Vergangenheit und die Sehnsucht

Ein Thema was mich im Moment sehr beschäftig ist das Verhältnis zwischen meinen Eltern und mir.

Inzwischen finde ich ein immer besser werdender Zugang zu meinen Gefühlen. Ich erlaube mir hin und wieder zu spüren und nicht gleich versuchen wieder die Schubladen zu schließen durch Ablenkung oder durch Essen / Fressen.

Nein, ich versuche hinzuschauen, auch wenn es mich zum Teil richtig überwältigt. Es raubt mir die Luft zum Atmen. Alles fühlt sich so schwer und unwirklich an…

Ich merke immer mehr was mich  zum Bekannten belastet. Die Sehnsucht nach LIEBE und Anerkennung, nach Geborgenheit,…

Die erdrückt mich!

Genauso zu wissen, das ich sie von meinen Eltern (so wie ich sie gebraucht hätte als Kind) nicht bekam und auch heute nicht bekommen werde.

Alles ist so oberflächlich. Kein Handschlag, keine Umarmung, kein Nachfragen wie es einem geht (ich meine eins welches dann auch zuhört und nicht nicht zuhört und doch eigentlich nichts wissen möchte), keine Mimik, keine Gestik,…

Das macht mich so traurig, wenn ich sehe wie das Verhältnis bei anderen ist.

Das ganze nagt ganz schön an mir. Immer und immer wieder und ich kann nichts sagen. Weil ich nicht weiß wie und auch weil es nicht angebracht ist. Man muss doch dankbar sein, darf nicht widersprechen,… Prägungen die einen hindern. Hindern zu sagen was Sache ist. Hindern seine Bedürfnisse zu äußern, weil es früher schon so war. Auch da wurde nicht auf unsere Bedürfnisse geschaut. Auch da hieß es zu funktionieren.

Grenzüberschreitungen

Ich hab zwar Urlaub, bin aber doch ganz schön beschäftigt.  Und komme gar nicht so dazu in euren Blogs zu lesen oder bei mir zu schreiben.

Ich bin froh wenn wieder Schule ist. Ich glaube das hatte ich schon mal erwähnt. Ferien bieten einfach meiner Tochter und auch mir zu wenig Struktur. Das ist ein graus. Und wenn ich dann noch von ihr verlange etws für die Schule zu tun, damit sie den Anschluss nicht verliert dann ist ganz aus. Gezicke hoch zehn. Das ist anstrengend.

Im Moment hader ich mit mir wieder ganz schön. Sei es das ich merke wie alle möglichen Leute meine Grenzen überschreiten und ich es inzwischen zwar oft sage aber es bei denen nicht ankommt. Sei es bei meinen Eltern – sie spannen mich ein wenn meine Mutter Arzttermine in der Nähe von meinem Wohnort hat. Da ist eine Zeit ausgemacht, wann sie zu mir kommen und sie stehen grundsätzlich viel zu früh da, obwohl ich gesagt habe erst ab xxx Uhr. Das nervt!

Oder auch sagt man, das sie uns an dem Wochenende nicht besuchen kommen können und was ist? Sie fahren hier vorbei. Wir wollten mal vorbei schauen. Das ärgert mich und auch mein Mann.

Mein Mann ist gerade sehr provokant wenn es um meine Essstörung geht. Mag sein, das es manch einer gut findet wenn er es anspricht, aber bei mir ist das gefährlich und es wird dann eher schlimmer wie besser. Ja ich hab momentan Mühe Gewicht abzunehmen oder sogar zu halten und dann kommen immer so Sprüche – musst du das … essen? Auch wenn es nicht viel ist und ich auf die Portion achte und auch das es in die Energiebilanz passt. Oder eben: jetzt ist du xy und dann gehst du wieder zu weight Watchers. Das macht mich echt traurig, das er das nicht lassen kann. Auch wenn ich ihm das sage.

Oder meine Tochter, die versucht alle möglichen Abmachungen zu übergehen, überschreiten oder bringt mich dann mit ihrem „Geheule“ dazu das ich nachgebe. Momentan hab ich mal wieder das gefühl, das ich die schlechteste Mutter bin die es gibt, weil in mir dann so viel Wut aufkommt. Ich weiß es ist nicht eigentlich sie, sondern mein inneres Kind das rebelliert, aber in dem Moment fällt es mir super schwer nicht impulsiv zu sein.

Das stresst mich gerade so dermaßen!

Meine Therapeutin meint ich muss schauen, das ich in mir ein Ruhepool finde. Gut gesagt, aber ich seh keinen. In mir brennt es weil ich das Gefühl habe meine Bedürfnisse nicht erfüllt zu bekommen, weil ich kaum Zeit für mich habe da alle an mir zerren, oder ich enorme Schmerzen habe, die keinen Interessieren, oder Alpträume die mir tagsüber nachhängen,… und im Außen brennt es auch. Meine Eltern, die immer nur auf mich zurück greifen, da mein Bruder sich weiter weg abgeseilt hat, mein Mann der indirekt viel erwartet, da er so lange außer Haus ist und ich ja „nur“ so wenig arbeite und dann noch unsere Tochter, die heftige Probleme im Sozialverhalten hat, Schulprobleme und emotional auch sehr instabil ist. Und das ganze mit der Tochter alleine an mir hängt!

Nun denn, heißt es eben weiter schwimmen und durchhalten. Auch wenn die Sehnsucht nach RUHE sehr groß ist.

Positives vom Tag – Mal wieder Kind sein

Ich weiß gar nicht wo ich heute anfangen soll.

Nun denn, probieren wir es mal.

Heute morgen in der Stadt gewesen und ne liebe Bekannte kurz gesehen, zwar kurz, dennoch hat es mich gefreut.

In der Buchhandlung ein 2 Bücher im Ausverkauf gekauft und jede Menge Geld gespart. Hammer. Das eine von fast 40 Euro runter auf 5 Euro, das andere von fast 20 Euro runter auf 3 Euro. Das ist doch was!?

Anschließend noch eine liebe Bekannte aus der DBT Skillsgruppe getroffen, die ich zuletzt vor über 1 Jahr das letzte Mal gesehen habe. Und mit ihr noch bissel gequasselt. Tat richtig gut.

Heute Nachmittag einen schönen Ausflug mit unserer SPFH gehabt und das HIER und JETZT genossen. Natur pur! Haben Eichhörnchen gefüttert und Enten und sind viel balanciert und geklettert. War sogar so mutig das ich trotz meinen 10 Kilo mehr gerade auf eine Seilpyramide geklettert bin. Auch bin ich das erste Mal im Erwachsenenalter diese Teller-Seilbahn gefahren. Wisst ihr was ich meine?

Heute abend mit meiner Tochter schön gekuschelt, ohne gezicke und grob sein. Ich glaube, den Tag hat auch meine Tochter richtig genossen, da sie echt ruhig im Bett war ohne aufzudrehen.

Heute durfte ich meine Bedürfnisse ziemlich gut befriedigen und mal wieder Kind sein. 🙂