Bad Bramstedt

Jetzt wird es wohl doch nicht Prien sondern Bad Bramstedt. Und das ist für mich am anderen Ende von Deutschland.
Eine Ärztin aus der Klinik in Prien hat bei mir angerufen. Sie meinte die sind eher für Bulimie und Magersucht, aber ihre Kooperationsklinik in Bad Bramstedt sei für Adipositas, Borderline und Co. Und die machen das auch ähnlich wie die DBT in Freiburg.
Anfangs war ich geschockt. Noch weiter weg?  Inzwischen habe ich es akzeptiert. Zumal es mir ja was bringen soll. Und ich glaube das bringt mir wirklich was.
Hab die Ärztin dann auch nach Wartezeit gefragt. Sie meinte 6 Monate. Ist schon bissel lang. Hoffe ich steh das nicht durch, da wieder jemand krank ist und wohl länger ausfällt.

Wieder allein

So nun sind die Wochen wieder rum wo mein Mann zu Hause war und ich nicht mehr alles alleine meistern musste. Die Angst der Überforderung macht sich breit.
Heute bin ich schon an meinem Handy gescheitert. Meine Tochter hat was gespielt und das Handy hat sich aufgehängt. Nichts ging mehr. Nun hab ich auch noch ein Sony wo ich nicht einfach mal den Akku raus machen kann. Da war ich schon mal wieder total angespannt. Zum Glück hat mir mein Mann den passenden Tipp per WhatsApp meiner Tochter geschrieben. Aber Kleinigkeiten bringen mich einfach wieder ins wanken.

Heute habe ich nun auch Emails von den 2 Kliniken erhalten die für mich in Frage kommen und ich habe die Anmeldeformulare ausgefüllt.  
Kennt jemand von euch die Panorama Klinik in Scheidegg bzw. die Schön Klinik in Prien am Chiemsee?

Inzwischen tendiere ich eher zu Prien, da die ein ähnliches Konzept wie die Uniklinik Freiburg haben. Ähnlich Dbt, eben aber nicht für Borderline sondern für die Essstörung. Auch meine Ärztin meint ich soll eher dort hin gehen. Laut Klinik sind die Wartezeiten 2-4 Monate aktuell. Genaues erfahre ich wenn sie die Unterlagen von mir haben.

Bauchschmerzen macht mir inzwischen nicht mehr meine Tochter, denn mit ihr ist es besprochen und sie akzeptiert es. Bauchschmerzen macht mir nun noch meine Arbeitsstelle. Wann sage ich es? Was sage ich? Vor allem weil wir unterbesetzt sind und ich eigentlich noch für eine Fortbildung im Juni und Juli je ein Wochenende angemeldet bin.

Auch suchen meine Kollegen immer wieder jemand den sie auf dem Kicker haben und das bin gerade ich. Aber ich glaube das wird in diesem Beitrag zu viel.

Borderline & Essstörung

Borderline & Essstörungen

1. Hast du eine diagnostizierte Essstörung oder ein gestörtes Essverhalten? Wenn ja welche genau?

Ja, ich habe eine diagnostizierte Essstörung. Ich habe Adipositas. 2012 hatte ich noch Adipositas per Magna, einen BMI über 40, inzwischen tümpel ich zwischen Adipositas Grad 1 und 2 rum.

Auch Binge Eating habe ich als Diagnose. Da bei mir die Essstörung Phasenweise verläuft und ich entweder eben „Fressanfälle“ habe oder kontinuierlich zu viel und zu fett, zu kohlenhydratlastig.  Und dann gibt es wieder die „gesundere“ Seite, wo ich alles unter Kontrolle habe und schön an Gewicht verliere.

Mein Essverhalten ist sicher gestört. Da ich eben wie bereits oben ziemlich schwanke zwischen „gesunder, vollwertiger“ Ernährung,  Fressanfällen in denen ich mir viel ZUCKER, KOHLENHYDRATE und FETT reinschauefel und auch Phasen, in denen ich meine Lebensmittelauswahl sehr einschränke.

