Über das Modul „Umgang mit Gefühlen“ der DBT Therapie

Umgang mit Gefühlen

Über das Modul „Umgang mit Gefühlen“ der DBT Therapie:

Borderline Patienten bzw. emotional instabile Persönlichkeiten haben besonders Schwierigkeiten in diesem Bereich. (Störung der Gefühls-Regulation).Die Gefühle, die sie haben (können positive wie negative bzw. angenehme wie unangenehme Gefühle sein) sind entweder zu heftig, oder sie dauern zu lange an. Um in einer Situation adäquat zu reagieren, ist es aber wichtig das sie wissen, das wir die Intensität der Gefühle steuern können. Oft wird aus der Impulsivität heraus gehandelt, was langfristig jedoch oft Konsequenzen für die Patienten hat und somit Probleme verursacht.

Wieso haben wir Gefühle? Wieso brauchen wir Gefühle?
– um mit anderen zu kommunizieren
– um lebendig zu sein
– bringen uns Informationen über unsere Umwelt
– um zu verstehen was mit uns / anderen los ist
– Empfindlichkeiten auszudrücken, Körperreaktionen, Mimik und Gestik
– Sie motivieren uns zum Handeln
– Sorgen dafür im sozialen Gefüge zu leben
– Geben komplexere Informationen über uns
– Zeigen uns was wir wollen oder nicht wollen (Bedürfnisbefriedigung)

Ziele des Moduls:
– Gefühle wahrzunehmen und zu beschreiben
– Weg von „positiven“ und „negativen“ Gefühlen zu „angenehmen und „unangenehmen“ Gefühlen.
– Die Bedeutung der Gefühle erkennen und ihre Auswirkungen verstehen lernen.
– Emotionale Verwundbarkeit verringern (siehe Skill ABC Gesund)
– Positiven Gefühlen mehr Raum geben
– Emotionales Leiden vermindern

Wichtig ist es, das man verstehen lernt, dass man nicht das Gefühl ist, sondern man ein Gefühl hat. Das bedeutet, das wir handeln können. Wir entscheiden ob wir einem Gefühl nachgeben, bzw. dem Handlungsimpuls folgen, oder wir erst mal das Gefühl abschwächen damit wir auf die Situation adäquat reagieren können.

Welche Skills gehören in dieses Modul?
– Gefühle abschwächen (durch die Benutzung der 4 Bereiche des emotionalen Netzes)
– Vorsicht Falle
– Fakten überprüfen
– Emotionssurfing
– ABC Gesund
– Glaubenssätze relativieren
– Problem lösen: Stop Denken

Emotionen …
– sind automatisierte Reaktionen auf innere und äußere Reize oder Informationen
– drängen uns auf etwas zu tun (Handlungsimpuls)
– sind kurz und rasch wechselnd / Stimmungen sind länger andauernd und stabiler.
– starke Emotionen entwickeln starken Handlungsimpuls bzw. -druck.
– beeinflussen andere Menschen durch Wiedergabe der Emotion in Mimik, Haltung und Gestik

Weitere interessante Infos:
– Gefühle sind sehr subjektiv, d.h. jeder kann die Emotion in einer Situation anders deuten, je nach seiner Vorerfahrung.
– Gefühle sollen kein Stempel bekommen – sonst kommt das vorherrschende Gefühl als „nicht stimmig“ rüber und ist das invalidierend.
– Es gibt bei Gefühlen kein richtiges oder falsches Gefühl!!!
– Bei Gefühlen, wenn man diese betrachtet ist man oft im bewerten
– Je mehr angenehme Situationen und Gefühle geschaffen werden, desto mehr Glückshormone werden im Körper ausgeschüttet.
– Das Gehirn ist auf Belohung aus.

Wie funktioniert unser emotionales Netz?
Evolutionstechnisch taucht zuerst:
1. das Gefühl, dann
2. die Körperreaktion, dann
3. der Gedanke zum Gefühl bzw. zur Situation auf.
Das ganze läuft aber in Millisekunden ab!

Durch das Denken kann man aber auch Gefühle beeinflussen.

