Wusste gar nicht das es hier Buschtrommeln gibt

… seit vorgestern weiß ich, das es sowas hier geben muss.

Und das ganze hat mich noch mehr in inneres Chaos und Selbstagression versetzt. Hatte einen „Weinanfall“ vom feinsten. Und musste wirklich aufpassen das ich den Handlungsimpulsen nicht nachgebe.

Das Problem des Ganzen, es ist immer noch da. Trotz Skills, trotz Beruhigungsmedikament!!! Das Medikament habe ich seit seit über 2 1/4 Jahre nicht mehr genommen. Steh völlig neben mir. Hirnlos und doch nicht Gedankenlos. Müde ohne Ende! War die Dosis zu hoch? Damals hatte ich ja auch noch fast 50 kg mehr.

Zu den Buschtrommeln: Ich habe vorgestern eine Mail von meiner Therapeutin bekommen. Sie hat wiederum eine Mail von meiner Psychiaterin bekommen.

In ihrer Mail stand folgendes:

„…heute habe ich den Bericht von Frau xxx bekommen.
Der klang nun aber nicht so optimistisch –
ich würde Ihnen empfehlen, die Therapiepause nicht so lang zu machen,
und z.B. übernächste Woche, Di um 12h noch einen Termin wahrzunehmen.
 
Ich bitte um eine Rückmeldung, gbf. um eine Verhaltensanalyse…. „
 
Ich war sauer, so was von sauer. Wieso können mich nicht alle in Ruhe lassen? Jetzt muss ich schon dieses doofe Antidepressiva wieder erhöhen, merk kein Stück bis jetzt von der Erhöhung und dann nun auch noch diese Kommunkiation hinter meinem Rücken! Reicht es nicht wenn ich mir selbst Gedanken mache, ob ich meine Thera um einen Termin bitten soll oder nicht? Fühl mich so kontrolliert. Das kann ich gar nicht haben. Vor allem nicht dann wenn es mir „nicht so gut geht“.  Sonst stört es mich sicher weniger.
 
Ich weiß das ich Probleme habe Hilfe anzunehmen. Um etwas zu bitten, Nein oder auch Ja zu sagen. Aber zu viel Lenkung von außen, Meinungen, was auch immer, nerven  mich genauso!!!
 
Da kommen wieder Gefühle wie Schuld, Scham, Wut, Ärger hoch… die mich überwältigen und mein Hirn lahm legen. Ich fühle mich unfähig! Unfähig mein Leben zu meistern!
 
Auch sind da massiv Ängste da, das ich wieder vor einem Klinikaufenthalt stehe. Das geht gar nicht!!! Wegen meinem Job, meiner Tochter, meinem Mann….
Und die Angst davor ist riesig. Ich seh einige Parallelen zu damals wenn ich mir das Bewusst mache. Täuscht es mich, täuscht es mich nicht? Ich will manches vielleicht nicht zugeben. In mir brodelt es aber. Oder bin ich da in einem alten Film? Ich hab mich damals sooooo lange gewehrt. Außerhalb hat es kaum jemand mitbekommen wie dreckig es mir geht. Ich habe gearbeitet, wie immer.
 
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Mein „Ist“ Zustand

Hallo,

schon die letzten Tage spukte mir dieser Blogbeitrag durch den Kopf. Ich habe eigentlich Urlaub, doch ist sooooo viel zu tun. Ja, mein „viel“ lässt auch hier nicht locker.

Heute habe ich 3 Sorten Weihnachtsbrötchenm gebacken. Morgen folgen noch andere Sorten und Linzertrorten. Wenn möglich möchte ich das Thema bis zum Wochenende durch haben und dann nur noch verpacken und verteilen / verschenken. Basteln steht auch noch auf meinen To  Do. Mal sehen wann ich das zeilich hinbekomme und dann auch noch Lust drauf habe.