2. Glaubst du, dass die Borderline-Persönlichkeitsstörung eine Essstörung verschlimmert oder sogar begünstigt?

Naja, Borderline heißt ja auch emotional instabile Persönlichkeit. Bei mir begünstigt diese emotionale Instabilität die Essstörung. Wenn ich diese nicht hätte, hätte ich meiner Meinung nach auch keine Essstörung. Ich esse wenn mich seelisch irgendetwas stark belastet. Sei es Stress, Ärger, Angst,…

In Phasen, in denen es mir aus „Borderline Sicht“ „gut“ geht, habe ich eigentlich auch keine Probleme mit meiner Essstörung. Sobald es mir aus der Sicht jedoch schlecht geht, schlägt auch die Essstörung wieder gnadenlos zu.

Okay, inzwischen sehe ich die Zusammenhänge und kann dadurch bisschen was retten, nur leider eben noch nicht alles. 

3. Gehst du wegen deiner Essstörung in Therapie? (Stationär oder Ambulant)

Ich gehe nicht wegen der Essstörung eigentlich zur Therapie, sondern wegen Borderline, Depression und co., aber klar wird auch das angegangen, weil ja alles doch irgendwie zusammenhängt.

Ich bin in ambulanter Therapie, hatte jedoch auch schon mal überlegt nach Prien zu gehen, da ich die „Selbstverrletzung“ zeitweise durch „Fressen“ auslebte und mir die Skills aus der DBT Therapie nicht geholfen hatten.

Auch war ich schon in 2 Mutter Kind Kuren. Die 3. steht an. Schwerpunkt ist jedoch diesmal ein anderer.

4. Wie genau beeinflusst die Essstörung deinen Alltag?

Im Moment ist sie wieder sehr präsent und begleitet mich vom aufwachen bis zum Bettgehen. Auch kann es hin und wieder passieren, das ich sogar nachts aufstehe und was Esse um meine unangenehmen Emotionen zu unterdrücken. 😦

Auch den Familienalltag beeinflusst sie, da meine Tochter mir Dinge abschaut und nachahmt, was ich total schlimm finde. Aber auch mein Mann gibt Kommentare ab, die mir zu schaffen machen und die Situation nicht einfacher machen.

5. Hast du das Gefühl, dass du dich wegen deiner Essstörung besonders isolierst?

Nein, eigentlich nicht. Außerhalb kann ich mich gut anpassen. Nur eben zu Hause nicht.

Das einzigste, wo ich zwischendurch mich wirklich isoliere ist, wenn mein Körperhass zu groß wird und ich mich nur noch FETT fühle. Dann meide ich das Schwimmbad und auch andere Dinge.

6. Gehst du offen mit deiner Essstörung um, sprichst du darüber?

Zum Teil ja, zum Teil nein, weil es doch keiner verstehen würde. Verständnis bekommt man nur von denen, denen es selbst so geht. Die wissen, wie schwer es ist aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Mein Mann ist absolut schlank, sogar an der Grenze zum Untergewicht. Er kann essen was er möchte und nimmt nicht zu. Er versteht es nicht, wenn ich mich zwischendurch kasteie und auf alles Verzichte und dann mir wieder unnötig Kalorien hineinschaufel.

Andere versuchen einen immer wieder dazu zu bringen Süßes und co zu essen und das kann dann zum Problem werden, wenn man gerade wieder versucht ohne Fressattacke zu leben.

Folgeerscheinungen von der Adipositas hatte ich zum Glück nie wirklich. Okay, ich hatte eine Insulinresistenz (Vorstufe vom Diabetes mellitus Typ 2), aber auch diese hat sich wieder normalisiert.

