Aktueller Stand der Dinge

Hallo zusammen,

Es tut mir echt leid das ich mich gerade so rar mache. Aber es ist gerade viel. Zu viel! So oft wie ich in den letzten Tagen in Tränen ausgebrochen bin gab es so gut wie noch nie. Ich fühle mich überfordert! Ja das kann man sagen. So viele Baustellen, die mir meine Energie rauben…

Wo fange ich an? Angefangen hat alles im Endeffekt schon bevor mein Mann ins Krankenhaus musste.

Zum einen habe ich aktuell immer noch um die 100 wenn nicht mehr Überstunden bei 75% (30h- Woche). Dann ist mein Vater in Reha und wird auch verlängert und ich das einzige Kind hier in der näheren Umgebung (30 min) wo nach meiner Mutter schauen kann.

Vorsicht Trigger!!!: Am Abend vor der OP von meinem Mann habe ich ganz spät abends erfahren das sich meine Nachbarin das Leben genommen hat. Das war ein richtig übler Schock, zum einen weil ich mich in ihre Situation hinein versetzen konnte, da sie die gleichen Diagnosen hat wie ich, zum anderen nun auch die andere Seite so krass mitbekomme, da sie auch ein Kind hat was nun ohne Mutter aufwachsen muss,…  Und ständig seh ich ihre Wohnung, ihr Auto,… weil sie wirklich direkt daneben wohnte!

Auch die Sorgen um mein Mann. Geht alles gut? Am OP Tag stand ich wieder mal völlig neben mir! Ich konnte nicht sitzen, ich musste was tun, aber Konzentration hatte ich auch keine. Dann nicht zu wissen wie es gelaufen ist… Erst spät abends konnte ich nach mehreren Irrläufern mit meinem Mann ganz kurz telefonieren, wobei ich dort auch gemerkt hatte, das er starke Schmerzen haben muss…

Der Tag nach der OP musste ich erstmal arbeiten. Nachmittags sind wir zu ihm. Auch da hatte er noch massive Nervenschmerzen, was sich jedoch im Verlauf etwas gelegt hat. Er kann nun wieder laufen aber Schmerzfrei ist er noch lange nicht. Da geht dann wieder bei mir das Kopfkino – wird alles gut? Wie lange muss er noch dort bleiben?,…

Und dann hier der Alltägliche Wahnsinn in dem ich immer wieder zusammen breche (psychisch). Angefangen  von Wasserpumpe die im Keller kaputt ging und uns Grundwasser in Keller drückt. Ich hatte davor mit Pumpe und co. noch nie was am Hut. Jetzt musste ich. Also, alte Pumpe raus, außeinander bauen, neue montieren. Das nächste Übel ist der viele Schnee. Anfangs noch mehr matschig und schwer, inzwischen große Mengen an Pulverschnee. Habe versucht die Schneefräse zu starten. Fehlanzeige, Motor würgte immer wieder ab. Also alles von Hand. Und unsere Grundfläche um das Haus ist leider nicht klein! Inzwischen habe ich mich nochmal dran gewagt. Inzwischen habe ich verstanden wie ich sie zum Laufen bekomme. Gott sei Dank. Denn heute Nacht hat es nochmal locker 30 cm wenn nicht mehr Neuschnee hingehauen. Auch das ist noch nicht alles. Wir heizen nur mit Holz. Da muss ich täglich auch mehrere Körbe holz in Keller tragen. Und dann sind da auch noch die ganzen Telefonate die nach meinem Mann fragen, Kind, Tiere, Haushalt und auch das Arbeiten. Abends bin ich immer so fix und alle das ich zur gleichen Uhrzeit wie unsere Tochter schlafen gehe.

Ich hoffe ihr habt es Verstanden, da es doch recht viel in der kurzen Zeit war. Erst heute kam ich mal dazu den Christbaum auf den Speicher zu räumen und wieder etwas aufzuräumen. Bei dem Wetter (viel Schnee) wollte ich nicht noch durch die Gegend fahren, ich hoffe meine Mutter war nicht traurig. Und da ist das nächste Problem. Sie kann leider keine Gefühle zeigen. Und ich fühle mich schuldig weil ich abgesagt habe.

 

 

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Die lieben Arbeitskollegen *Ironie off*

Im Moment bin ich gerade wieder emotional ziemlich geladen und hacke auf mir rum, weil ich so doof bin und emotional so instabil.

Wieso kann ich nicht bei solchen Dingen einfach ruhig bleiben und schlagfertig? Wieso kann ich nicht denen mal klipp und klar sagen, das sie mit mir das nicht machen dürfen?

Was ist das Thema. Die Arbeitskollegen.

Die Arbeitskollegen, die einem das Wort im Mund umdrehen, bzw. zu ihren Dingen nicht stehen.

Arbeitskollegen, die in mir „Gefahr“ wittern, weil ich viel Input brauche und es auch schnell begreife. Und Dinge zügig abarbeite, weil ich nicht ständig Raucherpause mache, oder mit Kollegen in anderen Abteilungen tratsche. Ich arbeite mein Ding und gut ist.

Arbeitskollegen, die geschnallt haben, das ich mich nicht alleine da stehen lasse und mobben lasse. Ich mir bei Bedarf Hilfe hole durch unsere Chefin und sie da ein Auge drauf hält.

