Aktueller Stand der Dinge

Hallo zusammen,

Es tut mir echt leid das ich mich gerade so rar mache. Aber es ist gerade viel. Zu viel! So oft wie ich in den letzten Tagen in Tränen ausgebrochen bin gab es so gut wie noch nie. Ich fühle mich überfordert! Ja das kann man sagen. So viele Baustellen, die mir meine Energie rauben…

Wo fange ich an? Angefangen hat alles im Endeffekt schon bevor mein Mann ins Krankenhaus musste.

Zum einen habe ich aktuell immer noch um die 100 wenn nicht mehr Überstunden bei 75% (30h- Woche). Dann ist mein Vater in Reha und wird auch verlängert und ich das einzige Kind hier in der näheren Umgebung (30 min) wo nach meiner Mutter schauen kann.

Vorsicht Trigger!!!: Am Abend vor der OP von meinem Mann habe ich ganz spät abends erfahren das sich meine Nachbarin das Leben genommen hat. Das war ein richtig übler Schock, zum einen weil ich mich in ihre Situation hinein versetzen konnte, da sie die gleichen Diagnosen hat wie ich, zum anderen nun auch die andere Seite so krass mitbekomme, da sie auch ein Kind hat was nun ohne Mutter aufwachsen muss,…  Und ständig seh ich ihre Wohnung, ihr Auto,… weil sie wirklich direkt daneben wohnte!

Auch die Sorgen um mein Mann. Geht alles gut? Am OP Tag stand ich wieder mal völlig neben mir! Ich konnte nicht sitzen, ich musste was tun, aber Konzentration hatte ich auch keine. Dann nicht zu wissen wie es gelaufen ist… Erst spät abends konnte ich nach mehreren Irrläufern mit meinem Mann ganz kurz telefonieren, wobei ich dort auch gemerkt hatte, das er starke Schmerzen haben muss…

Der Tag nach der OP musste ich erstmal arbeiten. Nachmittags sind wir zu ihm. Auch da hatte er noch massive Nervenschmerzen, was sich jedoch im Verlauf etwas gelegt hat. Er kann nun wieder laufen aber Schmerzfrei ist er noch lange nicht. Da geht dann wieder bei mir das Kopfkino – wird alles gut? Wie lange muss er noch dort bleiben?,…

Und dann hier der Alltägliche Wahnsinn in dem ich immer wieder zusammen breche (psychisch). Angefangen  von Wasserpumpe die im Keller kaputt ging und uns Grundwasser in Keller drückt. Ich hatte davor mit Pumpe und co. noch nie was am Hut. Jetzt musste ich. Also, alte Pumpe raus, außeinander bauen, neue montieren. Das nächste Übel ist der viele Schnee. Anfangs noch mehr matschig und schwer, inzwischen große Mengen an Pulverschnee. Habe versucht die Schneefräse zu starten. Fehlanzeige, Motor würgte immer wieder ab. Also alles von Hand. Und unsere Grundfläche um das Haus ist leider nicht klein! Inzwischen habe ich mich nochmal dran gewagt. Inzwischen habe ich verstanden wie ich sie zum Laufen bekomme. Gott sei Dank. Denn heute Nacht hat es nochmal locker 30 cm wenn nicht mehr Neuschnee hingehauen. Auch das ist noch nicht alles. Wir heizen nur mit Holz. Da muss ich täglich auch mehrere Körbe holz in Keller tragen. Und dann sind da auch noch die ganzen Telefonate die nach meinem Mann fragen, Kind, Tiere, Haushalt und auch das Arbeiten. Abends bin ich immer so fix und alle das ich zur gleichen Uhrzeit wie unsere Tochter schlafen gehe.

Ich hoffe ihr habt es Verstanden, da es doch recht viel in der kurzen Zeit war. Erst heute kam ich mal dazu den Christbaum auf den Speicher zu räumen und wieder etwas aufzuräumen. Bei dem Wetter (viel Schnee) wollte ich nicht noch durch die Gegend fahren, ich hoffe meine Mutter war nicht traurig. Und da ist das nächste Problem. Sie kann leider keine Gefühle zeigen. Und ich fühle mich schuldig weil ich abgesagt habe.