8. Was glaubst du, haben Eigenschaften der Essstörung mit den Eigenschaften der BPS gemeinsam?

Beides ist ein Teufelskreis, aus dem man es schwer hat auszubrechen. Bei Borderline sind es die Gefühle, die eine hohe Anspannung machen und die „Selbstverletzung“  versucht einem von den Gefühlen und der Anspannung runter zu hohlen. Danach kommt aber die Schuld und die Scham, die alles wieder von Neuem beginnen lässt.

Bei der Essstörung sind es auch die Gefühle, die mich dazu zwingen zu futtern. Ich will diese Gefühle wegfuttern. Danach kommt auch der Selbsthass, die Schuld, etc. die wieder an den Gefühlen nagt.

Auch sind beide Erkrankungen sehr stigmatisiert. Und schambehaftet.

 

Mobbing – altes holt mich ein

Hülfe! Hülfe!!!

Heute ist mal wieder ein heftiger Tag und ich versuche es mit fressen zu kompensieren. All das alte das gerade wieder zum Vorschein kommt.

Ich war Mobbingopfer. Mehrfach. Angefangen dezent im Kindergarten bis hin zur Realschulzeit und auch im Berufsleben schon mitgemacht.

Und nun? Nun ruft die Schule meiner Tochter an und berichtet, das sie und ihre Freundin ein Kind mobben. Es wurde nicht das Wort in den Mund genommen, aber genau das habe ich verstanden. Mobbing, Gewalt, Mobbing, Gewalt,… immer und immer wieder.

Gesagt wurde das nicht, aber mein Hirn und meine Emotionen haben sich darin erhängt!

Ich merke wie ich da in ein Ohnmachtsgefühl rutsche. Nicht mehr weiß was ich sagen und tun soll. Das einzig gute an der Sache war, das das ganze gestern die Lehrer erfahren haben vom „Opfer“ und meine Tochter mir das gestern bruchstückenhaft erzählt hat.

Ich bin nicht stolz. Nein! Was bin ich nur? Ich bin schockiert, enttäuscht, verärgert, Scham erfüllt, hilflos und ich fühle mich schuldig! Schuld, Schuld, Schuld kreist in meinem Hirn. Und ich fühle mich gelähmt, hilflos und ohnmächtig!

Ich fühle mich schuldig, das meine Tochter dabei mitmacht und ich sie nicht so erzogen bekommen habe, das das mal gar nicht geht. Sie sagt zwar immer wieder, das ihre Freundin die Ideen hatte und sie nur dabei war, aber ich weiß nicht was ich glauben kann und was nicht? Kann ich ihr vertrauen? Kann ich es nicht?

Als Mutter möchte man einerseits sein eigenes Kind schützen, aber auch der anderen Seite, wenn sie es war – wie bringe ich sie dazu es nicht mehr zu tun?

Es heißt ja so schön. Gib kleinen Kindern Wurzeln und großen Flügel, ist aber leichter gesagt als getan. Vor allem, wenn man seinem Kind nicht das weiter geben möchte, wie und was man  früher erlebt hat.

Ich brauche Sicherheit und Harmonie und das Gefühl nicht alleine zu sein / da zu stehen. Und nun? Alles ist gerade aufs Mal verpufft. Steh gerade vor nem Trümmerhaufen und bin am Sortieren und Retten.

KONFLIKT im INNERN und ÄUßERN!

Konflikte bringen mich aus der Balance. Ins Abseits. In die Krise. Ausmaß unbekannt. Ausmaß variabel.

SCHOKOLADE, Essen, viel Essen, ja das ist mein Seelentröster. Innerlich schreit es in mir und ich fühle mich hilflos. Hilflos, Allein gelassen, nicht verstanden, nicht geholfen, wieder einmal allein mit all dem Scheiß.

Andere dysfunktionale Gedanken sind da, sie können zum Glück noch gut durch Essen kompensiert werden, aber wie lange?