Arbeitskollegen, die wollten das ich den Dienstplan schreibe für den nächsten Monat und so was von Angst um ihre Stunden haben obwohl sie noch über 50 Plusstunden haben. Und ich um die 20. Und dann um jeden Dienst gefeilscht wird, obwohl klare Ansage von oben besteht. Stunden müssen abgebaut werden! Und dann bekommt man noch an den Kopf geknallt, das man nicht so kindisch sein soll wenn man nicht einssieht sich aktuell am PC einzuloggen wegen den Stunden. Wenn die Cheffin schon sagte, darum geht es nicht und es ist nicht notwendig. Und dann trotzdem als die Cheffin weg ist weiter darauf rumhackt und mich versucht zu zwingen.

Fakt ist, ich hab alles genau berechnet und das mehrfach. Fakt ist, ich bin es zuvor mit der Chefin durchgegangen und sie findet es gut, Fakt ist die Arbeitskollegen versuchen mich wo es geht zu „ärgern, provozieren, verunsichern“. Fakt ist, ich bin gestern eingesprungen, weil jemand krank war, obwohl ich selbst bis zu meinem Dienst Fieber bis auf 39°C entwickelt habe und mein Kind, als es von der Schule nach Hause kam krank war und sogar gebrochen hat und ich nicht gesagt habe ich muss heim (nur kurz nach Absprache mit der Chefin, um ihr Medizin zu geben- und das waren keine 20 min). Fakt ist, das ich auch heute nicht kommen hätte müssen. Aber ich bin gekommen weil ich Pflichtbewusst bin und das trotz Fieber. Und dann muss ich mich von vorne bis hinten ankotzen lassen.

Ich weiß nicht ob es gut war, aber ich habe die zwei gerade so stehen lassen und hab denen einen schönen Mittag gewunschen und bin gegangen. So was muss ich mir nicht bieten lassen.

Und jetzt sitze ich daheim und grüble und haben einen Hass über mich und meine Instabilität, das man mir emotional leider schnell ansieht wenn es mich trifft. Mir stehen dann Tränen in den Augen. Das ist mir so peinlich weil es absolut nicht professionell ist und eben wieder Futter für diese v.a. eine Arbeitskollegin.

Wann hört denn dieser Mist auf Arbeit endlich auf. Ich will doch nur meine Arbeit tun und eben gute Arbeit machen. Und wenn man gute Arbeit macht dann haben sie einem auf dem Kicker. Doofes Konkurenzdenken!

 

Ich habe verstanden

Ich habe verstanden, das es wichtig ist  nochmals die Gefühle der Vergangenheit bewusst zu spüren und zu akzeptieren.

Ich habe verstanden, das es mir nicht hilft diese zu unterdrücken oder auch durch viel lesen, essen,was auch immer – weg zu drücken.

Ich habe verstanden, das es Sinn macht sich mit dem inneren Kind zu beschäftigen, denn das kommt mir in meinem Alltag immer wieder in die Quere und verursacht Chaos in mir und um mich herum, da ich dann nicht als Erwachsener reagiere, sondern hin und her switche zwischen dem inneren Kind und dem Erwachenen.

Ein Buch mit dem ich mich im Moment sehr beschäftige ist:

Das Buche habe ich mir schon 2011 gekauft. Bin aber erst jetzt bereit damit zu arbeiten.

Auch dieses Buch ist sehr hilfreich:

Produkt-Information

Dazu gibt es auch ein gutes Arbeitsbuch.

Auch diese Seite hier im Internet finde ich dazu sehr interessant:

Trägst du belastendes in dir?

 

Ja, es hat bei mir einige Zeit gedauert, bis ich es nun wage an die Vergangenheit zu gehen. Eine solche tiefe Traurigkeit, die ich in den letzten Wochen erlebt habe, kannte ich nicht. Aber so langsam verstehe ich die Zusammenhänge. Ich arbeite ganz tief in meiner Seele und das tut verdammt weh.

Zu sehen was da so schief lief.

Was da war, damit ich so wurde wie ich bin.

 

Jetzt heißt es nochmals hinzuschauen, vor allem zu spüren und das Gefühl zu lassen, damit ich irgendwann mit weniger Balast leben kann.

Mobbing – altes holt mich ein

Hülfe! Hülfe!!!

Heute ist mal wieder ein heftiger Tag und ich versuche es mit fressen zu kompensieren. All das alte das gerade wieder zum Vorschein kommt.

Ich war Mobbingopfer. Mehrfach. Angefangen dezent im Kindergarten bis hin zur Realschulzeit und auch im Berufsleben schon mitgemacht.

Und nun? Nun ruft die Schule meiner Tochter an und berichtet, das sie und ihre Freundin ein Kind mobben. Es wurde nicht das Wort in den Mund genommen, aber genau das habe ich verstanden. Mobbing, Gewalt, Mobbing, Gewalt,… immer und immer wieder.

Gesagt wurde das nicht, aber mein Hirn und meine Emotionen haben sich darin erhängt!

Ich merke wie ich da in ein Ohnmachtsgefühl rutsche. Nicht mehr weiß was ich sagen und tun soll. Das einzig gute an der Sache war, das das ganze gestern die Lehrer erfahren haben vom „Opfer“ und meine Tochter mir das gestern bruchstückenhaft erzählt hat.

Ich bin nicht stolz. Nein! Was bin ich nur? Ich bin schockiert, enttäuscht, verärgert, Scham erfüllt, hilflos und ich fühle mich schuldig! Schuld, Schuld, Schuld kreist in meinem Hirn. Und ich fühle mich gelähmt, hilflos und ohnmächtig!