Mir geht es gerade richtig gut. Gedanklich bin ich zwar oft auf Arbeit, auch in den Träumen. Verwundert mich aber nicht, da emotionasl doch einiges nicht ganz rund lief – mich immer noch grübeln lässt. Der Abstand tut mir jedoch gut und nächste Woche bin ich dann auch voll ausgelastet in meinem neuen Bereich, da ich Urlaubsvertretung mache und das erste Mal alleine eine Schicht übernehme. Ich bin gespannt.

Nicht rund liefen die letzten 2 Wochen auch die Informationen, wenn Fortbildungen ausfallen. Letzte Woche stand ich auf Arbeit, dort noch mit öffentlichen verkehrsmitteln, und bekam dort mitgeteilt, das die Fortbildung ausfällt, weil der Referent krank ist. Der Bus zum Heimkommen war dann schon weg- somit war wieder laufen (4,6km) angesagt. Ärgerlich, wenn man Urlaub hat, trotzdem sich zur Fortbildung meldet und dann dort erst erfährt das nichts ist!

Das gleiche Spielchen diese Woche. Dieses Mal wenigstens mit Auto. auch wieder morgens um 8.30 Uhr los und wieder dort die Info, das diejenige Person krank ist. Ich hatte eine Wut, das könnt ihr mir glauben. Musste echt der Emotion Raum bieten und bin heim, hab mich umgezogen und bin durch den Wald meine große Runde Nordic walking. Es tat richtig gut und das obwohl ich schon ewig nicht mehr diese anspruchsvolle runde gelaufen war. Ne besondere Herausforderung war dann auch noch der Schnee. Da lief es sich echt merkwürdig.

Ich habe gerade das Gefühl, das meine Exkollegen mich da voll auflaufen lassen wollen. Bekomme keinerlei Info mehr, aber soll schön zur Dienstplanbesprechung antanzen und dann wird erstmal über privates gequatscht, was mich gar nicht interessiert. Und die Infos die wichtig sind, die gehen unter. Auch wissen die, das ich Urlaub habe und aber zur Fortbildung angemeldet war. Und ich bekomme keinen Anruf. Echt nervig. Das Thema werde ich mit der Chefin noch ansprechen, denn in Zukunft möchte ich nur noch zu meinem neuen Team in die Besprechung. Mein Dienstplan kann ich auch nach dem Dienst kurz überfliegen, zumal der ja von einer der Exkollegen im Vorfeld nach ihren Wünschen geschrieben wird.

Ich lass mich dieses Mal nicht mobben – da läuft nichts – da können die sich dieses Mal grün und schwarz ärgern. Meine Gesundheit ist mir wichtiger und mein uHu (unter Hundert Kilo) lasse ich mir auch nicht mehr nehmen!!!

Versagens-Gefühl und dysfunktionale Gedanken

Das Wochende ist für mich richtig schwierig. Ständig dieser Drang nach SVV. Ich sehne mich nach etwas, was schon lange kein Bestand mehr von mir ist. Und nun, nun ist es sowas von präsent und lässt sich nicht abschütteln.

Ich will etwas tun, was nicht geht, was man nicht darf und doch will ich es… Die Gedanken und das Verlangen mich zu spüren, Blut zu sehen, Schmerz zu spüren machen mich gerade richtig fertig.

Meine Tochter ist mal wieder, wie so oft der Spiegel meiner Innenwelt nach außen. Mich quält innerlich was und sie macht nur Mist… Ich habe gerade das Gefühl, das sie mir völlig entgleitet. Ich total unfähig bin als Mutter. Ich bin unfähig zu erziehen. Sie gehorcht nicht, versucht ihren Kopf durchzusetzen und macht Dinge kaputt. Ich sehe es und steh ohnmächtig daneben und bin in einem Film von früher gefangen. Ich dissoziiere und merke dann wieder Aggresivität in mir brodeln, die da ist, aber nicht nach außen kann. Um diese Abzubauen möchte ich mir weh tun. Ich will nichts mehr spüren, alles soll weg…

