DBT

Sie wurde von der amerikanischen Psychologin Marsha M. Linehan in den 80er Jahren als eine Psychotherapieform für Borderline Persönlichkeitsstörung entwickelt v.a. für welche Patientin mit chronischer, suizidaler Problematik. Ende der 90er Jahre kam sie durch M. Bohus hier nach Deutschland.

DBT ist eine Form kognitiver Verhaltenstherapie, die aus 4 Bereichen bestehen sollte (bei ambulanter Durchführung).

1. Einzeltherapie: Hier werden Problembereiche nach Dringlichkeit geordnet. (Suizidales / Parasuizidales Verhalten vor Therapiegefährdendes Verhalten, vor Probleme in der Lebensqualität, vor allgemeinem Verhalten)

Das tägliche Führen von Diary Card, Spannungskurve ist sehr sinnvoll. Meist wird in der Therapie ein Non-Suizidvertrag und Therapievertrag erfasst.

2. Skillstraining in der Gruppe. Es werden Fertigkeiten angeeignet, die einem helfen sollen, besser zu leben. Auch hier gibt es oft einen Vertrag. Die Gruppe findet in der Regel 1 Mal pro Woche statt.
Es werden 5 Module durchgegangen. Bei uns ist es so, das alle 2 Mal durchgemacht werden.

Die Module sind:

a) Stresstoleranz:

Wahrnehmen und Akzeptanz von Krisen.
Bewältigung von Krisen
Spannungsreduktion durch ablenken, beruhigen mit Hilfe der 5 Sinne, den Augenblick verändern, an das Pro und Kontra denken, gelenkte Aufmerksamkeit, Anti-Craving-Skill
Aushalten von unangenehmen Ereignissen und Gefühlen, Radikale Akzeptanz, Entscheidung für einen neuen Weg, Innere Bereitschaft.

b) Achtsamkeit: Sich selbst besser spüren und wahrnehmen zu lernen.
Sich nicht bewerten oder entwerten.
Eine Balance zwischen Teilnehmen und Distanz wahren zu finden.

c) Umgang mit Gefühlen: Erkennen und bennen von Gefühlen.
Bedeutung von Gefühlen erkennen.
Gefühlen wenn nötig entgegengesetzt Handeln (Handlungsimpuls entgegengesetzt ausführen).
Angenehme Gefühle verstärken – diese suchen.

d) Zwischenmenschliche Fertigkeiten: Beziehungen knüfen und pflegen

e) Selbstwert: Sich etwas wert sein, Selbstvertrauen und Selbstakzeptanz aufbauen.

Die Dialektet behaviorale Therapie habe ich 2010 kennengelernt. Im November 2011 war ich für 14 Wochen stationär zu dieser Therapie Art. Seit Februar mache ich eine ambulante Skillsgruppe mit. Hier möchte ich euch über die Skills und einzelnen Modulen berichten.

Weitere Informationen zur DBT:

Ich denke es ist wichtig noch über folgende Dinge etwas gehört zu haben. Um sich evtl. für oder gegen eine solche Therapieform zu entscheiden.

Das besondere an der DBT ist es, das es eine Therapieform ist, die viele verschiedene Therapieansätze in eine Therapieform integriert. Das bedeutet, dass es Ansätze aus der Trauma-therapie gibt, aus der Verhaltenstherapie und vielen anderen Formen auch. Zudem ist die DBT für Borderline Patienten und eben auch für Patienten mit einer emotional instabilen Persönlichkeit entwickelt worden. Also für Menschen, die Schwierigkeiten haben ihre Gefühle z.B. wahrzunehmen, zu äußern, oder sie eben unangepasst herauslassen.

Die DBT hat mehrere verschiedene Bausteine, die ich in einem anderen Artikel schon erläutert habe. Wenn es gut läuft, sollte sie aus Einzeltherapie, Skillstherapie in der Gruppe, Telefonberatung, Medikamentöse Therapie (für Komorbiditäten (= Begleiterkrankung) wie Angststörung, Depression etc. ) und Supervision für die Therapeuten bestehen.

Laut Angaben von M. Bohus sollen über 60 % der Patienten nach kurzer Zeit eine starke Verbesserung in ihrem Problembereichen aufzeigen.