Ein Gefühl bzw. eine Emotion die wir haben, löst in uns folgendes aus:
Es gibt 4 Komponenten.

a) Wahrnehmung:
Wir deuten die Dinge entsprechend des Gefühls. Das bedeutet z.B. das wenn man Angst hat, auch Dinge, die eigentlich harmlos sind uns als Bedrohung vorkommen.

Die Angst z.B. ist am Anfang diffus da. Sobald wir aber etwas sehen, wird dieser Gegenstand, diese Person für uns bedrohlich.

b) Denken:
Hier wird unser Gedächtnis abgerufen. Es werden alte, passende Erinnerungen zu diesem Gefühl abgerufen. Je stärker das Gefühl ist, desto stärker werden auch die Erinnerungen und desto mehr werden wir durch diese auch im Denken eingeengt.

Manchmal kann es sein das es auch erst später zu diesen Erinnerungen kommt; also das es Zeitverzögert ist.

c) Körperreaktionen:
Das können ganz unterschiedliche Reaktionen sein. Zum einen Muskeln, die sich z.B anspannen und sich dadurch die Körperhaltung verändert, Herzveränderungen (z.B. beschleunigter Puls), Atmung die sich beschleunigt oder verlangsamt, Schwitzen, Magen- und/ oder Darmprobleme,…

Wichtig ist dran zu denken das die nonverbale Kommunikation einen sehr großen Prozentsatz ausmacht. Auch das Denken beeinflusst bereits unsere Körperreaktionen!

d) Handlungsdrang:
Jedes Gefühl gibt uns ein Handlungsimpuls vor.

Ganz wichtig ist es sich bewusst machen, das es uns frei steht dem Handlungsimpuls, zu folgen oder wir bewusst anders handeln. Sei es ein Gefühl abschwächen oder entgegengesetz handeln!

Am Handlungsimpuls und den 3 anderen Komponenten (Wahrnehmung, Körperreaktion, Gedanken), erkenne ich welches Gefühl ich habe! Diese 4 Komponenten spielen immer eine Rolle wenn es um Gefühle geht.

Siehe anderer Beitrag von mir – als PDF Datei!!!

Wichtig ist auch zu wissen , dass man nicht dem Gefühl entgegengesetzt handelt, sondern dem Handlungsimpuls!

Die Intensität (Stärke des Gefühls) hängt davon ab, wie viele der 4 Komponenten (a-d) gleichzeitig aktiviert werden. Durch das entsprechende Handeln in den 4 Bereichen kann ich also ein Gefühl verstärken, bzw. abschwächen!!!

Ziel ist es sich dies bewusst zu machen. Okay, ich bin in Bezug auf meine Emotionen / Gefühle sehr instabil. Das ist ein Teil von meiner Persönlichkeit – mein wunder Punkt – dafür kann ich nichts. Ich muss aber lernen, das ich mich deshalb nicht auch noch selber fertig mache, mich bestrafe. Ich muss versuchen dem neutral gegenüber zu stehen und mit mir liebevoll versuchen umzugehen! ❤

Es ist wichtig das Gefühl nicht zu unterdrücken, nicht versuchen es „weg zu machen“. Es geht nur darum das man die Situation unter Kontrolle behält.
Ziel ist es nicht in etwas „passives“ zu verfallen, weil das Gefühl einen lähmt, nein es geht um das Handeln in abgeschwächter Form, damit das Handeln überhaupt noch möglich ist.
Passivität würde in eine Teufelsspirale führen und früher oder später zum sozialen Rückzug.

Merke:
Kontrolle über das Gefühl zu behalten zeigt Professionalität!
Dein Gegenüber kann nicht deine Gedanken lesen 😉 !!!

Unangenehme Gefühle verstärken erfolgt erstmals oft unbewusst. Wichtig ist sich das bewusst zu machen.
Kurzzeitig kann das Gefühl zugelassen werden (achtsames wahrnehmen und beobachten und beschreiben) aber die Zeit begrenzen um somit die Kontrolle darüber zu behalten.
Von Leid spricht man, wenn man sich ganz dem unangenehmen Gefühl hingibt und somit die Kontrolle über die Situation verliert, durch seine eigene Passivität.
„Emotionen sind wie Güterzüge, also Maschinen, die in eine bestimmte Richtung fahren und die man beladen kann. Mit was man sie belädt, das ist sehr unterschiedlich.“ (aus Infoblatt 8A, Umgang mit Gefühlen, Interaktives Therapieprogramm für Borderline-Patienten, Bohus/Wolf, Schattauer Verlag.) Das bedeutet, das Gefühle und ihre Handlungen auch durch soziale Umstände geformt werden.