Ich musste folgen, ich durfte nicht mich widersetzen und was macht sie? Ständig nein hier und nein da, lacht mich aus, motzt rum, ignoriert mich und meine Anweisungen, mogelt bei den Hausaufgaben, ständige wenn…. dann…. Sätze ….., setzt sich immer wieder Verboten drüber hinweg, macht ihre Kleidung Mutwillig kaputt,…

Ich bin solangsam echt am Ende. Jeden Tag aufs neue habe ich das Gefühl in der Erziehung völlig zu versagen! Ich will es doch gut machen, ich will einfach nicht so sein, wie ich es erleben musste und doch habe ich so oft das Gefühl das ich genau so bin!

Lebenszeichen

Mich gibt es auch noch. Im Moment jedoch schwer am Kämpfen vor allem mit meinem inneren Schweinehund und dem Gewicht. Alte Muster versuchen wieder durchzubrechen, neue Muster die aber nicht gut sind versuchen heraus zu kommen. Ist gerade alles etwas schwierig und viel.

Solangsam würde ich den Juli als schwierigen Monat betitteln, wenn ich die letzten Jahre so anschaue.

Wichtig ist für mich einiger maßen meine seelische Balance zu halten und nicht abzustürzen. Dabei ist sehr wichtig meine Ziele klein stecken, mit To do Listen arbeiten und Pausen einbauen!!!

Ich bin aber froh wenn diese Woche rum ist. Zwar habe ich Urlaub aber es steht noch viel an und mein Perfektionismus ist leider auch noch da und macht es mir nicht gerade einfach mit allem.

Auch hat es meine Krankenkasse tatsächlich fertiggebracht einen Teil der Unterlagen wegen den Therapiestundenverlängerung zu verschlampen und mir nicht Bescheid zu sagen das nicht alles (obwohl alles im gleichen umschlag war) bei denen an kam. Somit musste nun alles nochmals raus, was natürlich nun extrem Zeit kostet. Somit sind die Stunden verbraucht und ich steh ohne was da. Meine Therapeutin macht zwar auf Sparflamme weiter so alle 2-3 Wochen aber irgendwie steckt mir die angst im Genick: Was wenn die weiteren Stunden nicht durch gehen?-  und ich kann irgendwie mich so gerade nicht richtig drauf konzentrieren. Dadurch bin ich gerade auch enorm angespannt und unangenehme Gefühle kochen deshalb in mir.

Abwärtstrend!?

Hab gerade das Gefühl, das ich wieder auf dem Abwärtstrend bin. Anspannung, unangenehme Gefühle, Schneidedruck (immer dann wenn ich es mit dem Essen wieder im Griff habe) – die Sehnsucht danach.

Fühl mich in Hetze, Eile. Jeder zieht an mir, jeder will was und ich will eigentlich nichts wissen, spüren, sehen, hören…

Klare Überforderung mit dem Umfeld. Sogar mit dem engsten Umfeld. Da hagelt es natürlich wieder Selbstkritik.

Hatte die letzten Tage schon so Anwandlungen und heute nach dem Arbeiten ganz massiv.

Werde schauen das ich mich ablenke, und dann Bedarf bzw. Schlafmedi nehme und ab ins Bett, hoffe ich bekomme rechtzeitig wieder die Kurve.

Die Geschichte mit der Therapeutin meiner Tochter geht mir auch noch nach… Die Gedanken, was die anderen denken, sagen, tun und das darüber Kopfzerbrechen ist immer das übelste und dann noch der innere Kritiker, der sein Senf dazu gibt.

Auto kaputt…

… manno – wieso das nun auch noch? Langt es nicht mal?

Okay mein Auto ist alt – paar Jährchen über 20 – aber es nervt trotzdem.

