Skill: Um etwas Bitten

Checkliste – zum Skill:

um etwas Bitten

 –          Weiß ich alles notwendige um meine Bitte zu unterstreichen (siehe Orientierung auf das Ziel)

–          Weiß ich was ich genau möchte? Ziel?

Fähigkeit der anderen Person:

–          Kann sie mir geben was ich will? (Ganzheitliche Betrachtungsweise)

Freie Entscheidungsmöglichkeit:

–          Hat die Person freie Entscheidungsmöglichkeit?

–          Kann sie überhaupt zusagen oder hat jemand Macht über sie und beeinflusst die Situation?

Zeitpunkt:

            – Ist es ein guter Zeitpunkt für die Bitte? (In Ruhe, Blickkontakt…)

Die Beziehung zur anderen Person / Zuständigkeit:

–          Ist das, was ich möchte, der Beziehung angemessen?

–          Ist die Person gesetzlich oder moralisch verpflichtet mir zu geben was ich möchte?

(Interpersonelle Kreise – Personen können auch Kreise wechseln)

Rechte:

–          Bin ich befugt der anderen Person zu sagen, was sie zu tun hat?

–          Hindern mich eigene Erwartungen oder Grundannahmen (Falle ich zur Last? Gehe ich eine Verpflichtung ein?)an der Bitte?

Beziehung – Gegenseitigkeit:

–          Gebe ich der Person ebenso viel, wie ich es von ihr wünsche?

–          Bin ich bereit auch etwas zu geben, falls sie ja sagt?

(Hier geht es um die Balance zwischen geben und nehmen)

Ziele:

–          Ist die Bitte wichtig für langfristige Ziele?

Auswirkung:

–          Wird Zurückhaltung zum jetzigen Zeitpunkt die Situation entspannen, aber auf Dauer zu Problemen führen?

(Evtl. werden Grundannahmen von außen bestätigt)

 

Selbstachtung:

–          Verhalte ich mich kompetent?

 

Quelle: Interaktives Skillstraining für Borderline-Patienten von Bohus/Wolf, Schattauer Verlag, meine Mitschriebe der DBT Skillsgruppe & stationäre Therapie, A.R 2014

 

Das ganze noch als PDF – wer mag: Checkliste – um etwas bitten

Skill: Um etwas Bitten – meine Gedanken dazu

Modul: zwischenmenschliche Fertigkeiten

Skill: Um etwas Bitten – meine Gedanken dazu

Das ist genauso schlimm oder noch schlimmer wie Nein sagen, oder?

Ja, so sehe ich das. Wieso?

Vieles liegt auch da in alten Grundannahmen und Glaubenssätzen a la „ich bin nichts wert“, „ich bin ein Versager“,…. In der Angst aufzufallen, verwundbar zu sein. Das andere denken, das man nichts auf die Reihe bekommt. Am Perfektionismus – alles alleine gemeistert zu bekommen, was auch immer.

In der Bitte zeige ich Schwäche. Das ist mit einem Haufen von unangenehmen Gefühlen verbunden, die mich dann regelrecht auffressen. Sei es die Scham, die Schuld, die Angst, und es gäbe da sicher noch mehr zu nennen.

Die Angst vor dem Abgelehnt zu werden vor dem Anderen, ein Nein zu kassieren. An den bereits zuvor durchdachten absurden Gedanken was der Andere sagen und denken könnte.

Meine Ex-Freundin hatte zum Beispiel die Angewohnheit nicht ihre Bitte konkret vorzutragen, sondern immer über eine „Vor(an)frage“ mich zu fangen. Hast du da Zeit? – Somit weiß sie das ich da nichts vorhabe – und sie hat mich gleich auf der Beziehungsebene, wenn ich nun die Bitte für diesen Tag ablehne. Ich fühle mich schuldig und schaffe nicht nein zu sagen. Es brauchte sehr lange, bis ich diese Taktik überhaupt wahr nahm.

