auch heute noch die Module, wobei meine Krisen sicher nicht mehr so heftig erscheinen wir vor paar Jahren.

Das A und O für mich  und oberster Stresstoleranzskill ist für mich (wenn möglich) die Situation verlassen. Raus gehen, spazieren, joggen was auch immer. Auch Ablenkung v.a. Hausputz, Abwasch,… hilft mir sehr gut. Mit Dissoziationen kämpfe ich inzwischen weniger. Ich hab noch Ammoniak zu Hause, aber nehme es nicht mehr dauernd mit. Was ich immer dabei habe ist mein Handy mit Musik. Das hilft bei Dissos auch. Auch weiß ich, wie ich sie rechtzeitig abwenden kann.

Notfallkoffer habe ich auch. Ein kleines Täschen. Das steht, jedoch zu Hause im Schlafzimmer. Was ich immer dabei habe – also wirklich sehr abgespeckte Version – mein Metalligelball und das Handy und Akkupressurringe.  Akkupressurring und Metalligelball sind meine Sicherheitsanker. Mit denen weiß ich, das ich die Situationen gut meistern kann.

Arbeit mit Körperempfindungen kenne und nutze ich auch. Da sind es bei mir v.a. Ohren – Musik, Kälte und Hitze auf Haut durch Wechselduschen, Finalgon, Schmecken ist es Chili.

Radikale Akzeptanz – dieses Wort hasste ich in der stationären Therapie, aber es ist das Mittel das immer wieder benötigt wird. Es gibt einfach Situationen, die man nicht ändern kann. Wenn ich unter diesen Situationen „leide“ geht es mir viel schlechter und schlechter. Wenn ich versuche die Situation zu akzeptieren, dann komme ich irgendwann besser drüber weg. Sicher braucht es auch Zeit, aber ich weiß es wird besser und Impulsivität bringt rein gar nichts und macht alles nur noch schlimmer.

8. Wie hast du deine Selbsthilfestrategien entwickelt? Sind sie durch learning by doing entstanden oder hast du sie in einer Therapie erarbeitet?

Beides. Manches habe ich einfach selbst ausprobiert, manches durch Therapie stationär / ambulant erarbeitet. Das meiste schon über Anleitung.

9. Wie sehr nutzt du diese Selbsthilfestrategien in Krisenzeiten?

 Im Alltag und „normaler“ / gemäßigter Anspannung sind meine Skills schon so automatisiert, das ich sie kaum noch wahrnehme. Vor allem Achtsamkeit möchte ich nicht mehr missen. Das ist sowas von wertvoll.

In Krisen kostet es mich schon mehr Kraft. Kraft, weil die Anspannung kontinuierlich höher ist und ich erschöpfter bin. Ich falle dann schneller in destruktives Denken und Verlangen nach destruktivem Verhalten v.a. in Krisen bzw. kurz nach den Krisen schätze ich DBT und meine Skills.

Ich nehme auch immer wieder meine Unterlagen oder die Skillstraining CD um wieder etwas durchzuarbeiten und durchzulesen.

10. Denkst du, dass deine Selbsthilfestrategien so gut funktionieren, dass sie dich aus jeder Krise befreien können? Wenn nein, was müsstest du noch verbessern, woran müsstest du noch arbeiten?

Im Moment würde ich ja sagen. Wenn ich jedoch richtig übel psychisch instabil wäre, weil ich nicht mit Medikamenten eingestellt wäre wüsste ich nicht ob das immer so wäre. Es gibt auch jetzt noch v.a. in Krisen suizidale Gedanken, die auch drängender werden können. Bis jetzt bekomme ich aber immer noch die nötige Distanz rein um zwischen Gedanken und Handlungsdrang zu unterscheiden!

Borderline und Familienplanung

1. Wie viele Kinder hast du? 1 Mädchen mit 7 Jahren

 

2. Bist du Alleinerziehend oder in einer Partnerschaft? Ich bin verheiratet seit 8 Jahren
3. Wie verlief die Schwangerschaft in Bezug auf Borderline? Borderline war damals noch gar nicht diagnostiziert. Mit Depressionen hatte ich auch in der Schwangerschaft zu kämpfen, sagte aber niemand etwas davon. War mir viel zu peinlich.
04. Wie empfandet ihr eurer Borderline während der Schwangerschaft? (gar nicht / stärker / schwächer)

Puh, die Depression einiges stärker, Impulsivität war auch stärker. Gedanken an S***** oder SVV war so gut wie gar nicht da, bzw. SVV wurde nicht ausgelebt.
05. Was hat sich für dich in Bezug auf Borderline verändert, seit du das/die Kind/er hast? Lange hatte man nichts bemerkt, alles lief unterschwellig ab, v.a. in mir selbst. 2007 sagte ich wegen der Depression erstmals etwas beim Arzt. Ich bekam Medikamente. 2008 ging ich in Mutter-Kind-Kur.