War heute viel unterwegs und heute nachmittag, als ich in die Nachbarstadt fuhr und wieder vom Parkplatz weg wollte, merkte ich, das meine Bremse gar nicht mehr ging – gar nicht mehr (nur die Handbremse). Bin weiter gerollt. Zum Glück war es eine 30 er Zone. Will nicht wissen was passiert wäre, wenn es mir erst aufgefallen wäre auf der Bundesstraße bei 100, oder eben an der Ampel. Daran will ich echt nicht denken.

Hab mein Auto gerade noch auf den nächsten Parkplatz gestellt und dann mein Mann informiert – gefragt was ich tun kann / soll wie auch immer. (War etwas schwierig, weil ich auch ne Stunde später Dienst hatte und den Bus hätte ich nicht mehr bekommen.)

Zum Glück fuhr gerade eine Frau außen dem gleichen Ort vorbei, die mich und meine Tochter mit nahm. Morgen werde ich dann den ADAC rufen, der mich dann – bzw. mein Auto – nach Hause fahren soll. Dann hoffe ich, das das was da futsch ist, mein Mann oder sein Kumpel flicken können und ich es dann auch bald wieder nutzen kann. Ich ohne Auto * Hilfe*! Heute hab ich das Auto von meinem Mann bekommen, er fährt morgen mit seinen landwirtschaftlichen Nutzfahrzeug 😉

Hoffe echt das das alles keine so ne große Sache ist. Mir ist auch bewusst, das ich mich auch bald mal nach was neuem Umschauen muss. Aber der TÜV im August wäre schon toll, wenn wir ihn nochmal schaffen…

Mein Gewicht und meine Ziele für diese Woche

Nach der Krise der letzen Tage und dem Gefühlsprotokoll heute bin ich bissel schlauer.

Mein Gewicht und mein Frust deswegen und so paar Glaubenssätze bzw. Grundannahmen stecken hinter meiner Krise, die immer größer wurde. Dysfunktionale Gedanken waren wieder heftig – aber ich hatte es ganz gut im Griff. Kann denen schon bissel was entgegensetzen und ausharren.

Ich muss auf alle Fälle schleunigst mal wieder an das leidige Thema Gewicht gehen. So geht es nicht weiter.

Hab mir fest vorgenommen morgen mit Obstfrühstück wieder zu beginnen. Mal was gesundes. Ich hoffe, das ich so meine Trägheit auch wieder etwas in den Griff bekomme. Ist echt schrecklich.

Da meine Tochter morgen Therapie hat und das recht früh am morgen werde ich dem Obst gleich noch ne Runde Sport hinter her setzen.

Zudem hab ich mir fest vorgenommen wieder mehr Struktur in den Alltag rein zu bringen das heißt Listen schreiben und abarbeiten. Ich hoffe das klappt 😉

Ich will doch nicht wieder größere Klamotten kaufen müssen. Es gibt nichts größeres mehr! Aus Schluss Basta!!!

Kloß im Hals, Druck auf der Brust, Anspannung…

… husch, husch weg mit euch!!!

Ich will euch nicht. Was wollt ihr mir sagen?

Ich habe gerade keine Ahnung.

Ich weiß es steckt was da hinter, will es gerade aber nicht wissen, fühlen, haben…

Angst? Schuld? Scham? In welcher Reihenfolge? Und noch mehr Symptome wie Magenprobleme, Herzklopfen, schnelle Atmung,…

Panikattacken nachts, Migräneartige Kopfschmerzen…

Versuch mich mit alltäglichem abzulenken und dann diese Lücken wo es wieder massiv da ist und ich es weg haben möchte!

Arbeit war anstrengend heute, sehr sogar, wurde gefordert. Gestern das krasse Gegenteil und da auch danach diese starken, üblen Kopfschmerzen, die mich ins Bett zwangen.
Heute eher dieser Druck auf der Brust, Kloß im Hals, Magengeschichte, Übelkeit…

Kann heute nicht Gefühlen fühlen, will nicht, bin bockig – Luft ist gerade raus! Will meine Ruhe!