Was haben die Kinder angestellt? Sie haben das andere Mädchen gezwungen um dazuzugehören Papier aus der Toilette zu fischen. Das ist wohl das krasseste. Aber auch Dinge von ihr zu verlangen „du musst so und so oft die Stufen rauf und runter laufen, weil ich Prinzessin bin“ kamen,…

Was ist die Konsequenz von der Schule an die Mädels? Das geht zum Schulleiter. Wenn nochmals was vor kommt in dieser Art, egal ob mitgemacht oder allein gemacht kommt es zum Schulausschluss und es wird Aktenkundig. Bei erneutem Vorfall kommt es zum Schulverweis. – *Klatsch* das saß. Bin schockiert und schiebe Panik. Was ist wenn sie sich wieder bereden lässt mitzumachen und sie erwischt wird und die andere nicht? Was ist wenn???

Wir sollen zu Hause drüber reden. Als Konsequenz hab ich mir überlegt das sie heute nicht ins Schwimmbad darf und so auch nicht ihre Freundin sehen darf. Wir sprechen heute über Mobbing,  Gewalt, Androhen, Ferundschaft,… Sie soll sich eine Wiedergutmachung überlegen.

Was ist aber, wenn sie heute einsichtig ist, sich entschuldigt und das ganze wieder von vorne los geht? Was ist dann?

CHAOS, ANGST, PANIK…

vermischt mit WUT , GROLL,… und alten Erinnerungen…

Selbsthilfe durch Bücher

In meinem letzten Beitrag (hier) wurde ich gefragt, welche Bücher mir geholfen haben.

Nur auf die Borderline und Depressions Seite betrachtet habe ich hier paar Bücher, die ich euch zeigen möchte:

Mein allererstes Buch, das ich mir kaufte, als Ärzte und das Therapeuten Team mir Borderline um die Ohren schlugen war dieses Buch:

Produkt-Information

Hier sind die Grundessenzen der Störung der gut beschreiben.

– Symptome

– Verlauf der Krankheit

– Ursachen

– störungsspezifische Therapien

– BL und Familie

– BL und Partnerschaft

Es half mir zu sehen, was ich so habe und welche Ansätze für mich evtl. die richtigen sind.

Mein absolutes Lieblingsbuch <3:

, leider wohl nur noch gebraucht erhältlich.

Es war ein Schockerlebnis aber auch so viel Mut und Wärme. Ich hatte so oft das Gefühl das sie über mich schreibt. Marion Rößler spricht die Themen an, die auch bei mir zutreffen. Depression, postnatale Depression, Trauma, Essstörung, Borderline.

An ihr sehe ich, das es ein Weg gibt. Ein Leben mit BL und Depression und allem weiteren zu Leben und nicht drunter zu leiden, sondern zu profitieren aus dem Erlebten und sogar anderen Mut machen auch selbst ihren eigenen Weg zu suchen und zu finden. Sie ist auch Mutter, was mir hinsichtleich meiner Mutterrolle gut tat!

Ein weiteres gutes Buch fand ich :

Auch hier sehe ich viele Paralelen, v.a. Glaubensparallelen, Parallelen zur (Ursprungs-) familiengeschichte, das Fehlen von Wärme, Geltung, Akzeptanz und Unterstützung und eben psychische Erkrankung der Eltern; Gedanken die Therapie abzubrechen; Mutter sein.

Dann habe ich das Buch gelesen:

Was mich sehr motivierte trotz bereits 5 monatigem Klinikaufenthalt nochmals 14 Wochen Klinikaufenthalt und getrennt sein von meiner Tochter auf mich zu nehmen um hoffentlich aus diesem Teufelskreis heraus zu kommen.

In dem Buch geht es um Erfahrungsberichte mit DBT. Interessant war für mich, das ich eine Exzimmerkollegin in der Erzählung wiedererkannte 😉

Ein sehr dünnes Buch, v.a. für Angehörige was gut ist:

Das hat meine Therapeutin geschrieben 😉

Und zu guter letzt – noch 4 Bücher, die eher die Behandlung / Veränderung/ Therapie betreffen

v.a. die CD ist sehr zu empfehlen. Das ist das Werk mit dem ich mich seit 2010 beschäftige. Ich hab noch die erste Auflage.