 

 

Unruhig, gestresst,…

Im Moment fühle ich mich nicht wohl. Angefangen hat alles mit dem Unfall meines Mannes letzten Montag und seit dem ist innerlich bei mir gerade wieder Chaos angesagt.
Seit Montag bin ich heißer und meine Stimme will nicht wieder kommen. Seit gestern nun auch das Gefühl das Fieber kommen will aber nicht durchkommt und Kopfschmerzen ohne Ende.
Wollte für jemanden nen Nachtdienst gestern übernehmen. Fühlte mich nicht in der Lage dazu. 
Dann gibt es ein Konflikt auf Arbeit weswegen wir nun auch Supervision haben was mich auch stresst. Ich sehe bis jetzt keinen Fortschritt und ich hasse Konflikte wie ihr sicher schon oft hier gelesen habt. Aber es kommt nur von dem einen: das war ich nicht, das war nicht so, das habe ich so nicht gesagt,..  Zum davonlaufen wirklich. Ist ja klar das 8 Leute sich alles einbilden gell!? Passt eben gerade zum Krank sein auch noch schön da die ganze Woche voll ist. Morgen arbeiten und Therapie ( ja auch das, meine Therapeutin meinte es wäre mal wieder Zeit, aber ich hab eigentlich immer noch kein Kopf für, weil gerade alles zu viel!) Dienstag Supervision und dann mittags arbeiten. Mittwoch nachmittags arbeiten. Donnerstag morgens Diagnostik mit meiner Tochter, mittags arbeiten, abends Smovey Kurs. Freitag 10 Stunden Dienst. Und das alles ohne Stimme. Klasse!?

Die Sorgen wegen dem kaputten Auto. Leihwagen kostet ab morgen für 10 Tage 300 Euro. Und die Woche brauch ich wirklich mein Auto. Der eine Gutachter meinte es sei Totalschaden. SCHOCK! Woher das Geld nehmen!? Jetzt muss mein Mann hinterher telefonieren, denn es kam vor paar Wochen erst ein neuer Motor rein, dann sieht das von den Kilometern schon anders aus. Auch das liegt ziemlich dick hier in der Luft und stresst.

Möchte mich eigentlich nur verkriechen und nichts mitbekommen. Gerade alles zu viel!

Auswirkungen bei meiner Tochter durch den langen Klinikaufenthalt

Was sich gerade enorm bei meiner Tochter herauskristallisiert ist ein schweres Verlusterlebnis durch meine zwei langen Klinikaufenthalte.

Bei meiner akuten Einweisung Ende 2010 war sie gerade mal 4 Jahre alt.

Sie klammert sehr an mir und hat massiv Schwierigkeiten Kontakte zu anderen zu knüpfen.

Im Juli stand nun auch der erste Landschulheim Aufenthalt bevor. Das beschäftigte sie schon Wochen davor.  Sie ging auch ohne große Probleme mit jedoch bekam sie recht schnell Heimweh. Die Lehrer versuchten sie immer wieder aufzuheitern, jedoch gelang es ihnen nicht. Meine Tochter verweigerte dort das Essen. Anstelle von Akzeptanz

der Lehrer erntete sie Drohung von Strafarbeit.
Jetzt ist es so das sie nirgends mehr lange hin will. Nicht mal für paar Stunden. Bei der letzten Ergotherapie hat sie sogar erbrochen weil sie sich so reingesteigert hat.

Sie sagte erst vor paar Tagen das sie Angst hätte das ich sterben könnte wenn sie weg wäre. Das hat mich ganz schön geschockt!

Ich weiß nicht wie ich ihr die Angst nehmen kann und ich fühle mich so was von schuldig, weil ich sie so lange alleine ließ. Nur ohne Klinikaufenthalte wäre es definitiv nicht gegangen!

Noch im August habe ich einen Termin bei einer Kinderpsychologin. Ich werde sie wegen den schulischen Problemen testen lassen. Ich hoffe ich finde auch ein Therapieplatz für sie, daß sie es schafft die Ängste loszuwerden.

Down

Heute ist so ein Tag den ich gerne streichen möchte. Heute spielen Engelchen und Teufelchen wieder Ping Pong in meinem Hirn.

Heute hätte nicht viel gefehlt das Teufelchen, besser gesagt mein krankes ICH gesiegt hat. Viel hat nicht mehr gefehlt. Wie ich mich jetzt fühle?  Scheiße, richtig scheiße!