Über das Modul „Umgang mit Gefühlen“ der DBT Therapie

Umgang mit Gefühlen

Über das Modul „Umgang mit Gefühlen“ der DBT Therapie:

Borderline Patienten bzw. emotional instabile Persönlichkeiten haben besonders Schwierigkeiten in diesem Bereich. (Störung der Gefühls-Regulation).Die Gefühle, die sie haben (können positive wie negative bzw. angenehme wie unangenehme Gefühle sein) sind entweder zu heftig, oder sie dauern zu lange an. Um in einer Situation adäquat zu reagieren, ist es aber wichtig das sie wissen, das wir die Intensität der Gefühle steuern können. Oft wird aus der Impulsivität heraus gehandelt, was langfristig jedoch oft Konsequenzen für die Patienten hat und somit Probleme verursacht.

Wieso haben wir Gefühle? Wieso brauchen wir Gefühle?
– um mit anderen zu kommunizieren
– um lebendig zu sein
– bringen uns Informationen über unsere Umwelt
– um zu verstehen was mit uns / anderen los ist
– Empfindlichkeiten auszudrücken, Körperreaktionen, Mimik und Gestik
– Sie motivieren uns zum Handeln
– Sorgen dafür im sozialen Gefüge zu leben
– Geben komplexere Informationen über uns
– Zeigen uns was wir wollen oder nicht wollen (Bedürfnisbefriedigung)

Ziele des Moduls:
– Gefühle wahrzunehmen und zu beschreiben
– Weg von „positiven“ und „negativen“ Gefühlen zu „angenehmen und „unangenehmen“ Gefühlen.
– Die Bedeutung der Gefühle erkennen und ihre Auswirkungen verstehen lernen.
– Emotionale Verwundbarkeit verringern (siehe Skill ABC Gesund)
– Positiven Gefühlen mehr Raum geben
– Emotionales Leiden vermindern

Wichtig ist es, das man verstehen lernt, dass man nicht das Gefühl ist, sondern man ein Gefühl hat. Das bedeutet, das wir handeln können. Wir entscheiden ob wir einem Gefühl nachgeben, bzw. dem Handlungsimpuls folgen, oder wir erst mal das Gefühl abschwächen damit wir auf die Situation adäquat reagieren können.

Welche Skills gehören in dieses Modul?
– Gefühle abschwächen (durch die Benutzung der 4 Bereiche des emotionalen Netzes)
– Vorsicht Falle
– Fakten überprüfen
– Emotionssurfing
– ABC Gesund
– Glaubenssätze relativieren
– Problem lösen: Stop Denken

Emotionen …
– sind automatisierte Reaktionen auf innere und äußere Reize oder Informationen
– drängen uns auf etwas zu tun (Handlungsimpuls)
– sind kurz und rasch wechselnd / Stimmungen sind länger andauernd und stabiler.
– starke Emotionen entwickeln starken Handlungsimpuls bzw. -druck.
– beeinflussen andere Menschen durch Wiedergabe der Emotion in Mimik, Haltung und Gestik

Weitere interessante Infos:
– Gefühle sind sehr subjektiv, d.h. jeder kann die Emotion in einer Situation anders deuten, je nach seiner Vorerfahrung.
– Gefühle sollen kein Stempel bekommen – sonst kommt das vorherrschende Gefühl als „nicht stimmig“ rüber und ist das invalidierend.
– Es gibt bei Gefühlen kein richtiges oder falsches Gefühl!!!
– Bei Gefühlen, wenn man diese betrachtet ist man oft im bewerten
– Je mehr angenehme Situationen und Gefühle geschaffen werden, desto mehr Glückshormone werden im Körper ausgeschüttet.
– Das Gehirn ist auf Belohung aus.