Um das Gefühlsprotokoll zu verstehen hier, die Erläuterungen zum spezifischen Emotionsmodell:

typische Auslöser und Interpretationen:
– durch sie können Gefühle aktiviert werden
Die Auslöser sind uns nicht immer sofort bewusst.
– Nicht immer ist das Gefühl berechtigt. (Kann evtl. auch zum sekundären Gefühl gehören, das über ein Glaubenssatz – siehe auch Vorsicht Falle – aktiviert wurde.)

Körperreaktionen:
– viele Gefühle haben spezifische Körperreaktionen
– Es ist hilfreich die Körperreaktionen zu kennen. Dadurch lässt sich das vorhandene Gefühl rasch erkennen und so zügig (wenn nötig) durch entgegengesetzte Körperhaltung abschwächen.

Wahrnehmung:
– Das Gefühl steuert in gewissem Maße auch unsere Wahrnehmung und die Auswahl der Dinge, die wir dann nur noch sehen.
– Auch die Bedeutung, die wir den Dingen dann zumessen wird vom Gefühl und unseren Erfahrungen bestimmt.

Handlungsdrang:
– Ist der eigentliche Sinn des Gefühls.
– Häufig wird erst der Handlungsdrang oder der Handlungsimpuls wahrgenommen, bevor wir das Gefühl wahrnehmen.

Siehe auch meine PDF Datei: Gefühl & Handlungsimpuls

Ausdruck:
Das Gefühl steuert auch die Mimik und die Gestik.

Häufige Folgegefühl:
– Häufig lösen Gefühle auch automatische Gedanken aus, die uns oft nicht bewusst sind.
– Die Bewertungen die diese Gedanken uns aufdrängen führen häufig uns in ein sekundäres Gefühl (siehe auch Vorsicht Falle und Gefühlskarussell), was jedoch nicht mehr zur aktuelle Situation passt.

Es gibt 3 Möglichkeiten wie ein Gefühl uns zum Problem wird:
1. Das Gefühl gehört zum sekundären Netz, was wir über ein Glaubenssatz aktiviert haben. Das Gefühl passt somit nicht zur aktuellen Situation. Siehe Skill: Vorsicht Falle
2. Das Gefühl ist zwar berechtigt, aber zu intensiv. Das kann dazu führen, das wir nicht passend handeln können. Gefahr des Kontrollverlust. Abschwächen des Gefühls ist von Vorteil!
3. Das Gefühl ist gerechtfertigt, aber der Betroffene wehrt sich dagegen, die entsprechenden Konsequenzen zu tragen. Als Beispiel: Trauer wird blockiert. Das wirkt jedoch nur kurzzeitig. Evtl. bricht so eine Depression irgendwann aus.

Wann ist das Gefühl gerechtfertigt?Ein Gefühl ist immer eine subjektive Angelegenheit und die Empfindung variiert von Person zu Person, je nach deren Vorerfahrungen.

Ich muss überprüfen:
1. ob ich das Gefühl unter Kontrolle habe?
2. gehört das Gefühl zur aktuellen, gegenwärtigen Situation.
Skill: Vorsicht Falle
3. Kann ich die Konsequenzen meiner (dem Gefühl passenden) Handlung kurzfristig wie auch langfristig tragen? Will ich diese tragen? Und füge ich dadurch keinem ungewollt Schaden zu?

Wenn eines dieser 3 Fragen mit NEIN beantwortet wird muss das Gefühl abgeschwächt werden!!!

Der Skill Held des Alltags kann dabei eine Brücke bilden um eine distanzierte Sichtweise zu bekommen.

Wie funktioniert das Gefühl abschwächen – wie mache ich das?
Wie bereits gelesen, besteht das emotionale Netz aus 4 Komponenten:
– Wahrnehmung
– Denken
– Körperreaktionen
– Handlungsdrang / Handlungsimpuls

Je mehr dieser Komponenten nun entgegengesetzt dem Gefühl ausgeführt werden, desto weniger Kraft hat das Gefühl. Es wird dann umso schwächer.