Inzwischen fühle ich kaum noch was. Leer. Alleine. Ohnmächtig. Ich weiß nicht was ich tun soll. Mir ist gerade alles zu viel.

Ich sehe das mir alles entgleitet und ich weiß nicht was ich tun soll. Auf Arbeit haben wir abartigen Personalmangel. Wir decken 24 Stunden täglich zu dritt ab. Wir sind erschöpft.
Kein Ende in Sicht, da Krankenstand nicht absehbar. Ostern steht vor der Tür, Kommunion. Jeder hat Kinder die Ferien haben.

Das nagt!

Wir legen schon die Dienste zusammen. Anstelle von Früh- und Spät gibt es nur Tagdienst mit 10 Stunden. Aber das reicht einfach nicht.

Dann zu Hause komme ich ins Chaos, es sieht aus wie eine Bombe eingeschlagen hätte und das obwohl mein Mann zu Hause war. Wenn ich dann echt schimpfe bekomme ich nur zu hören ich soll nicht rum schreien….

Was für ne Mutter ich wäre die so brüllt…

Bin halt mal wieder der Depp vom Dienst! Fußabtreter! 

Könnte gerade nur heulen.

Loch Hallo

Nicht wieder. Bitte nicht. Nicht schon wieder das Thema Tod! Ich mag nicht. Nicht jetzt. Nicht hier. Thema soll es nicht geben!

Wieso schon wieder? Wieso ist das alte so schnell wieder da? Durch die kleinsten Trigger?

Hab heute erfahren das ein sehr geschätzter Therapeut aus der stationären Zeit gestorben ist. 😦 Ich kann es nicht fassen…

Hab gerade das Gefühl das dadurch auch ein Stück Therapie weggebrochen ist 😦

Therapiemüde!?

Ich hatte das Thema schon mal (siehe hier: Therapiekoller) und so ähnlich ist es nun wieder. Nur dieses Mal habe ich es selbst als solche nicht realisiert, obwohl es auch schon paar Wochen so geht.

Meine Therapeutin sprach es beim letzten Mal an, als ich nicht so recht es geschafft habe Fragen zu beantworten. Ich merkte nur das sich innerlich etwas streubt aber ich wusste nicht was.

Seit der letzten Therastunde war es dann so, das mich das Thema nicht mehr in Ruhe lies und ich darüber nach dachte. Bin ich wirklich Therapiemüde? Will ich mit der Therapie aufhören? Ist mir was zu viel? Oder zu wenig? Liegt es an mir? Liegt es an der Therapeutin? Bin ich zu faul zur Therapie?

Fakt ist, ich bin im Moment recht schnell erschöpft. Ich habe wenig Zeit für mich. Was sich jedoch in der Schulzeit wieder ändert.

Ich wünsche mir mehr Zeit für mich.

Ich wünsche mir Ruhe.

Ich wünsche mir, das man meine Grenzen respektiert und nicht ständig „gefühlt“ überschritten werden. – Das hat aber nichts mit der Therapie zu tun, oder doch? Denn genau das ist glaube ich der Knackpunkt. Das Thema Glaubenssätze und Vergangenheit, Ursprungsfamilie, Abgrenzung gegen der Ursprungsfamilie.

Und so bald mir die Gefühle zu heftig, zu viel werden, dann versuche ich Mittel und Wege zu finden um zu FLÜCHTEN!

Sei es Flucht aus der Therapie in Form von Pause – wieder Gras über die Gefühle wachsen zu lassen in Form von Fettpölsterchen oder auch in Form von  Therapieabbruch- a la Schubladen schließen. (Was ich jedoch erst in der letzten Therapiestunde so gesehen hatte.- Damals ging es das erste Mal richtig in die Tiefe (Tod meiner Oma / Thema Sexualität wurde kurz drüber geblickt) mit der anderen Therapeutin und Schwubs war ich wieder im Selbstverletzungsmodus / und auch dann im „kein Vertrauen mehr“, und co. mich alleine fühlen, im Stich gelassen fühlen,…

Ich glaube ich habe Angst davor bei mir und meinen Gefühlen zu sein und zu bleiben! Solange es nur kurz ist und nicht zu intensiv, bekomme ich das inzwischen hin. Aber wenn es zu schmerzhaft und intensiv wird bin ich weg. Entweder in Form von Dissoziation oder in Kombination mit Aggieren und der Flucht.