Wie funktioniert unser emotionales Netz?
Evolutionstechnisch taucht zuerst:
1. das Gefühl, dann
2. die Körperreaktion, dann
3. der Gedanke zum Gefühl bzw. zur Situation auf.
Das ganze läuft aber in Millisekunden ab!

Durch das Denken kann man aber auch Gefühle beeinflussen.

Ein Gefühl bzw. eine Emotion die wir haben, löst in uns folgendes aus:
Es gibt 4 Komponenten.

a) Wahrnehmung:
Wir deuten die Dinge entsprechend des Gefühls. Das bedeutet z.B. das wenn man Angst hat, auch Dinge, die eigentlich harmlos sind uns als Bedrohung vorkommen.

Die Angst z.B. ist am Anfang diffus da. Sobald wir aber etwas sehen, wird dieser Gegenstand, diese Person für uns bedrohlich.

b) Denken:
Hier wird unser Gedächtnis abgerufen. Es werden alte, passende Erinnerungen zu diesem Gefühl abgerufen. Je stärker das Gefühl ist, desto stärker werden auch die Erinnerungen und desto mehr werden wir durch diese auch im Denken eingeengt.

Manchmal kann es sein das es auch erst später zu diesen Erinnerungen kommt; also das es Zeitverzögert ist.

c) Körperreaktionen:
Das können ganz unterschiedliche Reaktionen sein. Zum einen Muskeln, die sich z.B anspannen und sich dadurch die Körperhaltung verändert, Herzveränderungen (z.B. beschleunigter Puls), Atmung die sich beschleunigt oder verlangsamt, Schwitzen, Magen- und/ oder Darmprobleme,…

Wichtig ist dran zu denken das die nonverbale Kommunikation einen sehr großen Prozentsatz ausmacht. Auch das Denken beeinflusst bereits unsere Körperreaktionen!

d) Handlungsdrang:
Jedes Gefühl gibt uns ein Handlungsimpuls vor.

Ganz wichtig ist es sich bewusst machen, das es uns frei steht dem Handlungsimpuls, zu folgen oder wir bewusst anders handeln. Sei es ein Gefühl abschwächen oder entgegengesetz handeln!

Am Handlungsimpuls und den 3 anderen Komponenten (Wahrnehmung, Körperreaktion, Gedanken), erkenne ich welches Gefühl ich habe! Diese 4 Komponenten spielen immer eine Rolle wenn es um Gefühle geht.

Siehe anderer Beitrag von mir – als PDF Datei!!!

Wichtig ist auch zu wissen , dass man nicht dem Gefühl entgegengesetzt handelt, sondern dem Handlungsimpuls!

Die Intensität (Stärke des Gefühls) hängt davon ab, wie viele der 4 Komponenten (a-d) gleichzeitig aktiviert werden. Durch das entsprechende Handeln in den 4 Bereichen kann ich also ein Gefühl verstärken, bzw. abschwächen!!!

Ziel ist es sich dies bewusst zu machen. Okay, ich bin in Bezug auf meine Emotionen / Gefühle sehr instabil. Das ist ein Teil von meiner Persönlichkeit – mein wunder Punkt – dafür kann ich nichts. Ich muss aber lernen, das ich mich deshalb nicht auch noch selber fertig mache, mich bestrafe. Ich muss versuchen dem neutral gegenüber zu stehen und mit mir liebevoll versuchen umzugehen! ❤

Es ist wichtig das Gefühl nicht zu unterdrücken, nicht versuchen es „weg zu machen“. Es geht nur darum das man die Situation unter Kontrolle behält.
Ziel ist es nicht in etwas „passives“ zu verfallen, weil das Gefühl einen lähmt, nein es geht um das Handeln in abgeschwächter Form, damit das Handeln überhaupt noch möglich ist.
Passivität würde in eine Teufelsspirale führen und früher oder später zum sozialen Rückzug.

Merke:
Kontrolle über das Gefühl zu behalten zeigt Professionalität!
Dein Gegenüber kann nicht deine Gedanken lesen 😉 !!!

