Depression – mein langer Weg mit ihr

Depression – mein langer Weg mit ihr

Ich selbst leide unter rezidivierenden Depressiven Episoden seit meiner Kindheit.

Auslöser war damals wenn ich das heute so betrachte, der Tod meiner Oma vor 20 Jahren. Meine Oma war in meiner Sicht meine Mutter. Sie war emotional für mich da. Sie war körperlich da. Erbliche Faktoren können jedoch auch eine Rolle spielen. Meine Mutter hat eine bipolare Störung, meine andere Oma Depressionen und mein Vater hat sicher auch was, geht aber deswegen nicht zum Arzt.

Die letzte Zeit vor ihrem Tod war sie sehr gebrechlich. Sie baute körperlich immer mehr ab. Obwohl sie davor durch Rhema und Arthrose schon immer sehr gelitten hatte. Zum Ende musste ich ihr auch immer wieder helfen. Sei es wenn sie hingefallen ist, wenn sie zur Toilette musste und zum Schluss auch als sie bettlägrig war.

 

Meine Eltern waren arbeiten. Mein Bruder und ich waren morgens in der Schule, mittags schaute ich, das ich das Essen in der Mikrowelle warm machte und versorgte meine Oma, bis meine Mutter um 15, 15:30 Uhr kam.

Klar machte ich das auch nicht immer ohne Widerwillen. Ich war gerade mal 8 Jahre (-10) alt. Ich konnte nicht wirklich Kind sein, da ich Verantwortung hatte. Gleichzeitig entstanden da auch viele Schuldgefühle gegenüber meiner Oma. Sie hat doch so viel für mich getan, jetzt muss ich ihr helfen und auch auf meinen Bruder schauen. Aber auch Wut kochte in mir, weil eben keine Kindheit hatte. Andere verabredeten sich zum Spielen. Ich war zu Hause.

Die Depression begleitet mich bis heute. Mal mehr mal weniger. Damals hat es keiner erkannt. Auch in der Pubertät gab es heftige Zeiten mit Suizidgedanken. Keiner sah etwas. Aber das sollte sich auch nicht ändern.

Richtig schlimm bemerkbar machte sich die Depression nach der Geburt meine Tochter. Ich rutschte wieder rein. Wieder traute ich mich nicht mir Hilfe zu holen. Wieder versteckte ich alles hinter einer Fassade und Perfektionismus, der mich aufzufressen drohte.

2007 war es dann nicht mehr aushaltbar. Ich ging das erste Mal zum Hausarzt und schilderte mein Problem. Ich bekam das erste Mal ein Antidepressiva. Gegen die Depression, gegen die Ängste. Und ich beantragte meine erste Mutter Kind Kur.

Da es mir mit dem Antidepressiva deutlich besser ging und ich in der Kur hatte, jetzt ist alles überstanden, setzte ich eigenmächtig das Antidepressiva ab.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s