Produkt-Information

Das ist mein Buch was ich zu dem von Bohus nutze. Zum Teil ist es das gleiche, zum Teil ergänzen sie sich perfekt.

Produkt-Information

 

Ein gutes Buch wenn es um DBT und Essstörung geht ist:

Produkt-Information

Es gab 2013 mal eine Phase wo ich dachte, das die Essstörung überhand nimmt, Selbstverletzung hatte ich dank DBT gut im Griff, nur kompensierte ich das dysfunktionale Verhalten immer öfter mit Essen oder nicht essen. Ich dachte bereits über ein Klinikaufenthalt mit DBT und Essstörung nach. Meine Ärztin aus der Klinikzeit empfahl mir dieses Buch. Schwupp di wupp sind 30 Kilo unten. Sicher ist die Esstörung noch nicht besiegt, aber ich habe sie ganz gut im Griff und auch meine Essanfälle sind wie die Selbstverletzungen deutlich weniger geworden.

 

Ich hab noch einige mehr Bücher. Ihr dürft gerne fragen wenn euch irgendein Bereich besonders interessiert. Ich gebe Auskunft.

 

Borderline Verhalten – mal wieder mehr (denn je!?)

Im  Moment weiß ich auch nicht so recht was los ist mit mir, bzw. bin ich enttäuscht, das wieder mehr Symptome der Borderline Störung in den Vordergrund treten. Dachte echt zwischenzeitlich das ich den Mist bald los hab – abgeschüttelt oder so! (Klar weiß ich das das Quatsch ist, aber war halt so Wunschdenken).

Jedenfalls sieht man es mir wohl an, das es mir gerade nicht so gut geht. Werde öfters drauf angesprochen und vor der Psychiaterin konnte ich es auch nicht verbergen. Ich weiß selbst nicht. Mir ist alles zu viel, bin so schnell gereizt, so schnell erschöpft, ein HB Männchen,…

Wie oft denke ich mir wie schön es wäre auch „Medikinet“ zu haben um einfach mal etwas strukturierter zu sein. Ich hasse mein inneres und äußeres Chaos! Es stresst mich gerade alles. Der Tagesablauf ist so noch recht neu. Mache gerade so gut wie die komplette Woche Urlaubsvertretung – somit fast täglich Dienst und dann eben noch Kind, Hausaufgaben, Haushalt und co.  Ich bin platt.

Dann kommt noch hinzu, dass mein Wecker um 4 Uhr das erste Mal klingelt, das mein Mann nicht verschläft  – er ist noch in der Probezeit. Dann bin ich endlich eingedöst, dann bimmelt unser Wecker.

Steh gerade wieder unter Dauerstrom und schaff es gerade nicht runter zu fahren. Fühl mich gerade im Hamsterrad, obwohl es kein Grund gibt sich so zu fühlen, hatte schon viel stressigere Zeiten. Alles wäre / ist gut planbar und doch bringt mich alles ins wanken.

Doof wenn man mit sich und dem Ist Zustand nicht zufrieden ist. Und das gelernte gerade so weit weg erscheint und man ohnmächtig dasteht und nicht will, nicht kann!!! Ich hasse solche Zustände!!!

Ich habe wieder vermehrt Schneiddruck. Zudem steh ich da aber unter Druck (selbstgemacht) weil ich zum Betriebsarzt sollte und der ja nichts feststellen soll! Nicht das er mich als psychisch krank abstempelt und ich irgendein Verbot kassiere. Aber der Druck, die Sehnsucht ist sehr groß. Hätte nicht gedacht, das es mir nochmals sooooo viel ausmacht. Auch merke ich, das durch diesen Druck und das Ankämpfen mein Verlangen nach „ungesundem“ Essen wieder größer wird. Ich könnte futtern, futtern, futtern!