Unangenehme Gefühle verstärken erfolgt erstmals oft unbewusst. Wichtig ist sich das bewusst zu machen.
Kurzzeitig kann das Gefühl zugelassen werden (achtsames wahrnehmen und beobachten und beschreiben) aber die Zeit begrenzen um somit die Kontrolle darüber zu behalten.
Von Leid spricht man, wenn man sich ganz dem unangenehmen Gefühl hingibt und somit die Kontrolle über die Situation verliert, durch seine eigene Passivität.
„Emotionen sind wie Güterzüge, also Maschinen, die in eine bestimmte Richtung fahren und die man beladen kann. Mit was man sie belädt, das ist sehr unterschiedlich.“ (aus Infoblatt 8A, Umgang mit Gefühlen, Interaktives Therapieprogramm für Borderline-Patienten, Bohus/Wolf, Schattauer Verlag.) Das bedeutet, das Gefühle und ihre Handlungen auch durch soziale Umstände geformt werden.

Um das Gefühlsprotokoll zu verstehen hier, die Erläuterungen zum spezifischen Emotionsmodell:

typische Auslöser und Interpretationen:
– durch sie können Gefühle aktiviert werden
Die Auslöser sind uns nicht immer sofort bewusst.
– Nicht immer ist das Gefühl berechtigt. (Kann evtl. auch zum sekundären Gefühl gehören, das über ein Glaubenssatz – siehe auch Vorsicht Falle – aktiviert wurde.)

Körperreaktionen:
– viele Gefühle haben spezifische Körperreaktionen
– Es ist hilfreich die Körperreaktionen zu kennen. Dadurch lässt sich das vorhandene Gefühl rasch erkennen und so zügig (wenn nötig) durch entgegengesetzte Körperhaltung abschwächen.

Wahrnehmung:
– Das Gefühl steuert in gewissem Maße auch unsere Wahrnehmung und die Auswahl der Dinge, die wir dann nur noch sehen.
– Auch die Bedeutung, die wir den Dingen dann zumessen wird vom Gefühl und unseren Erfahrungen bestimmt.

Handlungsdrang:
– Ist der eigentliche Sinn des Gefühls.
– Häufig wird erst der Handlungsdrang oder der Handlungsimpuls wahrgenommen, bevor wir das Gefühl wahrnehmen.

Siehe auch meine PDF Datei: Gefühl & Handlungsimpuls

Ausdruck:
Das Gefühl steuert auch die Mimik und die Gestik.

Häufige Folgegefühl:
– Häufig lösen Gefühle auch automatische Gedanken aus, die uns oft nicht bewusst sind.
– Die Bewertungen die diese Gedanken uns aufdrängen führen häufig uns in ein sekundäres Gefühl (siehe auch Vorsicht Falle und Gefühlskarussell), was jedoch nicht mehr zur aktuelle Situation passt.

Es gibt 3 Möglichkeiten wie ein Gefühl uns zum Problem wird:
1. Das Gefühl gehört zum sekundären Netz, was wir über ein Glaubenssatz aktiviert haben. Das Gefühl passt somit nicht zur aktuellen Situation. Siehe Skill: Vorsicht Falle
2. Das Gefühl ist zwar berechtigt, aber zu intensiv. Das kann dazu führen, das wir nicht passend handeln können. Gefahr des Kontrollverlust. Abschwächen des Gefühls ist von Vorteil!
3. Das Gefühl ist gerechtfertigt, aber der Betroffene wehrt sich dagegen, die entsprechenden Konsequenzen zu tragen. Als Beispiel: Trauer wird blockiert. Das wirkt jedoch nur kurzzeitig. Evtl. bricht so eine Depression irgendwann aus.

Wann ist das Gefühl gerechtfertigt?Ein Gefühl ist immer eine subjektive Angelegenheit und die Empfindung variiert von Person zu Person, je nach deren Vorerfahrungen.

