Skill: Emotionale Glaubenssätze hinterfragen

 Was sind Glaubenssätze?

 Ein Glaubenssatz ist eine Annahme mit einem Gefühl der Sicherheit! (Anthony Robbins)

Glaubenssätze sind Lebensregeln / Annahmen, die Menschen für wahr halten. Sie sind:

–  Interpretationen und Verallgemeinerungen aus früheren Erfahrungen

–   individuellen Theorien

Sie beeinflussen unser Denken und unsere Wahrnehmung. Sie steuern unser Erlebe und Handeln. Glaubenssätze verhindern eine Veränderung! Hinter Glaubenssätzen stehen oft Ängste und Befürchtungen.

Diese Glaubenssätze machten einmal Sinn. Sie stammen oft aus der Kindheit. Man lernte, das man Dinge, die Vorbilder (Eltern, Großeltern,…) nicht in Frage stellt. Solche Vorbilder waren für uns starke Personen, die wissen was richtig ist und was nicht!? Sie helfen uns, das wir überlebt haben!? Diese Glaubenssätze gaben Orientierung.

Welche Vorteile können solche Glaubenssätze bringen:

– sie bieten Sicherheit

–  sie wirken bekannt

–  sie bestätigen sich selbst (evtl. auch Nachteil)

 

Welche Nachteil bringen sie:Auch wenn sie nicht mehr zu treffen, sind sie immer noch wirksam (oft unbewusst).

Jetzt im Erwachsenenalter haben wir die Möglichkeit diese Glaubenssätze zu hinterfragen. Wir können schauen, ob es evtl. noch Alternativen zu diesen Sätzen gibt.

Wenn es jedoch um unsere Werte geht werden wir empfindlich. Da geht es um unsere Person und da wollen wir keine Kompromisse eingehen. Dann bleibt auch der Glaubenssatz vorhanden.

Es gibt zwei Arten von Glaubenssätzen:

–  Regeln: Ursache-Wirkung („wenn…, dann…“, „Weil…“) und Komplexe Äquivalenzen („X bedeutet Y“)

–  Annahmen: „Es ist nun mal so…“, „Die Menschen / Das Leben…“, „Man kann/darf/soll/muss/ist (nicht) …“, „Ich bin…“

Glaubenssätze werden geprägt:

–  durch Wiederholung – Gewöhnung (Wenn man immer wieder das Gleiche erlebt oder hört, leitet man daraus irgendwann eine Regel ab).

–   durch Autoritäten

–  in Prägungssituationen

–  Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass sie auf gleichem Wege verändert werden (Neuprägung)

 

Glaubenssätze stützen sich auf:

–  Entscheidungen, Erinnerungen, Einstellungen. Sie sind  Geschichten

–  Ein Gefühl der Sicherheit

–  Die Realitätsstrategie

–  Andere Glaubenssätze

–   „Logische“ Begründungen und Folgerungen

Wie erkennt man solche Glaubenssätze?

Oft sobald Gedanken wie:

–  das kann nicht sein

–   das darf nicht sein

–  das ist normal

                                                             vorkommen

Sätze mit: „müssen“, „dürfen“, „können“, „sollen“ und „sein“ sind auch interessant zum Anschauen. Auch „immer“, „alle“

Sprichworte, die man mit Sarkasmus, Ironie oder Abneigung verbindet.

Evtl. Freunde fragen, was die meinen, durch welche Glaubenssätze man sich behindert / im Weg steht.

Hier lohnt es sich dann die Gedanken zu hinterfragen. „Was will mir das Universum damit zeigen / leeren“?

–  Die Alternativen müssen nicht positiv formuliert sein,

–   es braucht nicht das komplette Gegenteil zum bisherigen Glaubenssatz sein

–   wichtig ist, das es für mich eine 2. Möglichkeit ist um eine andere Sicht auf den ursprünglichen Satz zu bekommen

Sicher gibt es auch Sätze, die für uns immer noch stimmig sind. Diese werden dann so gelassen, wie sie sind.

 Wie kann ich noch  meinen Glaubenssätzen auf die Spur kommen?

Gerade bei unangenehmen Gefühlen lassen sich Glaubenssätze aufspüren.

Welche Gedanken kommen dir da als erstes in Sinn?

Das sind dann oft auch die Gedanken, wo ein Glaubenssatz dahinter steckt.

Wie kann ich Glaubenssätze hinterfragen?

Sobald man Glaubenssätze gefunden hat, kann man jeden einzelnen Satz mit diesen Fragen analysieren:

–    Woher kommt diese Überzeugung? Wer sagt das?

–   Wie lange glaube ich das vermutlich schon so?

–   Denken wichtige Bezugspersonen in meinem Leben ähnlich?

–  Woran genau hindert mich dieser Glaubenssatz?

 

Wie kann ich neue Glaubenssätze für mich bilden?

Mit Fragen wie diesen:

–  Welche Glaubenssätze will ich ändern? – Suche dir dann zunächst den heraus, der dich aktuell am meisten beschränkt.

–  Schreiben  ihn dann auf, z. B. auf ein großes Blatt und überlege:

–  Wie lautet die gegenteilige Aussage?

–  Wie würden andere Menschen den Glaubenssatz beurteilen oder damit umgehen? – Denke dabei beispielsweise an Freunde, nahestehende Kollegen, deinen Partner.

–  Gibt es Situationen, in denen der Satz nicht zutrifft?

–  Wie lautet der Satz, dass er für dich neutral klingt?

–  Welche positiven Umdeutungen gibt es?

–  Wie, sieht ein entsprechend förderlicher Glaubenssatz aus? Welche witzigen Sprüche fallen dir dazu ein?

–  Welche Symbole oder Bilder unterstützen den zumindest entlarvten, besser noch positiv gewandelten neuen Satz?

–  Nehmen dir dann ein neues Blatt Papier und schreiben den neutralisierenden oder förderlichen Glaubenssatz auf.

 

Ein toller Link: http://lebensfreude-evelyn-wenzel.com/wp-content/uploads/2013/01/Glaubenss%C3%A4tze-aufl%C3%B6sen.pdf mit einigen Glaubenssätzen

 

Quelle: Interaktives Skillstraining  für Borderline-Patienten von Bohus/Wolf, Schattauer Verlag, meine Mitschriebe der DBT Skillsgruppe & stationäre Therapie.

sowie: http://nlpportal.org/nlpedia/wiki/Glaubenssatz

A.R 2013

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s