Ich fühle mich schuldig, das meine Tochter dabei mitmacht und ich sie nicht so erzogen bekommen habe, das das mal gar nicht geht. Sie sagt zwar immer wieder, das ihre Freundin die Ideen hatte und sie nur dabei war, aber ich weiß nicht was ich glauben kann und was nicht? Kann ich ihr vertrauen? Kann ich es nicht?

Als Mutter möchte man einerseits sein eigenes Kind schützen, aber auch der anderen Seite, wenn sie es war – wie bringe ich sie dazu es nicht mehr zu tun?

Es heißt ja so schön. Gib kleinen Kindern Wurzeln und großen Flügel, ist aber leichter gesagt als getan. Vor allem, wenn man seinem Kind nicht das weiter geben möchte, wie und was man  früher erlebt hat.

Ich brauche Sicherheit und Harmonie und das Gefühl nicht alleine zu sein / da zu stehen. Und nun? Alles ist gerade aufs Mal verpufft. Steh gerade vor nem Trümmerhaufen und bin am Sortieren und Retten.

KONFLIKT im INNERN und ÄUßERN!

Konflikte bringen mich aus der Balance. Ins Abseits. In die Krise. Ausmaß unbekannt. Ausmaß variabel.

SCHOKOLADE, Essen, viel Essen, ja das ist mein Seelentröster. Innerlich schreit es in mir und ich fühle mich hilflos. Hilflos, Allein gelassen, nicht verstanden, nicht geholfen, wieder einmal allein mit all dem Scheiß.

Andere dysfunktionale Gedanken sind da, sie können zum Glück noch gut durch Essen kompensiert werden, aber wie lange?

Was haben die Kinder angestellt? Sie haben das andere Mädchen gezwungen um dazuzugehören Papier aus der Toilette zu fischen. Das ist wohl das krasseste. Aber auch Dinge von ihr zu verlangen „du musst so und so oft die Stufen rauf und runter laufen, weil ich Prinzessin bin“ kamen,…

Was ist die Konsequenz von der Schule an die Mädels? Das geht zum Schulleiter. Wenn nochmals was vor kommt in dieser Art, egal ob mitgemacht oder allein gemacht kommt es zum Schulausschluss und es wird Aktenkundig. Bei erneutem Vorfall kommt es zum Schulverweis. – *Klatsch* das saß. Bin schockiert und schiebe Panik. Was ist wenn sie sich wieder bereden lässt mitzumachen und sie erwischt wird und die andere nicht? Was ist wenn???

Wir sollen zu Hause drüber reden. Als Konsequenz hab ich mir überlegt das sie heute nicht ins Schwimmbad darf und so auch nicht ihre Freundin sehen darf. Wir sprechen heute über Mobbing,  Gewalt, Androhen, Ferundschaft,… Sie soll sich eine Wiedergutmachung überlegen.

Was ist aber, wenn sie heute einsichtig ist, sich entschuldigt und das ganze wieder von vorne los geht? Was ist dann?

CHAOS, ANGST, PANIK…

vermischt mit WUT , GROLL,… und alten Erinnerungen…

Selbsttest: Belastende Gefühle erkennen

Ich bin gerade am aufräumen meiner Dateien / Links, die ich seit längerem mir aufgeschrieben oder gespeichert habe.

Diese Homepage fand ich sehr interessant:

http://lebens-trauerberatung.org/Selbsttest.php

Einen Auszug hiervon:

„Dumpfe Gefühle oder Stimmungs-Schwankungen
Du spürst wiederkehrende dumpfe Gefühle oder Stimmungs-Schwankungen?
Solche «Seins-Zustände» können Zeichen von nicht restlos verarbeiteten, ungelösten oder verdrängten Problemen, Lebensthemen, alter Traurigkeit oder Trauer, Restanzen Dich belastender schwerer Lebens-Themen sein.
Mit diesem Selbst-Test kannst Du dies prüfen. Es lohnt sich, sie zu erkennen und auf sie einzugehen. Sie Hand Klärungen, Lösungen und Wege zu Dir und Deiner Lebendigkeit.““

 

Wahrheit darf man nicht sagen…

… so kommt es mir vor.

Zuerst wird gefragt was los ist und wenn man dann sagt was Sache ist – reagieren andere völlig impulsiv.

Huch? Das war doch sonst meine alte Rolle. Und nun? Nein, ich bin schön ruhig geblieben und habe Argument um Argument gebracht. Klar beschäftigt mich das ganze immer noch und mein Hirn kommt nicht zur Ruhe. Bin völlig angespannt. Aber diese neue Art und Weise von mir hat mich überrascht und irgendwie macht es mich ein wenig stolz.

Normalerweise lege ich auf, beende das Gespräch, flüchte. Ich war es aber nicht. Es gibt jedoch die große Angst in mir – dank verschiedener Glaubenssätze – das ich gerade etwas losgetreten habe, da ich ja wie immer alleine da stehe. Kommt nun Mobbinggeschichte Nr.3???

Ich hoffe es nicht. Ich will mich diesmal von Anfang an wehren. Ich bin Erwachsen und habe dazu gelernt! Ich muss nicht mehr in die Opferrolle. Ich bin gleich viel wert wie die anderen. Ich muss nicht allem zustimmen und ich darf meine Meinung und meine Argumente vertreten. Klar muss man Komprisse schließen. Das bedeutet aber nicht, das man seine Wertvorstellungen und Ziele völlig aufgeben muss.

