Zwischenmenschliches – wie es mich immer wieder in Stress versetzt

Das ist mal wieder ein typischer Fall in meinen Interaktionen mit anderen. Hatte heute Nacht sogar ein Alptraum deswegen, obwohl ich etwas gegen Alpträume als Medi habe.

Manches geht mir so nah, das ich mich gedanklich und emotional nicht distanzieren kann. Und durch frühere Erfahrungen beziehe ich alles auf mich und reime mir irgendetwas zusammen.

Vielleicht zum Anfang paar Erklärungen hier. Ich war vor einigen Jahren und in der Schulzeit Mobbingopfer. Somit beschäftigen  mich Konflikte sowieso gern, v.a. nachts. 

Jetzt wollte ich auf Arbeit meine Prozentzahl erhöhen, weil es mir

a) psychisch einiges besser geht – ich nicht weiß wann es mir überhaupt so mal ging

b) meine Tochter größer wird / ist und in der Schule ist und ich so gut wie zu Hause bin, da ich überwiegend nachts oder am Wochenende arbeite.

c) ich das Geld gut gebrauchen könnte.  War mir schon am überlegen einen anderen 2. Job zu suchen (das aus Grund b und c)

und auf Arbeit gerade Personalmangel herrscht, keiner wirklich eingestellt wird oder die dann nichts sind und wieder gehen und man doch einspringen muss. Ich habe somit das Angebot gemacht. Jetzt wird aber ständig nochmals wegen diesem oder jenem nachgefragt. Zuletzt ging es dann auch über meine Erkrankung und ob ich meine Grenzen kenne und ob ich im Team arbeiten kann. Da wurde ich dann innerlich ziemlich misstrauisch. Als dann noch ein baldigen Termin angesetzt wurde um mit allen Beteiligten drüber zu sprechen und auch die obersten Chefs  der Arbeit da sind ging meine „Hirnwichserei“ (- tschuldigt für den Ausdruck – find den aber passend für mein Gedankenwirrwarr. ) erst richtig los.

Ich bin im Moment eigentlich stabil, aber da merkte ich dann wie dieses gedankliche Chaos mich dazu bringt wieder mehr dysfunktional zu denken. Ich habe nichts umgesetzt, aber es kostete jede Menge Arbeit an mir!

Wie komme ich aus dem Gespinne raus? Eigentlich würde ich mich am liebsten vor diesem Termin in naher Zukunft drücken. Flucht war immer schon mein Weg.  Ich bin schon soweit, das psychosomatische Beschwerden wegen dem ganzen hinzukommen. Nicht schön. Solang ich aber nur negativ denke wird das leider auch nicht besser. Ich muss nun durch Skills wie Vorsicht Falle, Orientierung auf Ziel, Beziehung und Selbstachtung, Arbeit an den Grundannahmen / Glaubenssätzen schauen was mich unterstützen kann das ich positiver an das ganze und vor allem „ruhiger“ an die Sache rangehen kann. So bin ich wieder das kleine, stille Mäuschen, das ganz viel Angst vor den vielen, vielen Katzen hat und so nichts mehr sagen kann, die Hälfte vergisst und vor allem sich nicht produktiv durch Argumente wehren, bzw. behaupten kann.

Habt ihr mir noch eine Idee? Dummerweise ist meine Therapeutin nun krank. Eigentlich wollte ich es mit ihr besprechen, weil mich das echt überfordert und die Zeit mir rennt.

Nimmer allein

Mein Mann ist wieder da. Als ich heute nacht mal kurz wach geworden bin habe ich gesehen, dass mein Mann wieder da ist. *freu*

Hab die so gut wie 2 Tage ohne ihn gut gemeistert. Konnte die destruktiven Gedanken wieder ziehen lassen. Und das relativ problemlos. Auch habe ich nicht Destruktivität mit demgleichen müssen kompensieren. Sei es Fressattacke oder ähnlichem. *Stolz bin*

Auch gewichtstechnisch ist gerade alles mehr wie prima. Deutlicher Abwärtstrend! Besonders seit der Hypnose vor 2,5 Wochen. Da waren es nun über 4,5 kg. 🙂

Skillstechnisch / DBT  – schreibtechnisch mache ich gerade etwas Sommerpause (eher Herbstpause – brrrr ist das kalt hier schon) da mein Mann und Tochter Urlaub / Ferien haben und meine Mutter im Krankenhaus liegt. Da bleibt mir nicht mehr so viel Zeit.

Zwischenmenschlich habe ich mich heute gewagt meinem Arbeitgeber anzurufen, da die Lohnabrechnung nicht stimmte. Das kostete ganz schön Überwindung. (In mir sagt es da immer, das ich das doch nicht machen kann. Die sicher richtig rechnen,…. )

10.04.2013 paar Lichtblicke

Beweg mich wieder etwas aus meinem Sumpf. Das gut tut, den aufwärts Trend zu bemerken.

Es ist immer noch eine Achterbahn der Gefühle, aber ich kann es stehen lassen und es verfällt nicht ins leiden – wo ich alles nur ganz schnell weg haben möchte. Ich versuche gerade für mich meine Gefühle und Gedanken zu sortieren – schauen was ich in der Therapie ansprechen kann / möchte.