Das macht mich alles so traurig und hilflos. Ich möchte flüchten in eine „andere“ Welt. Andere Gedanken und Gefühle und ich weiß es geht nicht! Gerade habe ich wieder das Gefühl ich steh vor einem nicht überwindbarem Berg, den ich nie und nimmer bewältigen kann.

Ich will alles alleine schaffen, will nicht erzählen was mir sorgen macht, mich bedrückt, weil ich es nicht kann. Und dann wieder zu sehen, das gewisse Leute doch merken das etwas mit einem nicht stimmt. Obwohl ich dachte, das meine Maske perfekt sitzt!?

Das war ein Faustschlag ins Gesicht, ein Wachrütteln in die Realität, in meinen Ist-Zustand, was mir mein Gewicht wohl auch wiederspiegelt! Mein Gewicht bleibt seit einigen Wochen bei +- 97 Kilo. Das ist echt zum Kotzen!

Meine Psychiaterin hat heute das Antiodepressiva unter Diskussion mit mir und meiner Panik vor Erneuter Gewichtzunahme auf 225 mg erhöht. Sie meinte, damit ich wieder Energie schöpfe. Recht hat sie, aber das eingestehen fällt mir schwer. Fühle mich wieder als Versager auf der ganzen Linie. Schuld, Scham, Wut, Ärger- auf mich! – die ganze Bandbreite ist wieder da!

Scheiß Emotionen ich will sie nicht!!!

 

Komorbiditäten – was habe ich davon

Was sind Komorbiditäten?

Als Komorbidität oder Begleiterkrankung (engl. comorbidity) werden in der Medizin ein oder mehrere zusätzlich zu einer  Grunderkrankung(Indexerkrankung) vorliegende, diagnostisch abgrenzbare Krankheits- oder Störungsbilder bezeichnet (Doppel- oder Mehrfachdiagnose). Komorbiditäten können, müssen aber nicht – im Sinne einer Folgeerkrankung – ursächlich  mit der Grunderkrankung zusammenhängen. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Komorbidit%C3%A4t

Viele Menschen, die Borderline haben, haben noch andere Begleiterkrankung. Je nach dem wie viele das sind, ist die Diagnostik zum Teil recht schwierig.

Ich wurde mit einer schweren depressiven Episode im Dezember 2010 eingewiesen. Erst gegen Ende des 5-monatigen Aufenthalts wurde auch noch Borderline diagnostiziert.

 Ich habe zu meiner Grunderkrankung emotional instabile Persönlichkeit – Borderline Typ auch Begleiterkrankungen. Das sind bei der Entlassung 2012 folgende gewesen:

Rezidivierende depressive Episoden

z. N. Benzodiazepinabhängigkeit

v.a. ADHS im Kindesalter mit Residualsymptomatik im Erwachsenenalter

Essattacken bei anderer psychischer Störung

PCOS

Adipositas permagna

Arterielle Hypertonie

Allergisches und Belastungsasthma

Welche Komorbiditäten sind auch heute – 2014 noch vorhanden – wie geht es mir aktuell damit?

Noch „zu kämpfen“ habe ich mit: den depressiven Episoden. Sie sind jedoch nicht mehr stark ausgeprägt. Ich kann mit ihnen ganz gut umgehen. Auch bin ich immer noch mit Antidepressiva eingestellt. Da sind wir aber am ausschleichen.

Mit den „Benzos“ habe ich zum Glück nichts mehr am Hut. Auch habe ich wirklich nur noch in hammermäßigen Krisen das verlangen danach. Aber auch da weiß ich mit umzugehen.

Der ADHS / ADS Verdacht macht mir öfter zu schaffen weil einfach Chaos herrscht. In mir, wie um mich herum. Ich habe mühe mich zu strukturieren, Dinge fertig zu machen, an Dingen dran zu bleiben. Mein „Perfektionismus“ und mein „viel“ spielen da auch eine große Rolle.  Ich versuche es zu akzeptieren. Es fällt mir aber noch sehr schwer.