 

Zwischenmenschliches – wie es mich immer wieder in Stress versetzt

Das ist mal wieder ein typischer Fall in meinen Interaktionen mit anderen. Hatte heute Nacht sogar ein Alptraum deswegen, obwohl ich etwas gegen Alpträume als Medi habe.

Manches geht mir so nah, das ich mich gedanklich und emotional nicht distanzieren kann. Und durch frühere Erfahrungen beziehe ich alles auf mich und reime mir irgendetwas zusammen.

Vielleicht zum Anfang paar Erklärungen hier. Ich war vor einigen Jahren und in der Schulzeit Mobbingopfer. Somit beschäftigen  mich Konflikte sowieso gern, v.a. nachts. 

Jetzt wollte ich auf Arbeit meine Prozentzahl erhöhen, weil es mir

a) psychisch einiges besser geht – ich nicht weiß wann es mir überhaupt so mal ging

b) meine Tochter größer wird / ist und in der Schule ist und ich so gut wie zu Hause bin, da ich überwiegend nachts oder am Wochenende arbeite.

c) ich das Geld gut gebrauchen könnte.  War mir schon am überlegen einen anderen 2. Job zu suchen (das aus Grund b und c)

und auf Arbeit gerade Personalmangel herrscht, keiner wirklich eingestellt wird oder die dann nichts sind und wieder gehen und man doch einspringen muss. Ich habe somit das Angebot gemacht. Jetzt wird aber ständig nochmals wegen diesem oder jenem nachgefragt. Zuletzt ging es dann auch über meine Erkrankung und ob ich meine Grenzen kenne und ob ich im Team arbeiten kann. Da wurde ich dann innerlich ziemlich misstrauisch. Als dann noch ein baldigen Termin angesetzt wurde um mit allen Beteiligten drüber zu sprechen und auch die obersten Chefs  der Arbeit da sind ging meine „Hirnwichserei“ (- tschuldigt für den Ausdruck – find den aber passend für mein Gedankenwirrwarr. ) erst richtig los.

Ich bin im Moment eigentlich stabil, aber da merkte ich dann wie dieses gedankliche Chaos mich dazu bringt wieder mehr dysfunktional zu denken. Ich habe nichts umgesetzt, aber es kostete jede Menge Arbeit an mir!

Wie komme ich aus dem Gespinne raus? Eigentlich würde ich mich am liebsten vor diesem Termin in naher Zukunft drücken. Flucht war immer schon mein Weg.  Ich bin schon soweit, das psychosomatische Beschwerden wegen dem ganzen hinzukommen. Nicht schön. Solang ich aber nur negativ denke wird das leider auch nicht besser. Ich muss nun durch Skills wie Vorsicht Falle, Orientierung auf Ziel, Beziehung und Selbstachtung, Arbeit an den Grundannahmen / Glaubenssätzen schauen was mich unterstützen kann das ich positiver an das ganze und vor allem „ruhiger“ an die Sache rangehen kann. So bin ich wieder das kleine, stille Mäuschen, das ganz viel Angst vor den vielen, vielen Katzen hat und so nichts mehr sagen kann, die Hälfte vergisst und vor allem sich nicht produktiv durch Argumente wehren, bzw. behaupten kann.

Habt ihr mir noch eine Idee? Dummerweise ist meine Therapeutin nun krank. Eigentlich wollte ich es mit ihr besprechen, weil mich das echt überfordert und die Zeit mir rennt.

Skill: Emotionssurfing

Emotionssurfing

Wann kann ich diesen Skill nutzen:

Wenn meine Anspannung größer 70% ist und ich keine anderen Skills / Skills zur Krisenbewältigung benutzen kann.

 

Die Basis dieses Skills bildet  die radikale Akzeptanz.

 –         Ich muss das Gefühl akzeptieren , das es da sein darf. 

–         Das bedeutet ich fragen nicht nach dem warum? oder dem   wieso?

–         Ich nehme eine annehmende Haltung ein. Ich beschreibe die Emotion und ich nehme die Intensität der Emotion wahr.

–         Ich muss dem Handlungsimpuls nicht nachgeben.

–         Am Anfang ist es oft sinnvoll noch entgegengesetzt zu Handeln, Wahrnehmen, Körperreaktion, Denken, weil das Gefühl oft noch zu stark erscheint. Später kann man die Situation aushalten.

 

Ganz wichtig: Ich habe ein Gefühl – ich bin nicht das Gefühl!!!

 –         Ich schaue an wie die Emotion kommt und geht.

–         Ich entscheide ob es eine Welle in einer Brandung ist, oder ne ganz kleine am Baggersee.

–         Ich beobachte die Welle (das Gefühl) von oben herab und sehe wie die Wellen abnehmen. (Intensität des Gefühls)

–         Ich habe Zeit! Ich muss nicht gleich handeln.

–         Wenn es im Moment für mich nicht geht, kann ich jederzeit das Emotionssurfing abbrechen.

–         Es ist sinnvoll erst mit angenehmen Gefühlen das surfen zu üben. Auch braucht es einen ruhigen Moment zu üben und einen sicheren Ort.

 

 Emotionssurfing in den verschiedenen Schritten:

1.     Trete innerlich ein Schritt zurück.

2.     Welche Emotion hast du ?

3.     Wie stark ist die Emotion? (0-100)

4.     Welche Körperreaktionen hast du? Beobachte diese.

5.     Welche Gedanken hast du? Beobachte diese.

6.     Welchen Handlungswunsch hast du? Beobachte diesen.

7.     Du hast eine Emotion – du bist nicht die Emotion!!!

8.     Atme mit der Emotion.

9.     Beginne wieder bei 1.

 

Du wirst sehen, das Gefühl nimmt an Stärke ab, die Welle wird immer flacher.