Meine Vermeidungsstrategien? Thema wechseln, ablenken in jeglicher Form, Bücher lesen, mich mit Problemen anderer beschäftigen,… Nur nicht zu lange und zu intensiv sich mit mir selbst auseinander setzen.

Auch hatte ich gelesen, das es manchmal solche Phasen gibt, kurz bevor es einen Durchbruch gibt. Zurückblickend stimme ich dem zu. Und auch dieses Mal war wohl das der Fall. Die letzte Therapie-Stunde hat sehr viel in mir bewegt. Und ich hoffe ich komme endlich dem Kern etwas näher und kann dann irgendwann auch mal mit manchen Dingen abschließen.

Borderline & Essstörung

Borderline & Essstörungen

1. Hast du eine diagnostizierte Essstörung oder ein gestörtes Essverhalten? Wenn ja welche genau?

Ja, ich habe eine diagnostizierte Essstörung. Ich habe Adipositas. 2012 hatte ich noch Adipositas per Magna, einen BMI über 40, inzwischen tümpel ich zwischen Adipositas Grad 1 und 2 rum.

Auch Binge Eating habe ich als Diagnose. Da bei mir die Essstörung Phasenweise verläuft und ich entweder eben „Fressanfälle“ habe oder kontinuierlich zu viel und zu fett, zu kohlenhydratlastig.  Und dann gibt es wieder die „gesundere“ Seite, wo ich alles unter Kontrolle habe und schön an Gewicht verliere.

Mein Essverhalten ist sicher gestört. Da ich eben wie bereits oben ziemlich schwanke zwischen „gesunder, vollwertiger“ Ernährung,  Fressanfällen in denen ich mir viel ZUCKER, KOHLENHYDRATE und FETT reinschauefel und auch Phasen, in denen ich meine Lebensmittelauswahl sehr einschränke.

2. Glaubst du, dass die Borderline-Persönlichkeitsstörung eine Essstörung verschlimmert oder sogar begünstigt?

Naja, Borderline heißt ja auch emotional instabile Persönlichkeit. Bei mir begünstigt diese emotionale Instabilität die Essstörung. Wenn ich diese nicht hätte, hätte ich meiner Meinung nach auch keine Essstörung. Ich esse wenn mich seelisch irgendetwas stark belastet. Sei es Stress, Ärger, Angst,…

In Phasen, in denen es mir aus „Borderline Sicht“ „gut“ geht, habe ich eigentlich auch keine Probleme mit meiner Essstörung. Sobald es mir aus der Sicht jedoch schlecht geht, schlägt auch die Essstörung wieder gnadenlos zu.

Okay, inzwischen sehe ich die Zusammenhänge und kann dadurch bisschen was retten, nur leider eben noch nicht alles. 

3. Gehst du wegen deiner Essstörung in Therapie? (Stationär oder Ambulant)

Ich gehe nicht wegen der Essstörung eigentlich zur Therapie, sondern wegen Borderline, Depression und co., aber klar wird auch das angegangen, weil ja alles doch irgendwie zusammenhängt.

Ich bin in ambulanter Therapie, hatte jedoch auch schon mal überlegt nach Prien zu gehen, da ich die „Selbstverrletzung“ zeitweise durch „Fressen“ auslebte und mir die Skills aus der DBT Therapie nicht geholfen hatten.

Auch war ich schon in 2 Mutter Kind Kuren. Die 3. steht an. Schwerpunkt ist jedoch diesmal ein anderer.

4. Wie genau beeinflusst die Essstörung deinen Alltag?

Im Moment ist sie wieder sehr präsent und begleitet mich vom aufwachen bis zum Bettgehen. Auch kann es hin und wieder passieren, das ich sogar nachts aufstehe und was Esse um meine unangenehmen Emotionen zu unterdrücken. 😦

Auch den Familienalltag beeinflusst sie, da meine Tochter mir Dinge abschaut und nachahmt, was ich total schlimm finde. Aber auch mein Mann gibt Kommentare ab, die mir zu schaffen machen und die Situation nicht einfacher machen.

5. Hast du das Gefühl, dass du dich wegen deiner Essstörung besonders isolierst?

Nein, eigentlich nicht. Außerhalb kann ich mich gut anpassen. Nur eben zu Hause nicht.