Bei den Essattacken / Adipositas gab es eine sehr gravierende Veränderung. Ich habe in den fast 2 Jahren 48 Kilo abgenommen und ich habe endlich das Gefühl – ich habe es im Griff. Die Essattacken, die ich nun hin und wieder habe sind „nichts“ im Vergleich zu früher. Auch die Eingruppierung bei Adipositas ist eine ganz andere. Von Grad 3 zu Grad 1 !!! (Dazu mehr in meinem Blog über die Essstörung / Abnehmen – könnt euch bei mir melden dann geb ich euch den Link)

Mein PCO und die Insulinresistenz haben sich dank Metformin auch gebessert. Mein Zyklus ist wieder regelmäßig. Auch meine Blutwerte sind um einiges besser.

Bluthochdruck habe ich noch – aber auch da wurde an den Medikamenten etwas verändert. Die Wassertablette ist seit einem viertel Jahr raus. Das Blutdruckmedikament brauche ich aber noch.

Asthmatische Beschwerden habe ich eigentlich fast ausschließlich noch in der Pollenzeit. Sonst gibt es da kaum noch Auffälligkeiten.

Wie ihr sieht hat sich auch hier vieles zum Positiven verändert 🙂

 

Was können andere Komorbiditäten zu Borderline sein?

–  Drogenmissbrauch, Alkoholmissbrauch anderer Substanzmissbrauch

–  Posttraumatische Belastungsstörung

–   Magersucht

–  Ess- und Brechsuch

–  Binge Eating

–  Suizidalität

–  Angststörung

–  Dissoziative Störung

–  Schlafstörungen,…

Ich hab ein Buch, ich hab ein Buch…

… ich hab ein Buch!

So gefreut hab ich mich schon lange nicht mehr. Bin ja gerade ziemlich gefrustet wegen meinem Gewicht und meiner Adipositas. Habe mir da echt Gedanken gemacht, weil ich das nicht wirklich im Griff habe und gerade sich der ganze Stress, die ganzen Emotionen sich wieder als Gewichtsmasse breit machen.

Habe mir verschiedene Meinungen eingeholt, Kliniken im Netz (v.a. Prien am Chiemsee) angeschaut und auch mit meiner Ärztin, die ich in der stationären DBT Therapie hatte gespochen. Sie hat mir auch das Buch „Therapie der Essstörung durch Emotionsregulation“ von Valerija Sipos und Ulrich Schweiger empfohlen, was ich nach Internetrecherchen nun auch besorgt habe.

Ich bin richtig begeistert. Ich glaube, das ich damit sehr gut arbeiten kann. Es ist auch auf den DBT Bausteinen aufgebaut. Und DBT liegt mir ja ganz gut.Bin mal gespannt was meine Therapeutin dazu sagt.

Werde sicher auch darüber hier berichten…

Über mich & Komorbiditäten

Borderline und Komorbiditäten

1.Welche Komorbiditäten hast du?
· Depression
· Benzodiazepinabhängigkeit derzeit abstinent
· Ängste
· Essstörung / Adipositas
· ADS / ADHS

2. Wann wurden die Komorbiditäten diagnostiziert? Zusammen mit Borderline oder eher/später?
2007 wurde ich auf meinen Wunsch gegen eine depressive Episode und Ängste mit einem AD behandelt.
2010 kam ich wegen einer schweren Depression in die Klinik. Dort wurde dann die Benzodiazepinabhängigkeit diagnostiziert und 4 Monate später – noch während des Klinikaufenthaltes – wurde Borderline diagnostiziert.

3. Haben die Komorbiditäten sich geändert im Laufe der Zeit?
Ne, bzw. die Ängste sind durch Lyrica ganz gut im Griff. Und durch meine ganze Latte an Medikamenten merkt man mein ADS / ADHS auch nicht wirklich viel.