 

Quelle: Interaktives Skillstraining  für Borderline-Patienten von Bohus/Wolf, Schattauer Verlag, meine Mitschriebe der DBT Skillsgruppe & stationäre Therapie.

A.R 2013

Skill: Überprüfe die Fakten

Skill: Überprüfen die Fakten

Im Gefühlsprotokoll / VEIN AHA geht es darum die Frage zu beantworten, ob das Gefühl abgemessen ist oder nicht.

Gefühle werden oft durch Bewertungen und Wahrnehmungen ausgelöst und nicht durch Fakten. Bewertungen sind jedoch subjektiv. Man empfindet das Gefühl immer als stimmig und berechtigt, somit ist diese Frage alleine mit dem Skill VEIN AHA nur schwer zu beantworten.

Um die Fakten, das objektive der Situation zu überprüfen und die Frage beantworten zu können, ist es hilfreich den Skill Überprüfe die Fakten zu nutzen.

Bei den Fakten bleibe ich bei diesen und lasse Bewertungen weg! Ich beschreibe die Situation mit:

– Was ist passiert?
– Wer war dabei?
– Wo ist es passiert?
– Wie ist es passiert?

Der Skill „Überprüfe die Fakten“ besteht aus 3 Teilen:
a) Ich trenne die Fakten von den Gedanken, indem ich alles so beschreibe, wie es eine Kamera aufzeichnen würde. Also alles, was von außen beobachtbar ist. Ich versuche so eine emotionale Distanz hinzubekommen.

b) Ich hinterfrage Bewertungen:
Woraus schließe ich, dass… ?
Wie würde mein „Held des Alltags“ auf… reagieren?

c) Ich suche Gegenargumente
Welche anderen Gründe könnte es noch geben?
Welche anderen Interpretationen der Situation? (Müssen nicht positiv sein)

Wichtig ist es, das bei diesem Skill die Anspannung und Intensität des Gefühls nicht über 70% liegt.

Ziel dieses Skills ist es einen dialektischen Mittelweg finden. Weg von Perfektionismus, Zwanghaftem Verhalten, Gedanken-Karussell, das einen nicht mehr zur Ruhe kommen lässt, katastrophisierenden Gedanken,…

Hinter Sorgen stehen oft Grundannahmen. Dieser Skill kann eine Vorbereitung für die Arbeit an Grundannahmen sein.

Sorgen haben auch viel mit Erwartungen zu tun und mit leiden. Im Buddhismus / Achtsamkeit geht es darum weg vom leiden zu kommen und im Hier und Jetzt zu sein und die Kontrolle über die Situation zu behalten.

Quelle: Interaktives Skillstraining für Borderline-Patienten von Bohus/Wolf, Schattauer Verlag, meine Mitschriebe der DBT Skillsgruppe & stationäre Therapie.
A.R 2013

Gefühl Scham

Scham
Definition: Verlust von Status und Anerkennung durch:
– Versagen
– Offenlegung persönlicher Schwachpunkte
– Erkennen von Mängel des eigenen Körpers

Scham ist ein Gefühl der Verlegenheit oder der Bloßstellung, das durch Verletzung der Intimsphäre auftreten kann oder auf dem Bewusstsein beruhen kann, durch unehrenhafte , unanständige oder erfolglose Handlungen sozialen Erwartungen oder Normen nicht entsprochen zu haben. *A

Gefühlsspektrum:
Verwirrung, Erniedrigung, Kränkung, Reue, Bedauern, Schuldgefühl, Vernichtungsgefühl, Zerknirschung, Beleidigung, Demütigung, Gewissenbisse, Peinlichkeit, Schüchternheit, Gehemmtheit, Verlegenheit, Scheu, Verschämtheit, Bescheidenheit

Grundlage:
– äußerst peinigendes, mächtiges Gefühl
– komplex und vielschichtig
– ab dem 4. Lebensjahr lernt das Kind seine Grenzen zu erkennen, die eigene Sphäre zu schützen, Bloßstellung mit Rückzug zu beantworten.
– Die Scham reguliert (teilweise durch sozialen Anpassungsdruck) menschliches Zusammenleben und verhindert dass Mitglieder einer Gemeinschaft „herausfallen“.
– „Scham“ und das Gegenstück „Stolz“ dienen dazu, den Kontakt (Nähe und Abstand) zu anderen zu regulieren.
– Die Scham dient dazu uns das Mittelmaß zwischen Selbsteinschätzung (Art wie wir uns darstellen) und Erwartung anderer zu finden.
– Scham ist eine Art „Schnittstelle“ zwischen uns selbst und anderen
– Scham hat sehr viel mit Selbsterkenntnis (Selbstbeobachtung, Selbstbewusstsein, Selbstgefühl) zu tun.
– Wenn man ein hohes, negatives Selbstwertgefühl hat ist die Gefahr hoch, oft in beschämende Situationen zu kommen.
– Scham kann Ausdruck dafür sein, wenn man sich selbst nicht getrennt von der Welt sehen kann, d.h. der Selbstwert von anderen Menschen und deren Äußerung abhängt.
– Auch kann es sein, das man nicht nur mit dem Schamgefühl seine Probleme hat, sondern auch mit dem Erleben von Freude oder Stolz. Das ist besonders oft, wenn man viele kränkende oder demütigende Erfahrungen gemacht hat.