Ganz wichtig ist noch zu erklären was unter Dialektik / dialektische Betrachtungsweise verstanden werden soll: Wir Menschen arbeiten mit Gegensätzen und versuchen diese dann in unserem Leben auszubalancieren, einen Mittelweg, der für uns stimmig ist, zu finden. Am Besten kann man das mit einer alten Balkenwaage (googelt das einfach mal) erklären. In der DBT bedeutet das für uns, das auf der einen Seite der Patient steht, der das Leid und den Schmerz, das ihm zugefügt wurde annimmt und auf der anderen Seite steht der gleiche Patient, der die Veränderung (durch die Therapie) annimmt. Es ist logisch, das wir uns nicht um 180 Grad gleich verändern können. Wichtig ist es aber eine Balance zu finden und die neu gelernten Dinge, immer und immer wieder anwenden und für uns ein Weg, eine Balance oder Mittelweg finden. Das bedeutet auch mal zu sagen: „ja ich empfinde Wut gegen diese Menschen, die mir das angetan haben, aber ich lasse mir deshalb nicht mein Leben kaputt machen.“ Es ist wie es war, daran kann ich nichts mehr ändern, aber an dem Umgang mit der Wut, dem Schmerz daran kann ich (und nur ich alleine) etwas tun! Ich muss deshalb auch nicht die Vergangenheit in eine Schublade packen, die ich nie wieder aufmachen darf, nein – ich darf z.B. Wütend sein, aber ich soll mich nicht von diesem Gefühl überwältigen lassen und mein Tun nur danach richten.
Auch die Therapeuten halten sich an diese Dialektische Betrachtungsweise. Auch sie wissen, das diese Gefühle für uns stimmig sind, weil sie zu einer alten Situation gehören. Sie ermuntern uns aber immer und immer wieder Möglichkeiten zu finden, wie wir mit diesem vergangenem Erleben und Gefühlen klar kommen werden.

Die DBT Therapie wird in 2 Behandlungsstadien unterteilt. Im ersten Stadium lernen die Patienten Verantwortung für sich und ihr Handeln zu übernehmen. Sie lernen diese belastenden Verhaltensmuster z.B. Selbstverletzung , Alkohol-/ Drogenmissbrauch, etc. zu kontrollieren. Besprochen werden solche Dinge in einer sogenannten „Verhaltensanalyse“ (später dazu mehr) mit dem Einzeltherapeut. Auch wird gelernt, wie man mit Spannungssituationen umgehen kann. Es werden Spannungskurven analysiert/angeschaut. Auch wird geschaut welche körperlichen Merkmale ich bei welcher Spannung habe. (Das erkläre ich ein anderes Mal). Im zweiten Behandlungsstadium geht es dann darum, wie man es schafft das emotionale Leid loszulassen. Das bedeutet hier wird nach den Gefühlen geschaut. Welche Gefühle sind da, wie reagiere ich, ist die Reaktion zu übertrieben? Passt das Gefühl überhaupt zur aktuellen Situation? Auch geht es um die Bereiche Zwischenmenschliche Fertigkeiten (Umgang mit anderen Personen) und um den Bereich Selbstwert ( Selbstwertgefühl wird verbessert, Akzeptanz des eigenen Körpers).

In der DBT Therapie kann man übrigens nicht versagen!!!

(Die Informationen sind aus meinem Geschriebenen aus der Skillsgruppe und meiner Therapiezeit in der Klinik)

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3 Gedanken zu „DBT

  1. Wusstest du, dass Fr. Linehan selber als Jugendliche mit Selbstverletzung lange in einer Psychiatrie war? Ich fand das spannend, als ich das gehört habe. Das macht irgendwie Mut…

  2. mir hats auch sehr geholfen, sollte aber wieder einmal einen Wiederholungs-Kurs machen. Ich war u.a. in einer Skillsgruppe 1x wöchentlich nebst der Gesprächtherapie. Suizidgedanken habe ich sehr selten noch und ich konnte auch die Suchtprobleme in Griff kriegen. In der DBT lernt man auch mit Craving umzugehen. Ich hab seit 8 Jahren ne gute Therapeutin (nach vormaligen vielen anderen), ich denke das ist das A und O, nur ihr vertraue ich.

    LG
    Eva

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