Ich muss überprüfen:
1. ob ich das Gefühl unter Kontrolle habe?
2. gehört das Gefühl zur aktuellen, gegenwärtigen Situation.
Skill: Vorsicht Falle
3. Kann ich die Konsequenzen meiner (dem Gefühl passenden) Handlung kurzfristig wie auch langfristig tragen? Will ich diese tragen? Und füge ich dadurch keinem ungewollt Schaden zu?

Wenn eines dieser 3 Fragen mit NEIN beantwortet wird muss das Gefühl abgeschwächt werden!!!

Der Skill Held des Alltags kann dabei eine Brücke bilden um eine distanzierte Sichtweise zu bekommen.

Wie funktioniert das Gefühl abschwächen – wie mache ich das?
Wie bereits gelesen, besteht das emotionale Netz aus 4 Komponenten:
– Wahrnehmung
– Denken
– Körperreaktionen
– Handlungsdrang / Handlungsimpuls

Je mehr dieser Komponenten nun entgegengesetzt dem Gefühl ausgeführt werden, desto weniger Kraft hat das Gefühl. Es wird dann umso schwächer.

Das bedeutet man versucht:
– entgegengesetztes Handeln (gegen den Gefühlsimpuls handeln)
– entgegengesetztes Denken
– entgegengesetzte Körperreaktion

Wichtig ist nicht dem Gefühl entgegengesetzt handeln, sondern dem Handlungsimpuls des Gefühls.
Das bedeutet nicht aus Wut – Freude machen, sondern ruhig bleiben, positiv denken, und Handflächen öffnen, leichtes Lächeln versuchen,…

Siehe auch im Skill Gefühlsprotokoll bzw. VEIN AHA.

Nochmals als kurzen Check was zu tun ist wenn ich ein starkes Gefühl empfinde:
1. Ich muss das Gefühl (radikal) akzeptieren, annehmen.
Ich beschreibe mein Gefühl (Achtsamkeit) und das was ich wahrnehme.
Dafür ist es auch wichtig analysieren können, was ich denn für ein Gefühl habe!? Das finde ich am Besten über die Handlungsimpulse der Gefühle heraus.
(Siehe PDF Datei – Gefühl & Handlungsimpuls)

2. Prüfe die Fakten am Besten erstmals mit dem Skill: Held des Alltags – das bringt erstmals die nötige emotionale Distanz rein.

3. Wenn das Gefühl nicht berechtigt oder zu stark ist (nach den 3 Fragen, die ich bereits genannt habe) geht es nun um die 4 Komponenten des emotionalen Netzes und dem entgegengesetzten Handeln.

4. Nach dem Abschwächen des Gefühls durch das entgegengesetzte Handeln, sollte ich mir aber anschauen, wieso das Gefühl bei mir eine Krise ausgelöst hat. Dabei kommen folgende Skills in Frage:

a) Vorsicht Falle (wenn sekundäres emotionales Netz im Spiel war / Gefühl nicht zur aktuellen Situation passte)
b) Gefühlsprotokoll / VEIN AHA (wenn Gefühl zu stark war)

Quelle: Interaktives Therapieprogramm für Borderline-Patienten, Bohus / Wolf, Schattauer Verlag, meine Mitschriebe in der stationären DBT Therapie und der ambulanten DBT – Skillsgruppe.
A.R. 2013

Handlungsimpulse zu den Gefühlen

Das Thema beschäftigt mich gerade sehr.

Zum einen privat, im Alltag und dann noch Skillsgruppe und Therapie.

Habe mal alle Gefühle die mir einfielen aufgeschrieben und die Handlungsimpulse dazu herausgeschrieben.

Hier das Resultat als PDF – vielleicht interessiert es den ein oder anderen.

Würde mich auch über Feedback, oder Kritik oder ähnliches freuen. Kann es dann ja auch mit euren Ideen ergänzen.

Gefühl und Handlungsimpuls