-Die Scham dient:
a) der sozialen Anpassung / Einhaltung von sinnvollen Gruppenregeln
b) der Entwicklung von Individualität und der Wahrung persönlicher Integrität (Unversehrtheit) / Schutz der Intimsväre

-Scham dient als Warnsignal.
a) Das Gefühl verdeutlicht uns, dass unsere Konzepte von der Welt von anderen und von uns selbst nicht mit unseren momentanen Erfahrungen übereinstimmen.
b) Kann uns dazu motivieren unsere Konzepte zu überdenken und einen anderen Umgang mit der Realität zu entwickeln.

– Scham spielt bei vielen Krankheiten eine große Rolle. Beispiele hierfür: Depression, Sucht, Magersucht, Bulimie, Adipositas, Zwangsstörung, Phobien; narzisstische Persönlichkeitsstörung, Borderline / emotional instabile Persönlichkeit, Hypochondrie allgemein psychische Erkrankungen.
– Eine häufige Maske von Scham ist Angst.
– Scham tritt häufig auch auf, wenn es um Nahrungsaufnahme, Verdauung, Ausscheidung (Stuhl / Urin) und Sexualität geht.
– In maßen braucht man Scham. Schwierig wird es wenn man das Mittelmaß nicht hat.
– Scham hat viel mit sehen und gesehen werden zu tun.
– Inhalt von Scham ist kulturell abhängig und veränderte sich während der geschichtlichen Entwicklung (früher: Nacktheit, heute eher für: Arbeitslosigkeit, Mangel an Statussymbolen)
– In manchen Religionen z.B. Judentum, Christentum, Islam, ist die Scham ein Ereignis des Sündenfalls. Man hat gegen die göttliche Weisung / Gebote bewusst verstoßen. Siehe auch Adam und Eva, die ihre Nacktheit plötzlich als unangemessen empfanden. („Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren. Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz. (Gen 3,7 EU)“ )

– Oft haben Personen, die viel Scham erleben Probleme im Allgemeinen Gefühle wahrzunehmen und zu beschreiben.
– Genauso verfolgen Personen, die viel Scham empfinden, oft hohe Ideale, denen sie nicht gerecht werden können.
– Perfektionismus soll oft verhindern, dass man sich die Blöße zeigt.
– Medien vermitteln auch immer mehr, das man sich vergleichen muss und seinen Ansprüchen nie genügen kann.

Arten von Scham:
Wir können uns vor uns selbst schämen oder für unsere Angehörigen / Nahestehenden, wenn wir oder dieser andere, unseren eigenen Ansprüchen nicht genügen.
1) Unterlegenheitsscham: Scham in Situationen, in denen man anderen unterlegen ist oder sich ohnmächtig fühlt. Auch zum Beispiel beim ersten Aufsuchen eines Psychiaters oder Therapeuten.

2) Stellvertretende Scham: wenn man ein Täter als Angehörigen oder einer Beziehungsperson hat.

3) Gegenbeschämung: Beschämung einer anderen Person, die ein bestimmtes Verhalten des anderen auslösen soll (lächerlich machen des anderen um von eigener Scham abzulenken).

(Werde ich noch bearbeiten – ist noch nicht vollständig!)

Typische Auslöser und Interpretationen / Gedanken:
– man selbst oder jemand sehr Nahestehendes hat versagt
– man wird gedemütigt oder erniedrigt, betrogen
– man selbst oder jemand Nahestehendes erfüllt nicht den eigenen Wertvorstellungen
– man fühlt sich inkompetent
– man erlebt sich selbst / jemand Nahestehendes als Bloßgestellt
– man wird von wichtigen Personen zurück gewiesen
– wird öffentlich kritisiert / lächerlich gemacht, gehänselt
– Erinnerung an peinliche Erlebnisse in der Vergangenheit
– Irgendjemand überschreitet unsere Intimitätsgrenzen
– realisieren eines körperlichen Defektes
– „Was denken wohl die anderen über mich?“
– „Ich hab mich blamiert.“
– „Ich möchte in Boden versinken.“
– „Ich hab alles falsch gemacht, ich hab mich nicht verhalten wie ich es sollte.“
– „Ich bin fehlerhaft, nicht vorzeigbar, eine Schande.“
– „Ich bin wertlos“
– „Wenn die anderen merken, wie ich wirklich bin, werden sie mich auslachen.“

Wahrnehmung:
– wird auf die eigenen Schwächen und Fehler gelenkt
– man erinnert sich an frühere Demütigungen,
– stellt sich vor wie man erniedrigt wird, oder der Lächerlichkeit preisgegeben wird.
– man fühlt sich abgelehnt, ungeliebt, ungewollt, isoliert, entfremdet
– man fühlt sich anders wie alle anderen (Gefühl von der Norm abzuweichen)
– evtl. richtiger Selbst-Hass
– Umgebung erscheint einem unwirklich (Derealisation), man verliert Gespür für sich selbst (Depersonalisation), Betäubung, Schock.