Das bedeutet man versucht:
– entgegengesetztes Handeln (gegen den Gefühlsimpuls handeln)
– entgegengesetztes Denken
– entgegengesetzte Körperreaktion

Wichtig ist nicht dem Gefühl entgegengesetzt handeln, sondern dem Handlungsimpuls des Gefühls.
Das bedeutet nicht aus Wut – Freude machen, sondern ruhig bleiben, positiv denken, und Handflächen öffnen, leichtes Lächeln versuchen,…

Siehe auch im Skill Gefühlsprotokoll bzw. VEIN AHA.

Nochmals als kurzen Check was zu tun ist wenn ich ein starkes Gefühl empfinde:
1. Ich muss das Gefühl (radikal) akzeptieren, annehmen.
Ich beschreibe mein Gefühl (Achtsamkeit) und das was ich wahrnehme.
Dafür ist es auch wichtig analysieren können, was ich denn für ein Gefühl habe!? Das finde ich am Besten über die Handlungsimpulse der Gefühle heraus.
(Siehe PDF Datei – Gefühl & Handlungsimpuls)

2. Prüfe die Fakten am Besten erstmals mit dem Skill: Held des Alltags – das bringt erstmals die nötige emotionale Distanz rein.

3. Wenn das Gefühl nicht berechtigt oder zu stark ist (nach den 3 Fragen, die ich bereits genannt habe) geht es nun um die 4 Komponenten des emotionalen Netzes und dem entgegengesetzten Handeln.

4. Nach dem Abschwächen des Gefühls durch das entgegengesetzte Handeln, sollte ich mir aber anschauen, wieso das Gefühl bei mir eine Krise ausgelöst hat. Dabei kommen folgende Skills in Frage:

a) Vorsicht Falle (wenn sekundäres emotionales Netz im Spiel war / Gefühl nicht zur aktuellen Situation passte)
b) Gefühlsprotokoll / VEIN AHA (wenn Gefühl zu stark war)

Quelle: Interaktives Therapieprogramm für Borderline-Patienten, Bohus / Wolf, Schattauer Verlag, meine Mitschriebe in der stationären DBT Therapie und der ambulanten DBT – Skillsgruppe.
A.R. 2013

Gefühlsprotokoll Datum: 06.05.2013

Mein Gefühlsprotokoll Datum: 06.05.2013

Intensität des Gefühls (0- 100): 90% aktuelle Spannung (bei > 70 erst Stresstoleranzskills anwenden) jetzt: 65%

Gefühlsmäßige Verwundbarkeit: Welche Stressfaktoren liegen vor, die dich anfällig machen?
– Magen Darm Infekt (Noro): Kreislauf instabil
– Viel emotional belastendes:
· Erkenntnis in Therapie von Verstrickungen zu meinen Eltern
· Aufarbeitung der Vergangenheit
· Sozialverhalten meiner Tochter
· Vorwürfe von meinem Vater (Kinder nie da)
· Beinbruch meiner Mutter / Sturz
– Sonntag auf Montag kein Schlaf

Beschreibe die Situation (Wo, wann, was ist passiert? wer war dabei?):
Montag, gegen Mittag. Anruf von meiner Mutter. Ich war gerade in der Küche in XXX– ich war alleine.
Sie erzählte mir, dass mein Vater viel mit ihr schimpft. Nichts kann sie recht machen. Er will dass seine Verwandte trotzdem Kommen, obwohl sie den Fuß gebrochen hat und so nicht noch Gastgeber für eine Großfamilie sein kann. Er meinte, das er denen nicht absagen wird, da es seine einzigen Verwandten sind, die noch etwas von ihm wissen möchten.
Sie hat mit ihrer Schwester gesprochen und meinte, das wenn er nochmals so zu ihr ist, sie die Koffer packt und zu ihren Geschwistern zieht und nur ´nen Zettel auf den Tisch legt und geht, bis er wieder normal ist.