4. Was hast du dafür getan das sie sich verändert haben? Therapie

5. Welche Strategien hast du erlernt/ Was ist dein bester Skill?
Ich denke die DBT bringt mir diesbezüglich recht viel.
Achtsamkeit hilft mir zu erkennen, wenn es mir zu viel wird. Mit Achtsamkeit schaffe ich es auch aus Panikattacken raus. Ich schaffe es dadurch mich nicht fest an meine Körperwahrnehmungen zu haften, sondern meinen Blick nach außen zu richten.
Auch kann ich durch die DBT ab und an mal was sehen, das positiv läuft.
Auch hilft mir der Skill „radikale Akzeptanz“ mich nicht in negativ Spiralen zu verstricken, die nur unnötig Kraft kosten.

6. Kannst du Kontrollverluste frühzeitig abwenden?
In der Regel schon, außer wenn mich ne üble Panikattacke nachts erwischt. Da geht es dann nur noch um Schadensbegrenzung.
Auch schaffe ich es bei Medikamentenreduktion selbst gut festzustellen, wenn etwas so nicht geht. Merke wenn ich depressiv, oder wegen den Ängsten vermehrt einbreche.

7. Wie reagiert deine Umgebung auf deine Komorbiditäten?
Ganz okay. Ich gehe relativ offen damit um. Es gibt kein anderer Umgang wie bei Borderline.

8. Wo ist für dich die Grenze zu sagen, das Symptom gehört noch zum Borderline oder ist schon eine Komorbidität?
Hm? Ich glaube das ist schwierig. Deshalb werden sicher manche Komorbiditäten zuerst erkannt und dann erst die Problematik der Borderline Störung.
Wichtig ist doch nicht unbedingt die Grenze, sondern, das man das, was einen belastet auch durch Therapie / Medikamente angegangen werden kann. Ich denke aber das Betroffene vielleicht mit der Diagnose Depression, oder Ängste,… besser leben können, als mit der Diagnose Borderline. Ich finde das Borderline immer noch heftiger stigmatisiert ist wie Depression oder Ängste oder so!

Quelle: – Thema des Monats August
Forum: http://borderline-selbsthilfeforum.com/board3-internes/board152-thema-des-monats/

Voll gefressen – voller Essen – voller Frust…

Im Moment bin ich nur am Fressen. Immer stimmt auch nicht aber oft. Und wenn dann auch so extrem, das ich es mir schon richtig schlecht ist. Versteh mich da nicht, wieso ich mein Scheiß doofes Gewicht nicht im Griff habe. In Null Komma Nichts waren aus den 30 abgenommenen Kilos nicht einml mehr 20 Kilo. Es sind gerade noch 19,4 läppische Kilos. Und mein Ess, bzw. Fressverhalten demotiviert nur noch weiter. Immer schön eins auf den Selbstwert.

Wieso bekomm ich es nicht in Griff? Klar ich Versager, die sowieso nichts auf die Reihe bekommt und meint (laut meiner Oma) die Psychotherapie wird mich nicht heilen – solle gescheiter an Gott und die 10 Gebote glauben – wuuuuaaaaa!!!

Gott gut und recht. Klar gibt es ihn, aber leider ist meine Beziehung zu ihm ziemlich versaut worden und das durch meine Eltern und ihre ober strenge Religions-/ bzw. Glaubenserziehung. Ich kann das eben nicht so – zu viele Verstrickungen, aber das heißt noch lange nicht, das mir deshalb die Therapie nichts bringt. Ich lerne mich immer besser kennen und verstehen und das ist nichts!? Ich weiß auch nicht.

Ist eben gerade wieder viel. Ständig auf das Thema Glaube gelupft zu werden und mich rechtfertigen zu müssen, den Frust mit meinem Gewicht, diese symbiotischen Verstrickungen mit meinen Eltern, die sich nicht lockern lassen, der Stress / Zoff mit meiner Tochter, die vielen Müssens, die abgearbeitet werden wollen,…