Körperreaktion:
Kann natürlich gesteuert werden, jedoch ist die Tendenz da Scham zu signalisieren:
– Erröten, erhitztes Gesicht
– blass werden
– Abwenden des Blickes, senken des Blickes
– Verschränken der Beine
– Arme verschränken
– Kopf senken
– Hand vor das Gesicht, Mund,…
– gebeugte Körperhaltung
– Grinsen
– Kloß im Hals
– evtl. Handbewegungen wie Kratzen und Wischen am Kopf
– Herabsetzung des Tonus aller Gesichtsmuskeln
– Neigung des Kopfes zur Seite

Bei Angst-Gefühl:
– Sprachstörungen (Stottern) oder Sprachlosigkeit
– Weinen, schluchzen, Tränen
– Leise Stimme
– Schwitzen / Schweißausbruch
– Herzrasen, Bluthochdruck
– Zittern
– Schwindel
– Druckgefühl in der Magengegend
– Nervosität, Ängstlichkeit

Bei Ärger/Wut:
– Muskelverspannung, Kopfschmerzen (bei Wut, Ärger)
– Leise oder lautere Stimme
Handlungsdrang: Ziel ist es eine erträgliche Situation schaffen
– man möchte sich verbergen, sich zusammenrollen oder klein machen
– aus dem Blick der Öffentlichkeit verschwinden,
– sich abwenden,
– sich verstecken
Etwas verheimlichen
– sich unterwerfen
– „in die Ecke stellen“ / sich isolieren
– „ich-bin-gar-nicht-da-Reaktion“ oder die
„ich-kann-dich-gar-nicht-hören-Reaktion“ ommt häufig bei Kindern vor. Ist häufig, wenn die Kinder sich die Ohren zuhalten, die Augen zukneifen und anfangen laut zu singen
– aus Angst erneut abgelehnt zu werden, geht man evtl. Distanz ein, was im Extremfall zur „sozialen Phobie“ führen kann. / Vermeidung
– Bei Demütigung (=Schmach / Verletzung der Ehre) kommt es zu Aggressivität
– Scham kann evtl. in Schuld umgewandelt werden
– Wenn wir einen Schuldigen finden, der das eigene Versagen erklärt oder rechtfertigt, führt dies zur Reduktion der Scham.
– „Um das Schamgefühl zu bewältigen, verhalten sich manche Menschen oft so, dass ihr Verhalten andere beschämt.“ (So wird die Umwelt dazu gebracht wegzublicken, anstelle man es selbst tun müsste)
-Im Vorfeld versuchen wir alles zu vermeiden was Scham auslöst.

Wie erkennt man Scham?
Ist ganz gut unter: http://www.angst-auskunft.de/AAA_Scham_Angst/AAA_Scham-Diagnostik.htm beschrieben.

Bei folgenden Phänomen sollte man daran denken, dass Scham im Spiel sein könnte:
– Jemand fragt sich oft, „Was andere wohl über mich denken?“ („Wenn ich das und das täte, was würden die anderen dann denken?“)
– Jemand benutzt häufig das Wort „man“.
– Jemand neigt zu Selbstabwertungen und achtet mehr auf Fehler als auf seine Kompetenzen und Leistungen.
– Jemand kann schlecht „nein“ sagen (kann sich nicht abgrenzen).
– Jemandem fällt es schwer zu konkurrieren.
– Jemand will es möglichst allen recht machen, neigt zu Konformität.
– Jemand beschäftigt sich vor allem mit sich selbst.
– Jemand kann sich nicht richtig freuen oder auf etwas stolz sein.
– Jemand fühlt sich minderwertig.
– Jemand ist kontaktscheu (steht nicht gerne im Mittelpunkt, verlässt nicht gerne das Haus) oder leidet unter einer „sozialen Phobie“.
– Jemand reagiert in Gegenwart anderer mit Angst, Panik oder Depression (dazu gehört auch „Schulangst“ bei Kindern).
– Jemand fühlt sich einsam und ausgeschlossen.
– Jemand hat Schwierigkeiten, seine Gefühle zu beschreiben.
– Jemand wertet einen anderen ab, beschämt oder demütigt diesen, stellt ihn bloß, ist zynisch.
– Jemand schockiert seine Umwelt durch auffälliges Verhalten.
– Jemand hat Geheimnisse oder wird von einem (Familien)geheimnis beherrscht, will Dinge für sich selbst behalten.
– Jemand hat die Sorge, einem anderen etwas wegzunehmen (etwa einen Behandlungsplatz beim Psychotherapeuten).
– Jemand ist misstrauisch, zwanghaft und unfähig, sich hinzugeben (anzuvertrauen).
– Jemand weiß nicht genau, wer er ist (Identitätsproblem). Oft fragt er sich, ob er wirklich gemeint ist. Mit keiner seiner vielen inneren Stimmen kann er sich richtig identifizieren,
– Jemand leidet über längere Zeit unter unklaren Körpersymptomen, die Angst machen (kann seine Emotionen nicht richtig deuten)
Häufiges Folgegefühl:
– noch mehr Scham
– Trauer (wegen Schwäche) / Traurigkeit
– Ärger, Wut, Hass
– Angst
– Schuld
– Kränkung
– Verachtung
– Demütigung
– Ohnmacht

Unterschied von Scham und Schuld:
Scham bezieht sich auf die ganze Person. Die Person fühlt sich als den, der er ist nicht in Ordnung.
Bei der Schuld hat man das Gefühl, teilweise Herr der Lage zu sein. „Schuld entsteht durch das eigene Verhalten, das meist von einem selbst kontrolliert werden kann und veränderbar erscheint.“ Schuld bezieht sich nur auf das Tun.
Deshalb fällt es einem auch schwerer das Schamgefühl loszuwerden wie das Schuldgefühl.
Schuld und Sühne brauchen die Öffentlichkeit, Scham hingegen treibt uns zum Rückzug.