Wie hast du die Situation interpretiert? Was hast du als aller erstes gedacht?
– Habe die Lage meiner Mutter als ernst interpretiert, aber war ja nicht vor Ort, deshalb war alles etwas schwierig. Hatte das Gefühl, das sie ziemlich am Rande ihrer Kräfte war und ihre Gefühle an die Oberfläche kamen.
– Zudem kam etwas von Kindheit hoch, das sehr emotional war, was mich überrumpelte. (Angst verlassen zu werden / Existenzangst – in die Richtung)
Mein Vater nutzte dies immer als Druckmittel gegenüber meiner Mutter.

Welche Gedanken hattest du dazu?
– „Ich lass mich scheiden“ (Gedanke triggerte mich)
– zum einen dachte ich, dass sie Recht hat und ich nicht verstehe, wie sie sein Verhalten über diese vielen Jahre überhaupt über sich ergehen lassen hat können.
– Zum anderen weiß ich, dass sie nicht ohne ihn existieren kann.
– Dann ist es auch immer noch mein Vater und ich in einer Zwickmühle bin. Muss ein Spagat machen zwischen den beiden, der nicht zu leisten ist und ich nicht weiß, wie er reagiert, wenn sie geht. (Aus Impulsivität heraus *****)

Was hast du über den anderen gedacht?
– sie tut mir leid
– verstehe nicht wie sie es so lange mit ihm aushalten konnte
– sie ist doch ohne ihn aufgeschmissen
– das kann sie doch nicht tun!? (Jedenfalls ohne mit ihm zu reden)

Was glaubst du, hat der andere über dich gedacht?
– Ich weiß es nicht
– Vielleicht fand sie es gut, das ich sie verstehen konnte und ehrlich zu ihr war

Was hast du wahrgenommen?
– das sie am Telefon ziemlich fertig war
– das sie nahe dran war zu weinen

Wie war deine Körperwahrnehmung? Welche körperlichen Veränderungen hast du wahrgenommen? Was hast du an deiner Mimik / Gestik bemerkt?
– Anspannung im Schulter / Nacken
– Druck auf Brust
– Unruhiger Magen
– Kloß im Hals
– Unsicherheit in Stimme
– Mir stiegen Tränen in die Augen

Handlungsimpuls (Was hättest du am liebsten getan oder gesagt)?
– Hätte sie am Liebsten in Arm genommen, getröstet
– Wollte aber andererseits flüchten, alles schnell vergessen, mich damit nicht auch noch belasten
– Ich wollte am liebsten mich verkriechen
– Auch hätte ich gerne meinem Vater die Augen geöffnet und gesagt, was das mit der ganzen Familie macht (aber das kann ich nicht)

Was hast du tatsächlich gesagt oder getan (Verhalten)? Beschreibe genau!
Ich hab genau nachgefragt was passiert ist. Sie validiert, d.h. gesagt das ich sie verstehen kann. Habe aber auch gesagt, das ich es besser fände wenn sie nicht nur ein Zettel hinlegt und geht, sondern mit meinem Vater redet. Auch habe ich gesagt, dass ich es keine gute Idee finde wenn sie meine Tante da einmischt, weil er da dann wieder wie eine Rakete an die Decke geht.

Wie hat sich das auf dich ausgewirkt (Konsequenzen)? (Befinden, andere Gefühle, Verhalten, Gedanken, Gedächtnis, Körper,…)
Da es mir wegen meinem MD Infekt sowieso schon schlecht ging hat es mich nur noch mehr aus der Bahn geworfen. Die Magenschmerzen wurden wieder mehr und ich fühlte mich richtig fertig. Ich wollte am liebsten nichts mehr denken, hören, fühlen.
Es kamen alte Bilder, Sätze und Gefühle hoch, die mich lähmten. Ich hatte das Gefühl neben mir zu stehen und unwirklich zu sein. Meine Gedanken rasten.
Ich war Energielos und hatte das Gefühl nichts mehr auf die Reihe zu bekommen.