Das einzigste, wo ich zwischendurch mich wirklich isoliere ist, wenn mein Körperhass zu groß wird und ich mich nur noch FETT fühle. Dann meide ich das Schwimmbad und auch andere Dinge.

6. Gehst du offen mit deiner Essstörung um, sprichst du darüber?

Zum Teil ja, zum Teil nein, weil es doch keiner verstehen würde. Verständnis bekommt man nur von denen, denen es selbst so geht. Die wissen, wie schwer es ist aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Mein Mann ist absolut schlank, sogar an der Grenze zum Untergewicht. Er kann essen was er möchte und nimmt nicht zu. Er versteht es nicht, wenn ich mich zwischendurch kasteie und auf alles Verzichte und dann mir wieder unnötig Kalorien hineinschaufel.

Andere versuchen einen immer wieder dazu zu bringen Süßes und co zu essen und das kann dann zum Problem werden, wenn man gerade wieder versucht ohne Fressattacke zu leben.

Folgeerscheinungen von der Adipositas hatte ich zum Glück nie wirklich. Okay, ich hatte eine Insulinresistenz (Vorstufe vom Diabetes mellitus Typ 2), aber auch diese hat sich wieder normalisiert.

8. Was glaubst du, haben Eigenschaften der Essstörung mit den Eigenschaften der BPS gemeinsam?

Beides ist ein Teufelskreis, aus dem man es schwer hat auszubrechen. Bei Borderline sind es die Gefühle, die eine hohe Anspannung machen und die „Selbstverletzung“  versucht einem von den Gefühlen und der Anspannung runter zu hohlen. Danach kommt aber die Schuld und die Scham, die alles wieder von Neuem beginnen lässt.

Bei der Essstörung sind es auch die Gefühle, die mich dazu zwingen zu futtern. Ich will diese Gefühle wegfuttern. Danach kommt auch der Selbsthass, die Schuld, etc. die wieder an den Gefühlen nagt.

Auch sind beide Erkrankungen sehr stigmatisiert. Und schambehaftet.

 