Wann ist dieses Gefühl gerechtfertigt?
Wenn sie tatsächlich Gefahr laufen, soziale Attraktivität zu verlieren. Zum Beispiel:
– andere werten sie ab
– andere behandeln sie „unter Wert“
Schutz der Intimsphäre.

Wie kann man diesem Gefühl entsprechend sinnvoll handeln?
Nehme das Gefühl wahr und akzeptiere es für den Augenblick.

Wie kann man das Gefühl abschwächen?
Schamgefühle entstehen durch deine Bewertungen. Ändere diese und du kannst deine Schamgrenze verschieben. *B

a) entgegengesetztes Handeln:
Handlungsimpuls von Scham diesbezüglich: Rückzug, Vermeidung
– in der Situation bleiben
– Expositionsübungen
– offen auftreten
– entgegentreten
– sich öffentlich zeigen
– vermehrt Aktivitäten in der Öffentlichkeit wahrnehmen (in Verein eintreten)
– positiven Aktivitäten nachgehen
– Aufnahme von Kontakt und aufrechterhalten
– eigene Schwäche / Traumatisierung offen und wahrheitsgemäß in wohlwollender Umgebung kommunizieren.
– Fehlschläge und Trauma in Therapie bearbeiten.
– Nein sagen üben
– unberechtigte Kritik zurückweisen üben
– sich von Erwartungen anderer abgrenzen

b) entgegengesetztes Denken:
Handlungsimpuls von Scham diesbezüglich: Jemand sieht, das ich schlechter bin als ich sein sollte; ich werde gedemütigt / entblößt; ich bin blöd; ich bin nichts wert; ich habe keine Rechte auf…
– klar machen, dass die Scham ausschließlich in ihrem Kopf vorgeht und niemand in ihren Kopf hineinsehen kann.
– „Ich habe solche Situationen schon öfter geschafft.“
– „Ich fühle mich sicher.“
– „Ich setze mich durch.“
– An Situationen denken, wo man erfolgreich war, etwas durchgesetzt hat
– Sich Stärken und Vorteile der eigenen Person bewusst machen
– an Schwächen / Nachteile anderer denken; Feind in der Unterhose vorstellen
– ICH BIN GUT SO WIE ICH BIN!!! (sich Wertschätzung geben) oder Selbstakzeptanz-Sätze (energetische Psychotherapie): „Auch wenn ich mich für… Schäme, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin.“ und dazu klopfen.
– Skill: Held des Alltags
– mit einer guten Freundin telefonieren, die einem auf positive Weise bestärkt und einem gut zuspricht

c) Entgegengesetzte Körperhaltung:
Handlungsimpuls von Scham diesbezüglich: Blick abwenden, Kopf zur Seite drehen, Hände verbergen , Beine übereinanderschlagen
– aufrechte Körperhaltung
– Blickkontakt halten
– Kopf heben, Stirn zeigen
– Lächeln / Skill : leichtes Lächeln
– anstelle sitzen, besser stehen
– Hände in Hüfte stemmen, Daumen nach hinten
– Fußspitzen nach außen
– Kleinen Schritt nach vorne machen
– Tief in den Bauch atmen

Wie kann ich allgemein mein Scham-Gefühl positiv verbessern?
– Rollenspiele, dadurch Selbstsicherheit, Sozial – und Beziehungskompetenz erlangen
– Nein sagen üben
– Um etwas Bitten
– Im Allgemeinen Orientierung auf Ziel, Beziehung, Selbstachtung regelmäßig üben
– Niemand anders Bloßstellen oder demütigen
– Arbeit an den Glaubenssätzen (v.a. religiös bedingte Scham – Glaubenssätze)
– Sich nicht mit „was könnten die anderen über mich und mein Verhalten denken?“ aufhalten – ein STOP dagegen halten
– z.B. Realitätsüberprüfung „Welche Bedeutung hat das, wofür du dich schämst, für dein weiteres Leben? Wie wirst du in 5 fünf Jahren darüber denken? Wirst du überhaupt noch daran denken?/ Byron Katie „The Work“ durchführen
– andere validieren – erzeugt evtl. auch beim Gegenüber eine ähnliche Rückreaktion.
– Seine Ziele überdenken – hochgesteckte Ziele überdenken – evtl. kleinere Etappenziele einplanen
– Durch Sport sein Körpergefühl verbessern
– Entspannungsübungen

Eventuelle Folgen von zu viel Scham – Gefühl:
-Depression
-Zwänge (hat viel mit Autonomie, Ohnmacht und grundlegenden Zweifel an der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit zu tun)
-Selbstmordgedanken oder sogar Selbstmord

By: A.R. 2013

Quellen: Interaktives Therapiemanual für Borderline Patienten, Bohus/Wolf, Schattauer Verlag;
Meine Mitschriebe in der stationären DBT Therapie und Skillsgruppe
http://www.angst-auskunft.de/AAA_Scham_Angst
http://www.existenzanalyse.ch/uploads/media/Gawel.pdf
*A: http://de.wikipedia.org/wiki/Schamgef%C3%BChl
*B http://www.selbsthilfe-beratung.de/scham-schamgefuehle.html
Therapie der Essstörung durch Emotionsregulation, Valerija Sipos, Ulrich Schweiger / Kohlhammer Verlag