Welches Gefühl hattest du zuerst?
Traurigkeit / Angst

Welches Gefühl hast du gerade?
Hilflosigkeit / Ohnmacht / bedingt Ärger und Wut

Hast du ein altes Erleben aktiviert? (Skill: Vorsicht Falle) : ja
Gebe dem vergangenem Erleben einen Namen: „Ich lass mich scheiden“

Beschreibe die typischen zugehörigen Gedanken, Körperreaktionen, und Handlungswünsche:
– Anspannung im Schulter / Nacken
– Druck auf Brust
– Unruhiger Magen
– Kloß im Hals
– Gefühl keine Luft mehr zu bekommen
– Starkes Herzklopfen
– tränen in die Augen
– nein, nicht
– Was ist mit mir / uns? Was passiert mit mir / uns?
– Was passiert mit Mutter bzw. Vater? (aus der Impulsivität heraus)
– Situation entzerren / Streit schlichten (geht aber nicht), retten
– nicht wahr haben wollen
– flüchten

Merke dir ein typisches Erkennungsmerkmal! Situation entzerren / Streit schlichten (geht aber nicht), retten

Realitätsüberprüfung: Was ist der Unterschied zu früher?
In der Umgebung:
früher: in meinem Zimmer in XXX
jetzt: ich zu Hause in XXX in der Küche, meine Mutter am Telefon

An den beteiligten Personen: (was haben sie genau gesagt):
Mein Vater: hat meine Mutter beschimpft und ihr gedroht, dass er sich scheiden lässt
Meine Mutter: (am Telefon) das sie beim nächsten cholerischen Anfall meines Vaters die Koffer packen möchte und zu ihren Geschwistern ziehen möchte, bis er wieder normal ist.

(was haben sie genau getan):
Mein Vater: Türen geknallt und geschrien
Meine Mutter: es mir am Telefon ruhig erzählt

Wie können sie im Gegensatz zu früher reagieren?
Früher: ich war abhängig, war auf meine Eltern angewiesen
Heute: habe eine eigene Familie und bin nicht mehr wirklich abhängig

Pro und Kontra

PRO KONTRA
dem Gefühl nachgeben
dem Gefühl entgegengesetzt handeln

Entscheidung:
Will ich dem Gefühl entgegengesetzt handeln? Ja / Nein
Welche Skills brauche ich jetzt zusätzlich?
– Stresstoleranz:
· mich ablenken – aufräumen
· Musik die mir gefällt hören
· Ammoniak riechen
· Metalligelball

– Orientierung auf Ziel, Beziehung, Selbstachtung
– ABC Gesund, das ich mich nicht vergesse

Entgegengesetzte Wahrnehmung (sinnesbezogene Skills):
– Beobachtung der Natur / Achtsamkeitsübung Natur beschreiben
– mit Kater kuscheln
– leckeren Tee trinken / achtsame Teezubereitung und achtsames Trinken
– an Lieblingsduft riechen, beschreiben
– schöne Postkarten anschauen
– Lieblingsmusik hören

Entgegengesetze Körperhaltung (körperbezogene Skills / Atmung):
– auf Atmung achten, ruhige und tiefe Atemzüge
– sich aufrichten / sich strecken
– Handflächen öffnen
– Wenn möglich: leichtes lächeln probieren
– Warmes Bad / Dusche nehmen

Entgegengesetztes Denken (gedankenbezogene Skills):
– an schöne Momente in eigener Familie denken
– an meinem Blog arbeiten
– To Do Listen bearbeiten / aktualisieren / Einkaufsliste etc.

Entgegengesetztes Handeln (handlungsbezogene Skills):
– aufräumen / putzen
– Spaziergang machen
– Basteln

Aktuelle Spannung: 50%
Aktuelle Intensität des Gefühls (von 1-10): 6

Gefühlsprotokoll – was ist das?

strong>Gefühlsprotokoll oder auch
VEIN AHA (im Skillsmanual genannt)

Das Gefühlsprotokoll dient dazu:
– aktuelle Gefühle zu erkennen und zu benennen
– es hilft zu schauen, ob das Gefühl zur aktuellen Situation passt und angemessen ist
– zu schauen, ob das Gefühl evtl. zu stark ist, um vernünftig zu handeln
– zu schauen, ob es langfristig für einen oder den Gegenüber von Nachteil ist, dem entsprechenden Handlungsimpuls zu folgen.

Ziel des Gefühlsprotokolls ist es Gefühlschaos zu entwirren, die einzelnen Gefühle sichtbar machen, Gefühle zu kontrollieren statt impulsiv zu handeln und überwältigt zu werden.
Gefühlschaos entsteht wenn mehrere starke Gefühle hintereinander ausgelöst werden.