Das kleine Gefühle

Das kleine Gefühl
Es war einmal ein kleines Gefühl. Dieses Gefühl war ganz neu auf dieser großen Welt und wusste noch gar nicht so recht wer es war, was es war, geschweige denn, wo es hingehörte. Man muss nämlich wissen, dass Gefühle einfach geboren werden, ganz ohne Bestimmung. Erst ganz langsam wachsen sie, gewinnen an Kraft, Stärke und Macht mit der Zeit.
Das kleine Gefühl war ziemlich orientierungslos. Es stolperte durch das was man Leben nennt und beobachtete die vielen anderen Gefühle. Als erstes traf es die Angst. Angst war sehr unruhig immer wieder blickte es hektisch von rechts nach links. „Ich habe keine Zeit für dich kleines Gefühl,“ sagte es „ich bin auf der Suche nach einem Wesen, bei dem ich mich einnisten kann. Ich muss mir dieses Wesen ganz genau aussuchen, denn ich brauche viel Platz zum bestehen. Wenn ich das Wesen ganz eingenommen habe, ist meine Arbeit getan und ich muss mich sofort auf die Suche nach einem neuen Opfer machen.“
Das kleine Gefühl erschrak. Nein, das wollte es nicht. So wollte es nicht sein.
So zog es weiter und versuchte die Angst zu vergessen. Plötzlich kreuzte der Mut den Weg. „Komm mit kleines Gefühl, ich mache dich groß und stark, viel größer und kräftiger als es die Angst je sein wird. Du wirst alle Wesen dieser Welt inspirieren und ihnen zeigen was die Welt kostet, in dir wird soviel Energie wachsen, dass du alles im Leben erreichen kannst. Schau mich an. Ist das ein Bild? Ich bin wer!!!“
Das kleine Gefühl schüttelte nur verständnislos den Kopf und ließ den Mut einfach stehen. Schön, es wäre schon gut mutig zu sein, aber immer und überall alles auf eine Karte setzen? Ohne Rücksicht??? Das gefiel dem kleinen Gefühl nicht. Eine Mischung aus Angst und Mut,…, das wäre für den Anfang nicht schlecht.
Während es darüber nachdachte, fiel ihm, wie aus heiterem Himmel, die Eifersucht vor die Füße. „Hallo, hallo, ich bin die Eifersucht, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft!“ Das kleine Gefühl lief so schnell es konnte fort. Es nahm die kleinen Beinchen in die Hand und rannte. „Eifersucht, Eifer sucht, Leiden schafft, Eifer sucht, Leiden schafft…“ Nein, nein, Leiden ist nicht schön, Leiden tut weh. Das kleine Gefühl wollte keine Leiden schaffen. Als es ganz aus der Puste war, setzte es sich auf eine Brücke. Es starrte in einen großen Fluss und war ganz verwirrt, es wusste noch nicht, was es einmal sein sollte. Es wuchs bereits, das spürte es wohl. Aber was aus ihm werden würde, das konnte es nicht einmal ahnen.
Inmitten dieser Gedanken bemerkte das kleine Gefühl, dass es nicht mehr alleine war auf der Brücke. Neben ihm hatte sich ein weiteres Gefühl niedergelassen. „Na, bist du auch traurig? Mein Name ist Traurigkeit. Ich bin eines der tiefen Gefühle.“ Das kleine Gefühl spürte, wie es immer dunkler, kälter und sehr, sehr still um es herum wurde. „Das mache ich“, sagte Traurigkeit „und wenn du es nicht aushalten kannst, dann spring doch einfach von der Brücke.“ Das kleine Gefühl erschrak abermals. Es schaute von der Brücke herunter, stand auf und ging ganz dicht an den Rand heran. Es holte ganz tief Luft, sah der Traurigkeit tief in die schwarzen Augen und sprach:
„Tut mir leid, ich bin nicht mutig genug, ich habe genug Angst in mir um diesen Schritt nicht zu gehen. Ich bin anders. Mach es gut Traurigkeit.“
Die Traurigkeit zuckte mit den Achseln und sah dem kleinen Gefühl nach, das mit festen Schritten die Brücke verließ und seines Weges ging.
„Wer bist du?“, hörte das kleine Gefühl auf einmal ganz leise eine sehr harte Stimme.
„Ich? ich bin, ich weiß es nicht.“
„Aha.“
„Und du? Wer bist du?“
„Ich bin der Hass. Man kann mich sehen, hören, spüren, fühlen. Ich beherrsche die Welt. Ich werde geboren um zu vernichten – alles – auch dich, wenn ich will.“
„Und, willst du?“
„Hast du keine Angst?“
„Doch, ein wenig!“
„Du bist sehr mutig, kleines Gefühl!“
„Warum? Weil ich mich nicht arg vor dir fürchte? Weil ich nicht eifersüchtig auf deine Macht bin?“
„Du sprichst mit mir. Du lachst mir ins Gesicht, das beeindruckt mich eben!“
„Du Hass, ich muss weiter mich finden, adieu!“
Das kleine Gefühl zog weiter. Auf seinem Weg durch das Leben traf es auch noch viele, andere und unterschiedliche Gefühle. Es begegnete der Gier, der Lust, dem Neid, der Begierde, dem Mitleid, der großen Panik, der Euphorie und noch vielen anderen. Alle für sich sehr interessant, aber das kleine Gefühl fand sich nirgendwo wieder.
Eines Tages dann, das Gefühl war schon sehr müde von der langen Reise, beobachtete es zwei Wesen, die eng umschlungen inmitten einer großen Düne lagen. Die Wesen waren so zärtlich zueinander. Liebevoll ertasteten sie ihre Körper, küssten sich lang und sehr leidenschaftlich und die Welt um sie herum schien nicht mehr zu existieren. Sie führten intensive Gespräche und bei einem hörte das kleine Gefühl ganz besonders gut zu:
„Nein, Zaubermaus! Ich kann es dir nicht beschreiben. Ich kann es nicht in Worte fassen, keine Worte finden. Es ist einfach da. Es ist in mir und wächst jeden Tag, mit jedem deiner Worte, mit jeder deiner Berührungen. Es ist unglaublich schön. Es macht Angst und nimmt sie gleichzeitig. Es gibt Vertrauen. Ich bin eifersüchtig und neidisch auf jeden Menschen, der in deiner Nähe sein darf, wenn ich nicht bei dir sein kann. Es macht mich glücklich und manchmal auch traurig. Es ist alles auf einmal. Ich fühle mich dadurch riesenstark und schneckenklein. Ich habe so viele Schmetterlinge in meinem Bauch. Es ist alles, was mit dir zu tun hat.
Es ist soooooooooooooooooooo schön, aber es ist eben nicht zu beschreiben…“
Liebe……….schoss es dem kleinen Gefühl durch den Kopf. Ich bin die Liebe!!! Ich bin nicht greifbar, nicht wirklich sichtbar aber spür- und lebbar. Ich bin da und mache Wesen glücklich. So wie die beiden dort. „Ich bin die Liebe!!!“
Die Liebe verweilte noch lange Zeit bei den beiden Wesen. Sie wuchs stetig an und in ihr fanden sich fast alle Gefühle wieder, die das Gefühl auf dessen Reise getroffen hatte. Fast alle.
Ein Augenblick für Dich