Wie man dem entkommt, interessiert euch vielleicht auch!? In dem ich erst mal eine Gegenfrage stelle wie z.B. „Wieso, um was geht es?“ steh ich nicht mehr in Bedrängnis.

Eine Bitte zu stellen heißt aber eigentlich MUT, Mut sich was zu trauen, was über die Jahre untergegangen ist. Was man in der Kindheit auf Grund von negativen Erfahrung abgeschafft hat. Als Schutz nicht weiter verletzt zu werden.

 Helfen heißt auch Interesse am anderen zu haben. Jemand der Hilfe braucht zu unterstützen und für einen Moment eine Gemeinschaft sein. Aus dem Helfen heraus entseht Dankbarkeit des Gegenüber was wiederum ein gutes Gefühl einem selbst gibt.

Um etwas Bitten bekomme ich sicher nicht im Hochstressbereich hin, einer Anspannung von 70% hin. Bei einer Anspannung von 30-60 ist es sicher machbar. Das ganze braucht Übung, aber hilft mit der Zeit ungemein.

Inzwischen schaffe ich das schon bei richtig schwierigen Themen, wie die Beantragung einer sozialpädagogischen Familienhilfe beim Jugendamt, oder bei sonst einer Behörde. Klar läuft das noch nicht spontan ab. Es braucht Vorbereitung, Bedenkzeit, ein Abwägen des Für und Widers – aber ich trau mich!  🙂

DBT Modul – Zwischenmenschliche Fertigkeiten

DBT Modul – Zwischenmenschliche Fertigkeiten

Endlich hab ich mal etwas Zeit um wieder etwas einzustellen.

Worum geht es in diesem Modul? 

–         Um das Miteinander mit  einer oder mehreren, weiteren Personen.

–         Wie man am Besten sein Bedürfnis äußert und am Besten ausdrückt.

–         Wie man seine Beziehungen pflegt und neue knüpft.

–         Man lernt Problemorientiertes Arbeiten, indem man analysiert und schaut, was gerade für einen auch langfristig sinnvoll ist.

–         Auch wird man darin bestärkt sich für seine Rechte einzusetzen, selbstständig Konflikte zu lösen, Selbstbewusster aufzutreten

–         Man lernt anderen Menschen seinen Standpunkt zu erläutern und um etwas zu bitten, oder auch Nein zu sagen

–         Man lernt „Ich Botschaften“ an das Gegenüber zu senden und über die eigenen Gefühle zu sprechen, anstelle von „man tut…“, „du hast…“

–         Man lernt Nachdruck zu verleihen bei wichtigen Bedürfnissen, Wünschen, Bitten und Nein sagen

–         Man lernt Angriffe evtl. zu ignorieren – abzuschätzen ob dies sinnvoll wäre / Impulskontrolle

–         Zu kommunizieren ohne zu drohen und zu bewerten

–         Schulung der verbalen und non-verbalen Kommunikation

–         Sich nicht Rechtfertigen zu müssen

–         Auch geht es um Humor, Anerkennung, Fairness, eigene Werte und Aufrichtigkeit

–         Grundannahmen und Glaubenssätze bewusst machen und sinnvollere Alternativen finden

 

Hier ist es wichtig für sich klar zu bekommen, was ich möchte:

a)    Lege ich Wert darauf mein Ziel durchzusetzen?

b)    Lege ich einen  hohen Wert auf die Beziehung zwischen dem Gegenüber und mir?

c)     Oder ist es mir wichtig, das mein Selbstwert nicht leidet und ich meine Selbstachtung wahren kann?

 

Ein typisches Merkmal von Borderline ist das ständige Schwanken zwischen Konfrontation und / oder Rückzug bzw. Vermeidung von unangenehmen Situationen und Konflikten. Das Modul soll einem helfen Sicherheit im Umgang mit anderen Menschen zu erlangen und  den Selbstwert zu stärken.

Quelle: Interaktives Skillstraining  für Borderline-Patienten von Bohus/Wolf, Schattauer Verlag, meine Mitschriebe der DBT Skillsgruppe & stationäre Therapie.

A.R 2013