Mit Hilfe des Gefühlsprotokolls findest du heraus:
– welches Gefühl zuerst kam
– welches Gefühl das Verhalten steuert
– welches Gefühl angemessen uns sinnvoll ist

Was VEIN AHA nach dem Skillsmanual bedeutet:
V steht für Verwundbarkeit:
Die emotionale Verwundbarkeit macht einen häufig anfällig für unangenehme Ereignisse. Welche Stressfaktoren liegen vor?

E steht für Ereignis:
Jedes Gefühl wird durch ein Ereignis aktiviert. Was, wer, wann und wo ist es passiert?

I steht für Interpretation:
Es ist normal, das wir jede Situation interpretieren – auch hier. Was denke ich über die Situation?

N steht für Netz – für das emotionale Netz, das aus
– Gedanken
– Körpersprache
– Handlungsimpuls und
– Wahrnehmung besteht.

Im Teil AHA geht es um das abschwächen von zu starken Gefühlsintensitäten.

A steht für Angemessen:
Ist das Gefühl angemessen? Überprüfe die Fakten!
Ist der Handlungsimpuls auch langfristig sinnvoll für dich?

H steht für Handeln:
Falls alles stimmt – dann handle entsprechend. Wenn Nein, dann kommt das A (Abschwächen)

A steht für Abschwächen:
Um Gefühle abzuschwächen, falls das Gefühl nicht angemessen oder zu intensiv ist, muss man aus dem emotionalen Netz folgendes tun:
– Entgegengesetze Wahrnehmung – durch sinnesbezogene Skills
– Entgegengesetze Körperreaktion – durch entgegengesetze Körperhaltung
– Entgegengesetzes Denken – durch kognitive / gedankliche Skills
– Entgegengesetzes Handeln – durch Handlungsskills

Hier noch ein Gefühlsprotokoll was ich für mich passen zusammengeschrieben habe.

Gefühlsprotokoll Rohling ohne Striche

oder neu ergänzt Ende Mai 2013:
Gefühlsprotokoll Rohling ohne Striche neu<
Quelle: Interaktives Skillstraining für Borderline-Patienten von Bohus/Wolf, Schattauer Verlag, meine Mitschriebe der DBT Skillsgruppe & stationäre Therapie.
A.R 2013

16.3.2013 Mein Chaos – ich live

Ein Spruch den ich heute las:

Was ohne Ruhepausen geschieht,
ist nicht von langer Dauer.

Ovid

Eine Seite in meinem Kopf sagt klar, ja so ist es. Und dann gibt es aber noch der Teil in mir, der einfach will das alles schnell geht, am besten schon gestern und nicht erst morgen, der mich treibt und mir keine Ruhe lässt. Es ist so schwer dem etwas entgegen zu setzen.

Eigentlich sollte ich nach der letzten Therastunde nur die Imaginationsübung mit dem sicheren Ort üben und ein Gefühlsprotokoll über die letzte Stunde schreiben und was mach ich durch mein inneres „Es“!? Ich war in der Bücherei hab mir für Dummies Bücher über Selbstwert, Angstfrei leben, etc. geholt und bin am damit arbeiten, dann war ich bei einer Seite, wo man Reddemann CDs downloaden kann – hab mir diese angehört,…

Und das alles auch noch zu meinem Stabilisieren dazu, denn so tief wie diese Woche war ich seit 2010 nicht mehr. Hab ja wohl die Obermacke!

Wenn mir einer sagen kann, wie ich das Thema viel und dieses „ES“, mein innerer Kritiker abschaffen kann dann her damit!!! Hab meinem Mann schon gesagt, er solle doch mal bissel Medikinet rausrücken, da würde sicher bei mir auch einiges besser flutschen 😉

Im Moment hab ich gerade wieder extremes Gedankenchaos im Hirn, aber das bin ich halt live 🙂

Hoffe das ich auch bald mal wieder etwas zum Thema DBT einstellen kann, oder Imagination oder was auch immer, jetzt brauch ich aber für mein 10 Stunden Dienst morgen etwas Schlaf. Denn morgen wird meine Tochter mich sicher wieder ab 5.30 oder 6.00 Uhr nicht mehr schlafen lassen.*grummel* und das wo ich doch so ein Muffel morgens bin!