(Habe leider keinen Verfasser. Habe mal den Text bekommen. Im Internet auch mehrfach zu finden).

Das kleine Gefühl – ich möchte es gerne mit euch teilen.

Oder wer es als Powerpointpräsentation möchte

(Das kleine Gefühl + Das kleine Gefühl und die Angst)

Ich finde es sehr schön.

Die Insel der Gefühle

Die Insel der Gefühle

Vor langer Zeit gab es einmal eine schöne kleine Insel. Hier lebten alle Gefühle, Eigenschaften und Qualitäten der Menschen einträchtig zusammen: Der Humor und die gute Laune, der Stolz und der Reichtum, die Traurigkeit und die Einsamkeit, das Glück und die Intuition, das Wissen und all die vielen anderen Gefühle, Eigenschaften und Qualitäten, die einen Menschen eben so ausmachen. Natürlich war auch die Liebe dort zu Hause.

Eines Tages machte ganz überraschend die Nachricht die Runde, dass die Insel vom Untergang bedroht sei und schon in kurzer Zeit im Ozean versinken würde. Also machten alle ihre Schiffe seeklar, um die Insel zu verlassen. Nur die Liebe, deren Schiff gerade nicht seetauglich war, wollte bis zum letzten Augenblick warten. Sie hing sehr an der Insel.

Als das Eiland schon am Sinken war, bat die Liebe die anderen um Hilfe.

Der Reichtum schickte sich gerade an, auf einem sehr luxuriösen Schiff in See zu stechen, da fragte ihn die Liebe: „Reichtum, kannst du mich mitnehmen?“
„Nein, das geht nicht. Auf meinem Schiff habe ich sehr viel Gold, Silber und Edelsteine. Da ist kein Platz mehr für dich.“

Also fragte die Liebe den Stolz, der auf einem großen und schön gestalteten Schiff vorbeikam. „Stolz, bitte, kannst du mich mitnehmen?“
„Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen“, antwortete der Stolz, „hier ist alles perfekt und du könntest mein schönes Schiff beschädigen.“

Als nächstes fragte die Liebe die Traurigkeit: „Traurigkeit, bitte nimm du mich mit.“
„Oh Liebe“, entgegnete die Traurigkeit, „ich bin so traurig, dass ich allein bleiben muss.“

Als die gute Laune losfuhr, war sie so zufrieden und ausgelassen, dass sie nicht einmal hörte, dass die Liebe sie rief.

Plötzlich aber rief eine Stimme: „Komm Liebe, du kannst mit mir mitfahren.“

Die Liebe war so dankbar und so glücklich, dass sie völlig vergaß, ihren Retter nach seinem Namen zu fragen.

Später fragte die Liebe das Wissen: „Wissen, kannst du mir vielleicht sagen, wer es war, der mir geholfen hat?“

„Ja sicher“, antwortete das Wissen, „das war die Zeit.“

„Die Zeit?“ fragte die Liebe erstaunt, „Warum hat mir denn ausgerechnet die Zeit geholfen?“

Und das Wissen antwortete: „Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist.“

Verfasser/in unbekannt

Skill: Nein sagen

Skill: Nein sagen  

Was ist das Ziel dieses Skills? Überlegt und freiwillig nein oder ja sagen, weil man es selbst möchte.

Checkliste zum Nein – Sagen

–   Ist die Bitte des anderen klar und deutlich formuliert?