Auch ist mir immer mehr bewusst, das ich oft in alte Muster reinrutsche in Gefühle / Gedanken und Verhalten meines „inneren Kindes“. Solangsam komm ich diesem Näher. Ich sehe oft „mein inneres Kind“ wieder in Situationen, wo ich mit meiner Tochter zusammenrassel. Wenn ich zum Beispiel Regeln aufstelle und sie diese bricht. Da kommt so viel Wut und Agressivität innerlich hoch, die aber nicht ihr gehören. Es ist alt. Das merke ich. Diese Wut gehört nicht meiner Tochter, sondern meinen Eltern. Da meldet sich mein inneres, das wütend ist, das ich meinen Kopf als Kind nicht durchsetzen durfte – ich nur gehorchen musste, immer schön brav sein. Es ist dann ein gemisch aus Wut und Trauer / Enttäuschung. Das mich in der aktuelle Situation mit meiner Tochter hilflos und Ohnmächtig macht. Ich fühle mich dann oft unfähig überhaupt zu handeln.

Ich wage mich solangsam an The Work von Byron Katie. Ich versuche gerade meine Gedanken zu hinterfragen. Ich werde dazu auch demnächst was einstellen. Und auch meine Analyse.

Auch hatte ich heute ein sehr positives Gespräch auf Arbeit. Es tat richtig gut mal darüber zu reden was einen bedrückt und belastet und zu schauen, wie man Unterstützung bekommen kann.
Ich war überrascht über mich – wie offen ich war gegenüber meiner Vorgesetzten. Ich habe ihr recht viel erzählt auch bezüglich meiner persönlichen Geschichte (Krankheit) – ich finde Offenheit recht wichtig, besonders weil ich mit Menschen arbeite. Irgendwann dachte ich, das es ein großer Fehler war 2011 meiner Ex- Vorgesetzten die Wahrheit zu sagen, aber ich merke vom Bauchgefühl her, das das richtig war. Zumal ich in Therapie bin und sich schon einiges gebessert hat.
Als Ideen für die Weiterentwicklung beim Arbeitgeber habe ich meinen Wunsch / mein Interesse an Fortbildungen wie z.B. Achtsamkeit oder Tripel P kund getan. Sie war erfreut über mein Interesse und wird nachfragen, ob so eine Möglichkeit besteht. Ich möchte das gerne für unsere Klinik anbieten und für unsere Patienten / in Form von Schulungen. Sicher ist das dann auch etwas positives für das Haus. Mal sehen ob das klappt. Ich würde mich freuen!

Ich glaube ich war die letzten Tage sehr fleißig in der Skillsanwendung: einerseits Umgang mit Gefühlen, Achtsamkeit sowie auch zwischenmenschliche Fertigkeiten.

Notfallkoffer

Notfallkoffer

Notfallkoffer ist etwas mehr oder weniger handliches, was sich überall mitnehmen lässt.

Darin enthalten sollten sein Skills, die einem helfen in enormer Anspannung (über 70%) wieder etwas klarer denken zu können. Wichtig ist es auch mehrere Sinneskanäle anzudecken, da manchmal der ein oder andere Sinneskanal bereits früher zu geht.

Anfangs ist es sicherlich auch hilfreich die Skillskette in Form einer Kopie beizulegen.

Auch ist es sinnvoll, wenn man unter Dissoziationen leidet, einen Krisenpass mitzuführen.

Mein Notfallkoffer – in Form eines kleinen Täschchens – beinhaltet:
– Ammoniak
– Japanisches Minzöl
– Wick Inhalierstift
– Duftöl
– Kronkorken
– Akupressurringe
– Metalligelball, andere Igelbälle
– Rosenquarz
– Zwitschermangnete
– Knetball
– Chillischoten
– Bedarfsmedis

Skills

Was sind Skills?

Skills sind Fertigkeiten / Fähigkeiten die jeder Mensch besitzt! Auch „normale Menschen“ wenden dauernd Skills an. Sie sind für uns „normal“, eben weil sie es schaffen Skills so anzuwenden, das man es nicht merkt und weil sie einfach wissen welche Fertigkeit sie in welcher Situation brauchen.

Mit diesen Fertigkeiten versuche ich mich in hohen Anspannungssituationen soweit abzulenken, dass ich mir und anderen nicht schade. Zudem schaue ich mit dieser Fertigkeit, das ich so schnell wie möglich wieder auf ein normales Anspannungslevel komme, in dem ich klar denken und handeln kann.

Diese Skills können auf der Gedankenebene, Sinnesebene und auf der Körperlichen- und Handlungsebene sein.

Die Skills sollten so angewannt werden, das es der richtige Skill ist und auch das Ergebnis dann angemessen und effektiv ist. Zum Beispiel kann ich im Vorstellungsgespräch nicht unbedingt die Situation verlassen und einmal um den Block rennen. Dazu brauche ich heimliche Skills oder muss mich vorab bereits reguliert haben.

Drogenkonsum, Alkoholkonsum, schnelles Autofahren, Selbstverletzung, Fressattacken sind keine Skills! Sie bringen zwar im Moment meine Anspannung runter, sind aber auf längerer Sicht schädlich! Wichtig ist also, das der Skill kurzfristig Ablenkung in der Krisensituation bringt und langfristig eben nicht schadet!

Vielleicht auch kurz nochmal der Unterschied Funktional und Dysfunktional:

Funktional ist alles, was einem nicht schadet, oder auch was den anderen im Umfeld nicht schadet.

Dysfunktional ist alles was kurzfristig wie langfristig schädlich ist für sich und evtl. auch für andere (z.B. schnelles Autofahren)

In einem der nächsten Beiträge möchte ich mal Skills sammeln!
Es ist so, das jeder selbst herausfinden muss, was für ihn selbst geeignet ist. Das am besten notieren, damit man es für den „Notfall“ hat, denn dann ist klares denken und überlegen oft nicht mehr machbar!