Selbstwert – was steckt dahinter?

Selbstwert

Definition:
Versteht die Psychologie die Bewertung, die man von sich selbst hat. Das kann sich auf die Persönlichkeit und die Fähigkeiten des Individuums, die Erinnerungen an die Vergangenheit und das Ich-Empfinden oder auf das Selbstempfinden beziehen.

Hintergrund:
Die Basis für einen sicheren Umgang mit sich und der Umwelt hängt eng mit dem Selbstvertrauen und dem Selbstwertgefühl zusammen. Die Selbstsicherheit bildet sich im Laufe der kindlichen Entwicklung aus:
1. über das Erzielen von Wirkungen – insbesondere von jenen, die beim Kind zu angenehmen, positiv erlebten Gefühlen führen;
2. das Erhalten von Wertschätzung und Anerkennung (als besondere Form sozialer Wirkung);
3. dem Identifizieren mit wichtigen Bezugspersonen, die selbst die nötige Selbstsicherheit haben und auf das Kind positiv reagieren;
4. in der späteren Entwicklung durch eine Balance zwischen erlebter Freiheit und der Verbundenheit zu Bezugspersonen

Sechs Säulen des Selbstwertgefühls:
Neben den im Laufe der Entwicklung wichtigen Faktoren zu einem gesunden Selbstwertgefühl, nennt der Psychologe Nathaniel Branden die folgenden Bedingungen, die „die sechs Säulen des Selbstwertgefühls“ bilden:
1. Bewusstes Leben
2. Selbstannahme
3. Eigenverantwortliches Leben
4. Selbstsicheres Behaupten der eigenen Person
5. Zielgerichtetes Leben
6. Persönliche Integrität

Authentische Selbstsicherheit und Selbstwertgefühl sind nach der Meinung Brandens in einem positiven Ansatz weitgehend abgekoppelt von der Rückmeldung eines Gegenübers.
(aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstwert)

Das Selbstwertgefühl ist subjektiv, d.h. jeder nimmt es für sich anders wahr. Aber auch durch verschiedene Situationen kann es sich verändern. Zum Beispiel ist unser Selbstwert, wenn wir depressiv sind, ein ganz anderer, wie wenn wir irgendetwas positives erlebt haben. Das Selbstwertgefühl ändert sich ein ganzes Leben lang.

Viel oder wenig Selbstwertgefühl besitzen wir nicht einfach von Geburt an. Sie entwickeln sich durch Erfahrungen im sozialen Umfeld. Psychologisch sind die ersten Lebensmonate sehr bedeutsam, v.a. im Kontakt zwischen Eltern und Kind. Je mehr Beachtung und Bestätigung ein kleines Kind von seinen Eltern und Angehörigen erfährt, desto stabiler wird sich sein Selbstwertgefühl entwickeln.

Die Missachtung hindert uns daran, Wertschätzung für uns selbst zu entwickeln.

Selbstakzeptanz entsteht also zunächst über die Bestätigung des Selbst durch andere. Selbstakzeptanz ist der Boden auf dem Selbstvertrauen wachsen kann. Denn wer sich selbst akzeptiert, macht den Selbstwert nicht von ein paar sorgfältig ausgewählten Stärken abhängig, sondern schätzt sich als ganze Person mit Fehlern und Schwächen.

„Wenn das Selbstbild (wie wir uns also selbst empfinden), mit dem Fremdbild (wie andere uns sehen) übereinstimmt und beides von Wertschätzung geprägt ist, tut das dem Selbstwertgefühl gut.“

Selbst: Die unverwechselbare Persönlichkeit. So nehmen wir unsere Identität wahr; daran erkennen wir uns selbst.
Wert: Der Maßstab, mit dem wir unsere eigene Bedeutung einstufen.
Gefühl: Die Art und Weise, wie wir unsere Umwelt und uns selbst empfinden. Es bestimmt wie wir auf Reize und Impulse reagieren.

Lob stärkt das Selbstvertrauen. Ab etwa dem 3. Lebensjahr entdecken Kinder Worte wie „ich“, „mein“. Sie erkennen sich als eigenständige Wesen. Genau wie übermäßige Kritik führt auch unberechtigtes und überzogenes Lob dazu, dass das Kind unsicher bleibt.

Wichtig ist auch von Anfang an zu lernen, das ich, wie auch meine Eltern nicht vollkommen sind, und wir unsere Schwächen akzeptieren sollten. So lernen wir, das wir trotz Schwächen auch geliebt und akzeptiert werden.

Bei der kommunikativen Kompetenz geht es nicht alleine darum, wie wir mit anderen Sprechen, verhandeln oder sogar streiten. Gemeint ist auch die Art und Weise, wie wir uns anderen gegenüber präsentieren, wie wir mit ihnen zurechtkommen und welchen Platz wir unter ihnen finden. Die soziale Umwelt dient schon bei Kindern als Spiegel für die eigene Selbstwahrnehmung.

Das Selbstwertgefühl setzt sich zusammen aus:
1. Selbstakzeptanz wie z.B. „ich bin gut so wie ich bin“
2. Selbstvertrauen wie „ich traue mir etwas zu“
3. Kommunikative Kompetenz „ich nehme meinen Platz in der Gesellschaft ein“

aus: „Lass los, was dich klein macht“ von Sigrid Engelbrecht – ist ein sehr schönes Buch, wenn man am Thema Selbstwert arbeiten möchte.

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