– Was ist das genau, was ich tun soll? (Eine Arbeit, ein Gefallen, soll ich etwas geben?,…)

–  Weiß ich evtl. was ich ablehnen werde?

Meine Fähigkeit:

–          Will ich der Person das geben oder tun, was sie möchte?

–          Wie viel Zeit, Lust, Kraft und Energie habe ich gerade selbst dafür?

–          Was muss evtl. Leiden oder zurücktreten, wenn ich der Bitte nachkomme?

–          Wer ist es, der mich um einen Gefallen bittet?

 Freie Entscheidungsmöglichkeit:

–          Hat die Person Macht über mich? (Vorgesetzter,…)

Zeitpunkt:

–          Ist es ein günstiger Zeitpunkt nein zu sagen? (Oder doch lieber unter vier Augen, oder persönlich und nicht am Telefon, …)

Wichtig ist es das Anliegen, der anderen Person fertig anhören und sie Ausreden lassen!

Rechte:

–          Würde ein Nein, die Rechte der Person verletzen? (z.B. in der Erziehung)

–          Bin ich verpflichtet der Person das zu geben, was sie von mir möchte?

Zuständigkeit:

–          Liegt die Bitte innerhalb ihrer Befugnis?

–          Betrifft die Bitte mich direkt und kann ich es entscheiden? Oder muss ich andere hinzuziehen, die es mitentscheiden müssen, weil es sie auch betrifft?

–          Beziehung – Gegenseitigkeit:

–          Ist die Bitte der Beziehung angemessen?

–          Was ist seine Motivation für die Bitte?

–          Bin ich der Person einen Gefallen schuldig?

–          Tut die Person viel für mich?

Realitätsprüfung! – evtl. darüber mit Person sprechen, verhandeln

Ziele:

–          Sind mir die möglichen Konsequenzen bewusst?

–          Ist die Ablehnung wichtiger wie die Beziehung?

–          Werde ich evtl. unangenehme Gefühle haben, weil ich nein gesagt habe? Kann ich damit umgehen?

–          Steht ein Nein im Konflikt mit langfristigen Zielen? (siehe Orientierung auf Beziehung, Ziel und Selbstachtung)

–          Wird Zurückhaltung zum jetzigen Zeitpunkt die Situation entspannen aber auf Dauer zum Problem führen?

Selbstachtung:

–          Was sagt mein Bauchgefühl / Intuition?

 

Manchmal ist es sinnvoll zuvor den Skill „Vorsicht Falle“ anzuwenden oder auch ein Gefühlsprotokoll zu schreiben.

Angst vor Konsequenzen beim Nein sagen drängen uns z.T. dazu nein oder ja zu sagen. Oft stecken irgendwelche Glaubenssätze und Grundannahmen aus der Vergangenheit dahinter, das einem das „NEIN“ schwer fällt.

Das zeigt, das es oft nicht damit getan ist den Skill Nein sagen zu üben. Hier geht es oft auch um Glaubenssätze und Umgang mit Gefühlen.

Ein wichtiger Bestandteil dieses Skills ist es zu Warten. Sich Zeit geben für die Entscheidung. Dazu gehört es auch um eine Bedenkzeit zu Bitten und auch auf diese zu bestehen.

Wenn es zum Nein kommt, muss dieses auch nicht ausführlich begründet werden. Denn: ICH habe ein RECHT NEIN zu sagen!!!

So wird man auch ernster genommen und der Selbstwert kann wachsen 😉

NEIN ist nicht automatisch etwas gegen einen persönlich. Oft gibt es gute gründe für das Nein, welche wir nicht immer sehen. Evtl. kann man später nochmals darüber reden und die Gründe erfragen damit man es besser versteht. Schreien bedeutet kein automatisches „NEIN“ – der Gegenüber weiß durch die Emotionalität nicht was Sache ist. Es zeigt nur die Unsicherheit und man ist nicht Glaubwürdig!

 Anbei die Checkliste als PDF zum Ausdrucken: Checkliste Nein sagen

Quelle: Interaktives Skillstraining für Borderline-Patienten von Bohus/Wolf, Schattauer Verlag, meine Mitschriebe der DBT Skillsgruppe & stationäre Therapie, 5 Tipps zum Nein sagen von Tanja Konnerth (Zeitzuleben)

A.R 2014