Bis 2010 war es ein auf und ab, Ende 2010 kam dann die große Krise. Mit heftigsten suizidalen Gedanken und SV. Auch Die Essstörung nahm wieder enorm zu. Ich war insgesamt 8 Monate ohne meine Tochter stationär. Seit 2013 bin ich so gut wie SV frei, auch Fressattacken sind sehr selten geworden.

Wie offen ich mit SV und meinen Gefühlsschwankungen umgehe hat sich verändert. Ich rede offener über meine Bedürfnisse und auch Erkrankung. Sie weiß, das ich mir selber die Narben zugefügt habe.

Ich kämpfe viel in meiner eigenen Therapie für / wegen meiner Tochter, das sie eine bessere Kindheit hat wie ich. Auch hält sie und mein Mann mich am Leben. Sie geben mir einen Sinn.
06. Was machst du wenn du in einem Tief steckst? An mich denken, für mich sorgen und auch um Hilfe bitten.

 

Sei es beim Arzt wegen Krankschreibung, das ich wenigstens das berufliche weg habe und mich um mich und die Familie kümmern kann aber auch die Medis wieder aufdosieren bis es wieder passt.

 

Meinen Mann um Unterstüzung bitten. Mit ihm über die Dinge reden.

 

Skillen, Bloggen, für die Therapie aufschreiben
07. Merken deine Kinder wenn es dir schlecht geht? Wenn ja, wie geht ihr damit um? Ja, leider auch dann wenn ich es nicht äußere aber sie es unterbewusst sieht. Sie bringt mein seelisches Chaos dann nach außen, hört wenig auf mich, stellt Dinge an,… – Sie wird dann zum Teufel.

Inzwischen kann ich besser damit umgehen. Ich nehme es war, das es sicher wieder mit mir zu tun hat und versuche es auszuhalten. Jedoch ist es nicht immer einfach, wenn es einem nicht gut geht. Auch versuche ich ihr dann zu erklären, das dass nichts mit ihr zu tun hat, sondern das es mir nicht gut geht, ich sie trotzdem lieb habe.
08. Wirst du deinen Kindern von deiner Borderline Erkrankung erzählen? Sie weiß es schon, seit sie 6 Jahre alt war.
09. Bist du selbstverletzend, wenn ja, wie erklärst du es deinen Kindern? Inzwischen würde ich klar nein sagen. Der Drang ist da, mich zu verletzen, wenn es kriselt, aber bis jetzt schaff ich es seit 1 Jahr gut ohne. Wenn, dann endet es eher mit essen. Ich habe mir das BL Buch für Kinder geholt, da wird das Gefühlschaos mit einer Waschmaschine im Schleuderprogramm erklärt. Das hat meine Tochter. Seit sie weiß, das ich es selbst war, will sie auch nicht mehr ständig mit wenn ich dusche.
10. Was ist in deinen Augen das Größte Problem mit Borderline und Kindern?

–         Das Kinder ständig Grenzen austesten möchten und man selbst damit oft überfordert ist.

–         Das man seine Kindheit nicht an das Kind weiter geben möchte, es besser machen möchte und doch auch nur Mensch ist und Fehler macht.

–         Die Impulsivität, Schwierigkeiten mit den Gefühlen hat, weil sie einen Überrollen und auch Zwischenmenschlich sicher nicht das Beste Vorbild für das Kind ist.

–         Bei mir ist es oft die Angst, das meine Tochter durch mich einen psychischen Knacks abbekommt!!!

 
11. Wie versuchst du, dass Problem zu lösen?

–         Eigene Therapie

–         Z.T. Erziehungsberatung

– Offene, wertschätzende Kommunikation

– Ich für mich habe beschlossen keine weiteren Kinder zu bekommen. Nicht nur wegen den Medikamenten, v.a. auch weil ein Kind reicht. Ich möchte diesem Kind meine Liebe geben und Erziehung ist nicht einfach.